We are the 99% vs. Querfront-Propaganda

7. September 2012 in Blog - alle Themen

Der Gedanke, dass wir alle zusammen etwas bewegen wollen und uns nicht mehr einschüchtern lassen, wird durch den Begriff “Querfront” ad absurdum geführt.

Die positive Energie der Bewegung (Tahrirplatz, Puerta del Sol, Wall St., Reichstagswiese oder Blockupy) wird damit ins Gegenteil verdreht und es wird mit Angst gearbeitet… dies erinnert mehr an die Propaganda der Massenmedien als an ein eine basisdemokratische Bewegung.

Es werden so offensichtlich Werte und Ideale innerhalb der Bewegung der 99% mit Füssen getreten, dass man sich schon wundern muss, warum das überhaupt zugelassen wird… unsinnige Machtkämpfe, aggressive Deutungshoheit und eine Hysterie / Paranoia scheinen sich immer mehr durchzusetzen… dabei spielt das Ausgrenzen der sogenannten “Querfrontler” und die reflexartige “Schubladisierung” eine entscheidende Rolle…
Einige scheinen eine Art hypersensiblen “Nazi-Radar” zu betreiben, um die Bewegung (insbesondere in den FB-Gruppen) vor rechtem Gedankengut zu schützen. Hier scheint zu gelten: lieber neun Aktivsten zu Unrecht diskreditieren und rausekeln, als einen Aktivisten mit nationalem, konservativen oder rechten Gedanken in der Gruppe zu dulden.

Die Mitläufer agieren dann im Sinne der Querfront-Propagandisten und sorgen dafür, dass sich die Hysterie und Paranoia in der Bewegung ausbreitet… wie ein schleichendes Gift.

Wenn das so weiter geht, wird sich die Occupy Bewegung in eine Antifa 2.0 Bewegung reduzieren und der Gedanke der Ideologiefreiheit und der Gedanke der 99% wird verloren gehen… weil er nicht mehr gelebt wird…
Insbesondere die aggressive verbale Art und Weise, in der Beleidigungen und Unterstellungen tagtäglich angewendet werden, schreckt immer mehr Interessierte ab… zu sehr erinnern diese Attacken an das etablierte Gezeter der politischen Parteien und Lobbyisten…

Ich bin ja selbst früh als “Querfrontler” markiert, direkt angegriffen und diskreditiert worden: u.a. hier nachzulesen http://reflexion-blog.com/?p=1335 Der Reflektionsblock hat damals kein Gespräch mit mir gesucht, sondern meine Zitate einseitig und bösartig interpretiert, damit die These “Occupy sei rechtsoffen”, die als Enttarnung dargestellt wurde, mit “Beweisen” belegt wird. Auch Wolfram Siener wurde in die selbe Schublade geworfen. Diese Art und Weise, eines “pseudo-investigativen Schubladen-Enthüllungsjournalismus” zeigt deutlich, dass hier Aktivisten der Bewegung, die sich sehr engagiert haben, mit unsauberen und unfairen Methoden aus der Bewegung ins Abseits geschoben werden sollten. Dieses Muster wiederholt sich…

Wer profitiert von antideutscher Hetze und linken Vorurteilen?

Auch auf FB wird dieses Instrument der Verleumdung nach dem Motto “…xy bewegt sich in zwielichtigen Kreisen” oder “xy sei Antisemit” etc. immer wieder angewendet. Schon merkwürdig, das nicht respektvoll und auf Augenhöhe diskutiert und argumentiert wird, wenn einzelne Positionen einmal unterschiedlich sind… (wäre doch eigentlich naheliegend in einer Bewegung, die sich auch als basisdemokratische Bewegung begreift…) sondern es werden einzelne Akteure in alter “Gruppenkeile”-Manier persönlich angegriffen, beleidigt und mit Todschlagargumenten solange diskreditiert, bis was hängenbleibt und Gerüchte zu Selbstläufern werden oder die Betroffenen sich zurückziehen…

Immer wieder beliebt: argumentum ad hominem (lateinisch „Beweisrede zum Menschen“) In dem die Position oder These eines Streitgegners durch einen Angriff auf persönliche Umstände oder Eigenschaften seiner Person angefochten wird. Dies geschieht meistens in der Absicht, wie bei einem argumentum ad populum die Position und ihren Vertreter bei einem Publikum oder in der öffentlichen Meinung in Misskredit zu bringen. Es kann in der Rhetorik auch bewusst alspolemische und unter Umständen auch rabulistische Strategie eingesetzt werden.
Die Clique der Antifa-Leute scheint ein maßlos übertriebenes Schutzverhalten und aggressive Machtansprüche auszuleben – auf Kosten der Occupy Bewegung. Diese Leute nutzen es aus, das die Bewegung offen ist, keine Struktur hat und auch die Positionierungsich noch in einem Prozess befindet (keine Forderungen an das System) – obwohl es eigentlich um die Kernthemen a) Basisdemokratie und b) Kritik am Kapitalismus und c) Geldsystem / Schulden geht, verschiebt sich die Diskussion immer öfter zu Gunsten des Pseudo-Themas “Abgrenzung nach Rechts”.
Ich frage mich, halten diese “Wächter” die restlichen Aktivisten für dumm? Als wenn nicht jeder Aktivst und jede Aktivistin für selbst erkennen könne, ob ein Nazi in die Bewegung eintauchen will bzw. ob sich ein Thema aus einer rechtsradikalen Position beschrieben wird…

Fast jedes Thema lässt sich von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachten, dies erleben wir sehr deutlich in den Protesten am ESM und Fiskalpakt. Hier überschneiden sich inhaltlich Occupy, Pro Deutschland, NPD und Trittbrettfahrer-Neonazis in ihrer Kritik. Und es werden teilweise ähnliche Argumente genutzt – aber die Motvation sowohl als auch die Alternativen sind dann doch wieder sehr unterschiedlich.

Es gab innerhalb der Occupy Bewegung etliche Abgrenzungen nach Rechts, Distanzierung zu Rassismus – diese werden aber scheinbar ignoriert und hindern einige Aktivisten nicht daran, selbst auf diskriminierende und menschenverachtende Art und Weise andere Aktivisten anzugehen. Einige FB-Threads erwecken den Eindruck eine verbal-inquisatorisches Dogma schleicht sich langsam in die Protestbewegung – wer nicht “perfekt” nach linken Ideologien einzusortieren ist, wird zum Feind oder zur persona non grata erklärt.

Sollte nicht viel mehr Wissensvermittlung und eine zielführende Streitkultur in gegenseitigem Respekt zeigen, dass wir mehr an Lösungen und einem menschlichen MIteinander interessiert sind, als an Machtkämpfen und Deutungshoheiten?
Warum wird innerhalb der Bewegung Basisdemokratie nicht weiterentwickelt und prozessorientiert gelebt, in der jede Stimme gehört werden kann? Ohne Vorurteile und ohne Vorverurteilungen, weil mal das ein oder andere Wort zum Schlag- und Stichwort deklariert wird und jegliche Diskussion beendet wird. Nach dem Motto: “Mit Nazis wird nicht geredet!”. Warum wird immer noch versucht FB für Diskussionen zu nutzen, obwohl es bekannt ist, das FB a) ein Instrument des Systems ist und b) gar nicht dafür angelegt ist, Diskussionen zu führen, sondern den “Bewertungs-Reflex” und Shitstorming / Bashing zu fördern…
Wer hat daran ein Interesse? Schon lange gibt es Alternativen: http://www.echte-demokratie-jetzt.de/forum/ – stattdessen leben einige Admins in den FB-Gruppen ihre Machtbesessenheit aus und definieren selbstherrlich und unantastbar, welche Themen diskutiert werden dürfen und welche nicht…

Und kritische Stimmen werden rausgemobbt… weil echte Diskussionen immer öfter im Keim erstickt werden…
Auch das führt die Bewegung ad absurdum, denn Kritik am System ist eine der Kernidee.

Diejenigen, die noch die Kraft haben, sich innerhalb der Bewegung zu engagieren, kann ich nur raten, sich gegen diese schleichende innere Spaltung und Zersetzung entgegenzustellen – sonst wird nicht mehr viel übrigbleiben, von dem positiven Geist und der ansteckenden Energie des Jahres 2011…

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http://de.wikipedia.org/wiki/Reductio_ad_absurdum

http://de.wikipedia.org/wiki/Ad_hominem

http://occupydeutschland.tumblr.com/asamblea20120203

http://de.wikipedia.org/wiki/Persona_non_grata#Gebrauch_in_der_Umgangssprache

 

 

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