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von ari

Kritik -Change the world how you like-

14. Mai 2012 in Blog - alle Themen

Wie treffen wir Entscheidungen und handeln?

Aus meiner Erfahrung und Einschätzung kümmern sich zu viele um einen kleinen Raum, z.B. Raum in der Biennale. Jeder darf mitentscheiden Kritiken äußern und Vetos aussprechen. Wenn man in der einen Asamblea mal auf einen Nenner gekommen ist, scheint sich in den Folgetagen niemand mehr dafür verantwortlich zu fühlen. Man denkt immer die anderen, welche nicht mit entschieden haben, müssen auch grünes Licht dafür geben, ansonsten übergeht man den einen oder anderen. Die Folge ist, dass nichts passiert und alle in dem Wirrwarrbrei, von nicht wissen was als nächstes passiert, herum schwimmen.
Mein derzeitiges Fazit ist, dass sich zu viele um einen zu kleinen Rahmen kümmern, daher sich niemand effektiv dafür verantwortlich fühlt, dem ganzen keine Struktur gibt und nichts passiert. Ich plädiere generell für kleinere Gruppen, in den verschiedenen Bereichen, welche schneller und zielgerichteter Ideen umsetzen können.

Genauso schien mir 12M im Bezug auf den Verlauf der Demo auf dem Alexanderplatz und Neptunbrunnen. Viele fragten sich wie es weitergehe, ob man nun mit einer Asamblea beginne oder ob doch noch der ein oder andere erstmal seinen Redebeitrag halten solle. In meinen Augen war alles sehr unentschlossen. An diesem Punkt kritisiere ich mich genauso wie alle, die gestern vor Ort waren. Wo ist die Eigeninitiative?
Verlassen wir uns auf andere oder machen wir es selbst? Wie autonom willst du/ich sein, um über dich/mich und dein/mein Leben zu entscheiden?
Noch ein paar Worte an die Macher: Ich freue mich, dass ihr eure ganze Energie in die Organisation gesteckt und 12M Demo ermöglicht habt. DANKE, dass will ich euch auf jeden Fall sagen.

Wollen wir Inhalte? Wollen wir einen politischen Diskurs?

Was ich in den letzten Tagen und Wochen zunehmend erlebe spiegelt stark die gesellschaftlichen Strukturen wieder. Wir sind planlos und unstrukturiert und alles andere als autonom. Seit circa 2 Wochen versuchen wir in Asambleas erstmal zu klären wie der Raum in den Kunstwerken genutzt und wie er folgend umgestaltet werden soll. Rotierend kreisen wir um die Planung und Konzeption von Hüllen, ohne sie mit Inhalten zu füllen. Versteht mich nicht falsch, Inhalte sind vorhanden, manchmal sogar auch mit Tiefgang. Aber eigentlich begnügen wir uns die Themen nur an der Oberfläche an zu kratzen und ein bisschen die oberen Schichten des Themenbreis an zu rühren.
Als eine Basis und Austauschplattform von Ideen und Informationen sollte der Raum im Zuge der Biennale genutzt werden. Was tatsächlich passiert ist, dass wir den ganzen Tag reden, aber eigentlich nicht wirklich miteinander reden. Ich kenne euch nicht, euere politische Motivation, beispielsweise euer Verständnis von “Echter Demokratie Jetzt”, eure Fähigkeiten und Stärken.
Nochmals ein paar Worte an die Macher: Ich freue mich, auch hier, dass ihr so viel Kraft in die Organisation steckt und den Raum ermöglicht. DANKE!

Was passiert? Welches sind die konkreten Zielsetzungen?
Worauf legen wir unseren Fokus?

Wir wollen die Welt verändern. Ja aber wie? Wollen wir eine Demo nach der anderen organisieren, um vielleicht noch den einen oder anderen mit den Botschaften zu erreichen und ihn zur Aktion zu bewegen? Wie ich die Sache sehe, müssten wir viel mehr konkretere Themen wie beispielsweise Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Privatisierung, Gentrifizierung, Arbeitszeit und Lohnverhältnis, Grundeinkommen ect., welche u.a. einen direkten Bezug zu Berlin haben, mit ins Boot holen.

Das eine geht nicht ohne das andere. Auf der einen Seite die Mobilisierung zu Demonstrationen und Organisation, um seine Empörung und Wut über bestehende Probleme in die Welt zu tragen, auf der anderen Seite diesem System den Rücken zu zu kehren, durch den Aufbau von Äquivalenten.

Wenn wir Alternativen hier in Berlin aufbauen wollen, dann sollten wir mehr darüber sprechen was bereits vorhanden ist und versuchen “Zeitaustauschsysteme” und andere “Austauschsysteme” zu nutzen, oder etwas eigenes auf zu bauen. Zum Beispiel Wohnprojekte zu starten, Kooperationen auf zu bauen, in dem die Bewohner eines Hauses ein paar Bauern aus der Umgebung suchen und diesen bezahlen, um dann mit Nahrungsmittel versorgt zu werden. Es gibt noch viele weitere Ideen, welche es sich lohnt aus zu tauschen. Um so etwas auf zu bauen, sollten wir uns kennenlernen, damit wir wissen was unsere Fähigkeiten sind und in welcher Form unsere Ideale miteinander übereinstimmen.
Ich plädiere für konkrete kleinere Ziele und Fokussierung, als die mit der menschlichen Psyche irgendwann nicht mehr aus zu haltende Überfrachtung und Überladung von versucht allen Problemen dieser Welt.

Welche Forderungen?

:) Ich will ein Haus in und um Berlin, um eine länger fristigere Basis zu haben. Eine Revolution findet meiner Meinung nach nicht von heut auf morgen statt und gerade deshalb sollten wir uns auf eine nächste Forderung einigen, nämlich ein Haus in Berlin und ein Haus außerhalb von Berlin, mit viel Grund und Boden, der nach dem Permakulturprinzip ein Stück weit die “Bewegung” ernährt.

:) …..

Wer sind wir?
Jeder der sich angesprochen fühlt ;)