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Aufstände verknüpfen sich bei Biennale – EINLADUNG ZUM MITWIRKEN

4. Mai 2012 in Blog - alle Themen

Bereits im letzten Jahr wurden Menschen der global aufgekommenen sozialen Bewegungen 15M | Indignadxs | Occupy | RealDemocracyNow | Arabischer Frühling von den Kurator_innen der diesjährigen Berlin Biennale eingeladen, die 400qm große Halle des KunstWerke-Gebäudes vom 27. April bis zum 1. Juli 2012 für ihre Tätigkeiten zu nutzen. Mit der Pressekonferenz vom 25. April wurde dieses Projekt nun begonnen.
Doch Achtung, dies ist kein Kunstprojekt oder Publicity-Gag! Wir errichten einen explizit politisch-gesellschaftlichen Raum, in dem Menschen aus Berlin und aller Welt zusammenkommen, um Versammlungen, interaktive Wissensaneignung, gemeinsame Strategieentwicklung, direkte Aktionen politischer Intervention sowie andere Formen politisch-gesellschaftlichen Engagements auf die Beine zu stellen. Es geht dabei um die Schaffung eines Global Square, der die Aufstände miteinander vernetzt, in Beziehung bringt und so der Koordinierung und Stärkung sozialer Kultur gegenüber der Arroganz der Macht dienen soll.

Es geht auch darum, die erstarrte Welt der Kunstobjekte und der alltagsfernen ästhetischen Erfahrung aufzubrechen und radikales Leben stattfinden zu lassen, das die Kunst aufhebt, sich auf gesellschaftliche Gestaltung richtet und ausstrahlt in diese kalte Yuppie-Wüste, die Berlin-Mitte inzwischen geworden ist.

Wir schießen quer. Andere Menschen als sonst üblich werden konfrontiert mit gesellschaftskritischen Themen.

Es folgt nun eine Beschreibung der Arbeitsgruppen, darunter eine kurze Liste einiger Aufgabenfelder, bei denen Ihr gerne mitmachen könnt:

Die Autonome Universität ist ein Teilprojekt der Präsenz der Bewegungen bei der Berlin Biennale, das sich dem Teilen von Fähigkeiten und Wissen, der Organisierung von Debatten und Diskussionen, dem Zusammenbringen relevanter Ideen zum weiteren Aufbau der Bewegungen sowie der Stärkung menschlicherer Alltagsstrukturen widmet. Unsere Aktivitäten reichen von dem Veranstalten von Kursen zum Spannungsverhältnis zwischen Kapitalismus und Demokratie über Trainings in Techniken direkter Aktion bis hin zum Aufbau einer kollektiven offenen Bibliothek.
Mehr als nur ein Ort der Kritik an der bestehenden Ordnung zu werden strebt die Autonome Universität an, Menschen aus diversen Hintergründen zusammenzubringen um wichtige Erfahrungen zu teilen und neue Strategien zu entwickeln. Wir bezwecken, eine Plattform für Selbstbildung zu errichten, die aus den Beiträgen von Menschen aus den Bewegungen und lokalen Widerstandsstrukturen, von kritischen Intellektuellen und anderen Gästen entstehen wird.
Seid Ihr interessiert, ein Projekt im Rahmen der Autonomen Universität zu organisieren, einen Workshop zu gestalten, einen Dokumentarfilm vorzuführen, eine Diskussion in die Wege zu leiten oder an dem Aufbau der Bibliothek mitzuwirken? Dann schickt einfach eine Email an autonomousuniversity@gmail.com. Das Programm findet Ihr auch im Kalender.

Occupy Communication und Dialog: erfahrene ModeratorInnen aus der Occupy Bewegung werden mindestens dreimal wöchentlich – je nach Bedarf auch spontan – partizipative und nicht-hierarchische Gruppendiskussionen, Asambleas genannt, organisieren. Wir möchten Kommunikationsformen, die gewalt- und konkurrenzfrei sowie anti-diskriminierend sind und auf den Prinzipien der gemeinsamen Achtung sowie Vertrauen basieren. In einen gemeinsamen Dialog zu treten ist eines der wichtigsten Ziele des Forums, die Asamblea darunter nur eine von vielen verschiedenen Formen, in dem sich dieses entfalten kann. Link: Asamblea-Blog

Creative Actions Working Group: Diejenigen AktivistInnen, die stärker in Bildern wie auch Worten denken, werden Performances und Aktionen sowohl in den KW wie auch im öffentlichen Raum in Berlin veranstalten. Die wenigen Kunstobjekte, die ausgestellt werden, sind Modelle für alternatives, nachhaltigeres Leben, auf die Erfüllung von Grundbedürfnisse ausgerichtet, die den Menschen darüberhinaus etwas mehr Unabhängigkeit von profitorientierten Systemen ermöglichen.

IT Working Group: Das Internet hat einzelne regionale oder lokale Bewegungen zu einer gemeinsamen globalen Bewegung gemacht. Bei den Indignadxs | Occupy Biennale werden die IT-Affinen der Bewegung ein ComLab einrichten, wo sie Wissen und Technologien teilen werden. Per LiveStream werden sowohl Bilder aus der weltweiten Protestbewegung in den internen Raum als auch aus dem Raum in die Welt gebracht.

Im Hacklab werden Aktivisten an alternativen Informationssystemen arbeiten, sowie an Projekten wie Secushare, Lorea und TheGlobalSquare, die sich auf soziale Interaktion im Netz beziehen. Anfänger können sich in Workshops über freie digitale Umfelder informieren und die Grundlagen des Daten- und Privatsphärenschutzes aneignen. Konferenzen werden abgehalten zu Themen wie freie Software, p2p Technologie/Theorie, Medienaktivismus, Netzneutralität oder Informationsfreiheit. Dies wird ein zweimonatiges niemals ruhendes Hackathon.

Die Working Group Kinder und Jugend wird sowohl für die Teilnahme und Teilhabe von jungen BesucherInnen sorgen als auch Workshops von jugendlichen AktivistInnen organisieren.

Einige der konkreten Aufgabenbereiche, bei denen Ihr gerne mitwirken könnt. Schickt dazu einfach eine Mail an: partizipationbiennale@googlemail.com:

  • Workshops und Debatten organisieren
  • Veranstaltungen per Video, Audio oder Verschriftlichung dokumentieren
  • Übersetzen der Webseite, von Veranstaltungen und Versammlungen
  • Den Ausbau der Webseite mit vorantreiben
  • Beim Aufbau der digitalen internationalen Kommunikationsstruktur mitarbeiten: TheGlobalSquare
  • Kommunikation mit Widerstandsgruppen hier und anderswo ausbauen und verfeinern
  • Bei der Logistik helfen
  • Hunderte Gespräche mit Interessierten führen :-)

Wir rufen alle Menschen, die neugierig beziehungsweise wütend und unzufrieden sind, die für Veränderung kämpfen oder mitkämpfen wollen – dazu auf, an den Aktionen und Treffen teilzunehmen. Wir organisieren uns und gestalten unsere Zukunft selbst.

Bedenken?

‘Aber die Biennale wird von der Kulturstiftung des Bundes finanziert und teilweise auch von BMW, der Schering-Stiftung und der amerikanischen Botschaft unterstützt.’

  • Bitte geht auf unseren Teil auf der Biennale-Seite und klickt bei ‘Nicht unsere Partner’ auf ‘Hier klicken’
  • Enteignet die Enteigner, nutzen wir diese Plattform, um eine Staats- und Kapitalverwertungskritik hör- und sichtbar zu machen.

‘Die Bewegungen in einer Galerie? Da kommt’s doch zum Zoo-Effekt und zur Selbst-Musealisierung!’

  • Die Besucher_innen werden gleich in Gespräche auf gleicher Augenhöhe verwickelt, so dass es schwierig ist, die Trennung zwischen Konsument_in und Gestalter_in aufrecht zu erhalten.
  • Musealisierung findet deswegen nicht statt, da es vor allem um Weiterentwicklung der Kommunikationsstrukturen, um Selbstbildung und Erfahrungsaustausch geht. Es sind wenige Dinge vorhanden, die sich um Abbildung der Bewegungen drehen.

Quelle: cc, http://de.indymedia.org/2012/04/329127.shtml

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