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Fukushima und die Medien

10. März 2012 in Blog - alle Themen

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(Bei der Explosion auf dem Foto handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine atomare Explosion, die von TEPCO erfolgreich als Wasserstoffexplosion umgedeutet wurde, s. Quelle 1)

Während die Katastrophe von Tschernobyl noch als eben solche in der Gesamtgesellschaft wahrgenommen wurde, ist zu beobachten, dass in der jüngsten Vergangenheit Großkonzerne dazu gelernt haben, wenn es um die Deutungshoheit der von ihnen zu verantworteten Verbrechen an Mensch, Tier und Umwelt geht.

Ein Paradebeispiel für dieses nahezu perfektionierte Informationsmangement stellt beispielsweise auch die Öl-Katastrophe im Zusammenhang mit dem Untergang der Deepwater Horizon dar: Informationen werden häppchenweise herausgegeben, Auswirkungen werden umgedeutet und ganz wichtig: das Agenda-Setting – die Thematik wird geschickt auf den mittleren Seiten der Zeitungen platziert um eine untergeordnete Wichtigkeit der Ereignisse zu suggerieren.

Auch im Fall des Super-GAUs in Fukushima vor genau einem Jahr wurden diese Techniken im großen Stil angewendet. Während das technische Katastrophenmangement höchst unprofesionell von Statten ging, verstanden und verstehen es TEPCO und Konsorten umso besser die öffentliche Wahrnehmung der Ereignisse zu beeinflussen und zu manipulieren.

Drei Quellen sollen hier genannt werden, die sowohl eine Reinterpretation der Erereignisse zulassen, aber auch eben jene medialen Manipulationstechniken offen legen. Ein Jahr hat es nun gedauert bis diese Thematik umfangreich in großen Medien Gehör findet. Die Schlussfolgerung kann nur sein: Wir brauchen nicht nur eine Revolution der Energiegewinnung sondern eben auch einen nachhaltigen und umfassenden Wandel der Struktur des medialen Systems. Medienkonzerne führen die eigentliche Aufgabe des Journalismus ad absurdum und sind zu weiten Teilen zur Propagandaabteilung großindustrieller unf finanzkapitalistischer Intressen verkommen.

Doch wird sich die Medienstruktur nicht von alleine ändern: Wir müssen weiter kleine Medien aufbauen und nutzen aber auch im “Mainstream” tätige Journalisten mit Berufsethos unterstützen.

Ob bei den Medien oder in der Energiegewinnung – aber auch bei allen anderen sozialen Fragen: Letztendlich liegt die Lösung in der Dezentralisierung.

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Quelle 1:

Sehenswerte Doku auf Arte:

http://videos.arte.tv/de/videos/fukushima_die_wahrheit_hinter_dem_super_gau-6439122.html?fb_ref=.T1pyVOf-HZw.like&fb_source=profile_oneline

Quelle 2:

Ebenso sehenswerte Doku auf ZDF:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1576888/ZDFzoom-Die-Fukushima-Luege#/beitrag/video/1576888/ZDFzoom-Die-Fukushima-Luege

Quelle 3:

Interview mit Klaus Heilmann, Risikoforscher:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/super-gau-in-fukushima-es-wird-verschwiegen-vertuscht-und-beschoenigt-1.1304803

3 Antwort auf Fukushima und die Medien

  1. Ich bin mittlerweile auch der Meinung, dass wir verstärkt an die Medien ran müssen. Wenn wir das Problem nicht in den Griff kriegen, d.h. Informationskanäle für die Massen zu etablieren, dann werden wir die anderen Probleme nicht angehen können. Ohne Medien kein Staat! Es ist auch eine Verdummung, wenn man glaubt, dass Merkel oder Von der Leyen mächtiger wären, als Liz Mohn (Bertelsmann) oder Frau Springer. Aus der 68er Bewegung ist nun klar geworden, dass eine Bewegung ohne eigene Medien keine Chance hat, weil sonst vom Mainstream Meinungen gemacht werden können. Und da geht es selten um die Sache, sondern oft wird einfach nur behauptet und jeder glaubt es, weil es die Tagesschau & Co gesagt haben.

    Sie machen Fehler, vielleicht sollte man sich vielmehr darauf konzentrieren 1. Fehler aufdecken und den anderen zeigen, dass sie nicht unfehlbar sind und viel Mist erzählen und 2. eigene Informationskanäle schaffen, wie Radio 99% oder andere Projekte dieser Art unterstützen.

    Danach kommen Banken, Demokratie usw.

    • wie elflorian schon sagte, ich sehe mittlerweile auch,d aß es nicht nur darum gehen kann, eigene medien aufzubauen. das müssen wir auch und das tun wir ja auch schon. aber bis sich das “rumgesprochen” hat außerhalb des üblichen netzaffinen kreises, das dauert.

      also wäre es ebenso wichtig, diejenigen journalisten zu unterstützen, die tatsächlich noch ihren job machen. das kann zb. geschehen, indem berichte, artikel oder sonst etwas durch uns viel rumgepostet wird, von uns positiv kommentiert wird etc.pp. also das sselbe in positiv, was sonst eben desöfteren getan wird, wenn arzikel, berichte usw. desinformieren, offen lügen, verdrehen oder so.

      mal was positives zu tun, ist vllt. sowieso nicht eben das schlechteste.

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