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Sinn und Sinnlichkeit der Asamblea

10. März 2012 in Blog - alle Themen

Liebe Bewegte,

„Asambleas in den Schulen und den Universitäten, Asambleas in Fabriken und in allen Städten. Asamblea weltweit, Asamblea weltweit…“

Im Herbst haben die meisten von uns dieses Lied voller Euphorie gesungen, es war unser ständiger Begleiter bei Spaziergängen durch die Stadt und Asambleas vor dem Reichstag. Viele haben davon geträumt, dass Asambleas im Frühling wie Pilze überall aus dem Boden schießen.

 In letzter Zeit aber ist Beteiligung an den Asambleas schwankend, manchmal ernüchternd gering. Fragt man nach, warum so wenige kommen, hört man Antworten wie: „Die Asamblea ist schon das  Herz der Bewegung, aber da  wird soviel gelabert.“ „In der Asamblea wird zuviel über persönliche Befindlichkeiten geredet.“ „Es wird endlos über Nichtigkeiten diskutiert.“ „Von Asamblea krieg ich Kopfschmerzen.“ Oder man hört Argumente wie, „Alle Versammlungen sind doch irgendwie Asambleas, oder?“

Einige TeilnehmerInnen sind durch die oft sehr konfliktreichen Asambleas im Camp so frustriert worden, dass sie nie mehr wieder gekommen sind. Andere meinen im Frühling draußen wird alles besser. Mehr TeilnehmerInnen als die Asamblea haben inzwischen AGs, die schnellere oder sichtbarere Ergebnisse versprechen (wie z.B. die Bienale AG) und Rückmeldung der AGs in der Asamblea werden immer seltener. Die mehr oder weniger unaufgearbeiteten Konflikte scheinen sich auf Facebook verlagert zu haben.

Viel Frust und Unverständnis kommt vielleicht auch daher, dass sehr unterschiedliche Vorstellungen dazu existieren, was Asamblea eigentlich ist oder sein sollte, welche Funktion sie einnehmen kann, ob sie eher prozess- oder ergebnisorientiert arbeiten soll ect?

Hier einige (gesammelte) Vorschläge zur möglichen Rolle einer Asamblea:

- ein Kommunikationsknotenpunkt, an dem sich die dezentral arbeitenden AGs zurückmelden

- ein Entscheidungsorgan, das zur Durchführung bestimmter Handlungen legitimiert (dann sollte eine Asamblea zumindest auch als solche angekündigt werden, damit man daran teilnehmen kann)

- ein (Basis-)Demokratielabor. Innerhalb dieses Labors könnte man Demokratisierung, Bewältigung von Minderheitenproblematik, die Aufdeckung von Konflikthintergründen einüben

- eine Diskussionsrunde/ ein Ideenpool

- ein Ort, um die Standpunkte der Bewegung insgesamt zu reflektieren

- ein Versuch, eine neue Gesprächskultur zu lernen, wo jede Stimme gehört wird

- ein Versuch, kollektiv nach zu denken

- ein Sprachrohr, das viele Stimmen zu einer starken gebündelt nach außen trägt

usw…

Wie in vielen anderen politischen und sozialen Bewegungen, scheint eine entscheidende Frage darin zu bestehen, ob und in welchem Ausmaß die Arbeit an der Gruppe selbst legitimer Teil des politischen Prozesses ist oder nicht? Verstehen wir uns als eine Miniaturgesellschaft, in der Interaktionsweisen eingeübt werden sollen, die wir uns in einer neuen Gesellschaft als verbindlich wünschen? Und wenn ja, ist die Asamblea ein Ort, wo wir das üben wollen oder nicht?

Zur Erinnerung: in der euphorischen Anfangsphase vor dem Reichstag hatten wir uns auf Prinzipien geeinigt, zu denen neben Gewaltfreiheit, Dezentralität, Horizontalität auch prozessorientiertes Arbeiten gehörte.

Wir waren und sind uns auch bewusst, dass wir die strukturell gewaltvollen Umgangsformen, in denen wir aufgewachsen sind, nicht reproduzieren wollen. Oft hört man Stimmen, die nach „Basisdemokratie“ rufen, und danach, unser Ego zurück zu nehmen. Dass es aber einen langen, mühsamen Prozess bedeutet, sich diesen Selbst-Ansprüchen anzunähern, scheint vielen von uns jetzt schmerzhaft bewusst zu werden.

Überall wo Menschen mit unterschiedlichen Beweggründen und Weltanschauungen zusammenkommen, gibt es Konflikte. Sowohl Politische als auch Persönliche, und oft sind sie gar nicht leicht voneinander zu trennen.

Die einen wollen z.B. mehr politische Aktion nach außen und weniger Energie dafür investieren, im privaten Bereich gruppeninterner Emotionalitäten herumzuwühlen. („Da geht’s ja nur um den Austausch von Befindlichkeiten“). Die anderen meinen, eine selbstkritische Auseinandersetzung mit der inneren Verfassung ist sinnvoller als die (panische) Flucht nach vorn.

Wichtig ist uns immer wieder klar zu machen, was uns verbindet und dass unsere Vielfalt unsere Stärke ist. Das heißt nicht, dass wir uns alle lieben müssen oder den Anspruch an totale Harmonie hegen, sondern, dass wir uns Konflikten stellen, sie austragen, Unterschiede aushalten, und im besten Fall produktiv nutzen!

In der Kommission für Gruppendynamiken in der Versammlung  vom Puerta del Sol Protestcamp (Madrid) heißt es:

„Das Ziel von kollektivem Denken ist es, Neues zu erschaffen. Das bedeutet zwei Menschen mit unterschiedlichen Ideen arbeiten zusammen, um etwas Neues zu kreiieren. Die Betonung liegt also nicht auf: meine Idee oder deine; man verpflichtet sich vielmehr der Auffassung, dass zwei Ideen zusammen etwas Neues entstehen lassen können, etwas, das keiner von uns vorher ahnen konnte. Dieser Fokus erfordert von uns, dass wir zuhören, anstatt allein damit beschäftigt zu sein, unsere nächste Antwort vorzubereiten. Kollektives Denken entsteht, wenn wir verstehen, das alle Meinungen, seien es unsere eigenen oder die anderer, berücksichtigt werden müssen um Konsens zu erzeugen, und dass eine Idee, wenn sie erstmal erschaffen ist, uns verwandeln kann. Seid nicht entmutigt: wir lernen; wir werden das schaffen: alles was wir brauchen ist Zeit.“

 In seinem Buch „Frei von Herrschaft Fragmente einer anarchistischen Anthropologie“ beschreibt David Graeber die eigenartige Tatsache, dass es so oft die egalitären Gesellschaften sind, die von schrecklichen inneren Spannungen oder zumindest extremen Formen symbolischer Gewalt zerrissen werden.

Zitat: „Es ist, als maskierte die endlose Mühe, Konsens zu erreichen, eine permanente innere Gewalt. Oder vielleicht sollte man lieber sagen, es ist in Wirklichkeit der Prozess, durch den diese innere Gewalt bemessen und eingedämmt wird – genau dies und das sich daraus ergebende Durcheinander an moralischen Widersprüchen ist die primäre Quelle gesellschaftlicher Kreativität.“

Wir (die Verfasserinnen dieses Textes) mögen eigentlich keine Online-Diskussionen. Wir glauben, dass je mehr wir uns auf die Technik konzentrieren, desto mehr verlernen wir das menschliche Miteinander und möchten die Diskussion gerne mit einem mehrdimensionalen Gegenüber face-to-face auszutragen. Daher soll der Text auch nur eine kleine Denkanregung vor allem für die Asamblea am Sonntag sein. Lasst uns gemeinsam an Strukturen arbeiten, die für alle weniger frustrierend sind.

Verständnisfragen? Verbesserungsvorschläge? Einwände? Vetos?

7 Antwort auf Sinn und Sinnlichkeit der Asamblea

  1. JErB sagte am 10. März 2012

    ‘i’o'i’
    finde ich super, danke für die Erinnerung! Es wäre gut, wenn am So auch diejenigen da sind, die das bisherige Model von Assamblea nicht unbeding teilen. Es könnte eine wirklich spannende und produktive Diskussion entstehen…

  2. danke für diesen beitrag.
    ich gehöre zu denen, die bereits seit mitte november, als die auseinandersetzungen im camp begannen, über die asambleas ausgetragen zu werden, dort nie wieder erscheinen ist.
    und mittlerweile habe ich mich auch aus den online-diskussionen zurückgezogen, auch von facebook. ich bin erschrocken über das,w as ich dort in den letzten monaten erlebt habe. was dort an gewalt ausgetragen wurde, wie gemobbt, beleidigt und “geellenbogt” wurde. die umgangsformen dort in den virtuellen asambleas hat so überhaupt nichts mehr mit dem zu tun, was wir usn mal vorgenommen hatten, wovon wir geträumt haben, was wir neu schaffen woltlen. was sich in der realität durchgesetzt hat, war oft die blanke verbale und auch teils nonverbale gewalt.
    inzwischen haben sich längst auch grüppchen gebildet. die dezentralität ist nach meiner boebachtung so weit fortgeschritten, daß sie teils schon weider der vereinzelung sich annähert. nahezu jedeR hat (midnestens) ein eigenes grüppchen aufgemacht und sammelt dort seine schäfchen um sich. fast überall gibt es dann dort eine art platzhirschen, oder mehrere. und entweder man gehört dazu, oder eben nicht. und genauso viel wert ist dann auch die stimme, die man in die runde wirft. und es zählt nicht mehr, WAS man sagt, sodnern WER es sagt. nicht inhalte sind es also oft, die zählen.

    das alles sind im grunde gruppendynamische prozesse, die sich eben abspielen auch bei uns. sie sind in gewissen grenzen völlig normal und laufen nun mal so ab. (einleitend zb. bei wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gruppendynamik, unter beachtung der grenzen von wikipedia, gerade bei solchen sozialen und sozialwissenschaftlichen themen ist wikipedia oft leider zu einseitig und parteiisch in den darstellungen)

    ich für meinen teil habe mich lange bemüht, das entweder zu tolerieren, oder mitzuhelfen, daß sich dieser destruktive umgang ändert, oder gelegentlich auch vehement dagegen angekämpft etc.pp. und dabei auch sicher ne menge fehler gemacht. im endeffekt bin ich aber inzwischen so frustriert, daß ich keine lust mehr habe, weder auf asambleas noch auf internetdiskussionen, wenn dort so sehr das gegeneinander gepflegt wird uns es kein zueinander möglich scheint.
    die große offenheit, die über lange zeit bei mir vorhanden war hat sich über das erschrecken, die zunehmenden verletzungen in mittlerweile verschlossenheit bzw. sogar ablehnung gewandelt.
    zu den diversen interessen-grüppchen um einzelne (informelle) platzhirsche gehöre ich nicht. udn woltle ich auch nie gehören. und auch nie selbst platzhirsch sein, denn dazu eigne ich mich nicht.
    mein ziel war es wirklich, zu versuchen ein miteinander “auf augenhöhe” zu erreichen, wo mal dieser, mal jene seine/ihre stärken ausspielen kann, aber nicht permanent dominiert. wo stärken verstärkt udn schwächen ausgeglichen werden. udn alle zusammen mehr sind als nur die summe der einzelnen. im moment zweifle ich mehr denn je daran, daß dies überhaupt machbar ist, außer vllt. in einem kleinen selbstgesuchten freudneskreis. jedenfalls habe ich den eindruck, daß wir heute weiter davon entfernt sind als selbst vor dem 15. oktober letzten jahres. und da gab es wenigstens noch die hoffnung auf ein BALD. heute gibt es nur noch die enttäuschung über das vergangene.
    wobei ich theoretisch zugestehe, daß das, was im artikel geschrieben steht über lange fristen tatsächlich amchbar ist. allein, wer aus dieser bewegung denkt denn schon langfristig? es herrscht aktionismus vor, kurzfristigkeit und nach meinem eindruck auch von hektik übertünchte planlosigkeit. dazu die ganzen verstrittenheiten. die mittlerweile die notwendige parallelität von dezentralität und vernetzung aufgelöst haben in das vorherrschen von nur noch dezentralität, die an der mangelhaften vernetzung leidet, weil so auch die kommunikation gestört wird innerhalb der bewegung. denn informationen kommen nicht merhr überall an, teilweise sind kommunikationskanäle bereits exklusiv nur für teile der bewegung, also auch nicht mehr transparent, was natürlich auch machtpotentiale aufgrund von mehr und besserer information schafft, und damit weitere informelle potentielle anführer.
    das alles sind gruppendynamische prozesse. die können so oder so ablaufen, je anchdem, welche impulse es gibt udn wie die personen strukturiert sind, die daran beteiligt sind. und lange zeit wollte man auch nicht sprechen in der bewegung. es war, obwohl es alle wußten, als wollten es auch alle verdrängen. denn schließlich woltlen wir doch alle das gleiche. und es wurden statt dessen die hehren ideale hoch gehalten, die tatsächlichen realitäten aber ignoriert oder verdrängt. wenn heute nun diese diskussion angeschoben wird, so fürchte ich, ist diese schon so gut wie zu spät. die frustration zu weit fortgeschritten, der elan und die hoffnung dahin. das vertrauen zerbrochen.
    aber vielleicht ja auch noch nicht. schaun wir mal… immerhin wurden jetzt wenigstens einige punkte offen angesprochen. endlich.

  3. Hallo zusammen,

    danke für euren Debattenanstoß. Ich persönlich mag online-Diskussionen sehr und werde deshalb auf diesem Wege antworten :-)

    Erstmal denke ich, ihr habt mit eurer Grundeinschätzung der Lage den Nagel auf den Kopf getroffen. Viele Konflikte haben sich in der Tat in den virtuellen Raum verlegt – was auch gut so ist…schließlich sparte das mit Sicherheit das ein oder andere blaue Auge ein, in den Phasen in denen es auch mal härter zur Sache ging…

    …und so haben eigentlich alle Kommunikationsformen ihre Vor- und Nachteile. Bei der Asamblea, Versammlung oder im AG-Meeting stehen den Teilnehmern Gestik, Stimme, Betonung etc zur Verfügung was das rein Gesprochene im Verständnis meist unterstützt.

    Am Computer kann man dafür meist länger über das nachdenken was man von sich gibt, man kann verlinken, viele Themen können parallel behandelt werden, man kann in die Anonymität abtauchen damit Vorurteile den Diskurs nicht vergiften etc…

    Sowohl RL-Austausch als auch die digitale Unterhaltung halte ich daher gleichermaßen für wichtig.

    Doch zurück zum Thema Asamblea: Mit “aber da wird soviel gelabert.“ „In der Asamblea wird zuviel über persönliche Befindlichkeiten geredet.“ „Es wird endlos über Nichtigkeiten diskutiert.“ habt ihrs auf den Punkt gebracht…denn jede Kommunikationsform setzt nun mal ein Bewusstsein der Teilnehmer FÜR die Kommunikationsform voraus, damit es funktioniert.

    Genauso wie ich bei facebook wissen muss was ein like bedeutet oder nicht bedeutet, in welchen Gruppen welche Themen Widerhall finden, etc. so muss man auch die Asamblea-Spielregeln verinnerlicht haben, damit es funktioniert.

    Mit dem Rückgriff auf die Spanier habt ihr nochmal sehr schön herausgestellt um was es eigentlich geht bei der Sache: Kollektive Intelligenz! ….und was heisst das?

    Dass heisst in der Asamblea ist man sowohl Teilnehmer am Diskurs aber GLEICHZEITIG auch Beobachter aus der Vogelpersepktive….und genau das ist dann auch mit “zuhören” gemeint. Der Witz ist, die Unterhaltung aus einer Metaperspektive zu lesen um dann widerrum als selbstdenkendes Individuum interpretieren zu können auf welcher (ich nenns mal) Bewusstseinsstufe “der Schwarm ” ist.

    Eine erfolgreiche Asambleakultur braucht also sowohl ein Bekenntnis zum Kollektivismus ALS AUCH ein Bekenntnis zum Individualismus. Beides schließt sich nicht aus und ich lehne auch die Interpretation ab, wir würden in einer Ego-Gesellschaft leben. Wir leben nicht in einer Gesellschaft der starken, sondern in einer Gesellschaft der schwachen Egos, die ständig nach Bestätigung geiern. Mitläufertum und Herdentrieb sind daher sehr ausgeprägt in unserer so genannten Zivilisation. Was wir brauchen ist eine Gesundung des Egos, die dann auch zu einer Gesundung des Kollektivs führt und umgekehrt.

    Aber ich schweife ab…zurück zum Thema Asamblea:

    Ein Ego das in sich ruht und eben nicht zwanghaft nach Bestätigung sucht, kann auch einfach in den Hintergrund treten, wenn es aus der Vogelperspektive sieht, dass das was ihm wichtig ist bereits vertreten wird. Es wird vor allem dann aktiv, wenn es sieht das bestimmte Ideen, Meinungen und Argumente über nicht ausreichend “Repräsentation” verfügen.

    Asamblea heißt eben nicht Laberzirkel in dem jeder mal SEINE Meinung kundtut und es interssiert auch nicht wirklich was jeder einzelne Teilnehmer über Thema xy denkt. Asamblea ist auch keine Debatte in der verschiedene Fraktionen um die Durchsetzung ihrer Positionen ringen…andersrum wird ein Schuh draus:

    In einer Asamblea ist wichtig, dass jedes Argument jemanden findet der/die es ausspricht. Nicht der Aussprechende hat im Vordergrund zu stehen sondern das Gesagte. Wir haben uns als Repräsentanten für das zu verstehen was wir für die Wahrheit halten und wenn ich sehe, dass das was ich als wahr ansehe ausreichend ausgesprochen wird, muss ich das nicht auch nochmal sagen nur um zu vermitteln, dass ich das auch so sehe…

    Hierzu ist aber auch mal eine klare Abkehr von diesem ewigen “Was will der/die”-Geforsche notwendig und ein Grundvertrauen untereinander ist unabdinglich. Hört auf zwanghaft irgendetwas in das hineinzuintepretieren was andere sagen und hört verdammt nochmal einfach auf das was wirklich gesagt wird. Schluss mit den ständigen Unterstellungen, Verschubladungen bis hin zu Diffamierungen von Leuten die irgendwelche Argumente aussprechen die einen selbst vielleicht triggern!

    Mein Fazit also, wie Asambleas aus meiner Sicht funktionieren: Klare Direktkommunikation auf erster Ebene, kein “Ich-finde-auch”-Gelaber ohne dass was wirklich neues gesagt wird, mehr Zuhören aus der Vogelperspektive und Schluss mit dem 10-Stufen-Abstraktions-Mindfuck…!

  4. ralf sagte am 10. März 2012

    das ‘systemische konsensieren’ kann eine verbesserung bringen und hilfreich sein dabei unnötige Diskussionen gering zu halten und schneller Entscheidungen zu finden, die konsensorientiert sind.

  5. gato sagte am 10. März 2012

    Ich denke dass alle aufgezählten interpretationen von eine asambela seine berechtigung haben. Eine asamblea kann das und noch mehr sein. Es nützt aber natülich nichts, wenn alle zu einer asamblea kommen und eine andere vorstellung davon haben, was sie eigentlich bringen soll. Sollte vielleicht ganz am anfang besprochen werden? “was wollen wir im idealfall mit dieser asamblea erreichen?” Ansonsten macht man bewusst eine unterteilung und macht an bestimmten tagen eine asamblea mit einem , an anderen tagen eine asamblea mit einem anderen generellen schwerpunkt. Auch über “persönliche befindlichkeiten”, streit und die gruppendynamik sollte man m.m.n reden können. Das ist auch wichtig. Das sollte aber natürlich nicht die überhand nehmen und die auseinandersetzung mit anderen fragen behindern. Vielleicht ist es auch wichtig, dass es allen teilnehmern vorher bewusst ist um was es bei eine bestimmte asamblea gehen soll: vielleicht vorher bestimmen? Das könnte man auch im internet machen. Eine umfrage starten “was wollen wir in der nächsten asamblea besprechen. was ist jetzt wichtig” und dann mit diesem ziel die asamblea starten. Dann KANN eine asamblea zum beispiel ein ideenpol und/oder “ein Ort, um die Standpunkte der Bewegung insgesamt zu reflektieren” sein, wenn das zielführend ist. An einem anderen tag “ein Entscheidungsorgan, das zur Durchführung bestimmter Handlungen legitimiert” und/oder “ein Sprachrohr, das viele Stimmen zu einer starken gebündelt nach außen trägt” wenn das benötigt wird. Einfach je nach dem, was man erreichen will.
    Klar, wenn man zum beispiel ideen für die nächten aktion sammeln will, sollte sich das gespräch nicht um andere streitigkeiten drehen. Oder wenn man sich generell um den sinn und zweck der bewegung austauschen will, die asamblea nicht starr als entscheidungsorgan benutzen kann. Ich würde an eurer stelle nicht versuchen, die asamblea zu definieren, sondern ehr versuchen die möglichkeiten auszupobieren und sie dann gezielt nutzen so weit es geht…

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