Über den an sich selbst kollabierenden Kapitalismus

9. März 2012 in Blog - alle Themen

Der Sozial)philosoph André Gorz, beschäftigt sich mit Fragen, wie ein Leben in Würde möglich ist, ohne Entfremdung und das Arbeiten unter Zwang etc. Seine große Hoffnung richtete er dabei auf die Wissensgesellchaft und deren neues Lebens- und Arbeitsphilosophie, deren Beginn er noch erlebte.
Mein Eindruck ist: die Überlegungen dieses Mannes können sehr inspirierend sein für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft. Vielleicht sollte man sich etwas näher mit ihm beschäftigen.

 

Hier der “Klappentext” zu dem Clip:

“Es werden immer mehr Waren produziert und dabei immer weniger Menschen benötigt, weil Maschinen den Großteil der Arbeit leisten.
Die Produkte werden immer billiger, die Menschen haben jedoch immer weniger Geld für diese Produkte.
Der bedeutende Österreichisch-Französische Philosoph André Gortz hat bereits 1983 in seinem Buch “Wege ins Paradies” gemutmaßt im halbtoten Kapitalismus werde der Staat die Überflüssigen Arbeitslosen fürs Konsumieren bezahlen müssen, um die Kontrolle über sie zu behalten.
Gortz hat sich zeitlebens mit Fragen zum Sinn einer Menschenwürdigen Arbeit beschäftigt.
Kurz vor seinem Freitod im Jahre 2007 hat André Gortz Texte zusammengestellt und neuverfasst, die er als seine Botschaft für die Nachwelt verstand.
“Auswege aus dem Kapitalismus” ist im Rotpunkt-Verlag erschienen.
Henning Burg hat André Gortz vor seinem Tod mehrfach getroffen, und stellt Ihnen den geistigen Nachlass vor.”

2 Antwort auf Über den an sich selbst kollabierenden Kapitalismus

  1. Eine Zusammenbruchstheorie auf Grundlage der Entwicklung der Produktivkräfte bzw. aufgrund mangelnder Nachfrage (z.B. Rosa Luxemburg) ist höchst umstritten.

    Auch das “Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate”, also das was Marx als “Schranke” bezeichnet hat, und was die Kommentatorin als eine Gemeinsamkeit zwischen Marx und Gortz sieht, wird sehr kontrovers diskutiert.

    Diese Zusammenbruchstheorien, ob sie nun stimmen, oder nicht, wie auch immer man sie begründet, hatten historisch eine Entlastungsfunktion nach verlorenen Schlachten. Siehe z.B. dieses Interview nach dem Niedergang der DDR mit Honecker, wo er auch wiederholt, dass die “kapitalistische Produktionsweise an der Entwicklung der Produktivkräfte eine Schranke findet”: http://www.youtube.com/watch?v=I75iMmhP5iU

    Michael Heinrich schreibt dazu: “Die Beschränktheit der kapitalistischen Produktionsweise kommt aber bereits darin zum Ausdruck, dass die Entwicklung der Produktivkräfte und die Produktion des Reichtums der Verwertung des Werts untergeordnet sind und dieser bornierte Zweck eine Fülle von Zerstörungskräften gegenüber Mensch und Natur freisetzt.”

    Außerdem: “…das Fehlen dieser prophetischen Gewissheiten macht den Kapitalismus um keinen Deut besser.”

  2. tolles portrait!
    macht lust auf die bücher des mannes
    danke anja

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