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Einschätzung der und Aufruf zur Medienarbeit für das occupyCamp-Berlin

19. Dezember 2011 in Blog - alle Themen

Das camp (Kapelle-Ufer 1) ist aktuell das Aushängeschild von occupyBerlin und ein täglich 24h-sichtbarer Ausdruck von Protest und Widerstand. Für Medien ist das camp wegen seiner ständigen Präsenz und realen Sichtbarkeit sehr attraktiv. Das ist daran zu erkennen, dass sich die Berichterstattung in den kommerziellen Medien in der letzten Zeit fast ausschließlich auf das camp bezog. Es duch die Form der Besetzung eines Geländes des Bundesfinanzministerium im Regierungsviertel eine ständige Provokation für die Herrschenden.

Bei MedienvertreterInnen entstand ein unrealistisches Bild über die Situation und die Funktion des camps durch die eigenmächtig von Z. einberufene Pressekonferenz am 8.12. und eine darauf reagierende missverständlich formulierte ‘Presseerklärung vom 8. Dezember 2011 – Camp wird zum Sozialforum – Occupy Berlin zieht in Räumlichkeiten’ (http://occupyberlin.info/blog/2011/12/09/presseerklarung-zur-pk-am-8-1/). Diese Presseerklärung hat offenbar nicht die Stimmung der vorangegagnenen berlinweiten asambleas wiedergegeben.

Folge dieser schlechten Pressearbeit waren negative und unrealistische Berichte in den kommerziellen Medien. U.a. in der Folge entstand ein unrealistisches Bild bei occupy-Bewegten über die Situation im und die Funktion des camps. Die Folge davon ist die derzeitig geringe Unterstützung für die occupy-Bewegten, die das camp aufrechterhalten und ausbauen.

Nachfolgend die Dokumentation der Einschätzung und des Unterstützungsaufrufes eines Teilnehmenden der berlinweiten asamblea am 16.12. im camp (Quelle: http://occupyberlin.info/blog/2011/12/17/ticker-16-12/).

‘(…) Und was wir brauchen ist so auch die Solidarität untereinander, die Teilhabe an den Kenntnissen, an den Ressourcen. Zum Beispiel haben wir im Moment [im camp] weder Internet-Zugang über USB-Stick oder Freifunk. Die, die uns da unterstützen können, sollten es tun. (…)

Was uns vorallem auch fehlt ist diese Solidarität und der Umgang auf Augenhöhe. Das Camp wird oft diskriminiert, von einigen wenigen, als Sozialcamp, von Leuten bewohnt, die nur die Vorteile des Camps genießen wollen. Vorschlag: Kommt für ein paar Tage her, wohnt hier, dann werdet ihr sehen wie wenig Vorteile und wieviel Arbeit es gibt. Zuletzt wurde vor der BVV [Bezirksverodnetenversammlung] behauptet, es wäre ein Sozialforum, wenige Tage davor, als ein Einzelner eine Pressekonfernez einrief. Einige Tage zuvor wurde in der Asamblea beschlossen, dass wir dagegen sind das Camp als Sozialforum zu benennen. Es gibt eine Arbeitsgruppe Arbeitslosigkeit/Soziales, die kümmert sich mehr um diese Bereiche.
Dann gibt es ‘ne Arbeitsgruppe inzwischen ‘Presse-Camp’, dann gibt es ‘ne Arbeitsgruppe Inhalte und noch weitere. Also ist der Aspekt Arbeitslosigkeit und Soziales einer von mehreren, zu denen gearbeitet wird. Und an dieser Stelle bitte und fordere ich die Teilnehmer der AG Presse, AG Presse-Berlin, auf, ihre Versprechen umzusetzen, weitere Mediensprecher zu coatchen und an ihrem Kenntnissen teilhaben zu lassen, denn meine These ist weiterhin: es gibt bei occupy-Berlin ungefähr 99 MediensprecherInnen. (…) Die momentane Situation der Pressearbeit von occupy-Berlin zeigt für mich nicht die Vielfältigkeit von occupy-Berlin in den Medien.

Was wir vorallem auch brauchen ist die Möglichkeit mit einem Labtop oder Netbook zu streamen und den Internet-Zugang regelmässig zu haben. Wichtig wäre dazu auch ein internetfähiges Handy. Und ich bitte darum, dass alle occupyerInnen im Freundes-, Bekannten- oder Verwandtenkreis nachfragen, ob solche Sachspenden nicht möglich wären. Das kann man durchaus auch, aus meiner Sicht, als Weichnachtswunsch von occupyCamp-Berlin verstehen. Das müsste doch möglich sein, oder?’.

Postadresse für Sachspenden an das occupyCamp-Berlin: occupyCamp-Berlin (‘Bundespressestrand’), Kapelle-Ufer 1, 10117 Berlin.

3 Antwort auf Einschätzung der und Aufruf zur Medienarbeit für das occupyCamp-Berlin

  1. “Folge dieser schlechten Pressearbeit waren negative und unrealistische Berichte in den kommerziellen Medien.”

    Welche waren das denn?

    Ich fande die Berichte die über Leute ohne Obdach und die daraus reultierenden Probleme im Camp berichtet haben sehr gut. Das wird ja normalerweise unter den Tisch gekehrt.

  2. Tipps und Tricks für die alternative Medienarbeit. Zusammengestellt aus den Erfahrungen einer Pressegruppe.

    Inhalt:
    1. Die Presseerklärung
    2. Die Pressekonferenz
    3. Das Fernseh- und Radiointerview
    4. Der Umgang mit JournalistInnen
    5. Literatur

    http://www.gipfelsoli.org/Antirepression/Skills_deutsch/2987.html

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