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Wie man die Welt rettet…

7. Dezember 2012 in Blog - alle Themen

“Den Kapitalismus abschaffen”, heisst es immer wieder. Bei der Frage was dies im Einzelnen bedeuten soll, erntet man zu oft jedoch nur betretenes Schweigen. Auch ist immer wieder zu beobachten, dass jeder Versuch konkrete Schritte zu benennen von Dogmatikern versucht wird totzutrampeln und gelangt man dann doch mal bis zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung steht am Ende großer Worthülsen fast immer nur das verkürzende monokausale Mantra der “Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmittel”. Etwas simpel für eine komplexe Welt. Die wenigsten dieser Akteure wissen dabei wohl, dass sie zu Verteidigern des Status Quo werden.

Ich bin der Meinung, es braucht viele, viele kleine und große Schritte, die aufsummiert dann ein neues System bilden. Diese Schritte schließen sich nicht gegenseitig aus und können natürlich um weitere ergänzt werden.

Die folgende Liste soll hierfür als Inspiration dienen. Die Punkte a-e habe ich vor einer Weile mal selbst an meine Pinnwand geschrieben mit der Bitte an den Schwarm weitere Ideen zusammenzutragen. Heraus kam eine beeindruckende Liste, wie ich finde:

a) Vollgeldreform

b) BGE

c) hohe Vermögenssteuern, Anhebung des Spitzensteuersatzes, Reform des Erbrechtes etc,

d) Wirtschaftliche Fragen der Grundversorgung in öffentliche Hand. Kein Privateigentum in diesen Wirtschaftsbereichen.

e) Ächtung von Indizes wie BIP und Umstellung auf Steigerung der Lebensqualität und Nachhaltigkeit als Messgröße

f) Waffenexportverbot und dann schrittweise konventionelle Abrüstung, Auflösung von Militär und Geheimdiensten

g) Umstellung der Agrarwirtschaft auf Permakultur, absolutes weltweites Verbot von Pestiziden, Chemikalien und Genmanipulation in der Landwirtschaft

h) Integration von gewaltfreier / lösungsorientierter Kommunikation, Gruppenpsychologie / Gemeinschaftsbildung und Konfliktbewältigung/ Mediation in das Bildungswesen (Grundschule bis Hochschule)

i) Verbot von reinen unproduktiven spekulativen Finanzmärkten (oder zumindest erstmal Trennung von Investment- und Regelgeschäft)

j) direkte Bürgerbeteiligungen / konsensorientierte Entscheidungsprozesse und Vorschläge (System Assamblea / Systemisches Konsensieren / Delegierte für Haus, Straße, Stadtteil, Stadt, Region, Landkreis, Bundesland, Nation, Kontinent, Erde)

k) freies Reisen, freie Wahl des Aufenthalts- oder Lebensortes (Abschaffung von Asylgrenzen, Abschiebungs- und Visagesetzen)

l) absolute Basisdemokratie und Transparenz des Staatswesens), Mindestlohnanhebung und Einführung von Maximallohn / -honorar ebenso Obergrenze für Parlamentarier, Verbot von Nebenbeschäftigungen für Politiker (öffentliche Datenbank für Einkünfte)

m) Verbot der Massentierhaltung.

n) Integration der Alten anstatt Abschiebung in Verwahranstalten.

o) Freigabe aller unter Verschluss gehaltener Patente

p) Legalisierung / Wiedereinführung als Nutzpflanze von Canabis Sativa und Cannabis indica – Individuelles Recht auf Rausch d.h. Entkriminalisierung aller “Drogen” dadurch Entmachtung der Drogenkartelle

q) Beendigung der scheinheiligen Entwicklungshilfe. 100% Schuldenerlass an die sogenannte “3. Welt” – echte Kooperation auf Augenhöhe (Beendigung des Exports von Rohstoffen / Aufrechterhaltung der Abhängigkeiten von den Industriestaaten)

r) kostenloser Internetzugang, freie Bibliotheken, kostenlose Schulbildung und Studium weltweit ohne Zeitvorgaben und Sanktionen

s) Kontrolle von Polizei u. Militärgewalt, Integration von neutralen Beobachtern bei Polizeieinsätzen (Demos) und bei Militäreinsätzen, 100% Transparenz und Nonviolent-Strategie. Schutz von Zivilpersonen wird oberste Prämisse für alle exekutiven Kräfte. Entkriminalisierung von Demonstranten. Passive, weiche Mittel zur Eindämmung von Gewalt

t) Umstellung aller Produktionen auf das “from cradle to cradle”-Prinzip d.h 100% recyclingfähige Produktion aller Waren und Produkte, Wiederverwertung, Müllvermeidung, Keine Deponien oder Verbrennung mehr, sondern regionale Wiederaufbereitung / Rohstoffgewinnung

u) Forschung muss entkoppelt werden von wirtschaftlichen Einflüssen

v) Amnestie für die Politverbrecher die den Status Quo zu verantworten haben, um ein Zeichen der Versöhnung zu setzen

w) 100% Regenerative Energierevolution: Sonne, Wasser, Biogas, Erdwärme in regionalen Versorgungseinheiten (Miniblockheizkraftwerke). Energieproduktion in Privat- bzw. Stadt / Kommunenhand, Stromnetz ent-privatisieren, Staatliche Forschung von Freier Energie

x) Sofortprogramme zur Beendigung von Hunger, Krankheit und Leid in der Welt – Aufbau von großflächigen Schutzzonen in allen (!) Krisengebieten in der Welt – diese Programme sollten mit allen notwendigen Rechten ausgestattet werden und fortlaufend agieren

y) Sofortprogramme zur Beendigung von Artensterben, Zerstörung von Biodiversität und Umweltbelastungen in der Welt – Aufbau von großflächigen Schutzzonen in allen (!) ökologischen Krisengebieten in der Welt (Regenwald, Arktis und Weltmeere) – diese Programme sollten mit allen notwendigen Rechten ausgestattet werden und fortlaufend agieren sofortige Übertragung aller Hoheits- Schutz- und Sanktionsrechte für die 7 Weltmeere an die Sea Shepherd Conservation Society zum Schutz aller Meeresbewohner und Habitate.

z) Umfassender Schutz und Unterstützung für alle Menschen, deren Rechte beeinträchtigt werden. Beendigung von Ungerechtigkeiten auf der Welt

aa) Schulklassen bis zum Abitur erhalten ein neues Pflicht-Schulfach: “Gardening, Cooking & Storage” In den Städten werden z.B. dafür Flachdächer vom Staat zur Verfügung gestellt

ab) ab der Oberstufe wird jeder Schüler nach seinen Talenten und Fähigkeiten gefördert und gefordert.

ac) Krankenkassenreform, um ein solidarisches Gesundheitssystem / Heilungssystem zu schaffen, bei dem alle Menschen die selbe hohe Versorgung bekommen und auch alternative Heilungsmethode frei verfügbar sind. Regulierung der Pharmaindustrie: mit Krankheiten darf kein Profit erwirtschaftet werden. Patente dürfen nicht zu Unterversorgung von Bedürftigen führen.

tbc…

11 Antwort auf Wie man die Welt rettet…

  1. Ich habe schon ein Vorschlag für den Begriff “Nachhaltigkeit”. Dieser begriff ist leider auch für’s Negative anwendbar. Man kann auch nachhaltig etwas zerstören. Ich finde Enkeltauglichkeit bzw. enkeltauglich besser.

    • wunderbar … aber war nicht seinerzeit “ökologisch”
      auch so ein “zukunftsfrohes” Vokabel … ???

      • warum – ist das Wort “verantwortlich”
        nicht mehr aussagekräftig genug?
        verantwortlich ist man auch schon ab der “Rechtsfähigkeit”
        also mit 15, da denkt doch noch keine/r an Enkel …
        Und die Leute der NWO –
        die denken sowieso nicht in unseren Kategorien …
        sondern nur für das eigene “Gestüt” (Blutlinie)
        wie Lady Diana sagte …
        diese “Multidimensionalität”
        kann man nicht oft genug deutlich machen, oder ???

  2. zu aa) und ab): Noten abschaffen und kooperatives Lernen lehren.

  3. Systemisches Konsensieren für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

  4. Ich weiß nicht, ob wir die “Welt retten” müssen –
    ist das nicht eine Nummer zu groß?
    Aber wir können uns sehr wohl im eigenen Wirkungsbereich solidarisieren
    und unsere Ökologie mitbedenken …
    think global – act lokal …

    • klar, die welt Retten, wenn nicht wir wer dan? In westl. Demokraturen hat man die Verantwortung den Politikern übergeben, wird Zeit das der aufgeklärte Menschn diese denen wieder entnimmt, auch wenn die Meudalisten sich wehren.

      Der eigene Wirkunsbereich von dem du sprichst ist, klar am ehesten und warscheinlich am ehesten veränderbar.

  5. ab) ab der Oberstufe wird jeder Schüler nach seinen Talenten und Fähigkeiten gefördert und gefordert.

    Das sollte schon im Kindergarten geschehen.

    • Warum erst ab der Oberstufe? Die Wissbegierigkeit beginnt ab dem Lebenseintritt. Warum die Kinder so lange warten lassen? Außerdem Fordern muss gar nicht sein. Es reicht Fördern. Wenn die Motivation da ist, dann will der Mensch sogar mehr wissen, als die Schule alleine bieten kann.

      Ich stimme deinem zweiten Vorschlag zu.

  6. zu aa) Schulklassen
    das gesamte system der bildung, wie wir es z.zt. haben und kennen bedarf meiner ansicht nach einer grundlegenden und umfassenden reform.
    diese ‘von der tafel zur klasse’ methode, in der es um das ‘eintrichtern’ von im zweifelsfall nie angewandtem wissen geht, sollte imho so gut wie gar nicht mehr stattfinden.
    statt dessen würde ich diese form der wissenspräsentation nur situativ anwenden, um tiefer gehende informationen zu vermitteln, die im ‘praxisunterricht’ (z.b. gartenbau, kochen, aber auch naturwissenschaften, sprachen, künste, etc.) nicht umfassend genug dargestellt werden können; z.b. um verschiedene anbauarten für unterschiedliche klimazonen, zubereitungsvarianten von speisen für besondere diäterfordernisse oder grammatikalische unterschiede zwischen verschiedenen sprachen darzustellen.
    weiterhin würde ich anfangs – abgesehen von spielerischer und praxisorientierter lernerfahrung – nur eine oder zwei fremdsprachen unterrichten; und zwar so lange, bis die sprachen beherrscht werden. die eigentlichen ‘lernfächer’ würden dann in eben dieser/diesen fremdsprache(n) gehalten werden; natürlich ausschließlich von jeweiligen muttersprachlern.
    kinder aus familien mit migrationshintergrund müssten allerdings vermutlich die jeweilige regionale sprache verstärkt vermittelt bekommen…

  7. Zum Thema “Welt retten” habe ich eine Buchreihe begonnen: “Eine Zukunft für die Zukunft”. Speziell zum Thema dieses Beitrags passen die Bände über Öko-Habitate und über Politik (Blog mit zusätzlichen Texten und Ausschnitten: oeko-habitate.de).
    Die Vorschläge hier laufen bei mir unter Plan A, eine Reform des Bestehenden in eine lebenswerte Gesellschaft. Bei den Öko-Habitaten überwiegt Plan B: Die Schaffung einer neuen Gesellschaft inmitten der alten. Das geht nur über überschaubare kleine Gemeinschaftseinheiten, in denen Demokratie noch kein Problem ist. Hier kann man Demokratie von unten aufbauen, ohne vorgegebene Legislaturperioden und Partei- und damit Profilierungszwang, und Repräsentanten auch schnell wieder abwählen.

    Zum Thema Bildung mein Vorschlag aus dem Politik-Buch:
    “Und in diesem Zusammenhang muss auch das Bildungswesen gründlich reformiert werden. Eine naturwissenschaftliche Ausbildung ist schön und gut und unerlässlich, aber man darf auch die Augen nicht vor der Tatsache verschließen, dass nicht jeder Mensch gleichermaßen dafür Interesse und Begabung hat. Das Gleiche gilt auch für musische, sportliche und wirtschaftliche Ausbildungsrichtungen.

    Idealerweise sollte sich die schulische Erziehung und Ausbildung frühzeitig auf die Erlangung sprachlicher Kompetenz (Lesen und Schreiben), sozialer Fähigkeiten (Kommunikation und Empathie), auf integrale Bewusstwerdung (seelisch, mental, vital und körperlich), Ethik und die Entfaltung des kreativen und musischen Potenzials konzentrieren, denn diese Bereiche sind für die Ausbildung eines freien, kritischen, gesellschaftsfähigen und zukunftsorientierten Individuums unerlässlich. Erst auf dieser Basis kann man sich um die Vermittlung einer Übersicht über die verschiedenen Äste vom Baum der Erkenntnis alles Seienden (Gott?, Urknall, Mathematik, Physik, Chemie, Astronomie, Geologie, Biologie, Mensch, Ökologie, Geschichte, Psychologie, Philosophie, Religion, Ethik, Spiritualität, Zukunft, Evolution) bemühen. Über dieses Wissen sollte jeder Mensch verfügen.

    Nach der Vermittlung dieses Grundwissens kann man sich in einer dritten Stufe spezialisieren. Dabei kann man aus Kursen wählen, die einen tiefer in eine gewählte Thematik hineinführen, oder welche die Grundlage für eine oder mehrere spätere Berufsausbildungen bilden. Auf diese Weise muss sich jemand, bei dessen künftigen Berufsvorstellungen Mathematik oder Physik keine Rolle spielen oder der für bestimmte Fächer einfach kein Talent hat, nicht mit diesen abplagen, sondern kann sich auf das konzentrieren, was er benötigt. Und wenn sich das ins Auge gefasste Ziel ändert, kann er die dafür benötigten Kurse jederzeit nachholen und sich weiteres Wissen aneignen. Das bedeutet letztlich, dass es ab dieser dritten Stufe kein klares Klassensystem mehr geben kann, auch was das Alter betrifft, weil die Interessenslagen so unterschiedlich sind und auch ältere Schüler und Erwachsene oder Menschen, die ihre Ausbildung abgebrochen haben, an diesen Kursen teilnehmen können.”

    Ansonsten gilt: Wer die Welt retten will, muss bei sich anfangen.
    Und es ist nur bedingt hilfreich, gegen etwas zu sein, wenn man nicht gleichzeitig eine halbwegs klare Vorstellung davon hat, was man statt dessen möchte.

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