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Don´t Forget Fear

21. Juni 2012 in Blog - alle Themen

Dies ist eine kurze, persönliche Stellungnahme zum Scheitern des Versuchs, einen safe-space für Frauen in der Biennale einzurichten.

Die Idee, einen safe-space einzurichten ist u.a. entstanden, weil Frauen, die in der Biennale geschlafen haben, sich dort unwohl gefühlt haben und den Ort deshalb wieder verlassen haben. Unabhängig von der Frage, inwieweit Geschlechter kulturell konstruiert sind, weiß zumindest jede Frau, die Opfer sexueller und/oder physischer Gewalt geworden ist, dass es Situationen gibt, in denen Männer und Frauen nicht gleich (stark) sind. Für mich persönlich war die Angst vor sexuellen Übergriffen ein Grund, nicht im Camp zu schlafen.

Dem Argument, wir müssen uns einfach nur vertrauen, muss ich widersprechen. Vertrauen kann man nicht voraussetzen oder einfordern. Es muss sich entwickeln. Die Art und Weise, wie auf der Mailingliste der Biennale diskutiert wurde, empfinde ich als nicht vertauensfördernd.

In Gruppen, in denen die Spontaneität und die Bedürfnisse der einzelnen weiterhin der dogmatischen Unterwerfung und Verfolgung anheim fallen, treten unweigerlich Zersetzungsprozesse in Kraft, die aus der Gruppe einen Sauhaufen und aus dem Sauhaufen ein Schlachtfeld, sich gegenseitig bekämpfender Individuen machen. (Dieter Duhm, Angst im Kapitalismus)

Das Scheitern einen Schutzraum einzurichten, für Frauen mit Angst, macht mir Angst. Das Leugnen jeglicher Unterschiede macht mir Angst. Unsere Unfähigkeit, mit diesem und anderen Konflikten umzugehen, macht mir Angst.

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