Kiezspaziergang zu Orten von Mieter_innenverdrängung und -widerstand in Friedrichshain

Wann: 24 Apr 2013 18:00 - 20:00

Wo:
Google Maps

Profilbild von Richard

 

24.4.2013 Kiezspaziergang zu Orten von Mieter_innenverdrängung und -widerstand in Friedrichshain
Treffpunkt: 18 Uhr S/U-Bahnhof Frankfurter Allee
Abschluss: 20 Uhr, Boxhagener Platz, Videokundgebung.

Wer mit wachen Augen durch Friedrichshain geht, wird es merken. Die Zahl der Baustellen hat zugenommen. Meistens informieren Hinweisschilder gleich noch, wo sich Interessent_innen von Eigentumswohnungen hinwenden können, wenn sie hier investieren wollen. Menschen mit geringen Einkommen hingegen müssen sich auch in Friedrichshain zunehmend fragen, ob und wie lange sie sich die Wohnung hier noch leisten können. In einigen Häusern versuchen Eigentümer_innen die Bewohner_innen mit juristischen Mitteln und Schikanen zum Wegzug zu bewegen. Aber es gibt auch vielfältige Formen von Protest und Widerstand. Bewohner_innen informieren sich über ihre Rechte, wehren sich juristisch gegen Eigentümer_innenwillkür, schließen sich zusammen.
Bewohner_innen in der Frankfurter Allee 5 – 27 haben Mieter_innenräte gegründet, in der Boxhagener Straße 26 haben sie sich erfolgreich gegen die Umwandlung von Miet- in Ferienwohnungen eingesetzt. Auch gegen die Bebauungspläne des Freudenthaler Areals im Süden von Friedrichshain regt sich Protest. Manchmal informieren Transparente und Plakate über Entmietungsversuche in bestimmten Häusern.

Doch zwischen den einzelnen Häusern gibt es oft kaum Kontakte und Verbindung. Es stimmt schon, dass sich der Widerstand gegen unterschiedliche Eigentümer_innen richtet. Doch das Prinzip ist überall das gleiche. Es geht darum, aus dem Wohnraum den größtmöglichen Profit zu ziehen. Wer da nicht mithalten kann, hat Pech gehabt. Dieser Kapitallogik setzen wir unseren Anspruch entgegen: Keine Rendite mit der Miete, Wir bleiben alle.

Daher wollen wir mit dem Mieter_innenspaziergang einige Orte und Häuser besuchen, in denen Mieter_innen sich gegen Eigentümer_innenansprüche wehren. Ziel ist, sich über die unterschiedlichen Formen von Protest zu informieren, voneinander zu lernen und gemeinsam zu koordinieren. Denn, wenn wir die unterschiedlichen Kämpfe verbinden, sind wir besser wahrnehmbar und können den Druck auf Eigentümer_innen und Politik erhöhen. Diese Erfahrungen haben Mieter_innen in anderen Stadtteilen wie Neukölln und Kreuzberg gemacht, die in den vergangenen Jahren ähnliche Mieter_innenspaziergänge organisierten. Mittlerweile haben sich dort verschiedene Initiativen gegen Mieter_innenvertreibung gegründet. Der Widerstand gegen drohende Zwangsräumungen ist gewachsen und hat schon einige Erfolge gezeitigt. An diese Erfahrungen wollen wir mit dem Mieter_innenspaziergang anknüpfen. Wir würden uns freuen, wenn sich Mieter_innen, die ebenfalls von Vertreibung bedroht sind, über die Situation in ihren Häusern informieren.

Der Spaziergang endet am Boxhagener Platz. Mit einer Kundgebung, die unter dem Motto „Mieten runter – Löhne rauf“ steht, soll auch für die Aktionen zum 1. Mai mobilisiert werden. Nach kurzen Redebeiträgen, sollen Filme und Videos gezeigt werden, in denen Widerstand gegen die Verschlechterung unserer Lebensbedingungen in verschiedenen Ländern vorgestellt wird.

Arbeitskreis „Keine Rendite mit der Miete/Friedrichshain“

http://mietenstoppfriedrichshain.blogsport.de/2013/04/09/24-4-2013-kiezspaziergang-zu-orten-von-mieter_innenverdraengung-und-widerstand-in-friedrichshain/#more-2


Größere Karte anzeigen

 
Karte nicht verfügbar

Darauf antworten

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.