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von julia5

“Hier reden ja fast nur Männer!” Echte Demokratie umsetzen auf den Asambleas!

18. Oktober 2011 in Anleitungen & Tutorials

“HIER REDEN JA FAST NUR MÄNNER!” ECHTE DEMOKRATIE UMSETZEN AUF DEN ASAMBLEAS!

Wenn wir eine andere, eine echte Demokratie wollen, müssen wir bei uns anfangen! Wir müssen dafür kämpfen, dass sich alle gleich gut wohlführen, sich beteiligen können und gehört werden bei den Versammlungen. Unabhängig von Geschlecht, Klasse/Schicht, Sexualität, Sprache, Herkunft und „Rasse“. Nur so können wir eine echte Demokratie entwickeln und leben. Auf den Asambleas reden im Moment aber vor allem Männer.

Warum ist das so? Manche Menschen wurden dazu erzogen und durch Vorbilder in Filmen, Büchern, Parteien etc. ermutigt, ganz selbstverständlich die Stimme zu erheben, vor großen Gruppen zu sprechen und Raum und Redezeit für sich zu beanspruchen. Das gilt vor allem für Männer, insbesondere für weiße Männer aus dem Bildungsbürgertum/der Mittel-/Oberschicht. Der Grund liegt also in den ungleichen Machtverhältnissen in der Gesellschaft.

Was ist die Folge? Wenn auf den Asambleas vor allem Männer sprechen, bedeutet das, dass vor allem Männer über Ziele, Aktionsformen, Strategien usw. entscheiden. Damit tragen wir die ungleichen Machverhältnisse in der Gesellschaft in unsere Asambleas hinein. Frauen und Transpersonen fühlen sich in der Folge unwohl und machtlos.

WAS TUN? 

Hier findet ihr einige erste Vorschläge, wie sich die Dominanz von Männern bei den Asambleas verhindern lässt. Lasst und gemeinsam daran arbeiten, die Asambleas zu einem Ort zu machen, er für alle funktioniert! Entscheidet bei den Vorschlägen jeweils selbst, was auf euch zutrifft, wovon ihr euch angesprochen fühlt udn womit ihr arbeiten wollt und könnt.

  • Haltet euch zurück! Wenn ihr euch bereits einmal oder mehrmals geäußert habt auf einer Asamblea, haltet euch etwas zurück und wartet ab, ob es weitere Meldungen gibt. Die Meinung aller anderen Leute ist ebenso wichtig wie eure. Es ist auch Aufgabe der Männer, dafür zu Sorgen, dass sich Frauen gleichermaßen beteiligen können und wollen.
  • Seid aufmerksam! Häufig kommen diejenigen zu Wort, die am lautesten auf sich aufmerksam machen. Es ist die Aufgabe aller, darauf zu achten, dass das nicht so ist. Dabei hilft es, wenn wir uns bei den Versammlungen ruhig verhalten, aufmerksam sind und Personen in ihrem Redewunsch unterstützen, die nicht so laut rufen können oder wollen.
  • Unterstützt euch gegenseitig! Wenn ihr etwas sagen möchtet, aber nicht gehört werdet, bittet eine_n Nachbar_in, Freund_in, Bekannte_n, euch zu unterstützen. Redet mit anderen über euer Unbehagen, euch zu Wort zu melden und macht euch gegenseitig Mut!
  • Abwechseln 1! Bei einer moderierten Asamblea können die Moderator_innen immer abwechselnd einer Frau und einem Mann das Wort erteilen. Stellt diesen Vorschlag zur Diskussion bei Asambleas und fordert ihn ein, wenn ihr merkt, dass Frauen kaum zu Wort kommen. Dieses Verfahren führt meißtens auch dazu, dass sich mehr Frauen melden.
  • Abwechseln 2! Wenn sich viele Personen gleichzeitig zu Wort melden, können alle und können die Moderator_innen darauf achten, dass zuerst Frauen und generell diejenigen zu Wort kommen, die noch nichts/wenig gesagt haben.

Hier gibt es einen Artikel vom feministisches Blog MÄDCHENMANNSCHAFT, der sich mit Sexismus und Rassismus in den Occupy-Bewegungen beschäftigt: http://maedchenmannschaft.net/solidaritaet-aber-bitte-ohne-sexismus-ein-paar-gedanken-zur-occupy-bewegung/

Weitere Infos zu feministischen Interventionen gibts z.B. in dieser Linkliste: http://www.attac-netzwerk.de/gender-ag/finanzmaerkte-und-oekonomie/democracia-real-protestbewegungen/