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Diaspora ist anders als Facebook – und das soll es auch bleiben

12. November 2012 in Blog - alle Themen

von Nathalie, Diaspora-Userin. Jenen die noch nicht dort aktiv sind hier zugänglich gemacht:

“Diaspora ist anders als Facebook – und das soll es auch bleiben

Eine Liebeserklärung.

Es freut mich, dass die Anzahl der Diaspora-Nutzer momentan so schnell zunimmt. So bekommt das Netzwerk bald endlich die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht.

Das Problem ist nur, dass viele, die von Facebook kommen um dessen Unverschämtheiten zu entkommen, ganz falsche Erwartungen mitbringen. Sie erwarten von einem sozialen Netzwerk, dass sie dort lesen können, was ihr Freunde machen, wie es ihnen geht und wo man sich trifft. Sie suchen einen unkomplizierten Weg der Kommunikation, der direkter und schneller ist als ein Mail-Verteiler und unverbindlicher als ein Telefongespräch. Ein Instrument, um jeden Kontakt sofort zu erreichen. Sie wollen wissen, was in ihrem Umkreis läuft und was die Freunde in Amerika treiben. Sie wollen sich durch Facebook gut und mit ihren Liebsten verbunden fühlen.

Das alles finden sie bei Diaspora nicht. Hier posten Fremde ihr (meist linkspolitisch angehauchtes) Gedankengut, philosophische Texte, Aufrufe zu Veränderungen und Hinweise auf Missstände. Und Bilder von Katzenbabys natürlich.

Der Facebook-Flüchtling ist zunächst mal verwundert über das alternative Netzwerk und erklärt sich die Unterschiede mit der noch viel zu geringen Anzahl an Mitgliedern.

Doch letztendlich liegt der grundlegende Unterschied nicht etwa an der Menge, sondern an der Art der Mitglieder. Der Mehrheit der zur Zeit bei Diaspora aktiven User geht es nicht um das “Soziale” am Netzwerk. Sie wollen Gedankenaustausch. Eben das, was es auf Facebook nicht gibt. Sie wollen nicht zweimal in der Woche halbwegs gelungene Instagram-Fotos von halbwegs missratenen Cupcakes sehen. Und auch keine Fotos von sturzbetrunkenen Menschen, die das Leben in vollen Zügen “genießen”. Und sie interessieren sich auch nicht dafür, ob Unwichtige Person A mit unwichtiger Person B eine offene Beziehung führt.

Das alles ist zu niveaulos für Diaspora. Aber genau das wird angehende Konvertit hier vermissen. Um einen großen Teil der jetzigen Facebook-User hierher zu locken und dauerhaft hier zu halten, wird es nötig sein, genau die Dinge zu ergänzen, die nicht zu Diaspora passen.

Man könnte sagen, dass Facebook ein soziales, und Diaspora eher ein Gedankennetzwerk ist. Bei Facebook geht es um Beziehungen zwischen den Leuten, die etwas posten. Bei Diaspora geht es um das Gepostete.

Nimmt man “soziales Netzwerk” aber wörtlich, so dürfte Diaspora mit seinem stets respektvollen Umgang unter Nutzern und dem aufrichtigen Interesse an Texten, die mit Herzblut geschrieben worden sind, letztendlich doch eher dem Begriff entsprechen als Facebook. Hier wollen sich die Menschen in erster Linie nicht selbst darstellen, sondern anderen ihre Gedanken mitteilen. So gewinnt jeder: man teilt seine Überlegungen, gibt durchdachtes Feedback und bekommt neue Denkanstöße, neues Wissen und Antworten, die vom Mitdenken zeugen.

Ich denke, Diaspora soll genauso anders und unangepasst bleiben, wie es ist. Auch wenn das bedeutet, dass wir nutzerzahlenmäßig niemals ein neues, besseres Facebook sein können. Na und?

#neuhier #facebook #ichmag #diaspora “

(CC-BY)

Fragen zu Diaspora*? Einfach Account machen (z.B. hier: http://geraspora.de ), einloggen und bei #neuhier melden. Tipp: Beiträge vorm Posten auf “öffentlich” stellen (statt “Alle Aspekte”) damit sie nicht nur von den eigenen Freunden gesehen werden.

Ansonsten einfach vernetzen und den hashtags folgen, die einen interessieren ;)

1 Antwort auf Diaspora ist anders als Facebook – und das soll es auch bleiben

  1. Ergo: Facebook für den Pöbel und Diaspora für die Intellektuellen ;)

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