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ARTE: Gemachte Armut

2. Dezember 2012 in Blog - alle Themen

VIDEO: Gemachte Armut

Lange Zeit galt Armut in Westeuropa als überwunden; etwas, das aus den Industrieländern ein für allemal verbannt schien. Doch nun kehrt sie mit Schärfe zurück, als Folge der Umbrüche und Umstürze in der Wirtschaftswelt und dem “Umbau” des Sozialstaates. Die neoliberalen Reformen, die größere ökonomische Effektivität und größeren Wohlstand bringen sollten, haben viele Menschen in eine existenzielle Sackgasse geführt. Und das nicht nur in sogenannten Problemländern wie zum Beispiel Spanien. Dort ist die Lage besonders bedenklich. Ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos, Millionen Kinder leben in Armut oder drohen dahin abzusteigen.

Aber auch im reichen Deutschland, dem europäischen Wirtschaftswunderland, nimmt die Zahl der Armen zu, ebenso wie in Frankreich. Und nichts deutet darauf hin, dass diese Situation sich in absehbarer Zukunft zum Besseren wenden wird. Ganze Bevölkerungsgruppen fühlen sich zunehmend ausgegrenzt. Und die Armut wird “vererbt”. Das stellt auch die Gesamtgesellschaft vor ernste Herausforderungen: Denn die Kinder sollten eigentlich die Zukunft sein. Wenn diese aber in den Kreislauf von sozialer Abhängigkeit, Mutlosigkeit und Perspektivlosigkeit geraten, werden sie nicht in der Lage sein, an der Zukunft mitzuwirken.

Lourdes Picareta beschreibt und analysiert in ihrem Film die Situation in Spanien, Deutschland und Frankreich. Und lässt darin unter anderem Sozialforscher und Politikwissenschaftler zu Wort kommen, die von der “gemachten Armut” sprechen, von einer Entwicklung, die keineswegs natürlich entstanden ist und vermeidbar gewesen wäre.

5 Antwort auf ARTE: Gemachte Armut

  1. wichtige Doku…gibts nun auch auf youtube…da auf arte ja leider nur begrenzt lange einsehbar:

    http://www.youtube.com/watch?v=gA3agcY4ucU

    sollte man sich auf jeden fall angeschaut haben…und dann nochmal kurz überlegen:

    Ständige Kürzung öffentlicher Ausagaben – Schuldenfalle der öffentlichen Haushalte – abgerechnet in Geld – Schuldenstände die mathematisch bedingt auch nur steigen können in diesem Geldsystem – na klingelts….?

    Und für die dogmatischen Geister hier: ja der Kaptialismus ist trotzdem böse…das bestehende Geldsystem aber eben AUCH ;)

  2. Das bestehende Geld- und Zinssystem ist Bestandteil des Kapitalistischen Systems. Es ist alles eng miteinander verflochten.

  3. Der Bäckermeister ist auch Bestandteil des kapitalistischen Systems. Ihn interessiert es nicht ob der Schein blau oder grün ist, wichtig für ihn ist, dass er weiteres Mehl damit kaufen kann. Man kann also das Geld (damit meine ich keine Farbe, vielmehr den Geldschöpfungsprozess) austauschen und das kapitalistische System (ich nenne es freies Wirtschaften mit eigenen Gütern) kann weiterlaufen. Natürlich verschwinden dann alle dubiosen Geschäftsgebahren, die NICHT mit Gütern, sondern nur mit Geld hantieren, da man mit Geld kein Geld verdienen sollte. Jedenfalls nicht so, dass man davon steinreich werden kann. Das ist das, was die Gesellschaft krank macht und nicht der Bäcker, der mit seinem erworbenen Hab und Gut Brötchen backen möchte. Er darf auch wachsen und er darf auch damit reich werden, wenn viele an seinen Brötchen gefallen finden. Was ist dagegen zu sagen?

    PS: Hellena (@fragen) hier geht’s mit dem Thema Kapisystem weiter.

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