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Kundgebung auf dem Alex nach Eintreffen des Sternmarsches am 12. Mai – eine andere Demo ist möglich!

2. April 2012 in Blog - alle Themen


Die Planungen für den globalen Aktionstag 12M in Berlin sind ambitioniert und glücklicherweise vielfältig. Die Hauptaktionsform der #spanishrevolution (deren einjähriges Bestehen ja der Anlass für Aktionen am 12. Mai ist) aufnehmend – nämlich die Wiederaneignung/ Besetzung/ Befreiung der zentralen Plätze in den Städten, wurde sich darauf verständigt, aus allen Richtungen der Stadt zum Alexanderplatz zu ziehen.
Fest steht also, dass sich am 12. Mai um 14Uhr Menschen am Thälmann Park, am Frankfurter Tor, an der Kottbusser Brücke, am Hauptbahnhof und am Gesundbrunnen versammeln, und es dann einen ‚Sternmarsch’ zum Alexanderplatz gibt. Um 16Uhr werden die verschiedenen Züge dort zu einer ‚Zwischenkundgebung’ zusammenlaufen. Ab 17Uhr soll dann rund um den Neptunbrunnen bzw. auf dem Marx-Engels-Forum ein ‚Markt der Ideen’ eröffnet werden, der zunächst für 14 Tage geplant ist.
Bislang wurde allerdings noch kaum darüber gesprochen, was auf dem Alex passieren soll zwischen 16 und 17 Uhr. Dazu wollen wir einen Debattenbeitrag leisten, weil wir der Meinung sind, dass es für den weiteren Verlauf unserer Bewegung hier enorm wichtig sein wird, was wir an diesem Tag erleben und erlebbar machen.

Die ‚Theorie’:
Menschen aus allen Teilen der Stadt kommen auf einem der größten Plätze zusammen, um dort gemeinsam aus dem Einverstandensein mit den herrschenden Verhältnissen auszusteigen, und um echte Demokratie zu üben.
Demokratie ist einer der verkommensten Begriffe unserer Tage, weil unser derzeitiges parlamentarisch-repräsentatives System völlig falsch tagtäglich als Demokratie bezeichnet wird. Eine echte Demokratie besteht vor allem aus der unentwegten Unzufriedenheit der Menschen, die sich immer wieder erneut treffen, um ihren Unmut kundzutun, und um sich immer wieder eine neue Verfassung zu geben.
Dieser Unmut ist nicht unproduktiv oder gemeinschaftsschädigend, wie uns immer wieder versucht wird darzulegen, sondern der Unmut oder die Empörung sind der entscheidende Motor der Demokratie.
Die Empörung und die Wut werden durch die Versammlung Aller in eine positive Kraft verwandelt. Sie hält das Gemeinwesen am Leben und kann nur in ständiger Wiederkehr dafür sorgen, dass auch Wünsche von Minderheiten auf die Tagesordnung gebracht werden, weil eine ständige Veränderung dafür sorgen kann, dass keine sich verselbstständigenden Machtstrukturen entstehen.

Die Inspiration:
In den großen Asambleas auf den Plätzen in Spanien ist dieses Bild letztes Jahr genauso entstanden. Sehr, sehr viele Menschen versammelten sich, hörten zuvor angemeldeten Redebeiträgen zu, und waren somit bereits Teil von so etwas wie einer verfassungsgebenden Versammlung. Diese Eindrücke sind unvergesslich für alle, die dies miterleben durften. Diejenigen, die nicht sprachen machten nicht den Eindruck, dass sie sich unterordneten, sondern sie bekundeten mit ihrer Anwesenheit, mit Armen und Augen, dass sie sich als aktiven Teil der Veränderung verstehen. Die jeweiligen Rednerinnen und Redner, immer auch gebärdensprachlich übersetzt, waren mit Lautsprecher und Mikrofon verstärkt, standen aber mit der Versammlung auf einer Ebene, und forderten nicht Rechte für sich ein, setzten nicht ihre Lieblingsthemen auf die Agenda, sondern praktizierten quasi exemplarisch, was sie unter einem radikalen Demokratieansatz verstanden wissen wollten.
Etwas vergleichbares würde wir für ein sinnvolles Zwischenprogramm halten, für die Zeit zwischen Ankunft auf dem Alexanderpatz und dem Start des Marktes der Ideen. Nicht ein offenes Mikrofon, nicht eine Kreisasamblea mit gestrengen Regeln und Mic-Check (beides ist wichtig, wird aber von zu vielen als zu verschlossen und zu wenig einladend betrachtet), aber eben auch keine klassische Rednertribüne mit den immer gleichen Reden von den immer gleichen Rednern.

Die ‚verfassungsgebende Versammlung’:
Vielleicht sollten wir ernsthaft versuchen, das Bild der spanischen Asamblea “nachzustellen”, mit angemeldeten Redebeiträgen, die die Grundidee der ‚echten Demokratie’ aufgreifen, und das Bild der verfassungsgebenden Versammlung vermitteln und verlockend machen. Keine persönlichen Befindlichkeiten in den Vordergrund stellen, sondern diese einfache und bestechende Grundidee herzeigen! Wir müssen die Menschen dazu ermuntern Teilhabe als möglich zu erkennen, und nicht  versuchen sie mit Themensetzungen und fertigen Vorschlägen zu gewinnen.
Weil die Forderung nach Teilhabe geht weiter, als die Forderung nach Umverteilung oder Sonderabgaben für Reiche. Echte Demokratie ist die wunderschöne Verwandlung von Empörung in Verantwortung aller, das ist das was wir erzählen können. Vielleicht sollten wir tatsächlich mehr den Fokus darauf legen, die Schönheit dieses Gedankens offensiv zu erzählen, zumal es hierzulande noch eine Weile dauern wird, bis eine Massenbewegung daraus entsteht.

Dazu sollte eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die diese große Asamblea vorbereitet, in deren Verlauf am Ende vielleicht sogar so etwas wie ein (vorab in einem Pad zu erarbeitendes) ‚Manifest’ verabschiedet wird, welches eine verfassungsgebende Versammlung einfordert. Nicht als Forderung an Merkel und Co., sondern als Forderung an jeden Einzelnen.

Die Aufgabe des 12. Mais in Berlin wird vor allem sein, die Idee am Leben zu erhalten, Solidarität und Augenhöhe mit den internationalen Bewegungen zu zeigen, und insbesondere es klar zu machen, dass auch in diesem scheinbar so mustergültig durch die Krise lavierenden Deutschland, die Unzufriedenheit mit diesem System angekommen ist, und auch hier den Herrschenden das Vertrauen entzogen wird. Schön wird das, wenn wir möglichst viele Elemente einer ‚anderen Welt’ schon am Alexanderplatz spürbar zu machen. Nicht zuletzt trägt uns die Hoffnung, dass ein ermunternder 12M noch viele Menschen motiviert, in der Folgewoche an ‚Blockupy Frankfurt’ teilzunehmen, wo wir mit noch entschiedeneren Aktionsformen unsere Ablehnung des herrschenden System deutlich machen wollen.

Berlin, 02. April 2012,
Matthias Merkle und Yann Döhner

23 Antwort auf Kundgebung auf dem Alex nach Eintreffen des Sternmarsches am 12. Mai – eine andere Demo ist möglich!

  1. Ich finde die Idee super, soviel mögliches anderes Leben wie möglich auf dem Alex sichtbar werden zu lassen. Und mit Spaß und Freude voran zu gehen… also ich wär dabei.
    Ich denke, dass wir ziemlich sehr viele sein müssen, um das ganze in seiner großen Wirkung rüber zu bringen, und um eben nicht klein und abgeschlossen zu wirken.

  2. So romantisch die Idee ausformuliert ist, um so widersinniger ist Sie, ihr wollt ein Manifest mit Leuten verabschieden die im Moment ihres Erscheinens auf dem Alex das erste mal dieses Manifest zu Gesicht/Gehör bekommen werden. Was für eine absurde Situation wollt ihr da zeichnen: Das Erzwingen von Zustimmung damit am Ende doch was rausgekommen sein muß, so ‘fürs gute Gefühl’ und damit man was zu schreiben hat. Das ist emotionales Theater, da wird die Klaviatur des Bauchgefühls gespielt… aber strategisch sinnvoll ist das was am Ende rauskommt noch lange nicht. Mal abgesehen davon das ihr in keinem Wort erwähnt warum überhaupt das Ganze, einzig die Verschiebung von Massen nach Frankfurt scheint euch wichtig.

    Der erste fundamentale Fehler der mit dieser Inszenierung gemacht wird: Die Grundfrage – wollt ihr überhaupt ein solches Manifest, wollt ihr eine verfassungsgebende Versammlung überhaupt – wird nicht gestellt werden, sondern soll im Vorfeld entschieden werden. Beim öffentlichen stellen der Frage auf dem Platz würde nämlich die Frage “ob”, die Frage “wie” ersetzen. Also Sinn, Funktion. Und das ist offensichtlich: das wollt ihr nicht, weil ihr dann tatsächlich die Segel streichen müßtet mit eurem heren Ziel. Diese Diskussion ist nich mal eben in einer Stunde ganz beiläufig zu beantworten, aber gerne versucht euch in der Manipulation der Massen, andere große Avantgardisten vor euch haben das auch schon hingekriegt.

    Nun gut, viel anderes war jetzt nicht zu erwarten: Das Hauptanliegen einiger ist Inszenierung und das wird beständig gegen die Erweiterung von Handlungsspielräumen für die Einzelnen gestellt. Die Abscheu jegliches Denkens von Struktur und Strategie wird einem emotionalen Brei geopfert, den man mal selber Erfahren hat und den man ständig versucht ist sich und anderen Wiederherzustellen.

    So ist der Ausgangspunkt schon völlig falsch und ebenfalls Inszenierung: Zu glauben man hätte eine gemeinsame Thoerie: Nein die gibt es nicht, und wird es auch nicht geben. Echte Demokratie ist mehr Mode als Theorie, ein Begriff der vergessen machen soll wieviel gesellschaftliche Auseinandersetzung und Geschichte es gab/gibt, mit Hilfe von Worthülsen. Nun zu schließen das ‘Leute die mitmachen’ schon irgendwie das selbe wollen, weil sie ja unter dem Banner dieser Idee laufen, ist Bullshit. “Echte Demokratie” ist nur einer der Begriffe der sich wie ein Mantra bis zum erbrechen wiederholt, aber warum sollte den Apologeten dieser Worhülsen die Straße überlassen werden, nur weil sie die größten Klappen haben und die wenigsten Erklärungen für ihre Haltung liefern müßen… weil “echte Demokratie” ist ja ehh klar, braucht auch keiner Erläuterung?

    Nun die Gefahr eurer Inszenierung: Ihr fangt an mit eurem Theater und es wird keine Ende finden, anderen Ideen des Tages wird der Raum genommen, weil und Achtung… hier mal das schlechte Menschenbild: Weil die Masse die Organisierung des Individuums zu verhindern weiß. Für einen auf Masse Getrimmten ist die Masse attraktiv, aber nicht das Individuum, denn dieses kennt er nicht.

    Und der Gegenvorschlag:
    Ankündigungen, mehr nicht. Der Einzelne erhält das Wort um Anzukündigen worauf er Bock hat, in welcher Sache er sich organisieren will und was ihm Freude machen würde an diesem Tag anzufangen oder weiterzuführen… die Stunde sollte schnell gefüllt sein. Und die Apologeten sind sie die verbringer “Echter Dekokratie”-Ideen oder die anderer Ideologien sind zu Abwechslung mal gefordert einen Raum herszustellen in dem über ihre Idee geredet und gehandelt wird und es wird nicht nur von oben herab das wahre Richtige erklärt.

    • mm sagte am 3. April 2012

      Wow, wieviel Beleidigungen und Unterstellungen du in wievielen Worten brauchst, um am Ende doch so zu tun, als würdest du einen Gegenvorschlag machen!
      Dieser Artikel wurde verfasst, um darüber zu diskutieren, nirgends steht, dass es beschlossene Sache ist es so zu machen, alles ein Vorschlag und eine Arbeitsgrundlage. Dass alle blöd sind außer dir, das wissen wir nun. Aber die Doofen müssen halt auch mal was versuchen dürfen, wenn solche wie du sich halt klugerweise immer raushalten und nur rumkotzen.
      Mit verfassungsgebender Versammlung ist das Grundprinzip von radikaler Demokratie gemeint, und mit der Asamblea ein Gespräch über Teilhabe und Verantwortung aller. Was du vorschlägst ist ein Open Mic, das hatten wir an den letzten beiden Demos (15O und 15J), das funktioniert eben nur bedingt, weil da immer die gleichen das immer gleiche sagen. Der Vorschlag beinhaltet eine gewisse Konzentration auf ein Thema und das Vorführen unserer Pseudodemokratie.

      • Null Beleidigungen und null Unterstellungen um deine Frage zu beantworten. Und das mit dem “raushalten” und “rumkotzen” ist rumorakeln, du hast doch keine Ahnung wer hier schreibt und was das hier so macht. Und wer redet denn hier von beschlossenen Sachen, doch nur du selbst, schieb also nicht anderen die Schuhe unter die du selbst als einziger trägst.

        Und wozu bitte macht das Akronym “mm” eigentlich Diskussionsvorlagen, wenn es die Diskussion nicht erträgt sobald es keine Zustimmung erhält, dann haltet doch lieber gleich die Tastatur.

        Der Kommentar-Vorschlag ist eben nicht “Open Mic” in dem jeder beliebig seinen Weltschmerz in die Technik hustet, sondern die TeilnehmerInnen sind aufgefordert ihre Ideen des wie weiter zu äußern und das ganz praktisch und organisiert: Was wird wie wo erarbeitet/weitererarbeitet?
        Sowas wie: Workshop zu rhetorische Tricks für Anfänger am Netunbrunnen 18:00 mit “mm”.
        Wer Reden wie den obigen Artikel hält wird abgewürgt, ganz einfach.

        Und “verfassungsgebende Versammlung ist das Grundprinzip von radikaler Demokratie”…
        sucks like Demokratie: VETO!

        Und bitte nicht erklären das es auch ne gute Demokratie und so gibt, das behaupten sie alle und mit den 1001 Formen davon kann man sich ins haarspalterichste auseinandersetzen, aber wozu, wenn man die Grundprinzipien dessen Kacke findet. Masse und Konsens haben ihre direkten Gegenspieler in Autonomie und Kooperation und die sind eben nicht Teil (Radikal/Basis/Sonstwie)Demokratischer Ideenwelten, ihr Wesensmerkmal ist die Heteronomie und genau die wollt ihr, wenn ihr verfassungsgebende Versammlungen inszeniert, denn für wen soll denn wohl diese “Verfassung” gelten, doch sicher auch für die die auf dem Alex waren und trotzdem gegen diese Form der Organisierung sind.
        Aber macht mal: Wir haben ja dann die Wahl daneben zu stehen und zu lachen darüber das da ne Horde von Menschen meint Regierung spielen zu können oder eben mitzumachen und Regierung zu spielen.

        • mm sagte am 3. April 2012

          Vermutlich handelt es sich nur um halb so wenig Widersprüche, als du/ihr/werauchimmerkackendreist sie gerne hätte. Ich rate dringend dazu die Erbsenzählerei einzustellen, wenn wir auch hier mal echt was auf die Beine stellen wollen, oder stellt euch halt weiterhin daneben und lacht und verkriecht euch in euren eigenen …

        • Ich kann nur wiederholen: Du versuchst etwas zu beurteilen von dem du keine Ahnung haben kannst, anders sind Sätze wie “und verkriecht euch in euren eigenen …” nicht auslegbar. Du kennst die Löcher nicht, die da wohl anstelle der drei Punkte stehen sollten, also versuch sie nicht zu definieren, am Ende stellt sich vielleicht noch heraus das sie garnicht existieren.

          Und es wäre schonmal viel gewonnen, wenn du die Glaskugel bei Seite packen würdest und auf die in der Sache gemachten Aussagen auch eingehst und nicht nur drum rumschwimmst… Ihr habt vorgegeben eine Debatte zu wollen, ihr wolltet hier Kommentare, also los zur Sache und Schluß mit den sich wiederholenden Anwürfen, die beeindrucken niemanden, sie langweilen, sie sind unbrauchbar für irgendeine Form von intellektueller Stimulans.

          Und eine Debatte die versucht den geringsten Widerspruch anzunehmen ist langweilig, den größten Widerspruch ernst zu nehmen bringt Erkenntnis.

          Also: Wie stehts ums “ob” anstelle des “wie. War vorgesehen überhaupt die Frage zu stellen “ob” alle bei der Durchführung einer “verfassungsgebenden Versammlung” mitmachen, oder sagt die selbstgebastelte Theorie das das alles überflüssig ist. Und wie schauts den eigentlich aus mit dieser Theorie und ihren Prämissen, vielleicht doch ins Klo gegriffen und es wollen ja doch nicht alle “Echte Demokratie” weil das Handgemenge dann doch undurchschaubar ist und die Interessen vielfältiger, aber deswegen noch lange nicht schlecht. Wie geht ihr denn mit einer Entwicklung um die eine stinkormale Asamblea erzeugt, bei der die Gelangweilten lieber shoppen gehen, weil das mehr Anregung bringt als dröge Argumentationen eines für und wieder einer “verfassungsgebenden Versammlung” oder noch schlimmer, die Festlegung ihrer Geschäftsordnung. Und nach einer Stunde die Debatte ergebnislos beenden: ist das dann nen tolles Ergebnis.
          Oder um ein Ergebnis zu erzwingen vielleicht doch vorher absprechen wer welche Rollen übernimmt, erklären des Spielregelmantras (Hände links wedeln, Hände rechts wedeln, den Nachbarn mit irgendwelchen Handzeichen verunsichern), Rednerliste hier, Moderation da, die ersten 5-10 Redebeiträge vorher absprechen, ein vorbereitetes Papier mitbringen, an dem dann noch “verbessert” werden kann, um jede Interpunktion ringen, damit man auch nicht zu Inhalten kommt…. Und dann Abbruch der Debatte irgendwelcher Sachzwänge wegen, Zeit oder so zum Beispiel und schnell noch abstimmen.

          NeNeNe, euer Beitrag will eine MetaKonstruktion schaffen auf die ein großer Teil kein Bock hat, die aber den Anspruch hat für die zu gelten die da kein Bock drauf haben… was soll also anderes gemacht werden als darüber zu lachen… Schulterklopfen, ne Schlägerei anfangen, in Löcher verkriechen, Schweigen? Sorry, aber das einzige Angebot was tatsächlich von euch kam, aber offensichtlich ungewollt ist: ist die Debatte… ein Grund mehr darüber zu lachen.

  3. Nun denke ich, das Demokratie nicht dauernd unter ein Zerrglas betrachten muss, sondern salopper Weise das Wort einfach mal bei dem selbigen genannt und interpretiert werden kann. Ist doch gar nicht so schwer.
    Ein schemenhaftes Bild von mir: Wenn der Kaiser bestimmt, dann ist das keine Demokratie. Wenn Demos (gr. f. Staatsvolk) sagt, wir wollen nicht nach Afghanistan, aber der Kanzler sagt “basta”, dann ist das keine Demokratie. Das nur am Rande.

    Es ist meines erachtens nicht verkehrt, die Verantwortung des menschlichen Miteinanders, ich nenne es gerne Gesellschaftlichen Pakt, neu zu defninieren. Ein Demonstrationszug ist ein mittel seinem Zorn Raum zugeben, aber wichtigier ist was anschließen kommt. Ich finde es notwendig einen starken Kontrapunkt zum Etablischment zu setzen. Dieser starke Punkt könnte durch eine Asamblea (Versammlung) der Menschen erzeugt werden.

    • Ja schön: Und wenn das Volk sagt es will Krieg, dann ist alles in Ordnung und wir haben das gute erreicht, Demokratie. Was ne absurde Argumentation. Kein Krieg nirgends. wäre die richtige Antwort und wenn sich ne Kanzlerin damit gegen “das Volk” durchsetzen kann: Dann super!

      • Ich hätte auch statt der Afghanistanmetapher auch etwas anderes nehmen können, zum Beispiel das heraufsetzten der Mehrwertsteuer.
        Kommen wir zum eingentlichen Punkt – Eine Demokratie wo Stimmen unterschiedlich gewichtet werden, ist keine Demokratie.

        • Wenn die Erklärung zum Inhalt nicht passt, wechselst du den Inhalt und behältst die Erklärung bei… boaahhh was ist das Schwach.

          Also nochmal die Frage: Wenn das Volk beschließt das Krieg geil ist und die Mehrwersteuer erhöht werden muß damit mehr in die Rüstungsindustrie investiert werden kann, und dabei alle die gleiche Sitmme haben, dann ist das schon in Ordnung so?

        • Warscheinlich hast du es nicht verstanden das es nicht um Krieg oder nicht Krieg geht.

        • Mach es dir einfach: Das gegenüber wird schon irgendwas nicht verstanden haben, sie es einfach ein dein Kaiser-Erklärungsmodell und die Verherrlichung demokratischer Mechanismen taugt nix für ne bessere Welt.

        • Da verstehe ich wieder deine Meinung nicht, “die Verherrlichung demokratischer Mechanismen taugt nix für ne bessere Welt”. Ich finde schon das basisdemokratische und im Konsens getroffene Entscheidungen was taugen.

          Was taugt dann für ne bessere Welt, frag ich dich? Grenzenlose Autonomie? Du sprichst davon Heteronomie ein Wesensmerkmal demokratischer Ideenwelten sei, dan trifft dies aber nur zu, wenn es eine gleichzeitige Klassengesellschaft gibt, oder Eliten deren Stimme schwerer wiegt als andere.

          Der Mensch ist ja nun auch ein soziales Wesen und das Miteinander sollte durch möglichst große Übereinkunft derer die es betriff, Dingfest gemacht sein. Wenn man nicht in der Lage ist gesellschaftliche Vereinbarungen zu treffen und umzusetzten weil sich jeder selbst der nächste ist, gibs Erfahrungsgemäß mit dem Knüppel was auf die Rübe. Deshalb finde ich eine Vereinbarung der Masse, eine Verinbarung des Demos, eine Vereinbarung der Menschen so wichtig.

      • uschi sagte am 4. April 2012

        Ich würde wetten, dass kein Mensch für Krieg stimmen würde, wenn man ihn tatsächlich mal persönlich, relevant, verantwortlich, basisdemokratisch befragen würde.

  4. Null Beleidigungen und null Unterstellungen um deine Frage zu beantworten. Und das mit dem “raushalten” und “rumkotzen” ist rumorakeln, du hast doch keine Ahnung wer hier schreibt und was das hier so macht. Und wer redet denn hier von beschlossenen Sachen, doch nur du selbst, schieb also nicht anderen die Schuhe unter die du selbst als einziger trägst.

    Und wozu bitte macht das Akronym “mm” eigentlich Diskussionsvorlagen, wenn es die Diskussion nicht erträgt sobald es keine Zustimmung erhält, dann haltet doch lieber gleich die Tastatur.

    Der Kommentar-Vorschlag ist eben nicht “Open Mic” in dem jeder beliebig seinen Weltschmerz in die Technik hustet, sondern die TeilnehmerInnen sind aufgefordert ihre Ideen des wie weiter zu äußern und das ganz praktisch und organisiert: Was wird wie wo erarbeitet/weitererarbeitet?
    Sowas wie: Workshop zu rhetorische Tricks für Anfänger am Netunbrunnen 18:00 mit “mm”.
    Wer Reden wie den obigen Artikel hält wird abgewürgt, ganz einfach.

    Und “verfassungsgebende Versammlung ist das Grundprinzip von radikaler Demokratie”…
    sucks like Demokratie: VETO!

    Und bitte nicht erklären das es auch ne gute Demokratie und so gibt, das behaupten sie alle und mit den 1001 Formen davon kann man sich ins haarspalterichste auseinandersetzen, aber wozu, wenn man die Grundprinzipien dessen Kacke findet. Masse und Konsens haben ihre direkten Gegenspieler in Autonomie und Kooperation und die sind eben nicht Teil (Radikal/Basis/Sonstwie)Demokratischer Ideenwelten, ihr Wesensmerkmal ist die Heteronomie und genau die wollt ihr, wenn ihr verfassungsgebende Versammlungen inszeniert, denn für wen soll denn wohl diese “Verfassung” gelten, doch sicher auch für die die auf dem Alex waren und trotzdem gegen diese Form der Organisierung sind.
    Aber macht mal: Wir haben ja dann die Wahl daneben zu stehen und zu lachen darüber das da ne Horde von Menschen meint Regierung spielen zu können oder eben mitzumachen und Regierung zu spielen.

    • ich verstehe, worauf du abfährst, verstehe aber nicht warum du die sache so destruktiv angehst
      mm hat einen vorschlag gemacht, der zur diskussion steht
      den lehnst du offensichtlich total ab
      o.k.
      in dem vorschlag von mm heisst es “um sich immer wieder eine neue Verfassung zu geben”
      in sehe diesen vorschlag als experiment und unterstelle ihm keine intention
      es wäre vielleicht auch besser gewesen, das ding manifest zu nennen
      ich würde allerdings die bezeichnung statement oder standortbestimmung bevorzugen
      ich glaube damit hättest du auch weniger probleme

      • Warum Glaubensdebatte, da stehen Argumente: Und ob du es jetzt Manifest, Standortbestimmung oder sonstwie benennst, der Akt bleibt der selbe: Die Masse soll am Ende was beschlossen haben. Das Problem bleibt weiterhin dasselbe.

        • mm: “Dazu sollte eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die diese große Asamblea vorbereitet, in deren Verlauf am Ende vielleicht sogar so etwas wie ein (vorab in einem Pad zu erarbeitendes) ‚Manifest’ verabschiedet wird, welches eine verfassungsgebende Versammlung einfordert. Nicht als Forderung an Merkel und Co., sondern als Forderung an jeden Einzelnen.”
          das meinst du wahrscheinlich . . .
          aber hier sollte doch klar sein, dass mit “Forderung” eher “Aufforderung” gemeint sein muss
          das occupy als kollektiv kann keine forderungen stellen
          weil das occupy sich nicht als kollektiv konstituieren kann
          im occupy-schwarm gibt es keine leitvögel und das ist auch gut so
          da im aufruf von Matthias Merkle und Yann Döhner occupy nicht benannt wird, gehe ich davon aus, dass er auch nicht an occupy addressiert ist ;-)

        • Niemand redet von “Occupy”, es wird über das geredet was am 12.Mai auf dem Alexanderplatz passieren soll, und da rufen ja nicht nur Leute auf die ihre Identität als Occupy markieren. Wenn es nur um Aufforderungen gehen würde, dann sollen halt Leute etwas verlesen. Nein, aber darum geht es nicht, es geht darum etwas Gewicht zu verleihen das eine Masse (und ich rede nicht von Kollektiv) bekunden soll. Ein gemeinsames Mantra.

        • wie auch immer . . .
          ich bin an der stelle aus der diskussionen raus
          ich sehe das ergebnis des vorhabens als ein experiment/brainstorming
          aber vielleicht wird es auch eine art netiquette für zweckbündnisse ;-)

  5. Nun zum allgemeinem Dissenz, ein Beitrag aus einer anderen Galaxie als der hiesigen:

    Überhaupt keine Demokratie
    http://unruhen.org/?p=320

  6. yann sagte am 5. April 2012

    der unterschied zwischen prozedere, dass wir hier versucht haben zu skizzieren und dem angeblichen einwand von k.dreist ist einfach:
    wir schlagen vor, einen austausch unter gleichberechtigten menschen zu beginnen, über die bedürfnisse wie wir uns gesellschaftlich organisieren könnten. verstanden als ständiger lernprozess…
    k.dreist hingegen weiss bereits alles besser, vor allem besser als die dumme masse, die angeblich sowieso nichts will, als einen staat…
    dass ausgerechnet es uns unterstellt, wir wollten manipulieren und lenken, zeigt doch nur, dass es an einem respektvollem austausch auf augenhöhe gar nicht interessiert ist…

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