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GelöbNIX- Demonstration, 20.7, 17 Uhr

20. Juli 2012 in Blog - alle Themen

Demonstrationsaufruf:                      

Auch 2012 gibt es wie­der ein “fei­er­li­ches Ge­löb­nis” der Bun­des­wehr in Ber­lin. Mit den öf­fent­li­chen Ge­löb­nis­sen, die bun­des­weit ab­ge­hal­ten wer­den, soll die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Mi­li­tär vor­an­ge­trie­ben wer­den. Sie die­nen der Le­gi­ti­mie­rung der deut­schen Kriegs­po­li­tik. Die Bun­des­wehr soll ein selbst­ver­ständ­li­cher und ak­zep­tier­ter Teil des All­tags wer­den. Wir stel­len uns gegen die­ses Mi­li­tärspek­ta­kel und gegen die Kriegs­ein­sät­ze der Bun­des­wehr! Der Krieg be­ginnt hier der Wi­der­stand auch!

De­mons­tra­ti­on zum Bend­ler-Block
20. Juli 2012 | 17 Uhr
Be­ginn: Ecke Hein­rich-Hei­ne-Str./Kö­pe­ni­cker­str. (U8 Hein­rich-Hei­ne-Str)

nowar.blogsport.de

Interview zum GelöbNIX 2012

Ein In­ter­view mit Alina Meyer vom Ber­li­ner Bünd­nis gegen Krieg und Mi­li­ta­ri­sie­rung zum Ge­löb­nis 2012. Das In­ter­view wurde ge­führt vom Me­di­en­kol­lek­tiv La­rissa Reiss­ner und ist zum Ver­öf­fent­li­chen in un­ab­hän­gi­gen und al­ter­na­ti­ven Me­di­en ge­dacht.

1.) In den letz­ten Jah­ren gab es wegen ge­rin­ger Be­tei­li­gung keine Ge­löb­nix-Pro­test. Warum plant ihr die­ses Jahr wie­der eine De­mons­tra­ti­on gegen das Ge­löb­nis?

Ja, das stimmt 2010 und 2011 gab es keine Ge­löb­nix-Pro­tes­te mehr. Wir den­ken aber, dass das Ge­löb­nis der Bun­des­wehr ein wich­ti­ger An­lass ist an­ti­mi­li­ta­ris­ti­schen Pro­test auf die Stra­ße zu tra­gen. Dass das Thema mo­men­tan keine Mas­sen zieht ist zwar lei­der wahr, kann aber für uns kein Grund sein des­halb keine Pro­tes­te mehr zu ver­an­stal­ten. Wir wol­len mit un­se­rer Ak­ti­on ein Zei­chen gegen Mi­li­ta­ri­sie­rung und Krieg set­zen und un­se­re An­ti-Kriegs-Po­si­tio­nen in der Öf­fent­lich­keit deut­lich machen.Die Bun­des­wehr will mit ihren Ge­löb­nis­sen eine emo­tio­na­le Zu­stim­mung er­zeu­gen und die Ak­zep­tanz der Bun­des­wehr und ihrer Kriegs­ein­sät­ze in der Be­völ­ke­rung ver­grö­ßern. Wir po­si­tio­nie­ren uns ent­schie­den gegen die­ses mi­li­ta­ris­ti­sche Herr­schafts-Ri­tu­al. Wir wol­len dahin gehen, wo der Krieg pro­pa­giert, vor­be­rei­tet und or­ga­ni­siert wird und un­se­ren Wi­der­stand da­ge­gen deut­lich ma­chen.

2.) Mit wel­cher Re­so­nanz rech­net ihr?

Wir hof­fen na­tür­lich, dass trotz Fe­ri­en­zeit mög­lichst viele Men­schen gegen das Ge­löb­nis de­mons­trie­ren wer­den. Wir er­war­ten ei­ni­ge Hun­dert Teil­neh­mer_in­nen. Diese An­zahl reicht aber schon damit das ganze Areal des Bend­ler-Blocks mit ein paar Hun­dert­schaf­ten Po­li­zei voll­ge­stellt wird und aus dem Ge­löb­nis eine Ver­an­stal­tung wird, wel­che si­cher nicht öf­fent­lich ist. Für die Stör­ak­tio­nen Vor­ort hof­fen wir auf den Ein­falls­reich­tum und Krea­ti­vi­tät der Ak­ti­vis­t_in­nen.

3.) Warum habt ihr nicht an­de­re Ak­tio­nen wie Kund­ge­bun­gen über­legt?

Wir haben uns für eine De­mons­tra­ti­on ent­schie­den, weil wir auch an ver­schie­de­nen Orten die mit Krieg und Rüs­tung zu­sam­men­hän­gen vor­bei­ge­hen wollen.Die De­mons­tra­ti­on be­ginnt in der Nähe der tür­ki­schen Bot­schaftund führt unter an­de­rem vor­bei am Bun­des­ver­band der deut­schen In­dus­trie, dem Aus­wär­ti­gen Amt und an den Bot­schaf­ten von Groß­bri­tan­ni­en und den USA vorbei.Wir wol­len mit der De­mons­tra­ti­o­nun­se­ren Pro­test gegen die Bun­des­wehr, Krieg und Mi­li­ta­ri­sie­rung in der Stadt sicht­bar ma­chen.

4.) Wie soll die Demo ab­lau­fen?

Der Auf­takt ist um 17 Uhr am U-Bahn­hof Hein­rich-Hei­ne-Stra­ße. Es geht dann gegen 17:30 durch die ganze In­nen­stadt in Rich­tung Bend­ler-Block. Die De­mons­tra­ti­on ist bis vor dem Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um an­ge­mel­det. Dort auf dem Pa­ra­de­platz wird das Ge­löb­nis statt­fin­den. Wir wer­den mit un­se­rer Ab­schluss­kund­ge­bung bis zum Ende der Ver­ei­di­gung blei­ben und so­viel Lärm ma­chen wie mög­lich. Wir hof­fen,mit un­se­ren Ak­tio­nen, den rei­bungs­lo­sen Ab­lauf der Ze­re­mo­nie ein biss­chen durch­ein­an­der zu brin­gen.

5.) Wel­che Rolle spielt die Ab­schaf­fung der Wehr­pflicht in der Ak­ti­ons­pla­nung?

Durch die Ab­schaf­fung der Wehr­pflicht ist die Bun­des­wehr auf eine of­fen­si­ve Wer­bung an­ge­wie­sen, um neue Re­kru­t_in­nen zu be­kom­men. Das Ge­löb­nis ist dabei eine Form der öf­fent­li­chen Selbst­dar­stel­lung. Die Bun­des­wehr und die herr­schen­de Po­li­tik ist be­strebt das Mi­li­tär als selbst­ver­ständ­li­chen Teil der Ge­sell­schaft zu eta­blie­ren. Die­ses Vor­ha­ben wol­len wir durch­kreu­zen, indem wir zei­gen, dass Sol­da­t_in bei der Bun­des­wehr zu sein be­deu­tet Men­schen zu er­mor­den, um dem deut­schen Ka­pi­tal den Pro­fit zu si­chern.

 

 

1 Antwort auf GelöbNIX- Demonstration, 20.7, 17 Uhr

  1. Die Bundeswehr wird sich zu einem begehrten Arbeitgeber entwickeln, angesichts sinkender Löhne auf einen gesamteuropäischen Niedrigstlohn. Auslandskriegeseinsätze werden ganz normal sein und jene die daran teilnehmen können wird man beneiden um ihren gesellschaftlichen Status und ihren Verdienst. Dass man trotz Abschaffung der Wehrpflicht noch sicher ist genug Kanonenfutter auf freiwilliger Basis zu erhalten, setzt voraus, dass Arbeit im “Niedriglohnsektor” praktisch für die gesamte Bevölkerung zur Normalität wird. Ähnlich wie in den USA, wird der Dienst an der Waffe für den Europäer der Ausweg aus dem Elend und der Garant für die Ernährung der Familie werden. Irgendwelcher Protest gegen die Gelöbnisse der Bundeswehr, oder gegen den Militärdienst überhaupt sind sinnlose Spielerei. Es kümmert niemanden. Jene die es tun mögen sich wichtig fühlen, aber sie sind es nicht. Der Protest auf der Strasse zeigt dem System nur, dass wir unzufrieden sind. Das hat auch schon der Bundespräsident Gauk erkannt und er erklärte, dass er die “Occupy-Bewegung” lächerlich findet. Das tat er bevor er offen für den Krieg und das Sterben deutscher Soldaten geworben hat.
    Für Herrn Gauk und seine militaristische Bande ist jeder Tropfen Blut zu schade, doch wenn wir diese Bande los werden wollen, werden wir uns militarisieren müssen.

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