#dutschke Artikel schreiben

Radikal friedlich…!

29. Oktober 2012 in Blog - alle Themen

Offener Brief an Michael Jäger:

Bezugnehmend auf den Artikel: http://www.freitag.de/autoren/michael-jaeger/die-kunst-der-provokation und insbesondere die Aussagen am Anfang: “Da der Irrsinn der Finanzmärkte und einer Politik, die sich ihnen anpasst, einfach immer weiterläuft und auch die Occupy-Bewegung nicht geholfen hat, ist der Ruf nach einer irgendwie stärkeren Form von Widerstand nur zu verständlich. Und was wäre stärker als „die Gewalt“? Es klingt plausibel: Occupy war zu nett – Revolutionen pflegen gewaltsam zu sein, und um endlich etwas zu ändern, wird man um eine Art Revolution nicht herumkommen.”

Dazu möchte ich Folgendes zu bedenken geben:

Erstens gab es gewaltfreie oder besser friedliche Revolutionen in der jüngeren Geschichte der Menschheit: Gandhis Kampf mit friedlichen Mitteln (1915-1947) für Indiens Unabhängigkeit, die Nelkenrevolution 1974 in Portugal und die friedlichen Massenkundgebungen in der DDR 1989 sowie die revolutionäre Arbeit des Neues Forums / Bündnis 90 (“Der Dritte Weg”) sind nur einige Beispiel für den bewussten Verzicht auf Gewalt und dem strategischen Festhalten an der Friedfertigkeit.

Ziviler Ungehorsam durch friedliche Aktions- und Protestformen ist auch der #occupy Weg und schafft damit ein effektives und langfristiges sowie unzerstörbares Fundament für die Revolution.

Zweitens: die #acampada #occupy #globalchange Bewegung ist ein Prozess, der von vielen noch immer nicht in seiner Tiefe verstanden wurde. Allein die Idee des Dialoges und des Konsens sowie die Form der Asamblea können *Welten bewegen* – wenn wir konsequent auch an uns selbst arbeiten. Im Sinne von Rudi Dutschke: “Revolution ist nicht eine Sache von Tagen, wo geschossen wird und Auseinandersetzungen stattfinden. Revolution ist ein langer, langandauernder Marsch und Prozeß um die Schaffung von neuen Menschen…”

Drittens: diese #globalchange Revolution funktioniert nicht, wie alle anderen gesellschaftlichen Umwälzugsprozesse zuvor – diese Revolutionäre Bewegung “Eine andere Welt ist möglich” agiert u.a. dezentral, kooperativ nach dem Resonanzprinzip und der Idee der freien Individualität / Souveränität jedes Menschen – sowie der Lösungsorientierung.

Es zählen eben nicht mehr die alten bestehenden brüchigen *Konzepte* und *Muster* in den Köpfen der egoistischen Menschen. Ismen, Macht, Geld oder elitäres Wissen sind nicht mehr relevant in dieser Revolution.

Alle Menschen, die sich dem #globalchange anschließen sind verbunden durch gemeinsame Werte: Wahrhaftigkeit, Transparenz, Empathie, Lebendigkeit, Kreativität, Respekt und… letztendlich durch die “Goldenen Regel” im Nukleus bzw. letztendlich durch die Liebe (ja ich ahne es schon, bei diesem Wort werden einige wieder reagieren…).

Ich hoffe, meine Gedanken mögen auch andere inspirieren, die “ausgetretenden Pfade” zu verlassen und sich selbst neu zu entdecken. Dann beginnt Revolution. Egal wo und wie.
Herzlich revolutionäre Grüße,
Florian Zacharias Raffel

 
Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Nelkenrevolution

http://occupyberlin.info/blog/2012/10/29/an-diesem-kampf-habt-ihr-weiterzuarbeiten/