Wir müssen menschlich bleiben, auch im Angesicht der Unmenschlichkeit.

9. September 2012 in Blog - alle Themen

Occupy hat keinen Schwarzen Block – Occupy kennt keine Feindbilder: ich möchte das Thema noch mal aufnehmen und ich werde es so neutral wie irgendmöglich beschreiben. Es gut dabei nicht um mich, es geht um ein Thema, das die Bewegung betrifft.

Meine Wahrnehmung ist es, dass innerhalb der Facebook-Diskussionsgruppen einige wenige Aktivisten, als Querfrontler, Rechtspopulisten bzw. als rechtsoffen benannt werden. Es herrscht ein großes Misstrauen und ein Ablehnungsreflex, wenn kritische Posts erstellt werden bzw. wenn Posts erstellt werden, die sich auf Quellen wie z.B. NuoVisio oder Jürgen Elsässer beziehen oder Gedanken formulieren, die sich eben nicht in ein schwarz-weisses Weltbild einsortieren lassen.

Das Verhalten von einer wahrnehmbaren Gruppe innerhalb von Occupy wirkt auf mich: ausgrenzend, diffamierend und auch zum Teil gewaltbereit.

Dies ist für mich nicht mit den zentralen Werten von Occupy vereinbar. Diese Werte sind: Gewaltfreiheit, Dialog und Menschenrechte.

Occupy hat keinen Schwarzen Block, der Gewalt als politisches Mittel einsetzt. Occupy hat keine Strategie der Feinbilder, sondern ist eine Prozess des gegenseitige Respekts, der lösungsorientieren Zusammenarbeit und letztendlich der Versöhnung.

Mein Eindruck ist es, das hier Taktiken und Strategien der Antifa Bewegung und der Antideutschen aggressiv in die Bewegung hineingetragen werden. Es wird der Eindruck erweckt, es gäbe eine Gefahr von Rechts (Unterwanderung durch Nazis) und in diesem Zuge wird dann gefordert: sogenannte Verschwörungstheoretiker, Esoteriker und Staatliche Selbstverwalter aus der Bewegung auszuschließen…. diese Menschen, werden pauschal gebrandmarkt und praktisch in ideologische “Sippenhaft” genommen.. woran erinnert das? ….auf mich wirkt das wie eine Unterwanderung von extremen Linken, die sich nach dem Motto “der Zweck heiligt die Mittel” selbst nicht zu schade sind faschistische und menschenverachtende Strategien einzusetzen.

Es werden dabei Mittel eingesetzt, die auch Beleidigungen, Diffamierungen und Rufmord einschließen. So werden Grabenkämpfe initiiert und nach und nach die Macht in den Foren übernommen.

Ich kann nur noch mal daran erinnern, dass diese Mittel nicht mit Occupy und der Kernidee vereinbar sind.

Es ist schwierig, da Occupy eine Bewegung ist, die sich bewusst als prozesshaft definiert und daher gibt es kein offizielles Handbuch, aber jeder der von Anfang an dabei war, weiß und hat es erlebt, dass Ausgrenzungen von Menschen oder Diskriminierungen niemals Teil der Occupy Bewegung waren oder sein können. Jeder kann nachlesen: http://www.occupywallst.org/http://www.occupytheory.org/,http://www.takethesquare.net/ oder auch http://www.interoccupy.net/ auch Wikipedia liefert viele Informationen über Strategie, Werte und Ideen der Occupy Bewegung wenn nach den Stichworten Indignados, Echte Demokratie Jetzt und Acampada gesucht wird.

Die Frage, wie mit aggressiven, gewaltbereiten oder respektlosen Menschen umgegangen werden kann, die sich z.B. in einer Asamblea gegen die Gruppe oder gegen Einzelne wenden, ist mehrfach diskutiert worden. Und jeder der schon mal an einer Asamblea teilgenommen hat, weiß wie viel Geduld es braucht, einem Störenfried erstmal Raum zu geben, bis dieser sich beruhigt und bis ein Dialog möglich ist.

Aber dieser Dialog ist so wichtig, weil die Aggression, die Verwirrung und auch der Hass aus dem System kommen, das wir als Ursache erkennen müssen, es ist nicht der Mitläufer oder der Aufgehetzte, den wir als Problem markieren sollten. Es ist das System und in dem System 1% machtorientierte, herzlose, gierige, menschenverachtende Menschen, die immer wieder Gewalt, Angst, Zerstörung, Ausbeutung und Krieg provozieren und initiieren.
Aus dieser Spirale der Gewalt will Occupy austreten, indem wir weder Forderungen an das System stellen, noch uns an dem Kreislauf der Feinbilder beteiligen. Eine echte Demokratie muss sich daran messen lassen, wie es die Menschen behandelt, die sich gegen die Gesellschaft wenden bzw. die anderen schaden. Wenn diese Menschen, auch bei krassen Verfehlungen wie Mord oder Vergewaltigung, nicht menschlich behandelt werden, dass ist eine Demokratie auf dem Weg in die Diktatur.

Wir müssen menschlich bleiben, auch im Angesicht der Unmenschlichkeit. 

Wenn wir Mörder, Vergewaltiger, Kinderschänder oder auch politische Brandstifter, Hetzer oder Provokateure zu Menschen ohne Rechte, zu Menschen zweiter Klasse degradieren, dann werden wir selbst zu Faschisten und Rassisten und begeben uns herab auf die Stufe des Totalitarismus oder der Diktatur. Und insbesondere als basisdemokratische Grasswurzelbewegung müssen wir auch im verbalen Umgang darauf achten, hier nicht abzugleiten in Gewalt, Ausgrenzung und Schubladendenken.

Jeder Verstoß gegen die Menschenrechte muss geahndet und im Sinne des Schutzes der Gesellschaft und im Sinne der Resozialisierung – nicht der Bestrafung – behandelt werden. Und hier ist kein Unterschied zu machen zwischen Kriminellen, linken oder rechten Gewalttätern oder politischen Brandstiftern. Menschenrechte sind nicht verhandelbar.

Und zurück zur Occupy Bewegung zu kommen, wer hat denn ein Interesse daran der Bewegung Antisemitismus vorzuwerfen, wer hat ein Interesse daran aus einer friedlichen Bewegung für eine bessere Welt, eine gewaltbereite Gefahr zu machen? Wer will uns aufstacheln oder uns gegeneinander aufhetzten?

Herrsche und Teile. Dieses Prinzip in Verbindung mit Desinformation und Infiltration ist seit Jahrtausenden das Gegenmittel um revolutionäre Bewegungen im Keim zu ersticken…

Solange wir uns intern bekämpfen, zerstreiten und immer mehr Misstrauen innerhalb der Bewegung zum tagtäglichen Miteinander mutiert, solange können die Wirtschafts-Nazis, die Umweltzerstörer, die korrupten Parlamentarier und Beamte, die Lobbyisten und die Kapitalisten den fortschreitenden Abbau der Demokratie und den Ausbau ihres menschenverachtenden und -zerstörerischen Systems fortführen. Solange wir uns uneinig sind, sind diese Kräfte nicht zu stoppen.


Ich bin mir sicher, dass innerhalb der Bewegung niemand ernsthaft rechte Inhalte verbreiten will. Und wenn es jemand versucht, dann ist dies als Trittbrettfahrerversuch schnell enttarnt und wird genug Veto und Dissonanz erzeugen, dass sich solche Unterwanderungsversuche schnell in Luft auflösen werden… so habe ich es in Berlin erlebt.
Was aber gerade voranschreitet, ist die gegenseitige Bespitzelung und die schnellen Anschuldigungen, jener Gedanke oder dieser Aktivist sei rechts, böse und müsse ausgeschlossen werden. Ich habe mich aus diesem Grund aus meinem Urlaub zurückgemeldet, weil einige Aktivisten namentlich angegriffen und in den Fokus gerückt wurden… Menschen die ich kenne und die es nicht verdient haben, als Nazis oder Verschwörungsspinner aus der Bewegung gedrängt zu werden…

Darin sehe ich ein viel größere Gefahr, weil natürlich niemand in einer aus dem linken Spektrum (attac, Adbuster, Antiglobalisierungsgegener u.ä.) gegründeten Bewegung sich als Rechter, Querfrontler oder Nazi benannt sehen möchte – insbesondere in Deutschland ist dieses Stigma mit einem gesellschaftlichen Ausschluss verbunden und auch mit einer Bedrohung der Existenz verbunden.

Ich kann die Strategie der Antifa respektieren, nachvollziehen und auch tolerieren. Aber ich kann es nicht hinnehmen, dass eine Pseudo-Antifa sich der Occupy Bewegung in der Form annimmt, die Werte zu verändern und aggressiv Menschen aus der Bewegung rausdrängt. Occupy ist nicht die Verjüngungsformel für Pseudo-Antifas und auch nicht das Sympathiepferd für die rechten Extremisten, die sich der Massen auf den Straßen und Plätzen bemächtigen wollen.

Beides sind Unterwanderungen, denen wir Occupy Aktivisten und entschieden entgegenstellen müssen.

Mir ist es mittlerweile egal, ob ich als Querfrontler, Populist, Kinderschänder oder Sektenmitglied attackiert werde (alles schon vorgekommen in 12 Monaten meiner politischer Arbeit), das zeigt mir nur, dass ich mit meinen Thesen und Notizen ins Schwarze treffe und einige Akteure hektisch und aufgescheucht von meinen Themen ablenken wollen. Jeder der mich kennt, jeder der mit mir befreundet ist oder der mit mir arbeitet, weiß dass die Anschuldigungen und Diffamierungen absolut haltlos und absurd sind. Es sind Versuche mich und andere mundtot zu machen und politisch ins Abseiht zu drängen, weil unsere Ansichten linke und rechte Unterwanderungs-Akteure sichtbar machen und ihren Macht- und Deutungshoheitsansprüchen entgegenstehen.

Ich werde in Zukunft darauf verzichten, mit noch in Diskussionen zu begeben, da dies zu viel Nerven und Zeit kostet mit Trollen oder Agitatateuren, die alle Formen eine respektvollen Diskussionskultur mit Füssen treten, ich werde aber weiter Impulse setzen und mich zu Wort melden.

Ich bin mir sicher, ich habe weder Recht noch bin ich in der Lage, meine Gedanken so niederzuschreiben, dass ich ohne Missverständnisse oder Provokationen, jeden erreichen kann. Auch bin ich mir bewusst, dass ich eine gewisse Lust an der Diskussion und Streitkultur besitze… man möge mir dies nachsehen.

In diesem Sinne: Lasst uns aussteigen aus den Ideologien und Weltbildern, die uns gegenseitige immer wieder neu zu Feinden machen wollen. Wir sind alle Menschen, die alle ein Recht auf ein Leben in Frieden, Glück und Würde haben. Jeder Mensch hat das Geburtsrecht auf Schutz, Nahrung, Bildung, persönliche Entfaltung…

Lasst uns eine neue Welt erdenken, die dies möglich macht.

 

 

Darauf antworten

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.