Occupy Yourself! – Die nächste Phase der Revolution beginnt

16. August 2012 in Blog - alle Themen

Wenn Du mich fragen würdest, warum ich nach 11 Monaten aus der Occupy Bewegung wieder ausgestiegen bin, dann wäre eine Antwort: der Protest hat sich – hinter den Kulissen – zunehmend in einen internen Machtkampf verwandelt. Und dieser inneren Zersetzung will ich mich nicht länger aussetzen.

Wenn ich mich frage, warum ich mich immer noch mit der Bewegung beschäftige, dann ist eine Antwort: ich bin ein politischer Aktivist, der daran glaubt das wir zusammen einen umfassenden Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik herbeiführen können. DieserGlobal Change kann auch als Revolution bezeichnet werden. Occupy ist aber noch nicht die Lösung gewesen – vielleicht ein Baustein, eine Inspiration, ein Anfang oder auch ein Experimentierfeld.

Nun braucht dieser revolutionäre Prozess einen neuen Kern. Einen Kodex. Und dieser ist menschlicher Natur, denn keine geistige Theorie, wie von den „eigentlichen Anwärtern auf die wahre Revolution“, den Marxisten/ Leninisten/ Trotzkisten/ Sozialisten/ Kommunisten – die uns „endlich“ die langersehnte Revolution in ihrem Sinne bringen wollen – , auch nicht der neue Typus „Wutbürger“, auch nicht der Cyber-Anarchist – hinter der Maske von Anonymous – auch nicht die Hippies oder die Truther, und schon gar nicht die Reichsdeutschen oder Antideutschen… diese Revolution wird nur funktionieren, wenn wir alle (!) – jede einzelne Aktivistin und jeder einzelne Aktivist – alle inneren Ideologien ablegen.

Nicht mehr als Partei- oder Gewerkschaftsmitglied sprechen, sondern authentisch aus Dir selbst heraus. Ohne Ziele agieren, keine hidden agenda mehr im Hinterkopf mitarbeiten lassen – sondern sich in den „Schwarm“ einbringen und gemeinsam Ziele entwickeln…. Jeder Form von Position, Rang oder Karrieresprosse ablegen. Auch andere nicht mehr in Schubladen stecken. Auch jede Form der Hierarchie abbauen. Seine Verantwortung wieder voll zu sich selbst nehmen und eben nicht dem einen oder anderen – still und heimlich – hinterher rennen. Jeder kann diese Bewegung anführen und ein Beispiel sein. Jeder. Und genau deshalb braucht diese Bewegung auch keine Führer mehr. Auch keine, die von den Medien dazu erkoren werden.

Jeder Aktivist spricht für sich selbst und ist doch Teil des Ganzen. Keiner sollte mehr Cliquen oder Mehrheiten mehr im Sinn haben, um sich abzusichern. Wir brauchen Vertrauen und gegenseitige Unterstützung auf diesem Weg authentische Revolutionäre zu werden. Wir müssen uns als Mensch innerlich wieder entdecken, um uns ganz als Menschen begegnen zu können. Gleiche unter Gleichen. Dann hat diese Revolution eine Chance, in die nächste Phase einzutreten…

In diesem Sinne, glaube ich an den Global Change, ich glaube an Occupy, an die Indignados und die Echte Demokratie jetzt! Bewegung – diese vielen Namen, das diese Revolution kreativ, vielfältig und in Bewegung bleibt.

Nun steht uns der schwerste Teil dieses Weges bevor, die Reise nach innen und die Erneuerung von innen heraus. Occupy Yourself!
In diesem Sinne und zum Wohle alle Beteiligten,
Herzliche Grüße,

Florian Zacharias Raffel
https://www.facebook.com/florian.zacharias.raffel 

1 Antwort auf Occupy Yourself! – Die nächste Phase der Revolution beginnt

  1. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gewalt überhaupt keine Lösung bringt. Sie bringt Dich eher hinter Gitter. Wie wäre es hiermit: Man müsste akribisch und leidenschaftlich die Fehler am Wirtschaftssystem aufdecken, veröffentlichen und einen Aufschrei der Empörung nach dem anderen provozieren.

    Jedes Unternehmen fußt auf irgendeine Laiche im Keller, Umweltsünden, kein Mindestlohn, Betrug, Unwissenheit des Konsumenten, Gift im Essen etc. Diese Laichen gilt es zu finden.

    Dann muss sorgfältig und wahrheitsgetreu recherchiert werden. Betroffene Menschen müssen in Bildern und Videos sprechen. Man braucht eine entsprechend großes Publikum, eine Zuhörer-Gemeinde an Multiplikatoren, die die Informationen als Kampagne in die Welt tragen.

    Ziel sollte es sein die jeweils aufgedeckten Fehler abzustellen.

    Damit könnte man auch den einen oder anderen Superreichen dazu bringen mehr Geld für soziale Projekte zu spenden, wenn sie es noch nicht tun.

    Das heißt, Image ist der Schlüssel. Nichts fürchten Unternehmen mehr als den Verlust des eigenen Images.

    Wenn wir es richtig machten, können wir damit auch Geld verdienen.

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