Blockupy Frankfurt: Augenzeugenbericht

2. Juni 2013 in Blog - alle Themen

2 Antwort auf Blockupy Frankfurt: Augenzeugenbericht

  1. Und die Moral von der Geschicht, „friedlich“ demonstrieren lohnt sich nicht.

    Das dürfte jetzt endlich auch den letzten Befürworter der so genannten „Friedlichen Revolutionen“ wach rütteln. Friedliche Revolutionen gibt es nicht, denn die Bourgeoisie gibt ihre Macht niemals freiwillig her.
    In Deutschland hat sich ein Selbstverständnis der so genannten Protestkultur entwickelt, welches ganz einfach nicht mehr zutrifft. In einer Demokratie, so glaubt hier jeder, darf man auf die Strasse gehen und friedlich seinen Unmut äußern, wenn es zu Missständen kommt. Dafür gibt es in einer Demokratie das Demonstrationsrecht. Dieses Recht und auch die Demokratie im Allgemeinen wird den Menschen aber nur so lange gewährt, wie das Kapital sich seiner allumfassenden Macht sicher sein kann. In globalen Krisenzeiten, so wie wir sie heute erleben, zeigt das Kapital sein wahres Gesicht, welches es jahrzehntelang hinter der demokratischen Fassade verborgen hat und wird zur Bestie. Wenigstens Letzteres, scheinen ja viele schon begriffen zu haben.
    Der Spätkapitalismus befindet sich weltweit in seiner schlimmsten Krise und die Akteure geraten immer mehr in Bedrängnis. Die Finanzindustrie hat sich von der Realwirtschaft komplett abgekoppelt und sorgt mit dem entstandenen Scheinvermögen regelmäßig für Zusammenbrüche. Die Ressourcen auf der Erde reichen für die kapitalistische Überproduktion nicht mehr aus und ein versteckter Weltkrieg um diese Ressourcen ist längst in vollem Gange. In Europa kämpfen die Nationalstaaten um die wirtschaftliche Vorherrschaft und somit ums Überleben der einzelnen Nationalstaaten an sich. Grob formuliert geht es bei den Global Playern der Banken und Konzerne gerade um alles oder nichts. Nur noch die letzten und ganz großen Zocker sitzen am Tisch. In dieser Situation befinden sich die Herrschenden unter akutem Stress. Das Kapital hat Angst! In dieser Phase, so erleben wir es gerade, wir die Demokratie immer weiter ausgehöhlt, ein Überwachungsstaat entsteht und am Ende werden wir den Faschismus erleben.

    Um dem zu entgehen gibt es nur einen Weg, die Bourgeoisie in Europa muss entmachtet werden. Der Klassenkampf ist seit Jahren voll entbrannt und viele wissen nicht einmal was das ist.
    Seit dem 1. Juni 2013 wissen wir nun, dass es ein Demonstrationsrecht in Deutschland real nicht mehr gibt, weil friedliche Demonstranten grundlos von der Polizei angegriffen wurden.

    Der Versuch die bestehenden Verhältnisse über friedlichen Bürgerprotest, über Demonstrationen und Schildchen hoch halten zu ändern führt zu Schürfwunden, Knochenbrüchen und Reizgasverätzungen.

    Was nun? Still halten? Abwarten bis die Demokratie wieder zum Faschismus wird?

  2. maik sagte am 15. Juni 2013

    Wenn wir nicht mehr werden…kannste entweder ne Terrororganisation basteln und bewaffnet kämpfen – das wird nur nicht lange dauern….ich rate bei allem Verständnis für die Intention ab.
    Die friedlichen Proteste erachte ich als alternativlos…nur genug Leute können diesen Apparat stürzen…ansonsten heißt es zusehen wie der Faschismus des Finanzkapitals langsam aufgebaut wird…genau.

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