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Alltagselektronik – Teil 1 ‘Netzteile’

20. November 2013 in Anleitungen & Tutorials

Alltagselektronik

von Deus Figendi

In Anbetracht dessen, dass ich gelernter Elektroniker bin dachte ich, ich könnte Menschen doch mal ein paar Kleinigkeiten beibringen, die sie in ihrem Alltag gebrauchen können. Ohne viel Fach-Palaver, einfach nur das was man sinnvollerweise wissen will. Folgende drei “Episoden” habe ich derzeit angedacht (vielleicht fällt mir ja noch was ein):

Übersicht

  • Netzteile (“Trafos”)
  • Akkus vs. Batterien
  • Überstrom-Schutz

Teil 1 “Netzteile”

Der Fall den ich dabei behandeln will ist der, dass dir ein Netzteil hochgegangen ist oder verloren gegangen oder verwechselt oder was auch immer, jedenfalls hast du ein Gerät mit einer DC-Rundbuchse:

Hohlstecker cc-by-sa by Martin Meise

Und du hast allerlei Netzteile und weißt nicht so recht welches dazu passt.

Wenn du das alte Netzteil verloren hast steht es hoffentlich auf dem Gerät, an sonsten schau auf das alte Netzteil, dort stehten allerlei Angaben, was uns interessiert ist das was bei “Sekundär” steht (gemeint ist “was kommt raus”, primär ist “was geht rein”).

Dort finden sich das Angaben über Strom (in Ampere oder Milliampere) und Spannung (in Volt) und manchmal ist dort auch die Polarität verzeichnet (also ob in dem Hohlstecker innen oder außen plus ist, in der Regel ist außen minus/null Volt und innen plus).

Netzteil

cc0 by Rrudzik

Dieser Bursche liefert z.B. 12V Spannung und 1A Strom sekundär (“Output”) genauso wie dieses Gerät. Während IKEA wohl 1,58A bei 12V liefert (wenn ich das richtig erkenne) und dort steht auch “SEC” für secondary.

Und das sind die zweieinhalb Faustregeln, die man im Alltag gebrauchen kann:

  1. Die Spannung (in Volt) muss zwischen Netzteil und Gerät übereinstimmen
  2. Der Strom (in Milliampere) des Netzteils DARF höher sein als der des Geräts
  3. Die Polaritäten müssen (in der Regel) übereinstimmen

So, das merken wir uns jetzt XD Volt muss gleich sein, Ampere darf im Netzteil höher aber auf keinen Fall niedriger sein.

Wer jetzt noch interessiert ist, hier ein paar Details:

Polarität

Die Polarität ist manchmal nicht bekannt, oft steht sie einfach nicht dran. Ich kann nicht versprechen dass das immer gut geht, aber normalerweise kann man das einfach ausprobieren ohne dass das Gerät oder das Netzteil Schaden nehmen. Wer ein Multimeter zur Hand hat kann die Polarität aber auch messen:

  • Multimeter auf Gleichstrom-Spannungsmessung (DC Voltage) einstellen auf einen Wert oberhalb der Spannung, die das Netzteil liefern soll (oft 20V) im Zweifel eins höher stellen (100V oder 200V).
  • Netzteil einstöpseln
  • Schwarze Messspitze außen an den Hohlstecker halten, die rote hinein stecken
  • Zeigt das Messgerät eine positive Spannung an ist plus innen und “Masse” außen, zeigt es eine negative Spannung ist es umgekehrt
  • Nicht wundern, wenn eine Spannung angezeigt wird, die höher ist als die Angabe auf dem Netzteil, sie sinkt ggf. wenn das Netzteil belastet wird.

Spannung

Oben schrieb ich die Spannung möge übereinstimmen zwischen Gerät und Netzteil. Eigentlich stimmt das auch, aber überraschend viele elektronische Bauteile und Geräte verzeihen kleine Abweichungen, viele Geräte haben sogar eine Spannungs-Stabilisierung, da könnte man alles zwischen sechs und fünfzehn Volt einspeisen, das Gerät braucht intern dennoch nur fünf. Netzteile haben Spannungsschwankungen, Akkus und Batterien erst Recht, darum müssen Geräte mit gewissen Schwankungen einfach zurecht kommen. Über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass man eine Abweichung der Spannung von 5% nach oben oder unten durchaus riskieren kann.

Strom

Ich schrieb der Strom, den das Netzteil liefert dürfte durchaus höher sein als der den das Gerät braucht, das Gerät wird einfach weniger Strom vom Netzteil verlangen und das wird weniger liefern. Wenn der Abstand aber sehr groß ist kann es passieren, dass das Netzteil gar nicht erst einschaltet, weil es eine Mindest-Last braucht um zu funktionieren. Einfach ausprobieren, es kann nichts passieren außer dass es nicht geht.

Auch eine Unterversorgung mit Strom ist möglich, sollte aber mit Vorsicht behandelt werden. Wenn das Netzteil ein kleines bisschen weniger Strom liefert als das Gerät eigentlich verlangt wird es wahrscheinlich auch funktionieren. In dem Fall überlastet man allerdings das Netzteil oder auch Bauteile des betriebenen Geräts. Ich wage hier mal keine %-Angabe, aber geringe Abweichungen nach unten kann man sehr kurzfristig auch mal riskieren, dabei kann das Gerät Schaden nehmen vor allem aber das Netzteil. Ich hatte aber z.B. mal einen Scanner, der wollte eigentlich 2,2A, ich hatte ein Netzteil, welches 2A lieferte… haarige Sache, aber wenn man nur 1-2 Seiten scannt und das Gerät danach wieder aus-stöpselt und so dem Netzteil Gelegenheit gibt sich zu “erhohlen” (im Wesentlichen: abkühlen), dann kann man das auch schon mal machen, kann aber schief gehen.


So ich hoffe, die zwei Sätze in fett oben kann man sich merken, dann ist einem im Alltag schon mal geholfen denke ich.

Nächstes Mal also: Akkus und Batterien


Gesamter Beitrag:  Alltagselektronik von Deus Figendi (CC BY)