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Trainings und Termine zum Umgang mit Polizei und zu Direct-Action/Sabotage

19. Januar 2012 in Blog - alle Themen

  • Sonntag, 22.1., in Berlin in der Zwille im Offener Raum an der TU, Fasanenstr. 1:
    11 bis 18 Uhr Training zum kreativen Umgang mit Polizei

Tagesseminar mit Einführungen, Rollenspielen und Übungen (TrainerInnen u.a. Jörg Bergstedt und Hanna Poddig)

Einführung zu rechtlichen Grundlagen der Repression (vor allem Polizei- und Versammlungsrecht, aber auch Hinweise auf weitere Spezialgesetze und das Strafrecht). Varianten des Polizeikontaktes, Handlungsmöglichkeiten und rechtlicher Rahmen: Personalienkontrolle, Durchsuchung, Festnahme, Verhör usw. Dann Trainings in Form eines Rollenspiels zu ausgewählten Situationen – in der Regel auf Wunsch der Teilnehmenden.

19 Uhr: Vortrag und Diskussion “Statt selbst denken: Religion, Esoterik, Verschwörungstheorien und Biologismen” (Kritik an vereinfachten Welterklärungen, die auch in der Gentechnikkritik immer wieder auftauchen)

 

  • Dienstag, 24.1., 16 Uhr bis open end in Berlin im Frei(t)raum (Humboldt-Uni, Dorotheenstr. 28): Seminar zu Direct Action mit Training zu kreativer Sabotage, Störung und alles Drumherum

“Direct Action” ist etwas anderes als nur mal hier eine Blockade oder da ein Steinwurf. Es ist eine Idee für eine Politikform, die nicht mehr nur Einzelnes angreift und auch mehr will als schwächliche Miniveränderungen innerhalb von umweltzerstörenden und menschenverachtenden Verwertungs- und Herrschaftsstrukturen. Direkte Aktion will die Köpfe erreichen. Und den Kopf benutzen. Das erste Ziel einer direkten Aktion ist die Schaffung eines „Erregungskorridors“ in der Gesellschaft: Aufmerksamkeit, Irritation, Freude oder Wut sind solche Formen. Wie das erreicht werden kann, ist vielfältig: Kommunikationsguerilla, verstecktes Theater, Blockade von Castor-Zügen, Sabotage, Internet-Hacken usw. Wenn die Erregung entsteht, ist Platz für politische Positionen und Visionen – doch auch deren Vermittlung will durchdacht sein. Ideen für kreative Vermittlungsformen sind nötig. Direkte Aktion ist alles drei: eine kreative, direkte Aktion, der entstehende Erregungskorridor und die Vermittlung politischer Positionen/Visionen.

Nach einer Einführung soll es schwerpunktmäßig um Sabotage und das Drumherum gehen. Themenwünsche sind möglich.

 

  • Donnerstag, 2.2., 9 Uhr, Amtsgericht Tiergarten (Berlin, Turmstraße 91), Sitzungssaal 862: Hausfriedensbruchsprozess wegen Protestaktion im Sommer 2009 vor dem Julius-Kühn-Institut in Berlin-Dahlem.

Das JKI ist mit Konzernen und Lobbyverbänden extrem verfilzte Behörde, die aber eigentlich unabhängig forschen soll. Einer der beiden ämterreichsten, deutschen Gentechnikseilschafter, Joachim Schiemann, arbeitet dort (im Hauptsitz Quedlinburg). Der Angeklagten wird nun vorgeworfen, sich an einer Protestaktion beteiligt und das Aufhängen eines Banners vom Boden aus beobachtet zu haben. Sie wurde des Hausfriedensbruchs beschuldigt und muss sich – nachdem sie gegen einen Strafbefehl in Höhe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro Einspruch eingelegt hat – vor Gericht verteidigen.

17 Antwort auf Trainings und Termine zum Umgang mit Polizei und zu Direct-Action/Sabotage

  1. Tipps zur persönlichen Vorbereitung für Demos und Aktionen http://skillsforaction.twoday.net/stories/5038362/

    Tipps für Demos vom Ermittlungsausschuss (EA) Berlin http://ea-berlin.net/hinweise

    Video: Demo-Tipps http://www.youtube.com/watch?v=jDubw8rOcoo&feature=player_embedded

    Tipps & Tricks von der Roten Hilfe zum Umgang mit den staatlichen Repressionsorganen in brenzligen Situationen. PDF-download http://www.berlin.rote-hilfe.de/rh/images/stories/wtwbaktuell1106.pdf

    Hilfe bei psychischem Stress infolge politischer Arbeit und Erfahrung von Polizeigewalt https://outofaction.net/content/out-of-action

    Tipps & Tricks im Umgang mit dem Jobcenter http://zusammendagegen.blogsport.de/tippstricks/.

    Tipps und Tricks für Video-AktivistInnen: Reader Videoaktivismus http://trojantv.23bit.net/reader.html
    Rechtsinfos für Video-AktivistInnen http://trojantv.23bit.net/va/rechtliches.html

    In der Praxis bewährte Tipps und Tricks für die Medienarbeit http://www.gipfelsoli.org/Antirepression/Skills_deutsch/2987.html

  2. Lesetipps:

    2 Bücher über kreative Formen des Protests
    go.stop.act! – Die Kunst des kreativen Straßenprotestes. Geschichte – Aktionen – Ideen
    Handbuch der Kommunikationsguerilla
    https://www.alex11.org/2012/01/2-bucher-uber-kreative-formen-des-protests/

    Zum Thema Verschwörungstheorien:
    Antifaschistisches infoblatt
    Nr. 76, Sommer 2007
    http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/76/index.php

    Editorial http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/76/3.php

    The Devil in disguise – Was steckt hinter US-amerikanischen Verschwörungstheorien? http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/76/54.php

    Ein Leseexemplar gibts hier (mit Kopiermöglichkeit):
    Papiertiger – Archiv & Bibliothek
    Cuvrystr. 25, 10997 Berlin
    http://www.archiv-papiertiger.de/

  3. Ich finde es bedenklich wenn hier öffentlich von Sabotage die Rede ist, und bitte euch in Zukunft davon abzusehen.
    1) es gibt -meines Wissens- keinen Konsens zur Frage gibt, ob Sabotage ein sinnvolles Mittel ist. Das ist wie Segelaufspannen auf rauer See: eine riesige Angriffsfläche. Wofür? Das muss gut überlegt sein. Das Risiko dass es uns schadet, ist sehr groß. Wenn es so eine Abstimmung gäbe, würde ich Veto einlegen, bis ich ein wirklich ausgereiftes Konzept gehört hätte.
    2) selbst wenn man das entschieden hätte: was zum Geier geht in euren Köpfen vor, das hier über eine öffentliche Seite rauszuposaunen!?!

    Ich würde euch deshalb bitte, in Betracht zu ziehen, bis zur Klärung dieser Fragen, die Textpassage und Wörter bez. Sabotage rauszunehmen.

    Ingvar

  4. als global change/occupy/echte demokratie jetzt!-aktivistin distanziere ich mich von veröffentlichungen, die zu trainings aufrufen, in denen *sabotage* zum thema gemacht wird! auch wenn ich erkenne, dass es bei dem obigen *angebot* im besten fall eher um kreativität gehen soll, bin ich in keinsterweise mit konzepten etc einverstanden, die radikalisierung fördern. im gegenteil, sie sind kontraproduktiv und haben mit der politischen realität in deutschland nicht im entferntesten etwas zu tun. oder habe ich verpasst, dass hier bereits eine von der BASIS des VOLKES getragene revolution vor sich geht, die *sabotage* NOTwendig machen könnte!? ich fordere deshalb den/die verfasser des artikels ebenfalls auf, unmissverständlich klarzustellen, dass es keine veranstaltung im namen der global change/occupy aCAMPada/democracy now! bewegung ist ~ sondern eine initiative einzelner.
    ~Paulette

  5. Training zu Sabotage steht immer noch fett in der Überschrift, im Text fett “Training zu kreativer Sabotage, Störung und alles Drumherum”. Finds Scheiße. Leute, könnt ihr mir erklären, warum ihr Aufrufe zu Straftaten unbedingt öffentlich einsehbar posten müsst?

    A propos Redefreiheit: Wenn es euch so sehr um das Diskutieren ginge, wie ihr behauptet, warum diskutieren wir denn dann hier nirgendwo gemütlich über Sabotage, hmm? Vielleicht weil dann alzu offensichtlich wird, dass eure Positionen nicht Occupy-konsensfähig sind?

    Es geht um etwas anderes: Es geht hier um die Frage, was strategisch (sehr un-) gut für die Bewegung ist. Es geht darum, zu überlegen was man wo sagt, es geht um nüchterne Selbsteinschränkung. Es geht um Rücksicht auf collegas, die auf sowas keinen Bock haben. Es geht um Verantwortung für die Bewegung. Es geht auch um so etwas wie Respekt gegenüber anderen, sachlich begründeten Meinungen, die ihr ja angeblich so hoch haltet.

    Übrigens ist es ein qualitativ großer Unterschied, ob das Wort Sabotage irgendwo in Diskussionen fällt, oder ob ein Seminar für Sabotage angeboten wird, weil letzteres suggerieren könnte, dass ihr Leute dazu anregt aka anstiftet. DANKESCHÖN falls wir wegen euch dann in Zukunft fünfmal schneller auf die Mütze kriegen und noch mehr überwacht. DANKESCHÖN aber vor allem, dass dadurch auch die politische Arbeit behindert werden könnte, dass unser Ziel, ein öffentliches Forum zu schaffen torpediert werden könnte, an dem endlich überfällige Empörungsthemen diskutiert und Änderungen eingeklagt werden.

    IHR WOLLT DOCH NIE IN SCHUBLADEN GESTECKT WERDEN? IHR STECKT UNS GERADE ALLESAMT IN EINE ECHT BESCHISSENE SCHUBLADE

    • mm sagte am 23. Januar 2012

      Wen bitteschön meinst du denn mit “ihr”? Sind das nun die Administratoren dieser Seite, der Autor des Artikels, oder einfach alle, die sich nicht deiner Meinung anschließen, weil du die “konsensfähigen Occupypositionen” alleinvertretest?

      • Danke, dieses ihr/wir Ding nimmt ja geradezu absurde Ausmaße an. Da ergiesen sich die Kommentare in den Spalten über die angeblichen Autoren, da wird rumspekuliert über deren Positionen, dann setzt das übliche Wischiwaschi ein bei dem die Kommentatoren sich auf Kommentatorinnen beziehen um am Ende so zu tun als wäre es die Autorenposition… grusselig.

    • Lieber Ingvar, mit deiner Distanzierung hast du mich in eine Schublade gesteckt,

      deswegen habe ich nach dem 15.o noch mehr Probleme mit dem Label Occupy als schon davor.

      Hallo Christian, guten Tag Frau Fischer und Herr Zierold,
      vielen Dank fürs Weiterleiten.
      Im Kern kann ich der Mail zustimmen. Allerdings würde ich das meiste
      weit weniger dramatisch ausdrücken. Wir sind in einem Prozess der in
      den meisten Occupy-Städten weltweit so ähnlich schon stattgefunden
      hat: Das Camp war sozusagen die Geburtsphase, die jetzt -relativ
      schnell- ausklingt. Wir sehen das als vorübergehende Zustände an, die
      sich diese Tage klären werden. Morgen Mittwoch 7.12 17 Uhr findet zu
      diesem Thema eine Asamblea statt, es ist absehbar, dass sich das Gros
      von “Occupy Berlin” -wie auch schon in Spanien, NewYork und TelAviv-
      vom Camp-Phänomen in der jetzigen Form distanzieren wird. Donnerstag
      8.12 -ich glaube- um 14 Uhr findet im Camp ein Pressetermin statt:
      von den Einen wird das “soziale Forum” ausgerufen und von Anderen die
      Distanzierung Occupy’s vom Camp bekanntgegeben (nicht unbedingt im
      Einvernehmen).
      Ich vermute, dass sich der Großteil von uns inzwischen eine
      Distanzierung vom Camp wünscht, das sich in wenigen Tagen so stark in
      eine Richtung gewandelt hat, die in keinster Weise im Konsens
      beschlossen worden ist. Gerade wegen des verbal-aggressiven Auftretens
      einiger Weniger und dadurch hervorgerufenen Selbstreinigungskräften,
      kommt es eher zu einer Erstarkung des Selbstbewusstseins der
      moderaten, konstruktiven Kräfte. Die Treffen sind momentan
      größtenteils “privat” organisiert und finden jetzt wesentlich
      intensiver statt als noch vor 2 Wochen. In einem Vernetzungstreffen
      der Arbeitsgruppen vergangenen Sonntag, wurde auch sichtbar, wie klein
      letztlich die Zahl der wenige Störenfriede ist, verglichen mit der
      großen Anzahl kritischer aber vollkommen “normaler” Menschen.

      Als Ort für öffentliche inhaltliche Diskussion werte ich das Camp
      inzwischen als ungeeignet. Auch letztes Wochenende haben wieder
      Seminare stattgefunden, aber wegen der fehlenden Toiletten, dem Kappen
      des Stroms (Generator gemietet), dem Zerfall der
      Camp-Ordnung(geordnete Küche) und natürlich der Kälte, ist es für
      Gastredner und Besucher endgültig nicht mehr zumutbar. Ich habe
      momentan das Problem dass ich keine Gäste wie Markus Henn von
      weed-online oder einen Mitarbeiter vom Potsdamer Institut für
      Klimawandelfolgen für Seminare einladen kann, schlichtweg weil ich
      nicht weiß wo. Die Raumfrage ist für mich einfach nur ein lästiges
      Hindernis. Wir würden uns einen geeigneteren Ort für inhaltliche
      Diskussionen wünschen, gerne auch in Verbindung mit kulturellen
      Veranstaltungen, wie Ausstellungen, Theater und Musik. Die
      Einschätzung des Camps als “Bima Verhandlungsmasse” war richtig, ist
      aber nicht mehr aktuell, weil “wir”, der sich herausgebildete moderate
      Kern, das Camp faktisch schon aufgegeben haben. Als begrüßenswertes
      Positivbeispiel möchte ich die Humboldt-Uni nennen, dort wurde den
      bildungsstreikenden Studenten ein guter Raum zugestanden. Weil Occupy,
      nicht “Kleinkriminelle” sind, sondern eine relativ große Zahl
      engagierter Bürger aller Altersklassen, die überfällige
      gesellschaftliche Auseinandersetzungen anstoßen, dogmatische Blockaden
      lösen, und an der Aufklärung und Lösung von Problemen mitzuwirken
      versuchen, ist es auch für uns nicht ein vermessen, solche Wünsche zu
      haben. Wir wissen die Toleranz, das Entgegenkommen und das Verständnis
      der Polizei und der Behörden zu schätzen.Wir sind alle Bürger
      desselben Staates, wir alle wissen das es so nicht weitergeht. Es wäre
      a) eine Geste der Größe, b) im Interesse der Gesellschaft, uns noch
      viel weitergehender zu unterstützen.
      Wenn noch Fragen sind, stehe ich zur Verfügung. Werde versuchen mich
      kürzer zu fassen.
      Viele Grüße,Ingvar Bogdahn

      PS:
      Wenn der Author der weitergeleiteten Mail, diese der Bima nahestehende
      Person ist, die ich dahinter vermute (B. m. K. ), und wofür es mehrere
      Hinweise gibt, ist sie keinesfalls als repräsentativ für Occupy zu
      sehen, auch nicht für Occupy Germany (“occupy admins”). Diese Person
      hat sich zwar anfangs für uns eingesetzt, hat sich aber durch sehr
      eigentümliches Verhalten und Entgleisungen inzwischen weitgehend
      isoliert und entfernt. Wenn gewünscht, könnte ich auch Details darüber
      nachliefern. Ich möchte darauf hinweisen, dass (Färbungen von)
      Informationen dieser Person mit großer Vorsicht zu genießen sind. So
      hat er persönliche Abneigungen und Feindschaften gegen die in der Mail
      kriminalisierten Personen, weil sie die Bewegung nicht in seinem Sinne
      beeinflusst haben. Es wird spekuliert, dass er eigene Interessen
      verfolgt.
      Wenn Bima- und Polizeibeamten gefragt würden, die mit Johannes Ponader
      verhandelt haben, würde vermutlich ein ganz anderes, im Gegenteil,
      vielmehr überwiegend positives Bild von ihm gezeichnet. Inwieweit ich
      ihn vielfach erlebt habe, ein friedlicher, sehr vernünftiger,
      besonnener, politisch engagierter Bürger, und kein
      “linksextremistischer Kleinkrimineller”. Wie passt denn bitte auch
      Piratenpartei mit Linksextremismus zusammen? Die anderen
      “Beschuldigten” kenne ich zu schlecht, würde sie aber auch allesamt
      nicht als “linksextrem” einstufen. Als grundsätzlich offene Bewegung
      haben wir natürlich ein breites Spektrum an Leuten angezogen, manche
      von ihnen sind kontraproduktive Störenfriede. Aber Linksextreme gibt
      es bei uns eigentlich erstaunlich wenige, ich habe noch keine einzigen
      “belastbaren” Hinweis von Linksextremismus gesehen oder davon gehört.

      Ich bin weder kleinkriminell, noch unnormal. Aber ich sehe jetzt den Faschisten in dir klarer.
      Distanzier dich! Ich bin empört!

  6. Das hat nichts mit Zensur zu tun, sondern ist eine strafbare Handlung… behaupte und sage ich mal als zugegebenermaßen nicht Rechtexperte. Von ganz anderen Aspekten auf die ich nicht öffentlich eingehe (aber gern in einer Gesprächsrunde) , abgesehen. Einige Punkte hat Ingvar auch schon benannt.

  7. mmmmhh. dumm formuliert… Dein Veranstaltungsthema und somit AUfruf sehe ich als rechtlich shr bedenklich…

  8. Folgender Teil wurde ohne Absprache des Autors vor den Artikel gesetzt:

    DIES IST EIN GEMEINSCHAFTSBLOG AN WELCHEM JEDE/R MITARBEITEN KANN. HIER WIRD NICHTS ZENSIERT. DIES BEDEUTET ABER AUCH, DASS KEIN BEITRAG EINE HIER ALLGEMEIN VERTRETENE MEINUNG WIDERSPIEGELT. JEDER SPRICHT FÜR SICH UND NICHT FÜR ACAMPADA/OCCUPY/ALEX11. FÜR DIE “BEWEGUNG” INTERESSANNTE POSITIONEN ERGEBEN SICH AUS DEN DISKUSSIONEN IN DEN KOMMENTAREN. DAFÜR VOR ALLEM SIND BLOGS GEMACHT.

    Da dies nicht der Position des Autors entspricht, wurde der nachträglich in den Artikel eingesetzte Kommentar in die Kommentarspalte verschoben. Insbesondere die Ansicht das jeder für sich spricht, wird durch den Autor nicht geteilt, da die Ankündigung und Organisierung der Seminare Kooperationen zwischen mehreren Menschen sind und diesen obliegt ob sie vereinbaren als einzelne oder gemeinsam in dieser Frage zu sprechen.

  9. Zur Frage von Strafbarkeit:

    Schön das es hier Menschen mit der Auffassung gibt das ein Sabotagetraining strafbare Handlungen sind. Ihr persönliche Spekulation ist aber in der Frage ob dies in irgendeiner Form einen Wahrheitsgehalt hat nicht zuträglich. Im Aufruf zum Seminar ist das nicht der Fall, und einige Kommentatoren übertreffen sogar noch die Normen des Rechtstaates selber und schreien gerade dazu die Meinungsfreiheit zu beschränken. Ob es tatsächlich zu strafbaren Handlungen kommt ist anhand der Ankündigung nicht ersichtlich.

  10. Ich möchte mich eigentlich gar nicht an diesen virtuellen Auseinandersetzungen beteiligen – aus gegebenem Anlass und auch um einen Veranstaltungshinweis hier loszuwerden, tue ich es doch mal.
    “Sabotage” ist meiner Meinung nach* ein sehr weitzufasstender Begriff, wie auch “Gewalt” – auch ich bin für friedlichen Protest, aber zu gegebenem Anlass auch für Widerstand und zivilen Ungehorsam, denn wer sagt denn, dass der Staat die Deutungshoheit hat, wenn er “Frieden” definiert und dann für “Frieden” in den Krieg zieht. (nur als Biespiel…)
    Aber ich kann die Einwände auf jeden Fall nachvollziehen, dass wenn jemand, der diese Seite öffnet und “Sabotage” liest erst einmal an die gängige Definition denkt, an “Gewalt” etc. und ich möchte niemanden abschrecken und ich verurteile niemanden, der sich davon distanzieren möchte. Doch möchte ich daran erinnern, dass selbst jemand, der sich beispielsweise im “gesamtgesellschaftlich weit anerkannten” bürgerlichen Protest gegen Atomkraft engagiert, auch wenn er oder sie nicht schottert o.ä., aber ins Wendland fährt, bereits sabotiert…und das ist auch gut so :) Ich wünsche mir vor allem Solidarität, von den Menschen, die diesen weiteren Schritt nicht tun möchten – was ja auch vollkommen legitim ist – aber unterstützen, dass ziviler Ungehorsam manchmal doch nötig ist, um etwas zu verändern…
    Veranstaltungshinweis:
    Der Frei(t)raum der Humboldt Uni wurde geschlossen. Da wir keinen anderen Veranstaltungsort haben und um unseren Protest gegen die Schließung eines weiteren Freiraums kundzutun werden wir das Seminar “Kreative Aktionen//Konstruktiv Stören”, das im Frei(t)raum hätte stattfinden sollen, an einer zentralen Stelle im Hauptgebäude stattfinden lassen – morgen, Di, 16.00 Uhr. Das Seminar setzt sich kritisch mit kreativen Aktionen auseinander, gibt Informationen zum Rechtshintergrund, gibt keine Anleitung aber Ideen.
    Wäre schön wenn ihr zahlreich erscheint :)

    *wir sind schon noch bei diesem sogenannten “occupy”, oder? wo jeder seine eigene Meinung vertreten kann und darf und es eigentlich keine Aussagen DER Bewegung gibt, somit gehen auch nur Einzelpersonen, die bestimmte workshops ansprechen dorthin, sie gehen nie als “occupy” dort hin. “occupy” ist friedlich – ja//und trotzdem haben wir ganz viele unterschiedliche Menschen dabei, und das ist gerade das Schöne. Dass sogenannte “linksextreme” neben “bürgerlichen” Protestlern sitzen können. Was heißt, dass wir noch Einzelpersonen sind, Einzelhandlungen, individuell auch außerhalb “occupy”s ausüben (dürfen) und nicht im Kollektiv verschmelzen.
    - für alles Weitere: gerne auch face-to-face Gespräche :)

  11. Da ich mich in rechtlichen Dingen nicht auskenne, habe ich zur Legalität/Illegalität von Sabotage einfach mal das Orakel befragt. Gefunden habe ich auf http://www.juraforum.de/gesetze/stgb/88-verfassungsfeindliche-sabotage folgenden Gesetzestext gefunden:

    § 88 StGB – Verfassungsfeindliche Sabotage
    (1) Wer als Rädelsführer oder Hintermann einer Gruppe oder, ohne mit einer Gruppe oder für eine solche zu handeln, als einzelner absichtlich bewirkt, dass im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes durch Störhandlungen
    1. Unternehmen oder Anlagen, die der öffentlichen Versorgung mit Postdienstleistungen oder dem öffentlichen Verkehr dienen,
    2. Telekommunikationsanlagen, die öffentlichen Zwecken dienen,
    3. Unternehmen oder Anlagen, die der öffentlichen Versorgung mit Wasser, Licht, Wärme oder Kraft dienen oder sonst für die Versorgung der Bevölkerung lebenswichtig sind, oder
    4. Dienststellen, Anlagen, Einrichtungen oder Gegenstände, die ganz oder überwiegend der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung dienen,
    ganz oder zum Teil außer Tätigkeit gesetzt oder den bestimmungsmäßigen Zwecken entzogen werden, und sich dadurch absichtlich für Bestrebungen gegen den Bestand oder die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder gegen Verfassungsgrundsätze einsetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Der Versuch ist strafbar.

    Ob eine Aktion/Sabotage strafbar ist oder nicht, hängt also scheinbar von der Öffentlichkeit des Zieles/der Auswirkungen ab. Zur Definition von „Öffentliche Sicherheit/Ordnung“ habe ich http://www.juraforum.de/lexikon/sicherheit-und-ordnung-oeffentliche gefunden. Wie genau sich dabei „öffentlich“ definiert, bleibt mir unklar.
    Die Blockade von Straßen (wie z.B. bei den Castor-Transporten), Häfen (wie in Oakland) und Streiks sind, meiner Meinung nach, auch Sabotage, da dabei das reibungslose Funktionieren des Systems gestört wird.

    Abgesehen davon wurde nicht zu Sabotage aufgerufen, sondern nur eine Veranstaltung zu dem Thema angekündigt. Es wird auch nicht von einer Occupy Veranstaltung gesprochen.

  12. kriege sabotieren !!!!!!!!!!!!!!!!!!

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