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Eine Partei für Occupy?

23. Mai 2012 in Blog - alle Themen

Also … Die Etablierten sind es nicht: Grüne betreiben Kriegshetze, machen den Weg frei für Kohlekraftwerke und verschieben den Atomausstieg; sie haben den Schlossgarten (Stuttgart 21) zerstört; unter SPD + Grünen wurde die Agenda 2010 mit den Hartz-Gesetzen realisiert (Existenzzerstörung + schleichende Volksenteignung etc.); die Märkte wurden entfesselt und die Privatisierungswellen losgetreten (ausserdem das Bankgeheimnis zerstört etc.); SPD + Grüne zusammen verpflichteten die Bundeswehr zum Auslandseinsatz und wofür CDU + FDP stehen dürfte auch klar sein. Die ersten deutschen Piraten freuen sich bereits auf ihr Treffen mit Henry Kissinger, dem Bilderberger-Mann, im Axel-Springer Haus (auf Twitter nennen sie ihn schon mit Vornamen) und die Linke hat mal wieder ganz viel Pech mit ihrer Pyramidenspitze. Da kann man wohl nichts machen … Ausser die nächste Wahl zu boykottieren und den Herrschenden dadurch ein bequemes “Weiter so” zu ermöglichen. Oder?

Wohl kaum! Gestern habe ich eine Partei entdeckt, die dermassen aus dem Rahmen fällt, dass ich sie euch kurz vorstellen möchte.

Die Wenigsten dürften schon mal von der “NEIN!” – Partei gehört haben. Aktuell ist das noch eine recht kleine engagierte Gemeinschaft mit sehr überschaubarem (aber bestimmt nicht einfachem) Partei-Programm: sie will gegen alle Entscheidungen im Bundestag stimmen! Einzige Ausnahme: Alle Gesetze und Initiativen, welche die Entscheidungsgewalt direkt dem Volk übertragen, wird die Nein-Partei voll und ganz unterstützen. Was ich persönlich so genial daran finde, ist: dieses Programm vereint die Menschen, anstatt sie zu teilen! Denn viele dürften wohl mittlerweile der Meinung sein, dass die Marionetten-Regierung – egal welche – unwählbar geworden ist. Apropos! Ich weiss nicht, wie es so bei euch ist, aber zumindest auf den Wahlplakaten in Stuttgart geben sich die Kandidaten inzwischen nicht mal mehr ansatzweise Mühe, überhaupt noch Programme oder Slogans vorzustellen. Da gibt’s einfach nur Bild + Name, fertig. Obwohl – eigentlich ist das ja auch sehr clever. So können sie für nichtgehaltene Versprechen anschliessend keinen “Batscher” abbekommen.

Mehr Infos dazu:

Nein-Partei: Das Recht, nein zu sagen

http://www.sein.de/news/2012/mai/nein-partei-das-recht-nein-zu-sagen.html

Nicht wählen bringt nichts.

http://www.nein-idee.de/nicht-wahlen-bringt-nichts/#more-168

6 Antwort auf Eine Partei für Occupy?

  1. schon vergessen? keine führer, keine parteien, keine fahnen! und das alles nicht ohne grund.

    es hat nur wochen gedauert, bis sich die ersten zu führern stilisierten, die fahnen tauchen auch auf jeder demo wieder auf. (insbesondere attac und die linken) und nun gerade mal 7 monate seit dem 15. oktober und es ist wieder die rede von parteien? ein wunder, daß hier nicht vorgeschlagen wird, eine occupy-partei zu gründen…

    schade, daß so schnell vergessen wird/ wurde, was eigentlich gut und richtig war. womit ich nicht nur das hier meine, sondern noch ein bißchen mehr.

  2. alpha sagte am 25. Mai 2012

    SOrry, das habe ich wohl ganz schlecht formuliert (& Danke an alle, die mir zwischenzeitlich nicht das Fell über die Ohren gezogen haben :) Natürlich meinte ich nicht, dass sich Occupy irgendeiner Führung unterordnen sollte bzw. die sogar an ihre Spitze stellen (was zum Glück auch gar nicht geht). Ich meinte nur: die NEIN! – Partei könnte für gewisse Zeit ein gutes Werkzeug sein, um die Herrschenden innerhalb ihres eigenen Systems zu stören … Mehr, als durch den bekannten Wahlboykott. Sie wäre vielleicht ein Zeitgewinn für umfassendere Änderungen, keine endgültige Lösung. *stöhn* :(

    Für mich ist klar: wenn man sich innerhalb des vorgegebenen Systems bewegt, also Parteien erschafft oder wählt, kann man dieses System logischerweise nicht ersetzen bzw. ernsthaft stören. Man erkennt ja bereits dessen Grundregeln an. Mann kann sich nur immer wieder neue Joschka F’s erschaffen.

    Ich glaube, die endgültige Lösung ist ausschliesslich das Denken und Handeln im WIR – also weg von der Macht-Pyramide, hin zur Macht-Fläche. Sollte Occupy (oder eine andere Bewegung) tatsächlich auf die Idee kommen, sich hirarchisch zu organisieren, dann passiert sicherlich wieder genau das gleiche, was bisher immer passiert ist: die Spitze wird unterwandert und alle, die sich davon führen lassen (müssen), werden verraten und verkauft. Aktuelles Beispiel: Piratenpartei. Davor, und das hat mich ziemlich direkt betroffen, war’s die Bewegung gegen S21. Ich häng’ meinen letzten Artikel, den ich bei den Parkschützern gepostet hatte, mal an – sozusagen als Warnung, wie subtil das mit der Fixierung auf die Spitzen dann so läuft:

    http://www.parkschuetzer.de/parkschuetzer/33349

    • dein name “alpha” ist ja auch schon sehr sprechend. also egal, was du schreibst, du gehst offenbar davon aus, ein alphatier zu sein. und wer so denkt – wie soll der ein wir schaffen sollen, oder teil eines WIR sein? außer jetzt als alpha natürlich.

  3. ganz davon abgesehen, denke ich, daß es im ganzen gesehen stuttgart21 war, daß hier in deutschland endlich etwas in bewegung gebraqcht hat und immer noch bringt. gerade die hartnäckigkeit der stuttgarter trägt sehr dazu bei. ich habe sie auch bei der blockupy-demo in frankfurt erlebt, wo stuttgart ziemlich stark vertreten war.

    also meinen vollen respekt nach stuttgart. stuttgart hat die latente lethargie angesichts der zustände, die fast schon resignation war, in deutschland durchbrochen und damit dafür gesorgt, daß hier überhaupt wieder hoffnung keimen kann. (allerdings denke ich inzwischen, daß es wohl noch eine generation braucht, bis “kampferfahrung” wieder herangewachsen ist und sich bewußtsein gebildet hat. aktuell herrscht die spaß- und eventgeneration. wie soll man damit veränderungen schaffen?)

  4. alpha sagte am 25. Mai 2012

    Naja, als Alpha-Tier würde ich mich jetzt nicht gerade bezeichnen. Woher der Name kommt: Ich hatte mal ‘ne Auszeit bei den Parkschützern. Zurück im Forum wollte ich mir dann das “hey, kannst also doch nicht ohne uns leben” ersparen … Aber ich hasse Lügen. Deshalb kam ein falscher Name bei der Wiederanmeldung nicht in Frage. Also musste es eine Abkürzung sein; der Anfangsbuchstabe meines Namens. Dabei dachte ich: “Anfang” klingt sowieso gut, wo doch soviel am Ende ist. Ich erinnerte mich an “Alpha & Omega” => Gott ist der Anfang und das Ende … Und weil ich mich als Teil von Gott verstehe (wie alles andere auch, das existiert), schien mir Alpha ganz passend zu sein. Damit man mich besser einschätzen kann, so nach dem Motto “schaut’ mal in diesem/ jenem Forum nach, falls ihr mich sucht” (bzw. aus Bequemlichkeit :) , behielt ich den Namen dann.

    Was meine Message angeht .. Ich bin mittlerweile äusserst misstrauisch denjenigen Menschen gegenüber, die sich irgendwo an die Spitze setzen (wollen) bzw. die dort schon sind. Ja klar, ich will die Gesellschaft verändern … Und als Mitläufer geht das nicht! Aber als Führungsfigur (wenn ich überhaupt das Zeug dazu habe), da hebe ich ab -> geht also auch nicht. Bleibt dann nur das Anonyme. Anonym ist aber geheimnisvoll … Das macht andere wiederum misstrauisch. Aber damit muss ich wohl leben. Ich hoffe einfach, dass Argumente überzeugen (wobei’s auch keine “Einbahnstrasse” ist)

    Hier habe ich meine Message (& mich) übrigens vorgestellt:
    http://network-99.com/index.php?option=com_kunena&func=view&catid=4&id=523&Itemid=24

    Wg. den Parschützern! Ja, das war was Besonderes. Ich weiß nicht, ob Ihr von dem doppelten Regenbogen gehört habt: Rückblick 2010: es war damit begonnen worden, die Nord-Fassade abzureissen. Wir kamen vor dem Bahnhof in einer Blitz-Demo mit einigen tausend Leutz zusammen (das “Blitz” übrigens wortwörtlich, da Gewitter). Aber in dem Moment, als wir uns zu einem Sternenmarsch in vier Gruppen aufgeteilt hatten und losgehen wollten, brach plötzlich die Sonne durch … Über den Resten der Fassade strahlte dann ein doppelter Regenbogen! Das aus dieser Bewegung ein bundesweites Widerstands-Signal wurde – das ist schön! Aber innerhalb der Bewegung wurden zu viele grosse Fehler gemacht, besonders auch mit der Zensur (Missbrauch-Butto, der vor Geisslers “Vermittlung” ein Unterstützer-Button war). Heute gibt’s kaum noch Mitglieder.

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