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von Richard

Vom geistigen Werk zur Handelsware

23. September 2013 in Blog - alle Themen

Buchdruck im Mittelalter

Französische Druckerwerkstatt zu Beginn des 16. Jahrhunderts Bibliothèque Nationale de France, Paris

“Urheberschaft” – wie wir sie heute kennen, als individuelle intellektuell Anstrengung, um ein Buch hervorzubringen, eine Ware – war vor der Erfindung des Buchdrucks so gut wie unbekannt. Die Gelehrten des Mittelalters legten keinen Wert auf die genaue Identität der „Bücher“, die sie lasen. Ebenso signierten sie selten ihre eigenen Werke. Sie waren bescheidene Arbeiter. N einen Text zu gelangen war häufig eine langwierige Angelegenheit. Viele kleine Schriften wurden in großen Bänden vermischten Inhalts überliefert, wie Notizen auf einem Schmierblock, so das die Urheberschaft oft verloren ging.

Die Erfindung des Buchdrucks beendete die Anonymität und führte zum Traum von literarischem Ruhm und zur Konvention, geistige Anstrengung als Privatbesitz zu betrachten. Durch mechanische Vervielfältigung desselben Textes einstand die Öffentlichkeit – eine lesende Öffentlichkeit. Mit dem Aufstieg der Konsumgesellschaft erhielt der Schutz von Marken vor Diebstahl und Piraterie eine immer größere Bedeutung die Idee des Copyright – “das exklusive Recht, Inhalt und Form von Werken der Literatur und Kunst zu vervielfältigten, veröffentlichen und verkaufen” – war geboren.

Zitat aus McLuhan “Das Medium ist die Massage” erschienen im Jahr 1967