Katalog, für was?

22. Juni 2012 in Blog - alle Themen

8 Antwort auf Katalog, für was?

  1. Bei all der berechtigten Kritik an Selbstdarstellung und reformistischen Belanglosigkeiten, an dem Erwachungsgeschwätz u.s.w. sollten wir nicht vergessen, dass dieser Katalog von einer kleinen Gruppe erstellt wurde, nicht alle in der Biennale Aktiven damit einverstanden waren/sind, einige Menschen nicht gefragt wurden ob sie abgebildet werden möchten und es im Rahmen der Autonomen Uni sehr gute Veranstaltungen gab die weit über diesen Hochglanz Diarrhoe hinaus gehen.
    Gruß,
    H.

  2. Nicht sauersein über das professionelle portfolio von occupy. Möglichwerweise hatten die Macher ja eine günstige Möglichkeit die Dinger zu drucken und es wurde unbewußt vom System bezahlt:)

    Um die Leute aus dem bisherigen System auf sich aufmerksam zu machen muß man auch solche Marketingkonzepte nutzen, damit Occuppy nicht immer nur als bunte Freaks hingestellt wird die man nicht ernst nehmen kann. Hauptsache das man Möglichkeiten findet die Druckerei und Kopien nicht vom Kühlschrank finanzieren zu müssen.

    Warum so wenige leute aktiv sind liegt möglicherweise an Repressalien durch verscheidene Behörden, Ämter und Agent(ur)en. Die Mühlen laufen hinterrücks. Denn wir leben hier nicht einer Demokratie, sondern in einem gut abgesicherten Marionettenstaat der nur ein paar kriminellen, skrupellosen Reichen gehört.

    Macht Flugblätter und sucht kostenlose Kopierer! Es stehen überall welche herum.

  3. ari sagte am 25. Juni 2012

    Ich finde eure Art zum Kotzen! Anstatt konstruktive Kritik zu geben, zerreisst ihr lieber diejenigen, welche noch mit euren Aktionen sympathisieren. Habt ihr sie noch alle? Jetzt mal ganz ehrlich, im KW ist auch nicht viel los, aber durchaus gibt es einen politischen Diskurs, welchen die Meisten ja so gerne führen würden, aber niemals sich aufraffen werden… WARUM?
    Was ist los mit euch? Wollt ihr noch mehr separieren? Oh ja geile Idee, dann wird es niemals was mit “UNITED for GLOBAL change”… im KW sind u.a. ein Haufen super kreative Spanier und US-Amerikaner, welche liebend gern mit euch Aktionen machen und die “Berliner Bewegung” kennenlernen wollen, um sich über Ideen und Erfahrungen aus zu tauschen. Aber dazu hat der allgemeine Hauptstadtaktivist auch keine Ambitionen. Na wie schade ist das denn … Außerdem möchte ich hierbei nochmals darauf hinweisen, dass es wohl noch das ein oder andere acampada hier in Berlin gab und gibt. Darum verteilt es sich momentan…

    Jetzt lehne ich mich noch weiter aus dem Fenster: Ich bin nicht mehr für die Idee, Jede und Jeden mit in die/meine Aktionen ein zu beziehen. Mir sind viele Menschen in und um occupy/indignados/echte demokratie jetzt/acampada/…. viel zu unreflektiert.
    Anstatt dass wir uns hier in Berlin auf ein paar Dinge konzentrieren zerfasern wir uns immer weiter. Dezentralität ist in meinen Augen auch wichtig, doch nur solange eine bestimmte Anzahl an Personen mitmacht, alles andere ist absolut schwachsinnig und vollkommene Selbstüberschätzung.
    In meinen Augen ist die “Bewegung” in Berlin tot, da auf Kommunikation und Partizipation einfach mal geschissen wird, was wahrscheinlich aus Gründen der Übermüdung und Überanstrengung resultiert. Es waren in Berlin ab 15. Oktober erstmals viel mehr Leute, als zu Zeiten des ALex, welche sich selbst einbrachten, seitdem sind es immer weniger…

    Lasst euren Frust bitte nicht an den anderen aus! Berlin braucht noch ein bisschen mehr Zeit als Barcelona oder New York. Bitte bekämpft nicht diejenigen, welche nach euren Augen, nicht den Stein richtig auf den zugefrorenen “Kapitalismus-See” zu schmeißen vermögen, nur weil sie sich nicht der gleichen Technik bedienen wie ihr.
    ABRAZO

    • Danke für deine Ergänzung ari,
      ich hab den Clip nicht gemacht, nur gefunden und hochgeladen, der Debatte wegen!
      Auch wenn ich selbst gerade in Berlin nicht aktiv sein kann habe ich die Aktivitäten der AU sehr genau beobachtet und bin begeistert von einigen Diskursen, bei denen es um mehr geht als um oberflächliche und ziellose Empörung, gerade deshalb finde ich es so schade, dass jene beginnende, tiefere Kapitalismus Kritik in diesem seltsamen Katalog überhaupt nicht zum Ausdruck kommt, sondern im Gegenteil die Bewegung als diese schwammige, reformistische Gruppe von “Erwachten” dargstellt wird, dieses Bild trägt dazu bei kluge, politisch denkende Menschen abzuschrecken und dieses “Werk” bei dem es unschwer erkennbar in erster Linie darum geht einzelne “Künstler” und “Aktivisten” bekannt zu machen wurde an alle möglichen Institutionen von Politik bis Presse versendet. Schade !
      Dennoch, muss immer alles für tot erklärt werden, dass nicht so läuft wie wir es uns vorstellen?
      Gruß,
      H.

  4. ari sagte am 26. Juni 2012

    Ich habe den Katalog nicht gelesen… Wenn das stimmt, dann gebe ich dir natürlich recht mit der Aussage, dass politisch denkende Menschen abgeschreckt sind, genauso wie ich bei so einem Wortlaut…

    Ich bezog mich nicht auf den Inhalt, da ich mir den Katalog nur 30 Sekunden lang angesehen habe und mir kein wirkliches Bild davon machen konnte, sondern auf die Art und Weise wie in dem Film-Ausschnitt Kritik geübt wird… Sorry, das geht für mich zu weit!

    Das ist purer Realismus, in dem Moment in dem sich die Menschen gegenseitig blockieren, den anderen fertig machen und ihr/ihm vorhalten wie sie den Stein “richtig” zu Schmeißen haben, gibt es keine Bewegung.
    Jetzt würde ich mich nur wiederholen, deshalb habe ich nichts mehr dazu zu sagen ;)
    Danke für den Diskurs Hellena!

  5. Da ham mas wieder….Gegeneinander anstatt Miteinander reden. Ich finde den Katalog auch mehr als unnötig und als reine Geldverschwendung und ich danke den Menschen die continuierlich am Alex mit Umbrellas sitzen. Aber das hier ist kein Wettbewerb, wer den Größten hat und der Schönste is etc pp. sondern ein Versuch, die Menschen aufmerksam zu machen. Auf Mißstände. Und Alternativen. Und ja ….die Biennale erfüllt sehr wohl einen Zweck. Es sind dort die unterschiedlichsten Menschen aus verschiedensten Ländern , sehr informative Workshops und mittlerweile auch sehr gut gemachte Aktionen a la occupy (siehe Katapultaktion) Weiter werden fast täglich folgen in den nächsten Wochen. Jeder leistet seinen Beitrag und die Meisten da, wo sie das Gefühl haben sich am Besten einbringen zu können. Gerade jetzt…….nach den ganzen 12 M und 15 J Bla Bla bildet sich hier endlich wieder der alte Spirit. Dafür danke ich all Denen, die mich durch Ihre Anwesenheit , wieder daran erinnert haben. Wir kämpfen nich gegeneinander sondern nur zusammen. Wenn auch nich immer an gleicher Stelle :)

  6. Florian Hauschild schreit auf FB und ich finde, das sollte auch hier stehen:

    Da die aktion als kunst tituliert ist, will ich sie als solche auch kritisch würdigen…zeigt sie doch sehr schön die sozialstrukturellen hintergründe der unfähigkeit zur selbstbefreiung des lumpenproletariats…bildung – hier dargestellt als buch – wird als anrüchig angesehen, der protagonist scheint sichtliche freude zu haben zu zerstören, was ihn vielleicht befreien könnte…oder sehen wir hier gar eine grundsätzliche verachtung der kultur als solcher? zumindest jener art von kultur die über die bierbraukunst hinausgeht? “wenn er es doch nur lesen würde, was er da zerstört”, denkt sich der geneigte zuschauer unweigerlich..aber der kurzfristige, geifernde lustgewinn des protagonisten obsiegt über den harten, zähen weg der bildung und wissensaneignung. der auftretende nebendarsteller unterfüttert die aversion des plebs gegenüber der bildung mit den worten “alles hochglanz” wodurch gleichsam dem zuschauer die selbsterniedrigung des hier präsentierten milleus vor augen geführt wird. einzig und allein der naiv-liebreizende selbstbetrug aus dem off “wenigstens haben wir jetzt schöne herzen” verschleiert – wenn auch eher auf tragikomische art und weise – die ganze hoffnungslosigkeit in der sich die bildungsfernen schichten, wahrscheinlich ohne es zu wissen, befinden. alles in allem eine wunderbare, ausdruksstarke arbeit. :-)

  7. An Herrn Hausschild,
    dieser Kommentar, so sehr ich den an antideutsche Polemiken erinnernden Humor schätze, zeigt deutlich die arrogante Unfähigkeit sogenannter bildungsnaher Schichten die notwendige Brücke zu schlagen, die doch eine der zentralsten Anliegen der Bewegung sein sollte!
    Von der mehr als verurteilenwerten Tradition Kritik mit der Vernichtung von Büchern Ausdruck zu verleihen einmal abgesehen, liegt der Katalog inhaltlich nur äußerst knapp über dem Niveau seiner Zerstörung, seine Lektüre ist keines Falls geeignetes Werkzeug Menschen ihrer Bildungsferne zu entrücken. Einem Zweck diente er allerdings allemal und zwar dem schier unstillbaren Drang Einzelner sich in der Öffentlichkeit mit dem Charme der Bewegung zu dekorieren.
    Gruß,
    H.

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