Global Change? Wir scheitern gerade (erstmal) an uns selbst!

30. August 2012 in Blog - alle Themen

“Wie konntet ihr zulassen, dass diese Personen das Steuer übernehmen? Wie könnt ihr zusehen, wie alles zerstört wird, was ihr bereits aufgebaut hattet?” schreibt “Weibliches Wesen” in ihrer Notiz auf Facebook: https://www.facebook.com/WeiblichesWesenWW/posts/337148049710547

Erstmal Danke Weibliches Wesen, oft sind es die weiblichen Kräfte, die die Männer wieder zur Vernunft bringen – in diesem Sinne bin ich sehr dankbar für Deinen Impuls.

Und ich möchte dazu kurz etwas schreiben: Was wir innerhalb der Bewegung – weltweit – erleben – innerhalb von Facebook aber auch innerhalb der Arbeitsgruppen – ist das wir wahrnehmen müssen: zu Wenige sind in der Lage / zu Wenige besitzen noch die Fähigkeiten, empathisch, interessiert, kooperativ und im Vertrauen mit anderen zu interagieren.

Wir scheitern nicht an den Themen, den Visionen, den Lösungsansätzen der weltweiten Protest und Change Bewegungen – wir scheitern gerade (erstmal) an uns selbst!

Was wir erleben ist, das zu viele Menschen vom System bereits so “kaputt” gemacht wurden, dass Angst, Aggression, Hass und Misstrauen innerlich so festsitzen, das ein gemeinsames Arbeiten in einer Gruppe nicht möglich ist. Ganz davon abgesehen ist es zu Vielen nicht möglich, unterschiedliche Standpunkte und Meinungen zuzulassen und positiv lösungsorientiert zu integrieren und gemeinsam Neues zu entwickeln – zu Viele hängen fest in ihren Denkmustern und Weltbildern.

Wir erleben innerhalb der Protestbewegungen / Global Change Prozesse, genau das gegen das wir auf die Straße gehen: Kampf, Machtmissbrauch, Gier, Neid, Gewalt und Ungerechtigkeiten.

Das einige Provokateure, Trolle oder Unterwanderer da auch noch mitgemischt haben, ist fast zu vernachlässigen – der Großteil der Aktivisten ist – auf Grund ihrer ganz persönlichen Sozialisierung in diesem System – unfähig in einer Gruppe – vertrauensvoll und friedlich – zu agieren.

Der Widerstand geht aber weiter. Es ist ein Prozess. Und diese Erkenntnissgewinne sind wertvoll – es gibt keinen Grund dieses als Niederlage oder Versagen zu benennen. Es gibt auch keine Grund jetzt frustriert zu sein oder sich zu schämen, nicht genug gemacht zu haben.

Occupy ist für mich persönlich eine Station gewesen – natürlich mit vielen Hoffnungen verbunden und wir waren auch oft “nah” dran, aber es ist eben nur eine Zwischenstation… und wir dürfen das Positive nicht vergessen, was wir erreicht haben. Aber nun müssen wir uns um das Menschliche bemühen und hier genau hinschauen und uns auf eine Reise nach innen bewegen – hier liegen die letzten Schlüssel verborgen, die uns noch fehlen.

…viele Samen wurden gesät. Einige werden noch eine Weile brauchen, bevor diese aufgehen und wachsen werden.

In diesem Sinne: occupy Yourself.

Light will conquer darkness. Truth will prevail!

4 Antwort auf Global Change? Wir scheitern gerade (erstmal) an uns selbst!

  1. “oft sind es die weiblichen Kräfte, die die Männer wieder zur Vernunft bringen”

    “WIR” sind nicht “EUER” KORREKTIV !

  2. Ich finde das überhaupt nichts gescheitert ist, angesichts des massiven Aufgebotes der BRD, um jeglichen Widerstand im Keim zu ersticken.

    Es ist einfach keine Demokratie, sondern klare Diktatur.

    Ein paar Krimninelle haben ihre Leute in der Politik, welche die Weichen für die Gelder stellen, um den Staatshaushalt über öffentliche Aufträge auszurauben.

    Es gab bereits früher die Freie Republik Wendland. Auch hier wurde gegen die Menschenrechte und das Völkerrecht verstoßen und einmarschiert.

    Der Unterschied zu heute: Damals war Kalter Krieg heute ist Frieden?

  3. Eine Idee kann nicht scheitern nur die Aktivisten können aufhören an der Umsetzung der Idee zu arbeiten und sich stattdessen persönlichen Dingen zuwenden.

    Wir sind soviele verschiedene Menschen. Alle unterschiedlicher Herkunft, unterschiedliche Professionen, unterschiedliche Milieus, unterschiedliche persönliche Ziele und unterschiedliche Vorstellungen einer gerechteren Welt. Das einzige was uns eint ist DASS wir eine gerechtere Welt haben wollen.

    Wir müssen nicht alle gleich sein. Natürlich gibt es Reibereien und aufgrund der Unterschiede zwischen uns sind diese teilweise recht heftig. Aber eben nur weil wir alle gern UNSERE Idee einer gerechteren Welt durchsetzen möchten. Wenn wir das lassen würden und uns auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren, unsere Kräfte bündeln und unsere Unterschiedlichkeiten akzeptieren hätten wir wieder eine Gemeinschaft welche einen Teil des Weges gemeinsam gehen kann.

    Es gibt viele Menschen in der Bewegung welche ich sehr mag, andere widerrum schätze ich aufgrund Ihrer Arbeit, bin ihnen aber nie näher gekommen. Und es gibt Menschen welchen ich lieber aus dem Weg gehe. Aber ich möchte mit ALLEN gern an der Veränderung arbeiten. Meine eigenen Vorstellungen können einfach nicht die allgemeingültige Wahrheit sein, also werden sie auch niemals zum Erfolg führen. Daher arbeite auch ich jeden Tag daran, statt meine Wünsche durchzusetzen sie auf irgendeine Art und Weise mit anderen Wünschen zu kombinieren. Das gelingt mir mal gut, mal nicht so gut. Und ich denke so geht es vielen Menschen auch. Von dem nicht so gut, sollten wir uns aber nicht aufhalten lassen. Das System macht keine Pause. Während wir warten und uns hier und da zerlegen, arbeitet es daran diesen Zerlegungsprozess weiter zu befeuern.

    Und es mordet weiter. Es zerstört weiter. Überall auf der Welt.

    Und wir sollten weiter dagegenhalten. Gemeinsam.

    LG Falk

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