AG Presse Artikel schreiben

nach der campräumung und die rolle von ******

13. Januar 2012 in Blog - alle Themen

 

+++Nachtrag zur Campräumung / Manöverkritik bzw. Kritik an *******’s Rolle+++die zunehmende Wahrnehmung von Occupy in Verbindung mit der Piratenpartei++++Text etwas lang geworden, aber für die Zeitgeplagten: Der Tenor steht hier gleich im ersten Satz+++

 

Vorab: Da zur Demo am 15. Januar sicher wieder Anfragen der Presse eintreffen werden, rege ich dringend und aktuell an, dass auch die anderen vom Presseteam (wer ist das denn überhaupt alles?) sich mal positionieren und nicht die öffentliche Interpretation unserer Bewegung einem erklärten Partei-Lobbyisten wie ******* überlassen!

 

I.)  Also was sich zunehmend abzeichnete und ich mit ebenso zunehmenden Erstaunen hinsichtlich der Leidensbereitschaft vieler beobachtete, war die meines Erachtens nicht funktionierende Trennung  (es sei denn man betrachtet Schizophrenie als Tugend und von Occupy als zu pflegende Zielvorgabe)  unseres erklärten Kampfes gegen das Parteiensystem und der gleichzeitig nach aussen dokumentierten Nähe zu der Piraten-Partei. Ich bin auch ganz gut vernetzt und bekomme sehr gut mit, dass dieser vermeintliche Umstand leider zunehmend so auch wahrgenommen wird. Das schadet der GLAUBWÜRDIGKEIT von Echte Demokratie JETZT!, aCAMPada Berlin, Occupy, Global Change, Alex11 etc./ Auch die Presse googelt natürlich Indiana Goof als engagierter und prominenter Vertreter der Partei „Die Piraten“ und macht sich so seine Gedanken über den von Ihnen stets als „Occupy-Sprecher“ oder „Camp-Sprecher“ benannten Wortführer (wollten wir überhaupt einen haben?!). Auch kein Wunder: …fast in jeder neuen Woche, so schien es mir, war er Sprecher in einer weiteren AG, die er entweder dominant und führend übernahm oder der Einfachheit gleich selber gründete, so diese denn geeignet schienen, möglichst wesentlich Einflusss auf die Bewegung und deren Zielrichtung auszuüben.

 

AG BIMA, AG Recht, AG Presse, AG Polizei, AG Strategie, AG Medien, AG Haus der  Statistik, AG Politik/ ob Einladung von Occupy bei dem dem Piraten geführten BVV-Ausschuss „Transparenz“ im Rathaus oder Diskussionen via „PIRATENPAD“ (was mir gar nicht gefällt!).

 

II.)

 

Aber auch die lähmende absurde Vereins-Diskussion, die ******* sehr gezielt 1 Tag vor Ablauf des BIMA-Ultimatums zur Gründungsversammlung hierzu einberief und dass er Tags zuvor sich zwar mit dem führenden BIMA-Leiter Leide nach eigenen Worten zwar eine Stunde über einige Büroräume im Parterre (weil man da „besser politisch arbeiten“ könne…) im HdS am Alex als Tausch für das Camp unterhielt, aber nicht über die drohende Räumung… ist bezeichnend!  In den da ineinanderfliessenden Asambleas musste ich 3 ½ Std. trotz Terminnot warten, bis ich wenigstens den formalen minimalistischen Widerspruch gegen das Räumungsersuchen der BIMA vorstellen und absegnen lassen konnte, weil Klarabella Kuh die Versammlungen mit rd. 35 (fünfunddreissig!!) Wortbeiträgen beherrschte (und da ich später kam und auch eher ging waren es sicher sogar noch mehr!) – und das obwohl ich ihn zuvor telefonisch informierte (und auch von SEINEM Verein abriet!) sowie auch die Wichtigkeit des Widerspruchs erläuterte (und ich ihm den auch gleich zumailte), umschiffte er stundenlang bei der Asamblea diesen Punkt. Wenigstens unterliess er erst mal seine Vereinsgründung.

 

Jedenfalls dominiert er meines Erachtens zunehemnd fast alle Asambleas/ Als Trainer für Schauspielunterricht und als professioneller Workshopleiter (seine manipulativen und eloquenten Fähigkeiten und seine bestimmende Art in den Assambleas kommen entsprechend stets wiederkehrend zum Ausdruck) weiss ******** genau seine Sicht der Dinge durchzudrücken.  Permanent  und penetrant drängt er sich in beinahe alles rein und drängt ebenso andere, die sich noch in der Bewegung finden müssen (!!), gleich lehrbuchhaft im vornhinein zur Seite.

 

Der engagierte Partei-Soldat ********** weiss sehr genau, wie er sukzessiv und  sehr zielgerichtet die Bewegung immer ein Stückchen mehr (zwei Schritte vor, und bei Kritik kurze devote Entschuldigung mit dem geschulten Gestus der betroffenen Niedergeschlagenheit mit einem Schritt zurück und dann sofort wieder zwei vor) in seine Richtung und in Richtung Partei und Verein und Hierarchiestrukturen  zu drängen hat. Defacto gibt es mit ihm da schon eine informelle Hierachie, da er sich mit Geduld und Raffinesse die Rolle der scheinbaren UNERSETZLICHKEIT erarbeitet hat.

 

Aus einer schleichender Übernahme ist meines Erachtens inzwischen eine offene Übernahme geworden. Kaum einer scheint zu merken, dass der „Kaiser keine Kleider hat“, sondern seine Kleider, sein Profil, seine Leute für die Partei hier bei Occupy sucht. Die Hoffnung vieler, die er regelmässig streut, sich alsbald zurücknehmen zu wollen, werden nicht erfüllt werden.

 

III.)

 

Wer Verantwortung für uns alle als offenkundiger Single-Sprecher an sich reisst, sollte diese dann auch in unserem Interesse vertreten können und wollen (!) und nicht seiner Eitelkeit und wie zuletzt bei der Räumung auch nicht den Schulterklpfern durch BImA und der Polizei opfern.

 

So war allenthalben (leider auch überregional!) zu lesen, dass die Occupisten (allerdings bislang nur in BERLIN!)  „aus Respekt“ vor der Exekutive („der Polizei“) unseres Staatssystems, „freiwillig“ und ohne Widerspruch das CAMP selbst räumen.

 

Entsprechend war die Anerkennung von dem für die Räumung zuständigen Personen: Polizeiführer Hartwich lässt nach Räumungsende von Beamten die Panzerknacker  suchen, um ihm mit einem offenbar aufrichtigen Lächeln und einem gewinnenden Handschlag „Danke für die Kooperation“ zu sagen und seine Kollegin Kuszak von der BImA haucht etwas abgewandelt noch zwei Tage später erleichert „Danke für die Zusammenarbeit“.

 

Ich wünschte, die Menschen, die sich für das Camp (ausserhalb und innerhalb) so unglaublich (!) engagiert haben (mit Zeit, Arbeit, Material, Geld, Durchhaltewillen), hätten auch öffentlich ebenso viel Respekt ausgedrückt bekommen und wären am Ende genauso zufrieden gewesen wie Polizei und BImA! …vor allem aber, dass die Occupisten nicht klatschnass (mit ein paar Habseligkeiten im Arm) und gedemütigt durch die Rechtsbeugung des Staates, sondern aufrecht vom Ort der „ungeteilten Macht“ (zw. Exekutive und Immobilienbesitzwahrer zugunsten eines privaten Baukonsortiums)  hätten von dannen ziehen können.

 

Das betonte Herausheben der Friedfertigkeit (nicht der angeblichen Freiwilligkeit, die nun Occupy auch noch die Rechtsposition, lies die Möglichkeit noch im nach hinein nimmt, sich juristisch wehren!!) gegen diese offensichtliche mutmasslich illegale Räumung durch den Apparat, hätte durchaus eine Berechtigung gehabt, durch unseren „Sprecher“ deutlich gemacht zu werden.

 

IV.)

 

Die öffentliche Präsenz und Inszenierung des Bürgerprotestes sollte eigentlich ein Element der „Empörten“ sein. Das bestimmende Moment der Bewegung ist die Friedfertigkeit und die Gewaltlosigkeit, aber auch der unbedingte zivile Ungehorsam, was ja unseren Protest erst ausmacht. Eine höfliche Anfrage, ob das System (nach einem vorausgegangenen „Dialog“ natürlich)hilfsweise nach einem für ******* typischen endlos langen Lamentierens)  genauso „freiwillig“ auf das Ausplündern unseres Gemeinwesens verzichten würde, dürfte wohl kaum von Erfolg gekrönt sein; ja selbst das symbolhafte Aufstellen kleiner Plastikzeltchen bei Demonstrationen und Protestaktionen wird erfahrungsgemäss regelmässig von einem Aufgebot (in Hundertschaften zu zählenden) behelmter Aktivisten des Systems (die sich diesem lebenslang verpflichtet fühlen und dafür den staatlichen Ehrensold  im Range eines „Beamten“ erhalten) begleitet und brachial mit zahlreichen Verletzten auf Seiten der Friedfertigen unterbunden.

 

Deshalb hätte ich mir keine devote Haltung mit wechselnden Freundschaftbekundungen zur BIMA und der zwecks „staatlicher Gewalt“bereitschaft vom (Immobilien-)Kapital herbeigeorderten Polizei gewünscht, sondern wenigstens eine verbale Empörtheit, die sowohl dem Presse- und Blogleser und Bürger, als auch unseren Unterstützern im In- und Ausland UND vielleicht auch den „staatlichen Organen“ deutlich gemacht hätte, dass wir keine piratenähnliche Spaßpartei sind. EDJ, aCampada, Global Change und OCCUPY sind  inzwischen bislang eine insgesamt nun ernstzunehmende Bewegung geworden, die  staatlicher Willkür NICHT IM VORAUSEILENDEN GEHORSAM gleich „aus Respekt“ huldigt,  weil Polizisten, Politiker, Lobbyisten, Banker, Spekulanten, (also dann auch gleich Waffenhändler, Drogendealer, Vergewaltiger und Diktatoren??) ja  allesamt „auch nur Menschen“ sind. Wir sollten unsere Positionen klarstellen und deutlich machen, dass wir das gegenwärtige System hinterfragen und wir unser Recht auf EMPÖRTHEIT und öffentlicher Präsenz (auf einem, mehreren oder allen öffentlichen Plätzen!) notfalls auch durch (zivilen und friedlichen) Ungehorsam durchsetzen werden. Ein öffentlich verbal geäusserter mutmasslicher eigenmächtiger Positions- und Richtungswechsel durch ********* öffentlichkeitswirksam formuliert, ist mehr als ein „Fehler“; diese Art und Hinwendung entspricht seinem politischen Selbstverständnis und ist einfach unakzeptabel und dient nicht der Bewegung, sondern wohl eher seiner Parteikarriere und der noch wirr daher kommenden Piraten-Partei, die in und bei uns ihre Klientel sucht oder finden will…

 

V.)

 

Deshalb würde ich es aus aktuellem Anlass begrüssen, wenn ********* (aber künftig auch kein anderer Parteiaktivist, gleich welcher Partei auch immer!!) uns nach aussen NICHT mehr „vertritt“. Ich gebe zu bedenken, dass wir genügend Talente haben, die das Bewusstsein unserer Bewegung meines Erachtens besser verinnerlicht haben, aber vielleicht noch nicht so eloquent sind (das macht nichts!). Ergänzend würde ich hinsichtlich aller Personen, die für die Bewegung öffentlich (NACH ABSPRACHE!) für alle sprechen wollen, ein monatliches Rotationsverfahren anregen. Das Argument, dass sich Presse oder potentielle Verhandlungspartner eine  personelle Kontinuität wünschen, trifft nicht. Jedenfalls nicht bei uns. Aber selbstverständlich kann und soll jeder natürlich sich auch alleine (aber nur für sich!) öffentlich äussern können. Also bitte die allseits gepflegte Harmoniesüchtigkeit (und wohl auch Bequemlichkeit) etwas ablegen und statt Parteiprofis das Feld zu überlassen, bitte auch etwas mehr Eigenverantwortung an den Tag legen. So sehe ich das. Erich Stanke