Personal Statement concerning a “performance” of burning a book…

22. August 2012 in Blog - alle Themen

German below
Some voices demanded that Occupy Berlin must release a statement in which the „performance“ at the Bebelplatz should be focussed. There were other voices which assume there might be some right-wing or even fascist ideas embedded in the Occupy Berlin movement. In several discussions, specially in Facebook (one threads had over 1000 comments), some well known activists were labeled as fellow traveler of right-wing or Neo-Nazi theories.

1. Occupy Berlin has published a asamblea based statement concerning human rights and zero tolerance towards racism or any kind of discrimination. This declaration has been worked out by more than 100 activists in Berlin in march 2012: http://occupydeutschland.tumblr.com/asamblea20120203

2. The „performance“ at Bebelplatz was not a Occupy Berlin action. There was neither a working group involved, nor any general assembly about this. Occupy Berlin does not have to dissociate itself from any action that has been executed by individuals

3. The protagonists need some clear feedback, that their „performance“ overstepped many different borders. An objective examination in a respectful frame of communication would be reasonable.
4. Occupy Berlin or activist may not be discredited any further, also any further general suspicion on anyone has to be stopped as well.
5. Its neither the responsibility of Occupy Berlin neither the obligation of any individual to be forced to publish any statement concerning any action of individual activists. Occupy Berlin is a movement with a decentral structure without any leadership or decision-making committee. A General Assembly can be used to show a consensus within the movement, but it is not even a legitimation when it‘s supported by a large number of activists to speak or act on behalf of the Occupy Movement. Each activist is and will be a self-responsible individual.
Personally I like to add on that I feel a duty to speak out in terms of the Heinrich Heine quote: „This was a prelude only, wherever they burn books, they also burn people at the end.“. I hope that the responsible people of the „performance“ will reflect their action and will further on apologize to the hunted and the victims of the Third Reich, because the performance also desecrated a memorial.

I am looking forward to see those responsible to put their criticism towards David Graeber, the publishing house Campus and anything else in a form that can be discussed in an appropriate way.

Burning books was an instrument of Nazis and fascists and therefore does not need to be discussed. It is obvious that such a behavior has no resonance within the spectrum of the non-violent protest of the Occupy Movement.

Book burning must be criticized vehemently by everybody who stands for human rights and democracy.

Nevertheless, any call to „exclude“ or „judge“ the responsible ones should not be followed. Instead there should be a dialogue to raise awareness and to answer the question: how could this happen?
—–

 

Es sind einige Stimmen laut geworden, die von “Occupy Berlin” fordern, sich von der Aktion auf dem Bebelplatz zu distanzieren. Es sind auch Stimmen laut geworden, die innerhalb von “Occupy Berlin” rechtes Gedankengut bzw. Akteure vermuten. Einige die sich in diese Diskussion eingebracht haben, wurden dann mehrfach als rechts bzw. als nach rechtsoffen benannt.

 

1. Occupy Berlin hat sich bereits Anfang des Jahres klar gegen Rechts abgegrenzt. Die entsprechende Erklärung ist von mind. 100 Aktivsten erarbeitet und abgestimmt worden. http://occupydeutschland.tumblr.com/asamblea20120203

 

2. Die Aktion von einigen Individuen ist keine “Occupy Berlin” Aktion. Es gab weder eine Arbeitsgruppe noch eine Generalversammlung für die Aktion auf dem Bebelplatz. Occupy Berlin braucht sich nicht von Aktionen distanzieren, die von Individuen durchgeführt werden

 

3. Den verantwortlichen Akteuren muss klargemacht werden, dass sie mit ihrer Aktion etliche Grenzen überschritten haben. Hierzu ist eine sachliche Auseinandersetzung mit der Aktion und eine respektvolle Kommunikation sinnvoll.

 

4. Occupy Berlin oder einzelne Aktivisten an Hand der Aktion zu diskreditieren, unter Generalverdacht zu stellen, muss ebenfalls aufhören.

 

5. Occupy Berlin oder einzelne Aktivisten sind nicht in der Pflicht sich mit Stellungnahmen äußern zu müssen, wenn andere Aktivisten eigene Aktionen machen. Wir sind eine dezentrale Bewegung, ohne Führung oder Komitees. Das Organ der Vollversammlung bzw. Asamblea kann eingesetzt werden, um innerhalb der Bewegung einen Konsens sichtbar zu machen, aber selbst bei einer hohen Beteiligung ist dies keine Legitimierung, um für die Bewegung zu sprechen oder im Namen der Bewegung zu agieren. Jeder Aktivist ist und bleibt ein selbstverantwortliches Individuum.

 

 

Und persönlich möchte ich noch hinzufügen, dass ich mich verpflichtet fühle, im Sinne des Heinrich Heine Zitats: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” hier meine Stimme zu erheben und ich hoffe, das die Verantwortlichen in sich gehen und ihr Handeln noch mal reflektieren und sich dann bei den Opfern des Nationalsozialismus entschuldigen – denn es wurde auch ein Denkmal mit der Aktion entweiht..

 

.. und ich hoffe, das die Verantwortlichen ihre Kritik an Graeber, am dem Campusverlang oder sonst was dann noch mal in eine Form bringen, die sich diskutieren lässt.

 

Dass ein Bücherverbrennung das Mittel von Nazis und Faschisten ist, muss nicht diskutiert werden – das ist unumstritten ein Fakt – genauso, das ein solches Mittel innerhalb von Occupy keinerlei Berechtigung haben kann und auf’s Schärfste zu kritisieren ist.

 

Dennoch sollten die Verantwortlichen und die Beteiligten an der Aktion nicht “ausgeschlossen” oder “gerichtet” werden, sondern es sollte ein Dialog gesucht werden, um diese Grenzüberschreitungen ins Bewusstsein zu holen und auch zu fragen, wie kam es zu solch einer Aktion.

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