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von Walter

Von Einhörnern und der spanischen Protestbewegung 15-M

18. Mai 2013 in Blog - alle Themen

15-M ist keine gewöhnliche Protestbewegung – gerade so wie das Einhorn kein gewöhnliches Pferd ist. Vielmehr findet in Spanien ein beispielloser Prozess der sozialen Politisierung statt. So beschreibt es Amador Fernández-Savater, 15-M-Aktivist der ersten Stunde. – Eine Einschätzung aus dem Inneren der Protestbewegung anlässlich ihres zweiten Jahrestags. Übersetzung: Walter B.

mark tholander (9)

«Ein chinesischer Prosaist hat vermerkt, dass ein Einhorn, gerade weil es so sonderlich ist, unbeachtet bleiben muss. Die Augen sehen nur, was sie zu sehen gewohnt sind.» (Gorge Luis Borges)

Mai ist Prüfungszeit. Auch die Protestbewegung 15-M ist davor nicht gefeit. Der zweite Jahrestag ist für die Medien eine günstige Gelegenheit, ihr Urteil zu fällen. Ist die Bewegung noch am Leben? Was bleibt? Wächst sie oder wird sie kleiner? Und was hat sie erreicht? Es sind Augen auf sie gerichtet, die nur sehen, was sie zu sehen gewohnt sind: das Ereignis und nicht den Prozess, die Identität und nicht die Verwandlung, das Spektakuläre und nicht das Alltägliche, den Makrokosmos und nicht den Mikrokosmos, das Quantitative und nicht das Qualitative, die Ergebnisse und nicht die Wirkungen – ein klinischer Blick von aussen, der Blick Gottes auf seine Kinder. Ein Problem ist nur, dass wir diesen Blick verinnerlichen und uns seinen Normen angleichen. Deshalb protestierte letzthin eine Freundin lauthals: «Zum Teufel mit diesem Jahrestag! Wir kämpfen jeden Tag. Wir könnten diesen ebensogut am 3. Februar oder am 11. Juni begehen. Wenn die Medien uns für tot halten – umso besser! So können wir ruhiger arbeiten.»

Das Einhorn ist nicht genau ein Pferd. Ebenso sind die Bewegung 15-M[1], die Mareas[2] oder die Bewegung PAH[3] nicht soziale Bewegungen im herkömmlichen Sinn, sondern Namen und Masken, die sich ein wahrhaft aussergewöhnlicher Prozess der sozialen Politisierung selbst aufsetzt. Es ist ein und derselbe Prozess, und doch ist er immer wieder anders, in ständiger Verwandlung begriffen. Die Herausforderung besteht nicht so sehr darin, den unzähligen Lügen oder Stereotypen zu begegnen, die täglich in den Medien herumgereicht werden, sondern zu lernen, uns selbst anders zu sehen, anders zu erzählen. Die Herausforderung besteht darin, das Aussergewöhnliche, was wir vollbringen und leben, wertschätzen, benennen und vermitteln zu können.

Die Erschaffung von neuem Sinn Weiterlesen →

Bundesweite Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen bei Fotojournalisten 9. Februar 2013

9. Februar 2013 in Blog - alle Themen

Block­u­py ver­ur­teilt Grund­rechts­ver­let­zung als Ein­schüch­te­rungs­ver­such Pres­se­mit­tei­lung – Block­u­py Frank­furt – 6. Fe­bru­ar 2013

Am frü­hen Mor­gen des heu­ti­gen Mitt­woch haben Be­am­ten min­des­tens zehn Wohn- und Ar­beits­räu­me von Fo­to­jour­na­lis­ten in Ber­lin, Bran­den­burg, Nord­rhein-​West­fa­len, Hes­sen und Ba­den-​Würt­tem­berg zeit­gleich durch­sucht. Dabei be­schlag­nahm­ten sie zahl­rei­che Com­pu­ter und Spei­cher­me­di­en sowie Fo­to­aus­rüs­tung, in Frei­burg wur­den auch ein Mo­bil­te­le­fon und Druck­sa­chen be­schlag­nahmt. Laut Durch­su­chungs­be­schluss wer­den die Fo­to­jour­na­lis­ten nicht selbst einer Straf­tat ver­däch­tigt oder be­schul­digt. Viel­mehr hofft die Frank­fur­ter Staats­an­walt­schaft, Be­wei­se für un­ter­stell­te Straf­ta­ten von Teil­neh­mern einer De­mons­tra­ti­on am 31. März in Frank­furt zu fin­den. Weiterlesen →

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Europaweite Vernetzung der Empörten: Ein Gebot der Stunde

20. Juni 2012 in Blog - alle Themen

An einer bis auf den letzten Platz besetzten zweitägigen Konferenz trafen sich Anfang Mai in Brüssel rund 250 AktivistInnen aus allen EU-Mitgliedsstaaten sowie GewerkschafterInnen, UmweltschützerInnen, ÖkonomInnen und empörter BürgerInnen, um über das Thema «EU in der Krise: Analysen, Widerstand und Alternativen zu einem Europa der Konzerne» zu diskutieren. Eine der Früchte dieser Konferenz sind eine Reihe von Vorschlägen, was Ziele und Inhalte einer gesamteuropäischen sozialen Bewegung sein könnten. – Hier eine Kurzfassung dieser Vorschläge.

  • – Demokratisierung der Finanzindustrie: Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) interveniert, um die in Not geratenen Banken zu retten, so muss die Verwaltung der betroffenen Banken in der Folge einer demokratischen Kontrolle unterworfen werden. Ferner soll die EZB auch bei den in Not geratenen Staaten intervenieren, indem sie mit Darlehen als Rettungsanker auftritt.
  • Wechselseitigkeit der Prozesse: Wenn man Staaten unter Sanktionsandrohung dazu zwingt, ihr Handelbilanzdefizit zu beseitigen, so müssen aus demselben Grund Staaten dazu gezwungen werden können, ihren innereuropäischen Handelbilanzüberschuss zu beseitigen. Denn dies ist die andere Seite derselben Medaille. Der Handelbilanzüberschuss Deutschlands entwickelte sich in verblüffender Art symmetrisch zum entsprechenden Defizit von Spanien, Portugal und Griechenland. Das heisst: Deutschlands Wirtschaftswachstum war nur Dank der Verarmung der südlichen EU-Länder möglich.
  • Der Ursprung der Krise: Die Staatsdefizite sind nicht die Ursache, sondern die Folge der aktuellen Krise, weshalb die Wirtschaftspolitik ihren Fokus auf die allseits bekannten Ursachen richten muss: die Deregulierung, die Monetarisierung und die fehlende Nachhaltigkeit unseres auf Konsum und Ausbeutung basierenden sozioökonomischen Modells. Weiterlesen →
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Stil der politischen Auseinandersetzung in Griechenland und Solikundgebung mit Griechenland

7. Juni 2012 in Blog - alle Themen

Wer sich ein Bild davon machen will, auf welchem Niveau mittlerweile Teile der politischen Auseinandersetzung in Griechenland angekommen
sind, seit die Neonazi-Partei Chryssi Avgi bei den letzten Wahlen den Einzug ins Parlament schaffte, dem sei folgender Stern Artikel
empfohlen, der schildert, wie heute ein Abgeordneter dieser Partei zwei Frauen von Syriza und KKE live in einer Talkshow tätlich angriff.

Youtube hat ein Video, das den Ausschnitt der Talkshow zeigt, mittlerweile vom Netz genommen, bei keeptalkinggreece,com findet man aber noch eine Verlinkung zu Daily Motion, wo man sich selbst ein Bild davon machen kann:

Diese Zustände in Griechenland sind auch Folge der Politik von deutscher Bundesregierung und Troika gegenüber Griechenland.

Kommt daher alle zur Kundgebung am Mittwoch, dem 13. Juni um 17:00 Uhr vor dem Kanzleramt, zu der bereits ein spektren-übergreifendes Berliner Bündnis von Attac, Berliner IL-Gruppen und Gruppen aus der Berliner M 31-Vernetzung sowie Real Democracy Now! Berlin – Griechenland mobilisiert.

Hier könnt Ihr mithelfen, die Veranstaltung auf Facebook zu bewerben.

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Letzten Samstag in Düsseldorf

11. März 2012 in Blog - alle Themen

Occupy Düsseldorf organisierte am Wochenende wieder eine Solidaritätsdemo mit Griechenland, bei der auch die Berichterstattung über die Dankesbilder vom Syntagma-Platz bei einer Kundgebung vor dem regionalen Büro der Süddeutschen Zeitung ausführlich gewürdigt wurde.

Mehr Videos von der Demo gibt es bei youtube: Weiterlesen →

Mutige Redner gesucht

25. Januar 2012 in Blog - alle Themen

Sehr geehrte Damen und Herren,

für ZDFinfo produziert das ZDF eine wöchentliche Sendung für politisch interessierte Zuschauer.

Hierfür möchten wir Occupy Berlin gerne Freikarten anbieten.

Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie unser Angebot an interessierte Personen weiterleiten würden:

log in ist anders: interaktiv, crossmedial und jung. Denn bei dieser Talkshow stellt der Zuschauer die Fragen – und zwei Gäste aus der Politik müssen in der Sendung antworten. Vor der Sendung werden Fragen und Meinungen gesammelt, über eine gemeinsame Seite von ZDF und StudiVZ sowie bei Facebook und Twitter. Die Antworten gibt es dann bei log in – jeden Mittwoch um 21.00 Uhr.

Erst wachsen, dann platzen – mit dem Kapitalismus in den Bankrott?
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