Profilbild von Stephan

von

Aufruf des griechischen Komitees gegen die Schulden und Workshop auf der Europäischen Aktionskonferenz in Frankfurt

19. Februar 2012 in Blog - alle Themen

Liebe Leute!

Anbei ein Aufruf des griechischen Komitees gegen die Schulden. Am Samstag, dem 25.2. nachmittags wird es auf der Europäischen Aktionskonferenz in Frankfurt auch einen Workshop zum Thema Schulden geben, den ich zusammen mit Myriam Bourgy von CADTM aus Brüssel vorbereite, die auch an der Organisation des in dem Aufruf erwähnten Treffens in Brüssel beteiligt ist.

Ziel des Workshops ist es u.a., dass daraus eine spektrenübergreifende Gruppe hervorgeht, die sich im Sinne des griechischen Aufrufs in die Mobilisierung für den 12. Mai einbringt, und dabei wie unten angedeutet das Thema Schulden mit den Themen Sparpolitik, Sozialabbau und Privatisierung verbindet.

Wer am Samstag nicht zu der Aktionskonferenz nach Frankfurt kommen kann, aber Interesse daran hat, in einer solchen Gruppe mitzuarbeiten, der kann mir gerne eine Mail schreiben (stlindner@ipn.de).

Weitere Infos zur Aktionskonferenz unter www.european-resistance.org, wo Ihr Euch auch für die Konferenz anmelden könnt und angeben, falls Ihr einen Schlafplatz sucht.

Außerdem für alle BerlinerInnen auch nochmal der Hinweis auf den Bus, mit dem man von Berlin aus anreisen kann.

Die Solidaritätsakionen der letzten Tage wurden übrigens auch in Griechenland wahrgenommen und haben dort bereits zu einer Reaktion geführt:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150548930920544.383376.706885543&type=1

Es ist also jetzt wichtig, nicht nachzulassen, sondern weiter zu machen.

Gruß,

Stephan

——– Original-Nachricht ——–
Athen, den 17. Februar 2012

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossinnen und Genossen,

Wir, das Griechische Komitee gegen die Schulden, ergreifen die Initiative, uns an euch alle zu wenden und euch vorzuschlagen, einen großen gemeinsamen, kämpferischen und massiven europäischen Tag der Solidarität mit dem griechischen Volk vorzubereiten und zu organisieren, zugleich einen Aktions­tag gegen die Politik der Austerität, der Privatisierungen und des Abbaus der öffentlichen Dienste in ganz Europa, mit der Streichung der öffentlichen Schulden Griechenlands als Losung.

Warum wir diesen Vorschlag machen, liegt auf der Hand: Unter dem Vorwand der Schulden Griechenlands hat die Troika, das heißt der Internationale Währungsfonds, die Europäische Zentralbank und die Europäische Kommission Griechenland, in ein Laboratorium für die unmenschlichste, antidemokratische und anti­soziale Sparpolitik umgewandelt. Die Troika testet die Ausdauer und die Widerstandsfähigkeit des griechischen Volks, das sie zum Versuchskarnickel gemacht hat, und schlägt den Weg zur allgemeinen Anwendung dieser stets gleichen Politik überall in Europa.

Jetzt, also zwei Jahre nach dem Start des frontalen Angriffs auf das „Versuchskarnickel“ gibt es keinen Raum mehr für den geringsten Zweifel:
Auf den griechischen Strassen und Plätzen stehen nicht nur das Schicksal der griechischen Gesell­schaft, der nationalen Souveränität und der Demokratie Griechenlands, denen so brutal mitgespielt wird, das Schicksal des griechischen Volks, der Beschäftigten und Rentner_innen, der Frauen und aller Unterdrückten in unserem Land auf dem Spiel. Es geht auch um das Schicksal der ungeheuren Mehrheit der europäischen Bürger_innen, für die die Troika, die antidemokratische Reaktion und das Großkapital das gleiche Schicksal vorgesehen haben.

Also scheuen wir uns nicht zu sagen: Was 1936 Spanien für das Europa derer unten war, wird Grie­chenland der Tendenz nach für das heutige Europa! 1936 gab es eine Niederlage, weil der spanische Widerstand gegen den siegreichen Faschismus tragisch alleine und ohne ausreichende Hilfe geblieben ist. Es ist überflüssig, euch auf die alptraumhaften Folgen der damaligen Niederlage des spanischen „Versuchskarnickels“ und die offenen Wunden, die bis heute nachwirken, hinzuweisen.

Die Frage, die wir an euch richten, ist also einfach: Sind wir jetzt dazu bereit hinzunehmen, dass die Geschichte sich wiederholt, können wir eine erdrückende Niederlage des heutigen griechischen „Ver­suchskarnickels“ hinnehmen, die für alle Völker und alle Arbeitenden in Europa tragische Folgen hätte?

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossinnen und Genossen,

Wir sind sicher, dass eure Antwort ein lautstarkes Nein sein wird. Das ist beim gegenwärtigen Stand der Dinge jedoch nicht mehr genug. Die Zeit drängt zum Verzweifeln, denn das griechische Volk hat keine unbegrenzten Widerstandskräfte gegen einen hochgerüsteten und sehr gut organisierten und koordinierten internationalen Klassenfeind, die Situation verlangt eine erste europäische Solidaritäts­demonstration mit Aktionen, vernehmbar und massenhaft. Anders ausgedrückt, nötig ist eine Mobili­sierung „derer unten“ auf europäischer Ebene, die eine doppelte Funktion hätte: Auf der einen Seite den kämpfenden Griech_innen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind, dass ihr Kampf Teil eines breite­ren Kampf aller Unterdrückten in Europa ist und dass sie also mehr Chancen haben zu gewinnen. Auf der anderen Seite sollte sie der erste Schritt und der Ausgangspunkt für die Bildung und Entwicklung der europäischen Massenwiderstandsbewegung sein, die wir so dringend benötigen!

Wir denken, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossinnen und Genossen, dass die Versammlung der Audit-Kampagnen in den Ländern Europas und Nordafrikas, die am 7. April in Brüssel stattfindet, eine gute Gelegenheit darstellt, um unseren Vorschlag zu diskutie­ren, aber auch weiterzubringen, damit er von der größtmöglichen Zahl von sozialen Bewegungen und sozialen, gewerkschaftlichen und politischen Kräften auf unserem Kontinent unterstützt wird…

In der Hoffnung auf eine positive Reaktion von euch, erwarten wir eure Antwort sowie jede andere Idee, andere Initiative oder andere Vorschläge von euch.

Mit solidarischen Grüßen
das Griechische Komitee gegen die Schulden (www.contra-xreos.gr )

Darauf antworten

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.