Krawalle zum 6.12. in Griechenland

10. Dezember 2012 in Blog - alle Themen

Krawalle zum 6.12. in Griechenland

Anita Katharsis 09.12.2012 19:03 Themen: Repression Soziale Kämpfe Weltweit

Remember, Remember The 6th Of December. In Griechenland kam es bei den Gedenkveranstaltungen zur polizeilichen Ermordung des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos vor vier Jahren in mehreren Städten – teils mehrmals am Tag – zu Zusammenstössen mit der Polizei, u.a. in Volos, Athen, Thessaloniki, Patras, Agrinio und auf Rhodos.

Etwa 350 SchülerInnen hielten im nordwestlichen Agrinio eine Demonstration in Gedenken an Alexis Grigoropoulos ab, der am 6. Dezember 2008 von Bullen erschossen wurde.

Als die Antirepressionsdemo das Rathaus erreichte, griffen die Jugendlichen das Team der DIAS-Motorradpolizei an, das das Gebäude bewachte. Mollis und Steine flogen auf den verängstigten Polizeimob, der sich hinter einem Kiosk versteckte.

Kurz darauf kämpften SchülerInnen in dem Gebiet Syntrivani (Brunnen) gegen Bullen von der OPKE Gruppe für Kriminalitätsprävention- und Unterdrückung. Auf dem Dimadi Platz kam es zu Frontalzusammenstößen zwischen DemonstrantInnen und Antiriot-Mannschaften, als die Polizei versuchte, den Platz zu umstellen.

Die Bullen zögerten nicht, den städtischen Markt und mehrere kommerzielle Läden mit Tränengas zu beschießen und ernteten dafür wüste Beschimpfungen von Zuschauenden. Wir wollen auch darauf hinweisen, dass als ein Polizist seine Waffe auf SchülerInnen richtete, er von PassantInnen ausgebuht wurde.

Zwei spitzelnde ReporterInnen versuchten sich an die Demo anzuschleichen, um Videonahaufnahmen zu machen, bekamen aber vor Ort eine Abreibung von den Protestierenden. Das Fahrzeug des Bürgermeisters wurde auch angegriffen.

Bisher gab es keine Fest- oder Ingewahrsamnahmen in Agrinio. Berichten zufolge wurden allerdings bei den morgendlichen Mobilisierungen in andern griechischen Städten viele Protestierende von den Bullen in Gewahrsam genommen.

Athen
Kurz nach Mitternacht wurde die ständige Präsenz der Polizei in der Bouboulinas Straße in Exarchia mit Molotow Cocktails und Steinen angegriffen. In anderen Stadtteilen wurden mehrere ATMs beschädigt.
In der Olympia Street im Nobelviertel Kifissia wurden die Autos des in Rüstungs- und Olympiakorruptionsfälle verwickelten ehemaligen Finanzministers Yannis Papantoniou vor dessen Villa angezündet. Ein Bekennerschreiben der “Militanten Minderheit” nimmt Bezug auf die Ermordung von Alexis; die Gruppe hatte bereits im November einen Sprengstoffanschlag auf das Haus der ehemaligen Umweltministerin und in einen anderen Korruptionsskandal verwickelten Maria Kaltsa verübt. Ein paar Tage zuvor wurde ein Parteibüro der Nazipartei Xrissy Avgi (als Graffito: X.A.) im Athener Arbeiter_innenvorort Aspropyrgos durch die “Antifaschistische Front” gesprengt, die sich zur CCF/FAI bekennt.
 http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite1_1_08/12/2012_473583

Bei der Schülerdemo gegen Mittag wurde ein Bekleidungsgeschäft geplündert und ein Geldtransporter angezündet. Danach kleinerer Scharmützel mit der Polizei in Exarchia, Zerstörung von Luxusautos und ein Fast Food Shop einer Kette wurde zur kostenlosen Versorgung der Protestierenden genötigt.

Die Kundgebung von linken und kommunistischen Gruppen am Abend wurde noch vor dem Beginn einer antiautoritären Demo von DELTA Bullen angegriffen. Als Grund wurde eine Aktion gegen Zivis genannt.

Die Demonstration wurde daraufhin von einem erdrückenden Polizeispalier begleitet. Beim Eintreffen der Demo in Exarchia gegen 19:30 versuchte die MAT strategische Punkte im Viertel zu besetzen. Daraus entwickelte sich eine dreistündige Straßenschlacht. Die BewohnerInnen bedienten sich Guerillataktiken, die Polizei verschoß auch Granaten mit Gewehren auf Kopfhöhe, wodurch es zu schweren Verletzungen kam.
Video von Social-Revolution auf Vimeo:
 http://vimeo.com/55053709.

Es wurden 78 Festnahmen gemeldet, von denen 15 Leute einem Richter vorgeführt werden. 35 Beamte sollen schwerer verletzt worden sein. Die Presse beklagt Angriffe auf Fotografen, die mit der Polizei zusammenarbeiten

Thessaloniki
Hier kam es vormittags zu kleineren Zusammenstößen mit der Polizei, bei der späteren Demo heftiger.

Volos
Auch hier Molotows gegen Bullen

Auch in vielen anderen Städten kam es zu Demonstrationen. In der Stadt Kalamata wurde diese von Chrisi Avgi Nazis gestört.
Bei Tumulten in Rhodos wurden sechs Menschen festgenommen, die an die Ermordung von Alexis erinnerten.
In Patras wurden Steine auf Bullen geworfen.
Videos:
 http://agona.blogsport.de/2012/12/08/6-dezember-2012-in-griechenland/

Soliaktion in Chile für „Revolutionärer Kampf“

Am 22.November folgten einige Leute in Santiago de Chile dem Aufruf zu Soliaktionen für die Angeklagten im Athener EA Prozess.

Sie errichteten gegen 8 Uhr morgens brennende Barrikaden auf einer zentralen Verkehrsachse. Die eintreffenden Carabineros wurden mit Molotovs und Steinen empfangen.

Als das Material verbraucht war, zog sich die Gruppe auf das nahe Universitätsgelände zurück und hinterließ Flyer mit folgendem Text:

In solidarity with the comrades of the Revolutionary Struggle Organization, who were incarcerated and are currently prosecuted by the State/Capital.
Also in memory of anarchist comrade Lambros Foundas, killed in combat by the Greek police (2010).
For the callout of support to the case of the Revolutionary Struggle Organization in Greece, on the days 22, 23 and 24 of November.

Anarchists, $hile.
 http://agona.blogsport.de/2012/12/04/soliaktion-in-chile-fuer-revolutionaerer-kampf/

Eine Chronologie militanter Aktionen in Griechenland im letzten Jahr:
 http://liberaciontotal.lahaine.org/?p=4719

Aufstand in Abschiebeknast

26. November 2012

Im Abschiebeknast Komotini ist es am 23.November zu einer Revolte gekommen. 400 gefangene Migranten protestierten gegen ihre Lebensbedingungen, 50 wurden laut Polizei festgenommen. Sie zerstörten Teile der Einrichtung und nutzten Eisenstangen für den Kampf mit der Polizei. Die Polizei warf Gas und auch Steine wie auf einem Video zu sehen ist. Der Abschiebeknast ist auf dem Gelände einer Polizeiakademie. Die Gefangenen wurden im Rahmen der seit dem Sommer andauernden Operation “Xenios Zeus” inhaftiert.
4 Bullen wurden verletzt.

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