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Support DIASPORA* – Das System sind wir!

23. Oktober 2012 in Blog - alle Themen

(eigenen DIASPORA*-Account anlegen? Zum Beispiel hier: https://despora.de/ – weitere Erklärungen unten im technischen Teil)

Im Informationszeitalter, in dem wir uns befinden, ist der freie Zugriff auf Information und  die Möglichkeit der freien Verbreitung ebendieser kein reiner Luxus mehr, kein Zeitvertreib, kein Hobby. Freier Informationsfluss ist längst zur Grundlage einer freien Gesellschaft geworden und zu einem genuinen Bestandteil jeder echten demokratischen Ordnung – die wir anstreben.

Und während da einige die digitalen, sozialen Medien noch zum Zeitvertreib – oder gar nicht – nutzen (oder eben zum persönlichen Frustabbau), ist anderen längst klar, dass sich auch auf dieser Kommunikationsebene entscheiden wird, wie wir unsere Zukunft gestalten.

Gesellschaftliche Kommunikation sollte deshalb nicht auf zentralisierten Großrechnern, die sich in Privatbesitz befinden, stattfinden. Zu groß sind die Missbrauchsmöglichkeiten, die Begehrlichkeiten und die Versuchung der unlauteren Einflussnahme auf den Kommunikationsfluss.

Gesellschaftliche Kommunikation sollte in einem dezentralen, über Brücken verbundenen, Netz stattfinden in dem jeder Herr (oder Dame) über seine eigenen Daten ist.

Bezüglich dieser Notwendigkeiten ist sich unsere Gesellschaft derzeit nur in Teilen bewusst. Deshalb boomt der kommunikative Austausch auf facebook, während das ehrenamtliche OpenSource-Projekt DISASPORA* oft nur in Nischen bekannt ist. Dies gilt es zu ändern.

Es wird ungemütlich im kommerziellen Netz

Neuerdings macht facebook mit der Umstellung auf die Bezahlbarkeit von Postings negative Schlagzeilen. Halb so wild, denkt man sich da zunächst, schließlich ist ja keiner gezwungen zu bezahlen. Dann doch so wild, denkt man sich, wenn augenscheinlich wird, dass Freunde die unbezahlten Beiträge kaum noch zu Gesicht bekommen. Verbunden mit einer drohenden Bezahl-Mentalität der facebook-User heißt das übersetzt: „Bezahl! – oder du hast künftig nichts mehr zu melden!“

Für kommerzielle Medienkonzerne mag dies attraktiv erscheinen, für das zarte Pflänzchen der nichtkommerziellen Medien würde eine solche Entwicklung jedoch das Aus bedeuten. Ehrenamtlich arbeitende Blogger haben in der Regel kein Geld, um für die Verbreitung ihrer Artikel in den sozialen Medien zu bezahlen. Artikel wie dieser hier, oder auch dieser: „Jacob Jung: Wir sind empört! Und jetzt?“ oder dieser: „Karl Kollmann: Arbeitszwang und Konsum“ würden künftig kaum noch Leser erreichen, sollte facebooks neuester Coup gelingen.

Es ist Zeit zu gehen – oder zumindest schon mal das Gehen kollektiv vorzubereiten.

DIASPORA* steht bereit. Als ehrenamtliches OpenSource-Projekt findet die Entwicklung sukzessive statt, genau wie facebook sukzessive für Nichtzahler – und damit für die Gesamtgesellschaft – immer unattraktiver wird. Es mag deshalb noch nicht alles perfekt sein, im freien Netz – aber es ist angerichtet.

Auch gilt: Wir sind keine Dogmatiker, keine Schwarz-Weiss-Denker, wir sind nicht gefangen in ausschließenden Dualismen. Wir wissen: Es braucht mehr „sowohl als auch“ und weniger „entweder oder“. Auch deshalb ist die Umleitung des gesamtgesellschaftlichen Kommunikationsflusses ein langer Weg, der gerade erst begonnen hat.

Es spricht an und für sich nichts dagegen kommerzielle Netze auch weiterhin zu nutzen, sofern sie unseren Zielen dienlich sind. Doch sollte uns auch klar sein: Der Aufbau neuer Vernetzungen – im Idealfall noch bevor die alten Vernetzungen nichts mehr taugen – ist unsere ureigene Aufgabe, die wir jetzt anzugehen haben.

Deshalb lohnt es sich, sich schon jetzt bei DIASPORA* anzumelden und auch Freunde zu überzeugen selbiges zu tun.

Das System sind wir.

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Zum Technischen:

- DIASPORA* hat eine dezentrale Netzwerkstruktur. Das heißt das DIASPORA*-Netz verteilt sich auf viele verschiedene Server, so genannte Pods.

- Ein Pod ist ein einzelner, unabhängiger DIASPORA*-Server auf dem man seinen Account und die dazu gehörigen Daten lagern kann.

- Die Pods sind alle miteinander vernetzt. Man kann also (wenn alles klappt) ganz normal mit Menschen auf anderen Pods kommunizieren. Als User merkt man nicht, dass man dies von verschiedenen Servern (also Pods) aus tut. Bei Neuanmeldungen auf verschiedenen Pods kann es jedoch zu leichten Verzögerungen kommen bis sich die Accounts finden. Außerdem ist der Teil der Pod-Vernetzung der technisch anspruchsvollste Part von DIASPORA* und das Projekt befindet sich weiterhin in der fortgeschrittenen Entwicklungsphase.

- Deshalb ist es sinnvoll die Anmeldung kollektiv auf https://pod.geraspora.de/ vorzunehmen. Eine Alternative bietet z.B. https://despora.de/. Eine umfangreiche Sever/Pod-Liste findet man unter: http://podupti.me/

- Für Neulinge bringt DIASPORA* noch weitere Fragen mit sich: Wie arbeitet man auf DIASPORA* am besten mit Hashtags, wie organisieren sich Gruppen, etc. Es gibt also einiges zu lernen und Unterstützung der Neulinge tut Not.

- Verbreitet eure eigene DIASPORA*-User-Id wie folgt: username@pod.podserver.xxx damit eure Freunde euch im neuen Netz finden.

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Was man sonst noch tun kann:

- Um die Umleitung des facebook-traffics auf DIASPORA* zu unterstützen gibt es folgende facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/500067883351012/ . Bitte ladet eure Freunde zu dieser facebook-Veranstaltung ein, startet ähnliche Aktionen, schafft Aufmerksamkeit für das Thema „Freie soziale Medien“.

- Um gegen das Bezahlmodell von facebook zu protestieren gibt es folgende facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/333048010126499/

- Was euch sonst noch einfällt.

Dieser Artikel steht unter Crative Commons-Linzens und kann frei und ohne Nachfrage kopiert und weiterveröffentlicht werden.

 Zum Thema:

Erste Community-Version von Diaspora veröffentlicht

Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace

Die Medien, das sind wir

 

 

 

8 Antwort auf Support DIASPORA* – Das System sind wir!

  1. tl;dr Es liegt an uns!

    “Doch solange der Großteil der User diese Projekte nicht zur Kenntnis nimmt, hört sich das ganze so an, wie die jahrzehntealten Versuche, die Bild-Zeitung zu ersetzen. Zu allen Zeiten gab es zahlreiche Zeitungsproje kte, die den Anspruch verfolgten, das Boulevardblatt tatsächlich ersetzen zu können. Dass es bisher nicht gelungen ist, lag nicht daran, dass es keine Alternativen gegeben hätte, sondern dass diese die Herzen und Hirne der Massen nicht erreicht hat. ”

    https://www.freitag.de/autoren/peter-nowak/alternativen-zu-google-und-facebook

  2. Sollte Alex11 nicht auch ein Diaspora Server aufmachen? Der Blog mit Kalender bleibt bestehen und wir schmeissen die nicht genutzten Socialkomponenten raus und verlagern sie zu diaspora.

    • Ich bin kein Freund von Diaspora. Wenn es ein Soziales-Netzwerk jenseit von alex11.org gibt das ich gut finde dann ist es http://n-1.cc es ist zwar nicht dezentral wie disapora, aber es wird einfach sehr viel mehr und wird kontinuierlicher weiter entwickelt.
      Diaspora hat nur diesen komischen stream und das wars, keine Bilderverwaltung (zumindest keine brauchbare).

      • Das stimmt, die Funktionsvielfalt bei Diaspora ist sehr beschränkt. Dennoch finde ich es richtig, wenn man sich erstmal auf den Kern konzentriert. Wenn die Akzeptanz erst einmal da ist, kommt der Rest von alleine. Da kommen wir ins Spiel. Wir können helfen die Akzeptanz zu erhöhen. Ich habe mir mal den Code von Diaspora angeschaut und der sieht sehr gut aus. Besonders in den letzten Monaten ist da sehr viel passiert. Ich finde der Vorteil von Diaspora gegenüber n-1 ist die Möglichkeit der Vernetzung. Es können unendliche viele Server entstehen und trotzdem kann man sich vernetzen.

        Ich glaube auch, dass n-1 auf http://www.elgg.org basiert. Ich kann mich da auch irren. Letztendlich sind elgg, buddypress und n-1 wieder so’n PHP-Quark. Die Weiterentwicklung von PHP ist sehr viel komplizierter und da setzt Diaspora auf das richtige Pferd. Ruby rulz!

        • nein du irrst dich nicht. n-1.cc setz auf “elgg” auf und ja das ist wohl php, und kein ruby.
          egal hauptsache fb kackt ab.

          http://lovdbyless.com/ scheint auch noch ne ruby solzialbla bla zu sein.

    • mm sagte am 25. Oktober 2012

      Ich finde das eine gute Idee. Und ich glaube auch, dass Diaspora grundsätzlich viel Potential hat. Und die Vernetzung und Verbreitung über Hashtags finde ich viel sympathischer und ausbaufähiger, als das ganze Gruppengedönse auf FB oder n-1. Ich mag es, dass es erst mal nur einen Stream gibt. Vielleicht entwickeln sich daraus eher neue, andere Features, als wenn da jetzt die FB-Str4uktur kopiert wird.

  3. Auf facebook haben sich bereits die ersten Diaspora-Kritiker eingefunden, die vor allem aufgrund des facts dass Zuckerberg mal was an Diaspora gespendet hat teils wilde Theorien in Umlauf bringen…dazu habe ich dort wir folgt kommentiert (kann gerne korrigiert und ergänzt werden):

    #####

    diaspora gibts seit 2010. mit diaspora wurde damals auch schlagartig die crowdfundingplattform kickstarter weltberühmt, denn diaspora war das erste projekt das mit crowdfunding ordendlich was zusammenbekommen hat. (s. wikipedia) …plötzlich kannte die welt also crowdfunding und plötzlich schien es so als ist ne facebook-alternative damit praktisch gesichert. diaspora erlebte damals seinen ersten frühling. mit dem ersten ansturm gabs dann natürlich auch probleme..natürlich auch zwischenmenschliche unter den entwicklern…trotzdem hatte diaspora erstmal nen guten ruf gesichtert und – was der zentral wichtige punkt ist für ein soziales netzwerk: bekanntheit…zu zuckerbergs spende:

    die fiel genau in den zeitraum als diaspora in aller munde war (2010) und war wohl ein strategisch sehr kluger schritt wenn man sich jetzt – drei jahre danach – die theorien anschaut die darum nun (zu ungunstens) diasporas gestrickt werden….ist doch ganz simpel: versuchst du was schlecht zu machen, provoziert man nur nen streisand-effefkt und macht “den gegner” groß…wie bekämpft man also am besten konkurrenz? ganz einfach! geld fließen lassen (das das projekt dank kickstarter übrigens gar nicht brauchte) und es loben…schon kommen einige “detektive” zusammen und wittern die dollsten zusammenhänge ;)

  4. Seit dem 21. Mai 2011 frage ich mich immer wieder, welcher rEvolutionäre Gedanke dahinter stehen mag, ausgerechnet bei Facebook & Co unterwegs zu seien und einen Systemwandel bewirken zu wollen. In diesen Monaten ist es mir gelungen, einen einzigen Aktivisten dazu zu bewegen, umzusteigen -> auf Google+ (!!!). Nach dieser Niederlage hatte ich schon aufgegeben.
    Jetzt diese schöne Nachricht zu lesen macht wieder Mut. Ich werde dabei sein – meinen Facebook-Account könnt ihr vergessen (ich hatte nämlich nie einen) und nein! Es wundert mich überhaupt nicht, das Herr Zuckerberg jetzt endlich Geld sehen will – und kein barmherziger Samariter ist (das trifft übrigens auch für Google zu – wer hätte das gedacht?).
    Also Leute: Danke! Ab in die Diaspora oder auch n-1 oder auch alle gleichzeitigt. Auch mir ist es vollkommen wurscht, ob “das PHP, C++, Pascal, C/C++, Ada, Prolog oder Weizenbier” ist – Hauptsache es ist nicht Facebook, gut gemacht und es entwickelt ich weiter. An solchen Projekten wie Diaspora oder n-1.cc dürfen sich übrigens auch Kritiker_innen tatkräftig einbringen.
    Liebe Grüße …

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