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Entwurf einer Erklärung für den 12. Mai

2. Mai 2012 in Blog - alle Themen

Wir sind heute hier, weil wir – wie alle Menschen – gut und glücklich leben wollen. Dazu brauchen wir keinen großen materiellen Reichtum, sondern einfach nur eine sichere Existenz, die Möglichkeit zur Entfaltung unserer Persönlichkeit und Selbstbestimmung, Liebesfähigkeit und Bedingungen, die das Wohlbefinden von uns Menschen fördern. Wir wollen Jobs, die nicht nur uns dienen, sondern auch unseren Kindern eine Zukunft bieten. Dafür gehen heute weltweit Millionen von Menschen unabhängig von Religionszugehörigkeit, Ideologien und Parteien auf die Straßen und Plätze.

Wir sind heterogen, vielfältig und haben unterschiedliche Lebensentwürfe. Wir sind aber bereit, diese in Frage stellen zu lassen und die Selbstbezogenheit und den uns antrainierten Egoismus aufzugeben. Wichtig für uns ist, dass jeder Mensch als einzigartiges Individuen anerkannt wird und jeder Mensch die gleichen sozialen Rechte – unabhängig seiner/ihrer Herkunft und der bisherigen sexuellen Zuordnung – genießen kann.
Uns eint, dass wir alle besorgt und wütend/zornig sind, weil die herrschenden Verhältnisse unsere Existenz bedrohen.

Die vorherrschenden Verhältnisse und gesellschaftlichen Strukturen folgen dem Diktat der Sachzwänge der organisierten Unmenschlichkeit, die nach abstraktem Reichtum und Reichtumsakkumulation strebt. Dagegen begehren wir auf!

Wir haben diesen Sternmarsch – als Teil einer global agierenden Bewegung – für heute organisiert, um sowohl unsere Empörung zu artikulieren als auch Lösungsansätze zur Überwindung der  “organisieren Unmenschlichkeit” und ihrer Misere mit ständigen “Stress-Tests” und “Krisen-Gipfeln” zu finden und diese zu versuchen, in die Praxis umzusetzen.

Von Kindheit an wurden wir auf das Konkurrenzprinzip hin erzogen, doch wir wollen nun versuchen kooperativ und solidarisch füreinander tätig zu werden.
Wir wollen miteinander eine Gesellschaft aufbauen, die dem Wohl des konkreten Individuums -also auch Dir – dient.

Zunächst einmal müssen wir uns Zeit füreinander nehmen, uns unsere Sorgen und Nöte mitteilen und alle, die noch dem Stress des Arbeitslebens ausgeliefert sind, die, die noch unter den Bedingungen der Lohnsklaverei existieren und die ihre Lebensenergie und -zeit an das Kapital verkaufen müssen, dazu einladen..

Wir lehnen uns dagegen auf, zu einem “effizienten Humankapital” und zu folgsamen Konsumidioten einer immer grausamer werdenden, neoliberalen Wirtschaft zurecht gebogen zu werden ! Zunehmend werden wir enteignet, da kommunale Ressourcen (Trinkwasser, Seen, Bäder, Parkanlagen, Wälder, Wohnungen) an private Anleger verscherbelt werden und wir uns den Zugang dazu bzw. Erwerb davon kaum noch leisten können.

Wir wollen es nichtg mehr hinnehmen, dass menschliche Arbeitskraft für Waffenproduktion und Schund verausgabt wird ! Menschliches Leben, Kultur, Bildung, Gesundheit bzw. und unser physisches, psychisches und mentales Wohlbefinden darf weder Verhandlungsmasse der Mächtigen noch Handelsware auf dem Weltmarkt bleiben!

Viele von uns sind  bereit, zivilen Ungehorsam zu leisten und sich das Recht auf Protest, Widerstand und Überwindung des Neoliberalismus – z.B. durch einen sozialpolitischen Streik – zu nehmen, auch wenn wir gegen Gesetze, Eigentumsprinzipien und Verordnungen der bisherigen Lobbies und ihrer Ordnungsmacht verstoßen müssen.

Wir wollen, dass “Frieden”, “Gesundheit”, “Menschenrecht”. “globale Gerechtigkeit”, “soziale Chancengleichheit” und “Solidarität” keine inhaltsleeren Phrasen und Termini bleiben, sondern sie mit Inhalten gefüllt werden und versuchen, sie zu Zielen unserer auf konkreter Praxis beruhenden neuen Bewegung und unseres Engagements zu machen.

Unser Ziel ist ganz einfach: Diese Erde, dieser Planet mit seinen Naturschätzen soll allen Menschen gleichermaßen gehören, denn wir sind Gäste auf ihr und müssen deshalb mit allen Ressourcen und Lebewesen verantworungsbewusst umgehen, um sie für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Wir rufen Euch dazu auf, daran mitzuwirken !

Diese Erklärung ist inspiriert von den Kämpfen der Arbeiter*innen in Tunesien und Ägypten, vom ‚Spanischen Manifest’ und den Kämpfen der Arbeitenden in Griechenland, der Occupy-Bewegung in den USA sowie dem sozialen Engagement in vielen weiteren Ländern, in denen Studierende für gute Bildung auf die Straße gehen. Außerdem solidarisieren wir uns mit den Kämpfen der Afrikaner*innen gegen Landgrabbing und Neokolonialismus und allen Aufständischen gegen Diktaturen. Wir hoffen, dass wir gemeinsam langfristig die versteckteste aller Dikataturen: die der Ware-Geld-Beziehung überwinden können!

Wir verstehen den heutigen Tag als Fortsetzung unserer Bemühungen des letzten Jahres, wo wir begonnen haben, miteinander in direkten Austausch zu treten und gemeinsame Verständigungsprozesse einzuüben, die immer darauf abzielten, nicht halbherzige Kompromisse zu erzielen, sondern einen Konsens.

Ohne Kommunikation keine Revolution !

Lasst uns deshalb nun miteinander kommunizieren und füreinander organisieren !

3 Antwort auf Entwurf einer Erklärung für den 12. Mai

  1. Alinka sagte am 2. Mai 2012

    Dieser Entwurf basiert auf Entwürden samt Debatten im “Titanpad”. Es wäre schön, wenn er schnellstmöglich in die englische Sprache übersetzt werden würde.

  2. mm sagte am 2. Mai 2012

    Nur zur Richtigstellung: Im Pad wird weiter diskutiert und der Text entwickelt, dies ist offensichtlich Alinkas’s Stand der Debatte, auch wenn dieser Übersetzungsaufruf am Ende so was endgültiges hat.

  3. Alinka sagte am 3. Mai 2012

    Ich wollte nur Menschen mit einbeziehen, die die deutsche Sprache nicht können und ich wollte einfach meine Kritik am Enwurf von Yann konstruktiv umsetzen, d.h. einen in sich kohärenten Text als Alternative schreiben. Auch mein Text kann zerrupft, kritisiert und ergänzt werden.

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