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Ihr habt verloren! (offener Brief an die globale Finanzelite)

5. Juni 2012 in Blog - alle Themen

Liebe globale F.E.!

Kaum seid Ihr- bzw. sind Eure Beauftragten zurück aus den USA (vom Bilderbergertreffen), habe ich schon eine ganz schlechte Nachricht für Euch: Ihr könnt gar nicht gewinnen. Denn das System, nach dem wir die Welt von Euch regieren lassen, hat einen grundsätzlichen Konstruktionsfehler. Und den möchte ich mal kurz erklären:

Ihr seid reich und das Volk ist fleissig. Zugegeben, König Midas war auch reich (für eine gewisse Zeit, bis er merkte: Gold kann man nicht essen). Also braucht Ihr das Volk mehr, als umgekehrt. Das ist für sich genommen schon mal keine ganz gute Ausgangsbasis für Euch.

Damit das Volk nicht ‘drauf kommt & auch weniger vor Eurer Haustür herumlungert, hat es dann seine Politiker bekommen. Diese Politiker haben heute, wie damals, eine ganz spezielle Aufgabe: diejenigen zu verstecken, deren Interessen sie tatsächlich vertreten! Nämlich Eure. Also werden Politiker auch nur von der sogenannten Elite, d.h. von Euch, gebraucht. Das ist ein überschaubarer Kreis, würde ich sagen … Und bedeutet umgekehrt: das Volk braucht weder Eliten noch Politiker.

Okay, bisher haben’s nicht sehr viele Menschen gemerkt. Sie sind einfach viel zu sehr damit beschäftigt, genau auf Eure Anweisungen zu achten und dabei zu überleben … Dummerweise(?) geht’s aber immer mehr Menschen ausgerechnet dadurch mittlerweile schlecht.

Dazu kommt noch F. Schiller, der bereits wusste: “Die Grossen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen”. Demnach seid Ihr, liebe F.E., nur das Produkt der Masse aller Menschen… Und zwar auch nur genau so lange, wie die Euch (noch) gehorcht. Nur, wie gesagt: je länger sie das tut, desto schlechter geht es ihr.

Das wisst Ihr, liebe F.E., nicht wahr? Denn Ihr seid gar nicht so blöd, wie die meissten Menschen denken, dass unsere (= Eure) Politiker es sind.

Apropos! Da muss ich jetzt mal ‘ne Lanze brechen! Unsere Politiker sind nicht blöd! Die sind total toppes Spitzen-Personal, das Beste vom Besten – nur eben im Sinne der Eliten. Für Euch tun sie wirklich alles). Ich sag’ nur: Staatsverschuldung, Finanzkollaps, Zinsexplosion / Iran-Krieg & (atomare) Konfrontation mit Russland, China / AKW + “End”lager / Massenverelendung a’la Griechenland / Genfood (breitet sich ganz von selber aus) / Nanotech / Chemtrails / Zerstörung der Krankenversorungs- und Sozialsysteme, und, und, und. Wenn das nicht kreativ ist!

Aber wo war ich stehen geblieben? Ach ja, das Denken! … Euer Denken und unseres ist prinzipiell vom selben Strickmuster – nur, dass es Euch (= 1%), im Gegensatz zum Rest (= 99%), materiell masslos nützt. Und ich fürchte, genau hier liegt der Hase im Pfeffer (s.a. Oben, der Masse geht es dadurch immer schlechter):

Das Denken folgt der herrschenden Wertelehre meiner Welt (K. Marx lässt da grüssen: Die herrschende Lehre war seit jeher nur die Lehre der herrschenden Klasse) und hat entsprechend auch nur ein einziges Ziel: “Ich will mehr Besitz!”… = Ich will “Kapitalismus”. Das kapitalistische Denken war für die Entwicklung der Menschen vielleicht mal wichtig gewesen, als es noch ökologisch viel besser funktionierte. Heutzutage ist es aber nichts weiter als ein Dinosaurier aus den Feudalzeiten der Kaiser und Könige (wirtschaftliches Wachstum über alles … Und das an einem Ort begrenzter materieller + ökologischer Ressourcen, nämlich dieser Welt) Entsprechend wird es den Weg alles Irdischen gehen müssen.

Tja, und die Dinosaurier … Die sind bis auf diejenigen in Jurassic Park inzwischen auch alle verstorben.

Ihr lieben Reichen: sollte das Prinzip von Teile und Herrsche also einmal nicht mehr funktionieren (d.h. sollten die Menschen verstehen, das es ihnen umso besser geht, je mehr sie sich zur Abwechslung mal um andere Menschen kümmern, anstatt um Euch und um Eure Anweisungen), werdet Ihr fleissiger werden müssen. Wie ich Euch so einschätze, wird das kaum geschehen. Da sprengt Ihr diese Welt vorher lieber in die Luft … Okay, das könnt ihr natürlich versuchen. Nur – dann verliert Ihr alles (das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen)

So wie das aussieht … Ihr habt verloren.

14 Antwort auf Ihr habt verloren! (offener Brief an die globale Finanzelite)

  1. Puuhh, da fällt es mir allerdings extrem schwer mich mit Polemik in Zaum zu halten. Ich versuchs trotzdem der Netiquette wegen.
    Aber da haste nun wirklich die ganze Palette an krudem Verschwörungskram aufgefahren, fehlen nur noch die Ufos und die BRD-GmbH. So einfach kann Politik sein, die Milchmädchenrechnung mit den 99% plus 10 geheimnisumwobener Youtube Clips und fertig ist das ERWACHEN. Habe gerade das Programm der Autonomen Uni auf der Biennale durchstöbert, leider ist der workshop über strukturellen Antisemitismus und der zu vereinfachten Welterklärungen http://occupybb7.org/node/218
    schon vorbei, sonst hätte ich sie dir wärmstens empfohlen, aber vielleicht hats ja wer aufgenommen.
    Gruß,
    H.

    • alpha sagte am 6. Juni 2012

      Na klar ist das vereinfacht; es sollte ja auch unterhaltsam sein. Aber weil es Missverständnisse gibt hier nochmal das Wesentliche (Danke übrigens fürs Feed):

      Meine Meinung ist: nicht die Bilderberger (= Synonym für materiell wohlhabende Oberschicht) sind Ursache allen Übels, sondern das Individuum. Zitat: “Demnach seid Ihr, liebe F.E., nur das Produkt der Masse aller Menschen” => Im Mittelpunkt steht also der Egoismus, d.h. die Denkweise eines jeden Einzelnen. Ich finde, dass Egoismus nicht unbedingt schlecht sein muss. Es kommt darauf an, wie weit entwickelt er ist. Ich unterscheide da den primitiven Egoismus (= Hauptsache ich bekomme, was ich will. Das Schicksal der anderen ist mir egal) vom entwickelteren E. (= ich weiss, dass es mir am Besten geht, wenn es allen am Besten geht).

      Aus dem primitiven E. entsteht eine Machtpyramide (= ich gehorche fast blind meinen Vorgesetzten, die Vorgesetzten gehorchen, die Vorgesetzten gehorchen) Und die Spitze dieser Machtpyramide ist schliesslich diejenige Schicht, welche aktuell durch die Bilderberger repräsentiert wird. Es sind aber NICHT “die” Bilderberger. Die sind nur das Produkt der Masse aller Menschen (deshalb auch mein mitfühlender Ton im offenen Brief) !

      Jetzt muss die Macht-Pyramide nicht unbedingt destruktiv sein (ohne gewisse Grundordnung gibt’s schnell Anarchie) … Aber sie wird es durch den primitiven Egoismus! Denn je nachdem, wieviel Macht dem Individuum gegeben wird, verändern sich für gewöhnlich dessen Ziele => der König hat ganz andere Pläne und Sorgen, als seine Diener. So kommt es zwangsläufig dazu, dass sich die Masse aller Menschen von einer Minderheit regieren lässt, dessen Pläne ganz anders sind, als es sich die Masse aller Menschen wünschen würde. Ich weiss natürlich nicht, wie es euch geht – aber ich erkenne das z.B. an Staatsverschuldung, Finanzkollaps, Zinsexplosion / Iran-Krieg & (atomare) Konfrontation mit Russland, China / AKW + “End”lager usw.

      Fakt ist: Alles ist mit Allem verbunden (Chaostheorie) und wir sind alle Opfer und Täter gleichzeitig. Das Polarisieren bringt da gar nichts (= wir sind die Guten und die anderen die Bösen). Ich hoffe, das ist nicht generell so verstanden worden. Wenn wir eine bessere Gesellschaft haben wollen, dann müssen wir unser Denken ändern. Sonst kommen “die Reichen” immer wieder. M.E. sind nicht “die Reichen” das Problem, sondern das Denken & Handeln der Masse aller Menschen.

      Helena, Deinen Link habe ich mir angeschaut. Ich denke, er passt zu diesem hier:

      Das Ding Namens Regierung
      http://www.youtube.com/watch?v=jDjf6KYiffA

      Anja

      PS:
      Und was die Ausserirdischen angeht ..
      http://www.exopolitik.org/

      Ich “glaube” übrigens auch an Kornkreise!
      http://www.kornkreiswelt.at/

  2. alpha sagte am 6. Juni 2012

    Jetzt bin ich neugierig:
    a) welche Verschwörung steht im Raum?
    b) welche Fakten gibts dagegen?

    Ich habe die Weisheit nicht gepachtet und lasse mich gerne überzeugen.
    Gruss & Thx ..

  3. Hört auf sie anzugreifen und lächerlich zu machen. Sie interessiert sich für Politik, das tun nicht viele junge Menschen. Was soll sie anderes denken, in einer Welt die von den kapitalistischen Medien kontrolliert wird? Natürlich glaubt sie an die Finanzelite, die Bilderberger und an all den anderen Kram der durch das Internet geistert. Irgendwann wird sie sich systematischer mit der Gesellschaft und den Ursachen für dieses Chaos befassen. Vielleicht liest sie Marx, vielleicht erkennt sie den Unterschied zwischen dem was sie jetzt denkt und echter, unverkürzter Kapitalismuskritik. Vielleicht erkennt sie den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Faschismus. Am Ende verurteilt sie dann nicht mehr die Spieler, sondern das Spiel, dann ist sie mit ihrer Erkenntnis weiter, als so mancher Occupy oder so genannter Antifaschist ;-) .

    • Hallo Paul,
      Kritik angenommen!
      Auch wenn ich von meinem Kommentar abgesehen nichts finden kann was als Angriff zu deuten wäre und ich Polemik, wenn auch nicht für das Beste, aber durchaus für ein legitimes Werkzeug halte um Menschen zur Selbstkritik anzuregen. Gerne könnte ich deinen Optimismus teilen, der davon ausgeht, dass sich aus dem Interesse an Politik über den Umweg die Butterberger doof zufinden beinahe automatisch mit der Zeit eine umfangreiche Systemkritik entwickelt.
      Das Interesse an Politik alleine ist kein Grund zur Schonung, im Gegenteil, auch Faschisten interessieren sich für Politik. Leider bleiben viele Menschen bei vereinfachten Welterklärungen stehen und verteidigen sie erbittert, schlicht weil sie einfach sind und Halt bieten in diesem Interpretationschaos, darin sehe ich eine große Gefahr. Interessant finde ich aus welcher Position heraus du die Kritik kritisierst, kann es sein, dass du genau die Haltung die du hier Verschörungsideologie Gegnern vorwirfst selbst einnimmst in dem du den “sogenannten Antifaschisten” mal eben kurz von oben erklärst wie die Welt wirklich funktioniert. Antifaschismus reicht nicht, Antikapitalismus ohne Antifaschismus aber auch nicht.
      Gruß,
      H.

      • “kann es sein, dass du genau die Haltung die du hier Verschörungsideologie Gegnern vorwirfst selbst einnimmst in dem du den “sogenannten Antifaschisten” mal eben kurz von oben erklärst wie die Welt wirklich funktioniert. Antifaschismus reicht nicht, Antikapitalismus ohne Antifaschismus aber auch nicht.”

        Det isset ja wat ick sagen will, wenn de schon antifaschistisch daher kommst, denn musste och ma begreifen woher det Dingens Faschismus kommt, nämlich aus die Unzufriedenheit mit dit Erklärungsmodel vonne Demokratie, die ja so inne Kapitalismus jar nich funktioniert. Det bejreift die Antifa aber nich und so ham se mir och weiter in die bornierte Art und Weise jeantwortet. Antifaschismus is ja jut, bloß der in Deutschland hat keene Zähne weilja die Kritik ja überhaupt jar nich bejründet werden kann. Die Ursachen ham unsre Parteien, die Antifa und och de Linken uff Jrund de Nachkriegslüge von de so genannten Unvereinbarkeit von Demokratie und Faschismus nich begriffen.

  4. alpha sagte am 8. Juni 2012

    Die Anja, die an Kornkreise “glaubt”: Anja Richter (Spitzname “alpha”, wie “Anfang”)

    Und grüss’ Dich, Paul! :D Danke wg. dem Beistand mit dem charmanten Wink.

    Für mich stellt sich die Welt aktuell so dar (bin aber auch erst seit Ende ’06 auf der Suche nach der Wahrheit):

    1. Die Mehrheit aller Menschen lebt nach falschen Werten!

    2. Dadurch bekommt eine Minderheit ungeheure Macht!

    3. Entsprechend verändern sich die Möglichkeiten und Ziele dieser wenigen Menschen:

    4. Sie denken anders, als die Mehrheit, und wollen ihre ungeheure Macht vergrössern. Grenzenlose Gier ist dazu ganz wichtig!

    5. Als Folge verhindert diese Minderheit, dass die Mehrheit ihre Werte entwickelt. Im Gegenteil: sie veröden deren vorhandene Entwicklung noch weiter bzw.

    6. verschlechtern deren Lebensumstände, schüren Hass und Agression zum Abbau von Energie, die der Veränderung dienen sollte.

    Daraus folgt… Der Kreis schliesst sich im Sinne einer herrschenden Minderheit -> 1.

    Aus dem Grund, denke ich, ist die Entwicklung unserer Gesellschaft ohne Veränderung ihrer Werte unmöglich: diejenigen, die vom aktuellen Zustand am meissten profitieren und entsprechende Macht angesammelt haben, bewahren diesen Zustand nicht nur, sondern sie verstärken ihn auch noch. Sie verhindern sämtliche Veränderungen im Sinne der Masse aller Menschen. Es ist “das System” … Aber “dem System” geht ja noch was voraus: das ist der Mensch. Der Mensch baut sich sein System. Und wenn das dann schlecht funktioniert, könnte es meiner Meinung nach nur an ihm selber liegen.

    Deshalb glaube ich, dass es ein mentales Problem ist! Die Menschheit muss sich geistig entwickeln, wenn es für sie auf dieser Welt eine Zukunft geben soll. Und deshalb interessieren mich eigentlich weniger die Minderheiten (sog. Eliten), sondern vielmehr die Völker, die sich (noch) von ihnen führen lassen.

  5. alpha sagte am 10. Juni 2012

    Hey Paul,

    lieben Danke für die Links (bin gerade bei Teil 4)!

    Bourgeoies, Sozialismus und Kommunismus – das interessiert mich sehr. Sind aber mächtige Themen… Ich riskier’s mal, dazu was zu schreiben. Denn einige “alte Bekannte” habe ich schon entdeckt:
    - die Machtpyramide
    - die extrem entgegengesetzten Ziele zwischen Vertretern der Pyramidenspitze (Bourgeoies) und des Pyramidenbodens (Arbeiterklasse) mit dem Sozialismus als “Puffer”
    -> die enormen, daraus entstehenden Spannungen!

    Falls ich das so richtig verstanden habe, deckt sich das voll mit meinen Beobachtungen dazu, was in unserer Gesellschaft ganz falsch läuft.

    In der World Socialist Web Site (http://www.wsws.org/de/) hatte ich schon früher Ansätze erkannt, die ich gut finde: die länderübergreifende Sozialisierung der (Arbeiter)Schichten z.B., bzw. die Betrachtung von Betroffenheit ohne nationale Grenzen (“wir sind alle Eins”). Aber speziell zum Kommunismus oder Soz. dann meine Hausaufgaben zu machen (= Begriffe zu lernen und zu verstehen, woher sich was ableitet) – davor hatte ich mich bisher gedrückt. Durch deine Links werden die Hintergründe klarer.

    Was ich bisher nicht verstehe (da kommen aber auch noch ein paar Teile vom kommunistischen Manifest): sind Kapitalismus und der bekannte Kommunismus nicht zwei Seiten der selben Madaille?
    -> Kapitalismus: die dicksten Geldbeutel bestimmen = Minderheitsregierung mit verrückten Zielen (gemessen an denen des Volkes)
    -> Kommunismus (z.B. China / teilweise, DDR, Nord-Korea): diejenigen, die “am gleichsten” sind (Zentralkomitee etc.), bestimmen = Minderheitsregierung mit verrückten Zielen (gemessen an denen des Volkes)

    Apropos! Hier ist eine Reportage, die mich schockiert hat – nicht nur wg. der Berichterstattung (Mainstream eben, mit entsprechend viel westl. Propaganda. Den letzten Teil hab’ ich mir geschenkt). Sondern speziell deshalb, weil’s so wiederlich ist, was eine allmächtige kommunistische und total verrückte Regierung mit den Menschen macht.

    Wunderwelten Nordkorea 1/5 (Sart)
    http://www.youtube.com/watch?v=VSb6TNoAAfc&feature=related

    Also, zwischen so einem Kommunismus und der NWO im Endstadium erkenne ich aktuell nur wenig Unterschied :]

    Euch allen einen schönen restlichen SO & LG!

    • Hallo Alpha Anja

      Kommen wir gleich zum Punkt.

      „sind Kapitalismus und der bekannte Kommunismus nicht zwei Seiten der selben Madaille?“

      Der „bekannte“ Kommunismus kann nur der theoretische Kommunismus sein, denn einen praktischen Kommunismus, also eine geldlose Gesellschaft existierte bisher nur in der Steinzeit, vor Erfindung des Geldes. Dieser Urkommunismus hat allerdings wenig mit dem theoretischen Kommunismus zu tun, so wie Marx ihn lehrt. Marx hat mit seinen Schriften die Gesellschaft tiefgründig und wissenschaftlich untersucht. Emotionslos und folgerichtig sind seine Schlussfolgerungen. Der Kommunismus nach Marx ist eine Gegengesellschaft zum Kapitalismus, also ein Model von einer gerechten Gesellschaft, welche nicht wie der Kapitalismus zwangsläufig im Desaster enden muss, weil nur ein kleiner Teil der Menschen Vorteile daraus zieht. Kommunismus und Kapitalismus sind also nicht die zwei Seiten einer Medallie, sondern zwei völlig verschiedene Dinge. Stell dir die gesellschaftliche Entwicklung des Menschen als eine Leiter vor, welche der Mensch Sprosse für Sprosse erklimmen muss. Jede Sprosse ist wichtig und der Mensch muss sie erst einmal gehen, aber er darf auf keiner der Sprossen verharren, wenn er sich weiter entwickeln will. Eine der Sprossen war die Feudalgesellschaft (Leibeigene und so). Diese Sprosse hat der Mensch erreicht und mit dem Beginn der industriellen Revolution hat er die nächste Sprosse, den Kapitalismus erklommen. Am Anfang war der Kapitalismus tatsächlich ein Segen und eine Weiterentwicklung für die Menschheit. Sieh dir nur den unglaublichen technischen Fortschritt der letzten 200 Jahre an! Doch, der Kapitalismus hat mit der Globalisierung seinen Zenit erreicht, er ist voll entwickelt und er bringt den Menschen nicht mehr weiter. Im Gegenteil, durch die absolute Polarisierung des Kapitals und durch die Herausbildung von industriellen Imperien (Imperialismus) wird der Kapitalismus jetzt zum Hemmschuh, ja sogar zur existenzbedrohenden Gefahr für die Menschheit. Machen wir jetzt mit dieser Gesellschaftsform weiter, so werden wir in weniger als 20 Jahren all unsere Ressourcen verbraucht und unsere Zivilisation zerstört haben. Es ist Zeit für eine neue intelligente und gerechte Gesellschaft an der alle partizipieren und die vorausschauend und sparsam mit den Ressourcen des Planeten umgeht. Ich habe keine Ahnung, ob uns diese Gesellschaft sofort in den Kommunismus führt, aber die Erkenntnisse von Marx bilden eine extrem wichtige Grundlage für den Aufbau einer neuen und nicht profitorientierten Gesellschaft. Manche glauben, sie könnten auf Marx verzichten und sie wollen das Rad neu erfinden. Gerade bei den neuen Protestkulturen überall auf der Welt finden wir diese Verhaltensweise. Ich finde das voraufklärerisch. Viele Menschen glauben immer noch, dass man mit dem Kapitalismus Frieden machen kann und, dass es eine bessere Welt trotz kapitalistischem Gesellschaftssystem geben kann. Doch ohne echte Revolution und das komplette Abschaffen des Kapitalismus werden wir die Geschichte immer nur wiederholen. Es wird immer wieder nur eine neue Trinity geben, die immer wieder in der selben Matrix aufwacht.

      Punkt 2

      „…weil’s so wiederlich ist, was eine allmächtige kommunistische und total verrückte Regierung mit den Menschen macht.“

      99% von dem was du über nicht kapitalistische Länder in unseren Medien hörst ist gelogen und reine Propaganda. Ganz aktuell dazu die Lage in Syrien. Zweifellos finden dort grausame Massentötungen statt, doch wer diese Tötungen begeht ist nicht klar. Mit hoher Wahrscheinlichkeit stecken vom Westen ausgebildete und mit Waffen versorgte Killerkommandos dahinter. Man will unbedingt eine militärische Intervention rechtfertigen. Aber zurück zum angeblich heute existierenden Kommunismus. Es gibt kein kommunistisches Land. Am weitesten vom Kommunismus entfernt ist China. In China haben wir einen Pseudokommunismus, also eine angeblich kommunistische Regierung, aber eine kapitalistische Wirtschaft. Das ist Paradox möchte man meinen. Das was China treffender beschreibt ist der Begriff Staatsmonopolkapitalismus, also eine Form von Monopolkapitalismus, in der die Macht nicht von einzelnen Konzernen, sondern von einer zentral gesteuerten Staatsverwaltung ausgeht. Über die Hintergründe in Nordkorea weis so gut wie niemand etwas, denn das Land ist komplett abgeschottet, aber auch hier ist auf dem Weg zum Kommunismus wohl etwas gründlich schief gegangen. Nordkorea und China sind keine Beispiele für eine kommunistische Gesellschaft und unsere Regierenden nutzen das aus, um antikommunistische Propaganda zu betreiben.
      Gute Beispiele für Länder die sich wenigstens auf dem Weg in eine bessere Gesellschaft befinden sind einige Staaten in Lateinamerika. Venezuela, Bolivien und jetzt sogar auch Argentinien. Auch die cubanische Revolution ist trotz aller Versuche der Konterrevolutionäre noch immer ein Zeichen der Hoffnung. Auch folgender fall aus Mexico macht Hoffnung:

      http://womblog.de/mexiko-signal-aus-chern

      In diesem Zusammenhang sei auch die Bewegung EZLN genannt (einfach googeln).

      Ergo, zwischen Kommunismus(den es noch nicht gibt) und einer NWO im Endstadium (welche es nie geben wird), besteht ein himmelweiter Unterschied. Das eine ist Hoffnung und das Andere nationalistische Fiktion.

      Hoffe gedient zu haben und schön mit Marx weiter machen ;-)

  6. alpha sagte am 11. Juni 2012

    Ach Paul, das ist so lieb, wie sehr Du mir geholfen hast! Danke Dir … <3

    In diese Materie werde ich mich einarbeiten.

    Ganz LG aus dem "Stuten-Garten" (Stuttgart)!

    Anja

  7. Nachschub!
    Wenn du das Manifest durch und verstanden hast…höre es ruhig mehrmals…dann habe ich hier das Buch der Bücher für dich. Marx-Das Kapital! Alles als MP3 Files einzeln downloadbar und völlig kostenlos. Das Kapital durchzuarbeiten verschlingt jedoch ca. 2 Monate an zeit. Nimm dir diese Zeit zum verstehen, einfach nur hören hat wenig Sinn.

    http://archive.org/details/Marx-Kapital

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