Ich oder Wir oder Was? – Plädoyer für ein Mehr an Miteinander und Gemeinschaftlichkeit

21. Februar 2012 in Blog - alle Themen

Habe heute wieder einen neuen Blogartikel fertiggestellt. Hoffe, er interessiert euch. Für mich ist dies Thema ganz essentiell und gehört damit ganz wesentlich zu dem, was mich antreibt, nicht nur in dieser Bewegung. Darum möchte ich ihn hier auch gerne  einstellen und somit auch zur Diskussion.

Wir leben in einer kranken Gesellschaft. Das spüren oder wissen wir alle mehr oder weniger deutlich. Und können dies auch an einzelnen Dingen festmachen. JedeR von uns. Seit Jahren bereits drehen sich genau darum sehr viele Diskussionen, die ich beispielsweise auf facebook erlebe, in Foren und auf anderen Internetplattformen. Seit Jahren ist dieser Trend sogar zunehmend. Es erschien mir oft, als würde sich dort etwas Luft machen und nach Aufmerksamkeit rufen, was im normalrealen Leben sich kaum noch äußern kann oder den Raum findet, sich zu artikulieren.

Eines, was ich in dem Zusammenhang immer wieder und auch stetig bleibend feststelle, wird hier aber sehr selten angesprochen: Wir leiden unter mangelnder Aufmerksamkeit und Bestätigung, ja oft auch an Liebe oder wenigstens Mitgefühl. Dieses System, in welchem wir leben, erscheint mir daher oft wie ein Mangelsystem. Dem Überfluß an Dingen, Waren und käuflichen Dienstleistungen steht ein ewiger Mangel an persönlicher Bestätigung gegenüber. Und dies auf allen Ebenen. Beruflich erleben die meisten von uns, daß sie entweder ausgebeutet werden, sinnlose Arbeit verrichten müssen, die weder für sie selbst noch für die Gesellschaft einen Sinn ergibt, die hauptsächlich darauf ausgerichtet ist, entweder den Reichtum einiger weniger zu mehren oder aber dieses System selbst aufrechtzuerhalten, was uns aber tatsächlich eigentlich nicht mehr sinnvoll erscheint. Weil wir wissen oder spüren, daß wir damit praktisch nur verlieren können. Und wir oft genug auch tagtäglich zu spüren bekommen, daß wir die letzten Deppen sind. Und die letzten beißen die Hunde. Und die Hunde, das sind wir. So etwas baut aber nicht auf, sondern macht dauerhaft unzufrieden und irgendwann vielleicht sogar krank.

Aber wir wissen noch nicht so recht umzugehen mit dieser Unzufriedenheit. Und so manchem ist auch noch nicht klar, daß diese Unzufriedenheit nicht allein daher kommt, daß sie zu wenig Geld für ihre Arbeit bekommen, prekäre Arbeitsverhältnisse haben, einen miserablen Chef, eine Art von Zwangsarbeit oder sinnlos erscheinende Tätigkeiten verrichten müssen oder aber überhaupt alles und jede Kleinigkeit der Lebensführung unsicher geworden zu sein scheint, unser Leben nicht mehr planbar ist, wie dies noch für unsere Eltern normal gewesen ist.

All diese Aufzählungen (und noch viel mehr, jedeR mag ergänzen) aber sind Ausdruck mangelnder Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Wir bekommen damit tagtäglich aufs Brot geschmiert und vom Leben serviert, daß wir mehr oder weniger austauschbar, bloße Rädchen im Getriebe oder gar ganz überflüssig sind. Und genau darum fühlen wir uns auch unwohl. Und manche sind bereits wütend. Und noch manche anderen möchten sich wehren. Und richten ihren Widerstand genau gegen die oben genannten Formen.

Das alles ist auch gut und richtig. Aber wie ich finde, nicht ausreichend. Nicht ALLEIN ausreichend. Es fehlt etwas sehr wichtiges dabei….

zum weiterlesen, möchte ich euch gerne umlenken auf meinen Blog. Hier entlang: http://wp.me/p1k86V-49

In den letzten Tagen und Wochen sind einige thematisch interessante Artikel dazu gekommen, diese zu lesen ich Euch gerne einladen möchte (daher der kleine Trick mit dem umleiten).

4 Antwort auf Ich oder Wir oder Was? – Plädoyer für ein Mehr an Miteinander und Gemeinschaftlichkeit

  1. Vielen Dank, ja , das hat etwas vom Kern. Die Sache mit er Zweier und Dreierbeziehung. Vielleicht kann m. zu Regeln kommen die m. für sich selbst prüfen kann. Z:B. Lasse ich mich noch überraschen und überrasche auch ich noch, durch Bejahende Einstellung.

    Vertraue ich in Vertrauen? Ohne besondere Fälle nicht mehr auf evtl. gegenläufige Folgen absuchen zu können.

    Lasse ich mich zu sehr durch persönliches leiten und verstelle mir den Blick?

    Gebiete oder Verbiete ich etwas? Warum?

    Will ich hemmen oder ist von der unüberlegten Schnelligkeit herauszunehmen.

    Wie finden sich auf Dauer Symptome für offene Entwicklung, bei möglichst wenig Einflussnahme? Und Trotzdem für alle nachvollziehbar? Entwickeln sich so Faustregeln. Weiß wer?

    Wie auch immer.
    Das könnte vielleicht hilfreich sein, sich manchesmal selbst zu überwinden, aber auch vorallem um keinen REgelkatalog mit Strafmaßnahmen aufzustellen.
    Ich weiß nicht so ganz….

    Was mir aber neulich auch spannend erschien war Folgendes:
    Geben wir 11 Gruppen je 10 Muscheln und behaupten das sei nun deren Tauschmittel für Leistungen und Besitz.
    Fordern wir von Ihnen, daß Sie, in bestimmter Zeit, jede Gruppe 11 Muscheln zurückgeben sollte.

    Ist das ein Grundpfeiler der Leistungsgesellschaft?
    Jeder hat die Chance ein Mehr zu erwirtschaften.
    Im Geschlossenen System werden Sie versuchen, vielleicht durch Witzeerzählen und Zeigen besonders schöner Zaubertricks, den anderen zu bewegen dafür etwas zu geben.

    Könnte sein?:
    Die Ideen und das Wissen werden nicht mehr offen geteilt (mitgeteilt),

    Ein Vernebeln, Verschleiern, und auch Schlechtmachen anderer Möglichkeiten könnte auftreten,

    Eventuell auch, dass ein Akzeptieren der Tatsache, dass es mindestens irgendeiner Gruppe nicht möglich sein wird, die Forderung beibringen zu können, PSYCHISCH oder auch vielleicht SEELISCHE Abgrenzung unausweichlich macht.
    Akzeptanz durch Distanz auf menschlicher Ebene, um den Persönlichen, Emphatischen Schmerz zu vermeiden?

    Wie kann m. das besonders treffend darstellen?

  2. burger mensch, ich glaube nicht, daß man wirklich mit aufgestellten regeln weiter kommt, sondern nur mit einer tief verinnerlichten selbst verantwortung, der man auch gerecht wird. und ansonsten eben kommunikation, sich auf das gegenüber einlassen, menschliches miteinander (nein, das jetzt meine ich momentan nicht, lol.).
    ich fidne es interessant, daß man in deutschland immer zuerst auf regeln, statuten etc. kommt, aber nicht auf das absolut naheliegendste. nämlich sich auf menschen einlassen. habe manchmal den eindruck, wir sind in diesem land schon durch und durch bürokratisiert, und dies ist bis in die letzte internalisiert, also fast schon genetisch vorprogrammiert. (nein, hier habe ich keine ahnung und könnte darüber auch nicht wirklich diskutieren. das war nur ein polemischer satz.)

    und ich verstehe auch nicht so recht, warum du ausgerechnet auf psychisch/ seelische abgrenzung kommst. mein beitrag sollte eigentlich das genaue gegenteil aussagen. habe ich mich so schlecht ausgedrückt, daß das nicht rüberkam?

    manchmal glaube ich, es bestehen absolute ängste eines jeden vor jedem anderen menschen 8ausnahmen bestätigen die regel), so daß man sich nicht mehr traut, aufeinander einzulassen. und immer wieder genau das gegenteil vond em passiert, was eigentlich sinnvoll wäre: statt einlassen streit udn abwehr zb.

    ich stehe da selbst oft daneben und verstehe es ehrlich gesagt nicht so richtig, kann innerlich dann nur den kopf schütteln. statt miteinander zu reden wird gekämpft. statt sich aufeinander einzulassen sich abgegrenzt usw.usf. genaud eshalb schrieb ich den beitrag. aber ichw erde das thema sicher noch immer wieder aufgreifen und in dieser oder jener hinsicht evrtiefen. dies war vermutlich erst mal der erste impulsbeitrag. ich wünschte,d as thema hätte auch ind er bewegung noch viel mehr interesse. also für mich ist dies sehr wichtig, weil ich seit jahren entwicklungen beobachte, die eigentlich paradox sind, auch sogar in der alternativszene, nicht nur in der großen politik

    • Eventuell auch, dass ein Akzeptieren der Tatsache, dass es mindestens irgendeiner Gruppe nicht möglich sein wird, die Forderung beibringen zu können, PSYCHISCH oder auch vielleicht SEELISCHE Abgrenzung unausweichlich macht.
      Akzeptanz durch Distanz auf menschlicher Ebene, um den Persönlichen, Emphatischen Schmerz zu vermeiden?

      Lass mich noch einmal versuchen:
      Dadurch wollte ich uns beide Anregen: ZU gemeinsamen Weiterdenken… Ich wollte das als eine Spur, eine Fährte, zum Moment der TRennung zwischen Menschen, in den Raum stellen. Ein Symptom der Leistungsgesellschaft? Wir akzeptieren, das evtl. m. nicht die Anforderungen erfüllen kann, um nicht vom Schmerz erdrückt zu werden, dass dieses ‘Sstem’ um uns so funktioniert. Wir wählen die Variante der Anerkennung, dass ein Schwächerer eben zu schwach wäre. Auch wenn die von Außen gegebenen Umstände schon einen unnötigen und paradoxen Zustand geschaffen haben…

      Besser Verständlich?
      Ich will Dir damit danken und versuchen einen Weg zur Ursache der Vereinzelung zu erklären.

      Übrigens: Wenn du dir Gerne einmal Zeit nimmst Denken zu überdenken: Krishnamurti hat in den 80ern sehr spannende Vorträge gehalten, die du bei youtube findest. Ich finde sie sehr spannend

      Das mit den Regeln meine ich auch nicht so konkret.
      Ich bin da auch deiner Meinung.
      Könnte es soetwas wie philosophische Sätze geben, die ich im moment nutze um mich meiner inneren Einstellung oder Position zu erinnern und mir meine Offenheit und evtl. Zustimmung als Energieförderndes Element aus meiner Eigens geprägten Erfahrung nicht durch die Situaton und vielleicht TAgeslaune und Tagemisstrauen, nicht zu verstellen.
      In meinen Krassesten Tagen meinte ich sogar:
      verbieten verbieten!
      #Aber vorher eine Woche Fernsehverbot…

      Worauf meine Mutter einmal meinte, dass Sie sich das nie verbieten ließe … Spaß!? Aber so ist das mit dem Verbieten

      Wie kann m. das besonders treffend darstellen?
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      anja neumann said on 22. Februar 2012

      burger mensch, ich glaube nicht, daß man wirklich mit aufgestellten regeln weiter kommt, sondern nur mit einer tief verinnerlichten selbst verantwortung, der man auch gerecht wird. und ansonsten eben kommunikation, sich auf das gegenüber einlassen, menschliches miteinander (nein, das jetzt meine ich momentan nicht, lol.).
      ich fidne es interessant, daß man in deutschland immer zuerst auf regeln, statuten etc. kommt, aber nicht auf das absolut naheliegendste. nämlich sich auf menschen einlassen. habe manchmal den eindruck, wir sind in diesem land schon durch und durch bürokratisiert, und dies ist bis in die letzte internalisiert, also fast schon genetisch vorprogrammiert. (nein, hier habe ich keine ahnung und könnte darüber auch nicht wirklich diskutieren. das war nur ein polemischer satz.)

      und ich verstehe auch nicht so recht, warum du ausgerechnet auf psychisch/ seelische abgrenzung kommst. mein beitrag sollte eigentlich das genaue gegenteil aussagen. habe ich mich so schlecht ausgedrückt, daß das nicht rüberkam?

      manchmal glaube ich, es bestehen absolute ängste eines jeden vor jedem anderen menschen 8ausnahmen bestätigen die regel), so daß man sich nicht mehr traut, aufeinander einzulassen. und immer wieder genau das gegenteil vond em passiert, was eigentlich sinnvoll wäre: statt einlassen streit udn abwehr zb.

      ich stehe da selbst oft daneben und verstehe es ehrlich gesagt nicht so richtig, kann innerlich dann nur den kopf schütteln. statt miteinander zu reden wird gekämpft. statt sich aufeinander einzulassen sich abgegrenzt usw.usf. genaud eshalb schrieb ich den beitrag. aber ichw erde das thema sicher noch immer wieder aufgreifen und in dieser oder jener hinsicht evrtiefen. dies war vermutlich erst mal der erste impulsbeitrag. ich wünschte,d as thema hätte auch ind er bewegung noch viel mehr interesse. also für mich ist dies sehr wichtig, weil ich seit jahren entwicklungen beobachte, die eigentlich paradox sind, auch sogar in der alternativszene, nicht nur in der großen politik

  3. sorry
    ich hatte mir teile kopiert und nicht wieder gelöscht
    Alles Gute
    Ich werde deinen ARtikel nochmal Lesen
    WIllst du bei der Bienale mitmachen?

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