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Vorschlag für eine mögliche Prozedur der 12M Kundgebung am Alexanderplatz

21. April 2012 in Blog - alle Themen

Versuch einer gemeinsamen ‚Erklärung der Menschen vom Alexanderplatz’

Wenn die Demozüge am 12. Mai gegen 16Uhr am Alex zusammenlaufen und damit aus möglicherweise 4 kleineren Gruppen sich doch eine beachtliche Menge von Menschen versammelt, bleibt eine gemeinsame Stunde, bis am Neptunbrunnen der Markt der Ideen beginnt. Dazu möchte ich einen Vorschlag unterbreiten.

Die hier vorgestellte Idee ist, eine ‚gemeinsame’ Erklärung erst ‚zu verabschieden’ und dann gemeinsam auszusprechen.

Ich bitte, den natürlichen Reflex, damit würden Menschen auf etwas vorgefertigtes festgenagelt und verengt, solange zurückzustellen, bis die Verfahrensweise erklärt ist und bitte auch die ‚Rahmenaussagen’ des Erklärungsentwurfs beachten…

Hintegrund: knappes Zeitfenster, Ablehnung üblicher Abschlusskundgebung und relativ schwierigen Erfahrungen mit offenen Mikrophonen, und gleichzeitig dem Wunsch, etwas mit aktivierendem, partizipativem Charakter zu machen oder zumindest etwas gruppendynamisch Neues zu probieren und nach der Demo noch mal einen Akzent zu setzen…

Unter diesen Voraussetzung ist diese Idee vor allem ein pragmatisches Verfahren, das mir machbar zu sein scheint.

Ich ziele dabei gar nicht so sehr auf das Ergebnis, also die Erklärung ab, sondern eher auf die Verfahrensweise, einen ersten, praktischen Versuch eines Verständigungsprozesses von hoffentlich tausenden Menschen im Rahmen eines solchen Aktionstages…

Zudem sollte über das Verfahren (und dann natürlich auch in den Formulierungen) deutlich werden, dass inhaltlich durchaus Differenzen bestehen bleiben können, auch das wäre durchaus eine ‚neue’ Botschaft…

Ich kann mir vor allem aber gut vorstellen, dass so großartige Bilder entstehen könnten…

und zumindest die gemeinsame Verlautbarung per ‚human mic’ könnte ein ergreifender Moment für die Beteiligten werden…

 

Prozedere für eine ‚Erklärung der Menschen vom Alexanderplatz’

In einem ersten Schritt wird möglichst zeitnah ein Entwurf des 12M Berlin Bündnis zur Diskussion (für mindestens 14 Tage) gestellt…

[wahrscheinlich eher kein pad sondern als Text mit Hintergrundinfos über die bereits geführten Diskussionen bzw. Erklärungen, warum welche Formulierungen wie gewählt wurden]…

Dann müssten die Anmerkungen in einer zweiten Formulierung berücksichtigt werden und der Vorschlag erneut veröffentlicht werden, nach dem ersten Mai, vielleicht sollten wir es auch versuchen, als Dokumentation in der taz unterzubringen, auch wenn sie uns im redaktionellen Teil darüber zerreißen wird…

In diesem zweiten Schritt könnten bis ca. zum 10.Mai allerdings nur noch Vetos mit inhaltlichen Begründungen abgefragt werden…

Insgesamt könnte dieses Verfahren hervorragend als Mobilisierungstool funktionieren, um den 12M ins Gespräch und Menschen schon vorher in ‘Beteiligung’ zu bringen…

Der endgültige Vorschlag sollte mit der Pressearbeit (Konferenz?) am Donnerstag bzw. Freitag vor 12M kommuniziert werden und natürlich über alle anderen Kanäle…

Zuletzt sollten einige Exemplare der vorgeschlagenen Erklärung ausgedruckt und auf den Demozügen verteilt werden, im übrigen wäre es auch hilfreich, wenn schon dort, kurz vor erreichen des Alex etwas über das geplante Prozedere berichtet wird (vielleicht auch zweiseitiger Flyer?)…

Ablauf auf dem Alexanderplatz:

  • Erläuterung Prozedere und Verlesung des Entwurfs (15min)

Es wird noch mal kurz das Zustandekommen der Vorlage erklärt, dann der Entwurf im Ganzen verlesen und dann das Zustimmungsverfahren erklärt

  • Zustimmungsverfahren (30min)

Die einzelnen Sätze werden vorgelesen und dann Zustimmung und Ablehnung (Veto?) abgefragt, genauer siehe unten

  • Gemeinsame Verkündung mit ‚human mic’ Methode (5min)

Zum Schluss wird die Erklärung von einer zufällig gewählten Person aus der Mitte der Versammlung (und des Versammlungsortes ;-) vorgelesen und wellenförmig per ‚human mic’ in alle Richtungen verbreitet

Das so bezeichnete Zustimmungsverfahren:

Es gibt zwei Zeichen, Hände wackeln bedeutet Zustimmung, Arme kreuzen Veto bzw Ablehnung.

Die Sätze der Erklärung werden einzeln vorgelesen, per Handzeichen wird danach erst die Zustimmung signalisiert, danach Veto abgefragt.

Toll wäre, wenn der Einleitungs- und abschließende Teil im Vorfeld so formuliert werden, dass sie im Gesamten abgestimmt werden können und 100%ige Zustimmung finden würden.

Vorne stehen jedenfalls drei oder fünf spontan gefundene Menschen, die die prozentualen Werte abschätzen und sich dann auf einen Wert einigen (Beispiel: ca.70%[oder 70-75%]  Zustimmung bei ca.5%Veto).

Aus diesem Verfahren können Sätze je nach Zustimmung zum einen verschieden formuliert werden, von ‚Wir’ über ‚Eine große Mehrheit’ bis ‚Eine Mehrheit’.

Zum anderen kann in schriftlichen Veröffentlichungen der Erklärung das ‚Abstimmungsverhalten’ auch mit abgebildet werden.

Es könnte in einem ersten Schritt bei im Vorfeld strittigen Formulierungen (im Mitelteil) auch zwei Möglichkeiten zur Abstimmung gestellt werden, wo dann erst nur die Mehrheit bezüglich der Optionen abgefragt wird, und dann für die mehrheitlich befürwortete Formulierung Zustimmung und Veto abgefragt werden…

Soweit in Kürze, ich hoffe, Ihr könnt es Euch jetzt einigermaßen vorstellen…

Hier bitte nicht die grundsätzliche Form der Versammlung diskutieren, sondern nur das vorgeschlagene Verfahren…

2 Antwort auf Vorschlag für eine mögliche Prozedur der 12M Kundgebung am Alexanderplatz

  1. ich halte dieses verfahren für innovativ was die partizipation der demo-teilnehmer an der ‘message’ der demo betrifft
    in der regel ist die ‘message’ der kundgebung dem zufall überlassen, abhängig davon wer sich z. b. bei einem offenen mic oder abschlußkundgebung am besten in szene setzt, was dann die presse daraus macht ist dann oft ebenso uneinschätzbar
    bei der gelenheit der hinweis, dass auch der gewaltsame verlauf der demo die ‘message’ und das resümee beinflussen ;-)
    abschlußkundgebungen mit rockkonzert sind überholt, ebenso wie trillerpfeifen und pflastersteine
    ich sehe dieses verfahren als den versuch, die ‘alte tante demo’ zu reformieren
    deshalb unterstütze ich dieses verfahren vorbehaltlos und wünsche allen beteiligten gutes gelingen :-)

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