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Bahrain – Verbotene Bilder (Diese Sendung ist nicht für Minderjährige geeignet.)

14. Juni 2012 in Blog - alle Themen

Was in Bahrain geschieht, erfährt man lediglich aus Amateurvideos auf YouTube und Aktivistenberichten via Twitter. Die Filmemacherin Stéphanie Lamorré teilte allerdings kürzlich während eines einmonatigen illegalen Aufenthaltes im Land das Leben der Aufständischen. Um unabhängig zu berichten, schmuggelte sie eine Filmkamera ins Land, mit der sie dann verdeckt drehte.
Seit einem Jahr demonstrieren Menschen in Bahrain unter Lebensgefahr. Es gab schon 60 Tote, eine hohe Zahl in einem Land mit nur 600.000 Einwohnern. Die Forderungen sind dieselben wie in Syrien, Ägypten und Tunesien: Demokratie und Freiheit. Doch durch das Einreiseverbot für Journalisten und das Anheuern von amerikanischen Spin Doctors ist es dem kleinen Königreich gelungen, die tatsächlich existierende Protestbewegung im Land vor der Weltöffentlichkeit zu verbergen. Zu ihrem Unglück stehen die Aufständischen von Bahrain strategisch auf der Verliererseite. Das Land ist ein Satellit Saudi-Arabiens und ein Verbündeter des Westens. Die friedlichen Demonstrationen bahrainischer Zivilisten wurden sogar von Panzern der eigens eingerückten saudischen Armee niedergeschlagen; eigentlich ein militärischer Überfall auf eine unabhängige Nation, auch wenn von offizieller Stelle “zur Wiederherstellung der Ordnung” erwünscht.
Stéphanie Lamorrés Aufnahmen – auch aus belagerten Dörfern im Landesinneren – dokumentieren die politische und soziale Lage sowie die täglichen gewaltsam unterdrückten Demonstrationen des Inselstaates. Ihre wichtigsten Begleiterinnen vor Ort – Nafissa, Maryam und Zainab – verkörpern drei verschiedene Schicksale und vermitteln drei Sichtweisen auf ein Land, dem die Arabische Revolution untersagt ist. Die furchtlosen Aktivistinnen erläutern, wie lebenswichtig ihnen die Sichtbarmachung ihrer Forderungen ist. Eine mutige und bewegende Dokumentation über die Geschichte eines Aufstandes gegen die Staatsgewalt.

(Frankreich, 2012, 52mn)
ARTE F

Erstausstrahlungstermin: Di, 12. Jun 2012, 21:43
weitere Ausstrahlungstermine: Sonntag, 17. Juni 2012, 05:00
Dienstag, 19. Juni 2012, 10:50
Themen: Dokumentationen, Geopolitik & Geschichte

http://videos.arte.tv/


Die Aktion “25.000-Euro”

Die Aktion 25.000 Euro ist eine Initiative des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS). Sie richtet sich in künstlerrischer Form gegen das handeln der Eigentümerfamilie.

Der Waffendeal

Vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings sprach Angela Merkel im Mai 2011 von einer “historischen europäischen Verpflichtung, den Menschen, die heute in Nordafrika und in Teilen der arabischen Welt für Freiheit und Selbstbestimmung auf die Straße gehen, zur Seite zu stehen”. Das ist Deutschlands Beitrag zum „Arabischen Frühling“: 270 High-Tech-Panzer für Saudi-Arabien. Der Leopard 2A7+ ist nicht irgendein Kriegsgerät. Er wurde speziell entwickelt für den Einsatz in Städten. Nach Herstellerangaben ist er für die “asymmetrische Kriegsführung” und die “Bekämpfung von Einzelpersonen” konzipiert. Die Liste der “Features” klingt wie Musik in den Ohren von Diktatoren, die Aufstandsbekämpfung betreiben wollen: Räumschild, geringer Wendekreis (“So wendig und schnell wie eine Wildkatze”), verkürztes Kanonenrohr, Klimaanlage und ferngesteuerte Waffenstation.

270 Panzer gegen die Demokratie

Despotischer geht es kaum: Freedom House stuft Saudi-Arabien auf einer Skala der politischen Rechte und Freiheitsrechte von 1 (größte Freiheit) bis 7 (geringste Freiheit) als nicht frei (7) bezüglich politischer Rechte und nicht frei (7) bezüglich Freiheitsrechte ein. Im Demokratie-Rating des Economist landete Saudi-Arabien auf Platz 161 (von 167 Ländern). Demnach gehört Saudi-Arabien zu den 10 autoritärsten Staaten der Erde. Im vergangenen Jahr hat die saudische Führung im In- und Ausland zahllose Menschenrechtsverbrechen begangen, viele davon mit Waffengewalt. Einige der schlimmsten ereigneten sich im Nachbarinselstaat Bahrain bei der Niederschlagung der demokratischen Bewegungen.

quelle: http://25000-euro.de/

3 Antwort auf Bahrain – Verbotene Bilder (Diese Sendung ist nicht für Minderjährige geeignet.)

  1. Ein wirklich schwer zu ertragender Bericht der sehr wütend macht. Wütend macht der Bericht auch, weil unsere Medien nicht darüber berichten und weil RTL in Bahrain ein Formel 1 Rennen übertragen hat und das mit dem Wissen, dass dort schwere Menschenrechtsverstöße geschehen. Die Zeitungen sind voll mit Berichten von Mord und Folter in Syrien, doch in Bahrain geschehen eben so schreckliche Dinge, welche nirgendwo erwähnt werden. Ich denke es braucht keiner weiteren Beweise dafür, dass es dem Westen nirgendwo in der Welt um Menschenrechte geht, sondern nur um wirtschaftliche Interessen. Die gleichgeschalteten „Qualitätsmedien“ prangern Verbrechen nur dort an, wo es für die westlichen Konzerne profitabel sein könnte, wenn man dort militärisch eingreift. Jede militärische Intervention des Westens ist nichts weiter als Marktpolitik und hat in keinem einzigen Fall den Schutz irgendwelcher Menschenrechte als Ziel. Es ist unseren Moralaposteln in den Regierungen völlig egal, ob Menschen geschlachtet werden oder nicht. Im Gegenteil, die Morde in Syrien sind mit hoher Wahrscheinlichkeit von westlichen Geheimdiensten organisiert worden, um der Öffentlichkeit eine Intervention plausibel zu machen.

    Die mutigen Frauen und Männer in Bahrain führen einen ungleichen Kampf, welcher immer nur Opfer auf ihrer Seite kosten wird. In der irrigen Hoffnung, dass Demonstrationen irgendetwas an den Herrschaftsverhältnissen ändern könnten, werden sie sich jeden Tag aufs neue töten lassen. Dem König ist es egal, ob er einen, hundert oder tausend Demonstranten töten muss. So lange er nicht mit Gewalt gestürzt wird, wird sich für die Menschen in Bahrain nichts ändern. Hilfe von außen wird es nicht geben, denn es besteht für den Westen kein Interesse die Machtverhältnisse in Bahrain zu ändern. Die einzige Chance für das Volk von Bahrain besteht darin, den Kampf bewaffnet und genau so brutal zu führen, wie es die Armee auch tut. Wenn das Volk leben will, dann muss der König sterben!

  2. Bahraini Protesters Break Through The Security Power Grip

    Bahraini citizens protest against the government and demanding their rights in an elected government. The protests were launched in Duraz village at the west of the capital Manama this afternoon.

    Bahrainisiche Bürger protestieren gegen die Regierung und verlangen ihre Rechte durch eine gewählte Regierung. Die Proteste starteten heute Nachmittag in Duraz einem Dorf westlich der Hauptstadt Manama.
    20. July 2012

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