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Occupy Berlin Biennale – Textfragmente (Remix by Markus Kirste, 2012)

28. April 2012 in Blog - alle Themen

Es gibt viele Arten zu töten.
Man kann einem ein Messer
in den Bauch stechen, einem
das Brot entziehen, einen
von einer Krankheit nicht
heilen, einen in eine
schlechte Wohnung stecken,
einen durch Arbeit zu Tode
schinden, einen zum Suizid
treiben, einen in den Krieg
führen usw.
Nur weniges davon ist in
unserem Staat verboten.”

(Bertolt Brecht)

Konzerne wurden auf den
Thron gehoben… eine Zeit
der Korruption auf höchster
Ebene wird die Folge sein,
und die Macht des Geldes
wird alles daran setzen, ihre
Macht zu verlängern, indem
sie sich der Vorurteile der
Menschen bedient…
bis der Reichtum sich in
wenigen Händen befindet…
und die Republik vernichtet
sein wird.

(Abraham Lincoln)

Die Menschen sind
Produkte ihrer
Umstände,
doch die Umstände
werden selbst von
den Menschen
gemacht.

(aus: Karl Marx,
Das Kapital)

Eines Tages wird man
erkennen, was die Liebe zum
Geld als Besitz – also nicht
die zum Geld als Zugang
zum Leben und seinen
Freuden – in Wahrheit ist;
nämlich eine ziemlich
abstoßende Krankheit, eine
jener halb kriminellen, halb
pathologischen
Veranlagungen, die man
schaudernd den Spezialisten
für Geisteskrankheiten
anvertraut.

(John Maynard Keynes)

Bei jeder Gelegenheit wird von uns
verlangt, unterwürfig zu sein und einer
mechanistischen Wirtschaft zu
gehorchen, die durch die Ware regiert.
Wir stimmen zu, uns an manipulierte
Objekte zu gewöhnen, daran, am
Arbeitsmarkt verkauft zu werden,
entsprechend den Kriterien von
Verkaufbarkeit, Wettbewerb,
Wettbewerbsfähigkeit, Austausch, Preis,
spektakulärer Verpackung. Gegen
dieses ökonomisierte Leben, das uns
zugleich physisch und psychisch
konditioniert, versuche ich, die
Langeweile der Routine, und die
Wahlmöglichkeiten, vor die ich jede
Minute gestellt werde, zu durchbrechen -
in einem Labyrinth der Möglichkeiten,
das sich entsprechend meiner eigenen
Disposition und den Gesetzen der
dominanten Welt öffnet oder schliesst.

(Raoul Vaneigem)

Der inbrünstige Glaube, daß die Freiheit über die Tyrannei
siegen werde, wird durch die weltweit wachsende
Zentralisierung von Staaten und die Entmachtung des
Volkes durch Bürokratien, Polizeiapparate und raffinierte
Überwachungstechniken Lügen gestraft –
in unseren ›Demokratien‹ nicht weniger als in offensichtlich
autoritären Ländern.

Die Hoffnung, wir würden einmal »Eine Welt« bilden, eine
riesige Gemeinschaft der unterschiedlichsten ethnischen
Gruppen, die ihre Güter miteinander teilen, und so das Los
der Menschen verbessern würden, liegt zerschlagen unter
der wachsenden Welle von Nationalismus, Rassismus und
einer gefühllosen Selbstbezogenheit der Völker, die sie für
das millionenfache fremde Leid blind macht.

Wir glauben, daß unsere Werte denen der Menschen vor
zwei oder drei Generationen unterlegen sind.
Die heutige Generation scheint mehr ichbezogen zu sein,
privatisierend und engstirnig im Vergleich zu früheren.
Ihr fehlt die Unterstützung und der Halt durch die
Großfamilie, die Gemeinschaft und die allgemeine Pflicht
zur gegenseitigen Hilfe.

Die Begegnung des Einzelnen mit der Gesellschaft scheint
auf der Ebene kalter Bürokratie anstelle warmherziger
Menschen stattzufinden.

Dieser Mangel an sozialer Identität und Sinngebung
verschärft sich angesichts der immer größer
werdenden Probleme, mit denen wir konfrontiert sind.
Krieg ist ein chronischer Zustand unserer Zeit,
ökonomische Unsicherheit eine alles durchdringende
Erscheinung, menschliche Solidarität ein sich
verflüchtigender Mythos.

Uns bedrängen die Alpträume einer ökologischen
Apokalypse – ein katastrophaler Zusammenbruch des
Systems, das die Stabilität unseres Planeten aufrechterhält.

Wir leben unter der ständigen Bedrohung,
daß das Leben von einer Gesellschaft,
die sich durch ein krankhaftes Bedürfnis nach Wachstum
bestimmt, unwiderruflich unterminiert wird.
In dieser Gesellschaft wird das Organische durch das
Anorganische verdrängt, fruchtbarer Boden durch
Betonwüsten, Wälder durch ödes Land und die Vielfältigkeit der Formen des Lebens durch primitivere
Ökosysteme; kurz, die Evolutionsuhr wird zurückgedreht zu einer früheren, anorganischeren, mineralisierten Welt, die nicht in der Lage war, irgendwelche komplexen Formen der lebendigen Welt, geschweige denn menschliche Wesen, aufrechtzuerhalten.

Der tiefe Zweifel an unserem Schicksal, Sinn und Ziel wirft
also eine einigermaßen beunruhigende Frage auf:
Geht es uns denn überhaupt besser durch dieses neue
Phänomen, das sich ›Zivilisation‹
nennt und im Begriff ist, die natürliche Welt zu zerstören, die im Laufe von Millionen von Jahren in
einem organischen Evolutionsprozess entstanden ist?

(Murray Bookchin, Die neue Gesellschaftsordnung)

Einen Tisch kann man umwerfen und eine
Fensterscheibe zertrümmern,
aber die sind eitle Wortmacher und
gläubige Wortanbeter, die den Staat für so
ein Ding oder einen Fetisch halten, den man
zertrümmern kann, um ihn zu zerstören.
Staat ist ein Verhältnis, ist eine Beziehung
zwischen den Menschen, ist eine Art, wie
die Menschen sich zueinander verhalten;
und man zerstört ihn, indem man andere
Beziehungen eingeht, indem man sich
anders zueinander verhält.
…Wir sind der Staat – und sind so lange,
als wir nichts anderes sind,
als wir die Institutionen nicht geschaffen
haben, die eine wirkliche Gemeinschaft und
Gesellschaft des Menschen sind.

(Gustav Landauer)

Wir möchten die Welt
verändern -
in ökonomischer, sozialer
Hinsicht,
aber es scheint mir,
dass eine wesentliche äußere
Veränderung
nicht möglich sein wird,
wenn es keine radikale
psychologische Revolution,
eine Transformation gibt.

(Jiddu Krishnamurti)

1 Antwort auf Occupy Berlin Biennale – Textfragmente (Remix by Markus Kirste, 2012)

  1. Nur keine Panik Kameraden, wer Selbstmord begeht handelt nach Plan der BRD-Staatssicherheitsdienste. Also im genau das Gegenteil von dem machen was die Arschl_cher mit einem vorhaben.

    Vorher sollte man alle Möglichkeiten durchziehen dem “Staat” der eigentlich gar keiner ist, sondern eine Treuhand die Kante zu geben.

    Ein Staat würde sich auch für das Wohl seiner Bürger einsetzen. Die BRD macht genau das Gegenteil. Nur noch Wohlhabende bekommen Zahnersatz sowie Vorsorgeuntersuchungen und können sich die BRD noch leisten. Der Staatshaushalt wird über Scheinfirmen veruntreut (bestes Beispiel DDR Volkseigentum). Softwareprogramme für Verwaltungen kosten mal eben 100.000 EUR die ein paar Programmerer für 10.000 liefern.

    Bevor man also die letzte der Möglichkeiten in Betracht zieht, sollte man sich schriftlich von der Treuhand “BRD” verabschieden und sich eigenstaatlich verwalten.

    Dann sollte man auf eine Ausgleichszahlung bestehen, weil sich die BRD “Treuhand” das ganze Land unter den Nagel gerissen hat und man ohne Land nichts erwirtschaften kann beispielsweise Landwirtschaft oder Produktion als Tauschgrundlage.

    Weil das Land aber von Natur aus den Menschen gehört und nicht einem Staat der sich bemüht die Bürger loszuwerden und dann zu prahlen gegenüber Staaten die sich um die Leute kümmern, ist eine Ausgleichszahlung erforderlich.

    Wie es die Palästinenser mit der Autonomiebehörde und Israel praktisch umsetzen. Die Palästinesische Autonomiebehörde hat bereits Milliarden von Israel aus Zoll und Steuereinnahmen erhalten. Wenn Israel nicht zahlt, dann hagelt es Raketen. Und so hat man sich dann im Laufe der Zeit geeinigt.

    Die BRD hat ein Brutto-pro-Kopf-Nationaleinkommen von ca. 29.000 EUR jährlich. Auch Säuglinge und Rentner wohlgemerkt.

    Diese Summe sollte als Ausgleichszahlung für die Nutzung des Landes für jeden BRD-Austeiger wegen unzumutbaren Lebensbedingungen in der BRD Verhandlungsgrundlage sein.

    Also wer sich freiwillig entsorgen lässt, hat leider den Anschluß verpasst. Die Autonome Republik Deutschland ist nicht die Mutter der Weißheit, aber schon mal ein Anfang beziehungsweise Pilotprojekt sich vom BRD “Was auch immer?” zu verabscheiden.

    Ohne wie viele andere vorher als Bettler im Ausland zu enden. Was den BRD Machthabern vorschwebt und neben Bestattung am Liebsten wäre.

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