No Border Camp in Köln

5. Juli 2012 in Blog - alle Themen

Vom 13. bis 22. Juli findet in Köln ein No Border Camp statt.
Hier findet ihr Infos, Aufrufe und Flyer in vielen Sprachen:
http://noborder.antira.info
Am 21. Juli wird es am Düsseldorfer Flughafen außerdem eine große Demo
plus Kundgebung geben.

Der Düsseldorfer Flughafen ist ein Ort der Schande: er hat sich zum
Drehkreuz für die maßgeblich von FRONTEX organisierten
Charter-Abschiebungen entwickelt. Tausende Menschen wurden von hier aus
in den letzten Jahren abgeschoben.
Der Großteil der Abschiebecharter aus Düsseldorf fliegt nach Belgrad und
Pristina. Unter Zwang außer Landes gebracht werden vor allem Roma, die
als so genannte „Armutsbevölkerung“ mit allen nur erdenklichen Mitteln
daran gehindert werden sollen, bessere Überlebensmöglichkeiten zu
finden. Viele der Abschiebungen werden mit Air Berlin-Maschinen
durchgeführt. Die wirtschaftlich enorm angeschlagene Fluggesellschaft
bekommt seit Jahren den Zuschlag für fast sämtliche
FRONTEX-organisierten Sammelabschiebungen nach Ex-Jugoslawien. und macht
mit dieser unmenschlichen Praxis gute Gewinne.
Die zweite große Zielgruppe sind nigerianische Flüchtlinge und
Migrant_innen. Abschiebungen nach Nigeria machen gut die Hälfte aller
europaweit koordinierten Abschiebeflüge aus. Nicht zufällig gerät damit
das bevölkerungsreichste Land Afrikas in den Fokus rassistischer
Spaltungsstrategien: Abgeschoben wird, wer als nicht verwertbar und
somit als überschüssig gilt – eine Logik, die nicht zuletzt auf das
globale Ausbeutungsgefälle verweist.

Vielen gelingt es immer wieder, sich hartnäckig und meist mit
solidarischer Unterstützung durch Dritte gegen die eigene Abschiebung
zur Wehr zu setzen. Viele von uns haben Abschiebungen von Freund_innen
und Bekannten erlebt. Wir haben uns gemeinsam gewehrt. Oft mit Erfolg,
aber manchmal haben wir es dennoch nicht geschafft, dieses zur
alltäglichen Routine gewordene Grauen zu verhindern.

Wir kehren am 21. Juli gemeinsam an den Düsseldorfer Flughafen als
Abschiebetatort zurück. Für einen Tag wird sich dieser Ort der Schande
in eine Protestzone des Widerstands gegen das Abschieberegime und seine
Akteur_innen verwandeln. Wir werden dem Flughafen symbolisch seinen
Schrecken nehmen, indem wir für einen kurzen Augenblick ein anderes
Europa der globalen Solidarität aufleben lassen. Wir werden die
Akteur_innen der Abschiebung mit ihren menschenverachtenden Taten
konfrontieren. Wir werden gemeinsam aufstehen – selbstorganisierte
Geflüchtete, Roma-Initiativen und andere Aktivist_innen. Wir werden
diesen Tag nutzen, um tief Luft zu holen. Für einen langen Atem, den wir
brauchen werden, um die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Tanzen zu
bringen.

*Alle die hier sind, sind von hier! Wer bleiben will soll bleiben!*
*Für ein Europa des Willkommens und der Solidarität!*
*Vakti te Ushten! It’s time to stand up! Es ist Zeit aufzustehen!*
*Kommt alle! Bringt euch mit eigenen Aktionen und Beiträgen ein!*

Die Demonstration ist die zentrale Abschlussaktion des No Border Camps,
das vom 13.-22. Juli in Köln stattfindet. Alle sind herzlich eingeladen,
auch bereits in der Woche zuvor gemeinsam zu campen, Aktionen zu machen
und in Workshops zu diskutieren. Genaueres zum Noborder Camp
Köln/Düsseldorf: http://noborder.antira.info/

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