Zukünftige Unterstützung der Kunstaktion “Menschenrettungsschirme” durch die Kirche?

28. August 2012 in Blog - alle Themen

Seit langem unterstützte Pfarrer Gregor Hohberg die Bewegung Occupy. Nicht nur mit Worten in seinen Gottesdiensten, sondern auch tatkräftig bei der Erlaubnis des Camps an der Klosterkirche. Sein sympathisches Auftreten und sein Einsatz für Frieden in einer menschlicheren Gesellschaft erinnerte an die Zeiten der Grenzöffnung zwischen Ost und West und förderte zwischenmenschliche Kontakte.Auch die Aktionskünstlerin, Ute Donner, von der Kunstaktion “Menschenrettungsschirme” auf dem Alexanderplatz am Neptunbrunnen pflegte zu dem Pfarrer gute Kontakte. Sie bekam die Erlaubnis einen Kleintransporter an der Marienkirche abzustellen, um die Kunstaktion vom Zeit- und Kraftaufwand leichter zu gestalten. Vorher bat eine Aktivistin den Pfarrer Hohberg um Erlaubnis, den Kleintransporter an der Marienkirche abzustellen und übergab ihm die Visitenkarte von Frau Donner.

Anliegen der Künstlerin ist es, darauf hinzuweisen, dass nicht Banken, sondern Menschen Rettungsschirme benötigen. Anlaß für diese Kunst- und Solidaritätsaktion war der öffentliche Hungerstreik iranischer Flüchtlinge in Würzburg, die die auf ihre unmenschlichen Lebensbedingen aufmerksam machen wollten. Der friedliche Protest durch die Gestaltung der Regenschirme fand bei den Touristen und Berlinern Begeisterung und Anerkennung. Jeder konnte seinen Protest auf friedlichem Wege ausdrücken. Internationale Freundschaften und Solidarität zwischen Menschen waren das Ergebnis. Künstlerischer Protest gegen eine Diktatur des Finanzkapitals hat sich durchgesetzt in Berlin und ermutigte gleiches zu tun auch in anderen Städten und Ländern.Unter den Internetadressen www.menschenrettungsschirme.de und http://umbrellapeaceartberlin.tumblr.com/ sind Bilder und Videos zu sehen. Außerdem plant Frau Donner die Begegnungen, die es während der Aktion gab, aufzuschreiben.

Am 08.08.2012 erhielt Frau Donner ein e-mail von der Referentin der Marienkirche, Frau Kirsch, dass der Kleintransporter auf ihre Kosten abgeschleppt wird, wenn sie sich nicht umgehend im Gemeindebüro meldet.
Das war die Antwort auf eine Anfrage von Frau Donner, ob sie vom Turm der Marienkirche das abgebildete Peace-Zeichen, bestehend aus Menschenrettungsschirmen, einmal fotografieren dürfe.
Geschockt von der Androhung der Abschleppung des Kleinlasters und damit der Infragestellung der gesamten Kunstaktion eilte Frau Donner in die offene Sprechstunde des Pfarrers Hohbergs in Begleitung zweier Occupisten am 09.08.2012. Nach der Aufforderung sich zu beruhigen und Platz zu nehmen informierte uns dort die Sekretärin, dass Pfarrer Hohberg in einem 2stündigen Gespräch ist. Als wir beschlossen zu warten, erschien Pfarrerin Dirschauer, eine neue Pfarrerin in der Marienkirche. Auf unsere Frage, warum man die gesamte Kunstaktion in Frage stellt, die friedlichen Protest gegenüber den Regierenden ausdrückt, antwortete sie das das Auto wegen fehlender Plakette fort müsse. Auf unseren Einwand, dass es mit Erlaubnis des Pfarrers Hohberg dort seit 4 Monaten stehe, auch ohne Plakette und der Bitte um Aufschub, da der Halter im Urlaub sei, erwiderte Pfarrerin Dirschauer: “Fahren Sie es weg.” Nachgefragt nochmals wann genau, wurde beantwortet mit: “Am besten gestern.”Pfarrer Hohberg war nicht zu sprechen am 09.08.2012. Abgestritten wurde die Übergabe der Visitenkarte von Frau Donner, sowie die Erlaubnis den Kleinlaster an der Kirche zu parken durch Pfarrerin Dirschauer.Dieses Verhalten wirft Fragen auf, ob die Aufgabe der Kirche für Frieden und eine menschlichere Gesellschaft auch seitens der Pfarrerin Dirschauer getragen wird. So wurde der Kleinlaster am 09.08.2012 von der Kirche entfernt. Am 14.08.2012 erhielt Frau Donner einen vereinbarten Rückruf der Pfarrerin Dirschauer, bei dem sie mitteilte, dass ein PKW abgeschleppt werden sollte. Obwohl Frau Donner versicherte, dass das Auto mit den Regenschirmen entfernt ist, erwiderte die Pfarrerin:” Das wird teuer, Frau Donner.” Wenig vertrauensbildend beim anzweifeln dieser Sachlage. Offensichtlich ist die neue Pfarrerin nicht ausreichend informiert. Warum? Bedeutet die Einführung einer neuen Pfarrerin Machtkämpfe innerhalb der Marienkirche? Die Versagung der Unterstützung von Occupy und der Kunstaktion von Frau Donner? Diese Fragen würden wir gerne mit Pfarrer Hohberg besprechen. Die Occupy-Bewegung dankt Pfarrer Hohberg für seine großzügige Unterstützung im Namen aller Menschen, die eine friedliche Veränderung zu einer menschlicheren Gesellschaft wünschen.

Dietlind Schmidt

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