Abmeldung bei avaaz

12. März 2013 in Blog - alle Themen

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute habe ich mich bei avaaz abgemeldet.
Ich würde Ihnen gerne sagen, was ich suche und bei avaaz nicht finde.

Mich interessiert die Frage: Was bringt die Katastrophen hervor, warum sterben täglich hunderttausend Menschen an den Folgen von Unterernährung? Was ist mit Klimawandel und aussterbenden Arten? Bilder der Schäden beim Gold, Uran und Silberabbau… eine endlose Liste.
Diese endlose Liste bestätigt avaaz jede Woche aufs Neue und fügt eine weitere Grausamkeit hinzu. Aber was bringt die Katastrophen hervor?
Damit beschäftigt sich avaaz nicht, so weit ich es erkennen kann.
Und ich habe keine Lust mehr darauf, am Flußufer zu stehen und den im Fluß treibenden/ertrinkenden Kindern zuzusehen. Bildlich gesprochen. Jemand wirft sie nämlich weiter oben hinein. Im übertragenen Sinne ist der “jemand” unsere Art miteinander zu leben. Unsere Vereinbarungen bringen diese Katastrophen hervor. Schon die Soziologie klammert das im Zentrum einer Gesellschaft stehende Geld aus. Sie überlässt das Thema kampflos den vorwiegend religiös neoliberalen Wirtschafts-wissenschaftlern. Die Konstruktion des Geldes (natürlich auch Eigentum; wie können Wasserwerke einer Firma gehören usw. Man könnte über Nutzungsverträge reden, die der Allgemeinheit dienen…) ist die Ursache der unerträglichen Verwerfungen. Geld entsteht immer als Schuld, wird geschöpft als Kredit und verlässt den Kreislauf bei Tilgung. Wir lassen nicht Werte entstehen (Schule, Krankenhäuser, Wissenschaft usw.) sondern für uns sind das Kostenfaktoren. Muss das so bleiben, oder was?
Eine Universität will unabhängig wissenschaftlich arbeiten und ausbilden? Warum erhält sie dafür nicht die notwendigen Papiere in Form von Geldscheinen?
(Nein, das gibt nicht zwangsläufig Inflation! So der weit verbreitete Glaube.)

Unser Geld dient uns nicht. Warum ändern wir die Konstruktion nicht?
Wenn avaaz auf diese fehlerhafte Konstruktion – die genau all das hervorbringt, wovon avaaz wöchentlich berichtet – aufmerksam machen würde, bin ich wieder dabei. Aber jede Woche bei avaaz schriftlich – vom Flußufer aus – bestätigen/unterschreiben, wie viele Kinder im Fluß tot an mir vorbeigetrieben sind, darauf habe ich keine Lust mehr. So können wir die Kinder nicht retten. Alles im übertragenen Sinne, bitte. Wir müssen den Fluß hinaufgehen und sehen, wer sie hinein schmeißt.
Und da steht kein böser Mensch oder eine böse Gruppe. Es ist unsere Konstruktion, die all das hervorbringen muss.

Können Sie verstehen, wovon ich spreche?

Mit freundlichen Grüßen

bruno fischler

Recherchemöglichkeiten:

Karl Heinz Brodbeck: Die Herrschaft des Geldes
Egon W. Kreutzer
Bernd Senf: Die blinden Flecken der Ökonomie/Der Tanz um den Gewinn
und unzählige Internetseiten.
Auf Nachfrage stelle ich gerne etwas zusammen.
Selbst bei der “Zeit” gibt es Artikel zum Thema Geldschöpfung.

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