Spanien Artikel schreiben

Profilbild von Asamblea

von Asamblea

Die spanische Bewegung „15M Berlin“ wird vor der spanischen Botschaft campen, damit schließt sie sich dem internationalen Aufruf „ Marea granate de emigrantes“ – „Weinrote Flut der Emigranten“ an.

28. Mai 2013 in Blog - alle Themen

Am Samstag den 1. Juni 2013 wird 15M in Berlin vor der spanischen Botschaft in Berlin campen.

Mit dieser Aktion schließen wir uns dem internationalen Aufruf “Marea granate” – „Weinrote Flut“ gestartet von 15M in London und zeitgleich auch den internationalen Demonstrationen “Bevölkerungen vereint gegen die Troika” an. Dieser Aufruf fordert alle 15M Asambleas der Welt auf eine Nacht an einem symbolträchtigen Ort zu campen, um Raum zu schaffen für weitere gemeinsame Forderungen und Zusammenarbeit.

Das Ziel dieses Projektes ist es außerdem, ein Netzwerk von internationalen 15M Versammlungen zu vereinen um gemeinsame Aktionen aus dem Ausland zu kreieren und nicht wie üblich auf Aufrufe aus Spanien zu warten.

Aus diesen Gründen, und weil wir immer mehr Menschen sind, die aus der Notwendigkeit heraus unsere Heimat Spanien verlassen müssen, ohne zu wissen, wann wir zurückkehren können, haben wir beschlossen, eine Flut von Emigranten in weinrot zu vereinen und vor der spanischen Botschaft zu campen. In diesem Fall weinrot, weil es die Farbe des spanischen Reisepasses ist – ein Symbol der Emigration.

Ort: Lichtensteinallee 1 10787 Berlin
Datum und Uhrzeit: Samstag, 1. Juni, um 18:00 Uhr
Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/176516942511967/

Facebook: https://www.facebook.com/Berlin15M
Twitter: @acampadaberlin
E-Mail: asamblea15MBerlin@gmail.com

Über 15M Berlin:

Der Gruppe „15M Berlin“ gehören spanische Emigranten an, die aufgrund des politischen Zustandes Ihre Stimmen im politisch- gesellschaftlichen Leben nicht verlieren wollen. Wir sind Teil der Bewegung 15M, die durch die #spanishrevolution der Empörten 2011 in Spanien entstand. Diese umfasst  Versammlungen die weltweit verteilt sind. 15M ist eine horizontale, politische, überparteiliche und transparente Bewegung, die die Geburt einer neuen Gesellschaft verfolgt, die das Leben über den wirtschaftlichen und politischen Interessen [der traditionellen Politik] stellt. Wir plädieren für eine Veränderung in der Gesellschaft und im sozialen Bewusstsein. Wir glauben, dass das Problem nicht nur auf nationaler Ebene liegt, sondern eine Krise des Systems ist, die sich auf europäischer und globaler Ebene auswirkt. Die Lösung muss von den vereinten Völkern kommen in Form einer neuen Demokratie.

 

Profilbild von Walter

von Walter

Von Einhörnern und der spanischen Protestbewegung 15-M

18. Mai 2013 in Blog - alle Themen

15-M ist keine gewöhnliche Protestbewegung – gerade so wie das Einhorn kein gewöhnliches Pferd ist. Vielmehr findet in Spanien ein beispielloser Prozess der sozialen Politisierung statt. So beschreibt es Amador Fernández-Savater, 15-M-Aktivist der ersten Stunde. – Eine Einschätzung aus dem Inneren der Protestbewegung anlässlich ihres zweiten Jahrestags. Übersetzung: Walter B.

mark tholander (9)

«Ein chinesischer Prosaist hat vermerkt, dass ein Einhorn, gerade weil es so sonderlich ist, unbeachtet bleiben muss. Die Augen sehen nur, was sie zu sehen gewohnt sind.» (Gorge Luis Borges)

Mai ist Prüfungszeit. Auch die Protestbewegung 15-M ist davor nicht gefeit. Der zweite Jahrestag ist für die Medien eine günstige Gelegenheit, ihr Urteil zu fällen. Ist die Bewegung noch am Leben? Was bleibt? Wächst sie oder wird sie kleiner? Und was hat sie erreicht? Es sind Augen auf sie gerichtet, die nur sehen, was sie zu sehen gewohnt sind: das Ereignis und nicht den Prozess, die Identität und nicht die Verwandlung, das Spektakuläre und nicht das Alltägliche, den Makrokosmos und nicht den Mikrokosmos, das Quantitative und nicht das Qualitative, die Ergebnisse und nicht die Wirkungen – ein klinischer Blick von aussen, der Blick Gottes auf seine Kinder. Ein Problem ist nur, dass wir diesen Blick verinnerlichen und uns seinen Normen angleichen. Deshalb protestierte letzthin eine Freundin lauthals: «Zum Teufel mit diesem Jahrestag! Wir kämpfen jeden Tag. Wir könnten diesen ebensogut am 3. Februar oder am 11. Juni begehen. Wenn die Medien uns für tot halten – umso besser! So können wir ruhiger arbeiten.»

Das Einhorn ist nicht genau ein Pferd. Ebenso sind die Bewegung 15-M[1], die Mareas[2] oder die Bewegung PAH[3] nicht soziale Bewegungen im herkömmlichen Sinn, sondern Namen und Masken, die sich ein wahrhaft aussergewöhnlicher Prozess der sozialen Politisierung selbst aufsetzt. Es ist ein und derselbe Prozess, und doch ist er immer wieder anders, in ständiger Verwandlung begriffen. Die Herausforderung besteht nicht so sehr darin, den unzähligen Lügen oder Stereotypen zu begegnen, die täglich in den Medien herumgereicht werden, sondern zu lernen, uns selbst anders zu sehen, anders zu erzählen. Die Herausforderung besteht darin, das Aussergewöhnliche, was wir vollbringen und leben, wertschätzen, benennen und vermitteln zu können.

Die Erschaffung von neuem Sinn Weiterlesen →

Profilbild von Richard

von Richard

DIE SPANIEN RETTUNG – EL RESCATE A ESPAÑA

12. Mai 2013 in Blog - alle Themen

Anfang Februar 2013 veröffentlichen spanische Bürger eine Botschaft, an uns in Deutschland lebende gerichtet. Einige Monate Später folgt eine Antwort in ähnlich er Form, aus Deutschland an alle in Spanien lebenden Menschen. Spanish people send a messege to Germans, some month later we answerd.

DIE SPANIEN RETTUNG – EL RESCATE A ESPAÑA

RE: DIE SPANIEN RETTUNG – EL RESCATE A ESPAÑA

Profilbild von Walter

von Walter

Die Zurichtung des Menschen durch den Neoliberalismus

28. April 2013 in Blog - alle Themen

Amador Fernández-Savater, kritischer Denker und Politaktivist, Verleger und Autor aus Spanien, frägt anlässlich eines New York-Aufenthalts, also gleichsam «aus der Zukunft, wo der Kapitalismus bereits ein mentaler Zustand ist», ob wir uns hier in Europa bewusst seien, dass es letztlich um eine kulturelle, anthropologische Auseinandersetzung geht, eine Auseinandersetzung um Lebensformen. – Übersetzung: Walter B.

6272514043_6476546f23_z

Ich befinde mich zusammen mit A. und V. in der Nähe des Union Square in New York. Die beiden Freunde leben schon seit einigen Jahren in den Vereinigten Staaten und arbeiten als Assistenten ohne Festanstellung an einer renommierten Universität. Sie kommen spät zu unserem Treffen und erzählen, die Schüler hätten sie mit Fragen aufgehalten. Ich: Wie gut! Offenbar interessierte Schüler. Sie: Nun ja, man weiss letztlich nie so genau, woran sie wirklich interessiert sind. Sie erzählen mir, die Verbindung zwischen Lehrer und Schüler sei an den privaten Universitäten etwas eigenartig. Dort zahlt der Schüler viel Geld – 50’000 bis 60’000 Dollar – oder hat sich stark verschuldet, um sich das Studium leisten zu können. Das Autoritätsverhältnis kehrt sich völlig um: Es sind die Schüler, die den Lehrer bewerten und von ihm eine ganz spezifische Art von Wissen verlangen: Messbar, paketiert, praktisch soll es sein. Und es darf keine Ungewissheiten enthalten. Experimentieren ist nicht gefragt, also auch kein Denken … Es ist nicht mehr so sehr ein Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler, sondern ein solches zwischen Dienstleister und Kunde, was deutliche Verzerrungen in Bildung und Wissensvermittlung zur Folge hat. Weiterlesen →

Profilbild von Richard

von Richard

Opening Salvo – Saison Eröffnung

25. Februar 2013 in Blog - alle Themen

23F Demonstration in Valencia. Photo via @acampadavlc

23F Demonstration in Valencia. Photo via @acampadavlc


[English below]

Hallo,

Der Start der revolutionären Saison wurde ein Erfolg. Gestern, am 23. Februar, demonstrierten überall in Spanien, Menschen gegen den Staatsstreich der Märkte. Das Datum war Symbolisch weil er genau 32 Jahre nach dem letzten des “coup d’état of the markets”(Staatstreich der Märkte) lag. Weiterlesen →

Profilbild von Stephan

von Stephan

Neue Protestwelle gegen Austeritätspolitik in Europa

18. Februar 2013 in Blog - alle Themen

In den letzten 14 Tagen haben wieder in zahlreichen Ländern Proteste gegen Austeritätspolitik stattgefunden.

Hier eine kleine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit, was sich in den letzten Tagen in Bulgarien, Griechenland, Irland, Portugal, Slowenien und Spanien ereignet hat.

Bulgarien

In Bulgarien protestierten heute wieder Zehntausende gegen überteuerte Stromrechnungen. Die Proteste halten schon seit acht Tagen an und erreichten heute einen neuen Höhepunkt. Zehntausende waren im ganzen Land auf der Straße und forderten den Rückritritt der Regierung und die Wiederverstaatlichung der Stromverteilungsgesellschaften.

Hier ein Video vom heutigen Protestmarsch in Sofia:

Weiterlesen →

Profilbild von Walter

von Walter

Eine Reise nach Portugal – und in die Zukunft Spaniens

21. Januar 2013 in Blog - alle Themen

Portugal ist auf seinem Weg Richtung wirtschaftlichen und sozialen Abgrund den Spaniern ein Schritt voraus. Dies stellt Rosa María Artal, spanische Journalistin und Schriftstellerin, in einem kurzen Bericht über ihre Reise nach Lissabon fest. Ihre Reise ist deshalb so etwas wie eine Reise in die Zukunft, die Spanien zu erwarten hat. Übersetzung: Walter B.

Das beliebteste Weihnachtsgeschenk war hausgemachte Konfitüre. So erzählt die Journalistin Pilar del Río, die Witwe von José Saramago. Aufmerksam und herzlich, wie die Portugiesen nun mal sind, wollten sie in diesen Tagen nicht auf ein Geschenk verzichten. Da das Geld nicht für mehr reichte, kochten sie zuhause Früchte ein. Portugal ist uns Spaniern ein Jahr voraus in der Ära der Austerität und der Sparmassnahmen. – Beide Völker sind Gefangene einer Geldgier, die keine Strafe zu befürchten hat.

Rejas_EDIIMA20130116_0539_4

Lissabon, vom Mirador de Santa Justa aus gesehen

Nein! Noch ist das Elend nicht im Zentrum von Lissabon angekommen. Es ist sogar weniger sichtbar als in Madrid. Aber die Situation wird einhellig als «sehr schlecht» beurteilt. Es werde «nichts mehr» verkauft. In den Strassen von Spaniens Hauptstadt sieht man mehr Bettler als in jenen von Lissabon. Aber auch hier gibt es sie: bei der Essensverteilung von einem Wagen aus in einer schlecht beleuchteten Strasse, im verlassenen Restaurant, nun bewohnt von jungen Hausbesetzern, im etwas entfernteren Park, wo Obdachlose ihr «Zuhause» gefunden haben. Oder etwa die in Trauer gekleidete Frau, die um Geld für eine Suppe bittet, da sie «seit zwei Tagen nichts gegessen» habe. Ich gebe ihr die übliche Summe. Und sie antwortet voller Würde und Wut: «Mit einem Euro kann ich mir keine Suppe kaufen.» Weiterlesen →

Profilbild von Ravenbird

von Ravenbird

ARTE: Gemachte Armut

2. Dezember 2012 in Blog - alle Themen

VIDEO: Gemachte Armut

Lange Zeit galt Armut in Westeuropa als überwunden; etwas, das aus den Industrieländern ein für allemal verbannt schien. Doch nun kehrt sie mit Schärfe zurück, als Folge der Umbrüche und Umstürze in der Wirtschaftswelt und dem “Umbau” des Sozialstaates. Die neoliberalen Reformen, die größere ökonomische Effektivität und größeren Wohlstand bringen sollten, haben viele Menschen in eine existenzielle Sackgasse geführt. Und das nicht nur in sogenannten Problemländern wie zum Beispiel Spanien. Dort ist die Lage besonders bedenklich. Ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos, Millionen Kinder leben in Armut oder drohen dahin abzusteigen.

Aber auch im reichen Deutschland, dem europäischen Wirtschaftswunderland, nimmt die Zahl der Armen zu, ebenso wie in Frankreich. Und nichts deutet darauf hin, dass diese Situation sich in absehbarer Zukunft zum Besseren wenden wird. Ganze Bevölkerungsgruppen fühlen sich zunehmend ausgegrenzt. Und die Armut wird “vererbt”. Das stellt auch die Gesamtgesellschaft vor ernste Herausforderungen: Denn die Kinder sollten eigentlich die Zukunft sein. Wenn diese aber in den Kreislauf von sozialer Abhängigkeit, Mutlosigkeit und Perspektivlosigkeit geraten, werden sie nicht in der Lage sein, an der Zukunft mitzuwirken.

Lourdes Picareta beschreibt und analysiert in ihrem Film die Situation in Spanien, Deutschland und Frankreich. Und lässt darin unter anderem Sozialforscher und Politikwissenschaftler zu Wort kommen, die von der “gemachten Armut” sprechen, von einer Entwicklung, die keineswegs natürlich entstanden ist und vermeidbar gewesen wäre.

Madrid: 5000 Polizisten demonstrieren – «Bürger, vergebt uns»

20. November 2012 in Blog - alle Themen

Spanische Polizisten: «Bürger, vergebt uns, dass wir nicht die festnehmen, die wirklich verantwortlich für diese Krise sind: Banker und Politiker»

Profilbild von Stephan

von Stephan

Massenproteste in Südeuropa weiten sich aus

7. Oktober 2012 in Blog - alle Themen

Während die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds immer härtere Einschnitte fordert, gewinnt der Widerstand dagegen von Woche zu Woche an Kraft. In den meisten Ländern schließen sich auch immer mehr Gewerkschaften den Protestierenden an. Überall steht jetzt die Verabschiedung der Haushalte für das kommende Jahr an und überall soll noch mehr gespart werden. In mehreren Ländern sind Generalstreiks geplant. Einige Regierungen sind bereits so stark unter Druck, dass sie ernsthaft um ihre Macht bangen müssen. Erfreulich ist auch, dass die Proteste diesmal zeitgleich parallel in mehreren Ländern stattfinden und sich immer stärker aufeinander beziehen. Im folgenden ein kleiner Rückblick auf die letzten Wochen und ein Ausblick auf das, was noch geplant ist.

Spanien

In Spanien sorgte in den letzten Tagen ein Video für große Empörung, das zeigt, dass die gewalttätigen Ausschreitungen am ersten Tag der Parlamentsumzingelung von eingeschleusten Provokateuren gestartet wurden.

Zu diesem Video erreichte uns letzte Woche folgende Beschreibung von Attac Spanien:

Weiterlesen →