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Botschaft eines EDJ-Aktivisten an alle Aktivisten anderer Bewegungen

16. Dezember 2011 in Blog - alle Themen

 

EDJ steht für „Echte-Demokratie, jetzt“. Ich bezeichne mich als einen EDJ-Aktivisten. Zwar nehme ich nicht an Demonstrationen oder Assambleas teil, beteilige mich jedoch an der Ideenausarbeitung für Echte-Demokratie.

Ich will Echte-Demokratie. Und Echte-Demokratie bedeutet für mich Echte-Mitbestimmung. Und Echte-Mitbestimmung bedeutet für mich, dass jeder Mensch an Entscheidungen teilnehmen darf, von denen er betroffen ist.

Bei den vielen Protesten und Demonstrationen der Demokratie-Bewegung überall auf der Welt, wird beobachtet, dass Aktivisten aus allen möglichen anderen Bewegungen zuströmen und versuchen, ihre Interessen in der Demokratie-Bewegung durchzusetzen. Diese Aktivisten können Anarchisten, Kommunisten, Linke, Zeitgeistler sein. Manche sind Kapitalismuskritiker, manche wollen eine Ressourcen-basierte Wirtschaft, manche ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Einige Versuchen die Bewegung zu unterwandern, mit dem Ziel, sie von innen kaputtzumachen. Noch viele mehr sitzen wahrscheinlich zu Hause auf ihren Sofas und tun nichts, wollen aber dass sich etwas ändert.

Das vorliegende Dokument ist eine Botschaft an all diese Leute, die beliebige Ziele für die Gesellschaft verfolgen und die Echte-Demokratie nicht als ihr Ziel sehen.

Ich, der Autor des vorliegenden Dokuments, spreche zwar nur mit meiner Stimme, doch sollte dieses Dokument in die Öffentlichkeit gelangen, sollte jedem bewusst sein, dass es in dem Fall auf ausreichend Zustimmung stieß:

Wir, Menschen die sich „Echte-Demokratie, jetzt!“ als Ziel gesetzt haben, wollen keine Anarchie und keine Ein-Klassen-Gesellschaft. Wir sind keine Partei und wollen keine Partei an die Macht bringen. Wir wollen keine Ressourcen-basierte Wirtschaft und auch kein Bedingungsloses Grundeinkommen. Wir wollen keine Wirtschafts-, Bildungs-, Regierungsreform. Und noch weniger wollen wir von jemandem unterwandert werden.

Was wir wollen, ist einfach, und das sagte ich oben bereits: „Echte-Mitbestimmung, jetzt!“ Wir wollen ein Recht auf Mitbestimmung. Jeder von uns will selbst mitbestimmen dürfen. Und jeder von uns will, dass jeder andere auch mitbestimmen darf. Darum geht’s. Wir wollen dass jede Stimme erhört wird. Dass jeder die Möglichkeit hat, sich an der Gestaltung der Gesellschaft und des Lebens zu beteiligen. Das ist alles. Das ist Echte-Demokratie. Mehr nicht.

Solltet Ihr versuchen die Bewegung aufzuhalten, wird es wohl unmöglich für Euch sein, denn EDJ-Aktivisten wissen was sie wollen, auch wenn sie vielleicht noch nicht wissen  wie genau sie das umsetzen werden.

Solltet Ihr jedoch zu anderen Bewegungen gehören, wie Anarchismus, Kommunismus, Parteien, Zeitgeist, Antikapitalismus, oder sonstigen anderen Bewegungen, die etwas an dem derzeitigen Stand der Dinge ändern wollen, lautet mein Appell an Euch folgendermaßen:

„Beachtet, dass Echte-Demokratie Echte-Mitbestimmung bedeutet. Eine Gesellschaft, in der jeder mitbestimmen und zu Wort kommen kann und niemand ignoriert wird, wird immer das hervorbringen, was den Menschen am liebsten ist. Wir wollen kein starres System, sondern ein System, welches sich voll nach dem Interesse der Menschen richtet. Sei es nun die Auflösung vom Staat, eine Ein-Klassen-Gesellschaft, wissenschaftliche Methode, RBE oder BGE. Egal was Eure Ideen sind, seid euch bewusst, dass in einer Echten-Demokratie ihr all eure Ideen Wirklichkeit werden lassen könnt, vorausgesetzt die Menschen wollen es.

Wenn Ihr überzeugt seid, dass das Volk eure Ideen akzeptieren wird, dann seid ihr in der Demokratie-Bewegung richtig. Tretet uns bei! Nehmt euch Echte-Demokratie als oberstes Ziel. Erschaffen wir gemeinsam eine Welt mit Echter-Demokratie. Finden wir gemeinsam Lösungen für all unsere Probleme. Egal, aus welcher Richtung die Lösungen stammen.

Denn in einer Gesellschaft mit Echter-Mitbestimmung ist, letzten Endes, jeder ein Gewinner.“

9 Antwort auf Botschaft eines EDJ-Aktivisten an alle Aktivisten anderer Bewegungen

  1. Schon mal auf die Idee gekommen das “Echte Demokratie Jetzt!” auch nur ne Ideologie sein könnte, die da in Anschlag gebracht wird um zu sagen: Dit isset jetz, Heurecka icke habe die Lösung für alle Probleme der Welt. Öchte Dömokratie. Das ist der Sinn für dit große Ganze…

    Ich schlage mal vor zu akzeptieren das wir gerade ne Sammlungsbewegung haben, und EDJ darin genauso wichtig und unwichtig ist wie Zeitgeist oder Parteien. Aber gut sollen EDJler mal Mitglieder für eine Echte Demokratie Jetzt Gruppe innerhalb der Bewegung suchen, dafür ist diese Seite ja da.

    Und damit da doch noch nen aufklärerischer Teil hinzukommt:
    Anarchismus und Kommunismus als Bewegungen zu bezeichnen zeugt nicht gerade davon ein Verständnis für politische und ökonomische Ideengeschichte zu haben. Oder aber: man will absichtlich diese Ideen kompromittieren um die eigene Ideologie als die richtigere zu deklarieren. Aber gut: Lassen wir die Kämpfe um hegemoniale Vorstellungen beginnen. Mit ner anarchistischen Position und ner kommunistischen Ökonomievorstellung kann man sich da getrost zurücklegen, wenn EDJ-Grüppchen, Zeitgeistler und Parteien sich behackeln… denn die real-existierende Praxis bestimmt zu welcher Theorie wir uns hinbewegen und nicht die Theorie bestimmt welche Praxis wir haben. Und da siehts für den Anarchismus mit kommunistischer Ökonomie gerade recht knorke aus, das gute ist man muß das nicht verstehen und kanns auch einfach so praktizieren. Oder mit ein wenig Verständnis: Die Idee “Tausch”/Äquivalente entwertet sich und Führerkult ist unmodern. Beste Vorraussetzungen.

    Folgender Satz aus dem Abschluss-Mantra ist besonders dolle: “Wenn Ihr überzeugt seid, dass das Volk eure Ideen akzeptieren wird, dann seid ihr in der Demokratie-Bewegung richtig.” Erinnert mich an den real-existierenden Sozialismus: “Sag mir wo du stehst….” oder “Die Partei, die Partei, die hat immer Recht! Und, Genossen, es bleibe dabei; Denn wer kämpft für das Recht, Der hat immer recht.”

    Die Anarchisten-Zeitgeistlose-Kommunisten-Parteipartisanen-Echtheitsdemokraten-Avantgarde

    P.S. Und “Volk”, watn dat für ne Schublade.

    und jetzt Musik:
    http://www.youtube.com/watch?v=e1bJklvxyXM

  2. Der Text ist ein Wackelpudding und es werden Mitwackeler gesucht. Auch der Volksbegriff ist ein auf Sand gesetzter Teil des Wackelpuddings und inzwischen sind viele Politker – die sich zwecks Legitimation ihrer Herrschaft just darauf berufen – Wackelkandidaten.

    Mitbestimmung in und an einer fremdbestimmten Gesellschaft ist doch sicher nicht das, was gewollt ist, oder? Insofern kommt es also auf Bestimmung // Definition an, die in sich stimmig ist. Einige wollen gern den Ton angeben und erheben ihre Stimme, andere gar “die erste Geige spielen”. Der Jahrmarkt der Eitelkeiten … ohne subjektive Komponente .. und keine einzige revolutionäre Phrase in Dur oder Moll…, obwohl doch “EDJ” auch mit “Spanish Revolution” verknüpft wurde, die jedoch vorerst eine rechte Regierung hervor brachte.

    Das aber ist genau das, was bei einer Bewegung ohne Theorie und Ziel heraus kommt. Theorie ist Erkenntnis und Wissenschaft. Bevor ein Haus gebaut wird, muss mensch sich Wissen von Baustatik und Architektur angeeignet haben. Der Text spricht damit das an, was genau die Schwäche von “EDJ” ist: “Die Asamblea ist alles, das Ziel ist nichts”, was an Eduard Bernstein mit “Die Bewegung ist alles, das Ziel ist nichts.” Resultat davon: Der erste Weltkrieg mit Zustimmung der Sozialdemokratie, die Zerschlagung der deutschen Arbeiter*innen-Bewegung durch Ebert und Noske, der Aufstieg und Sieg des Nationalsozialismus und der 2. Weltkrieg.

    Mit Revolutionen ist es ähnlich: Mensch muss die Geschichte von erfolgreichen und gescheiterten Revolutionen kennen. Hier für die, die sich als Anarchisten bezeichnen: Was waren die Fehler der Kommunarden von Paris 1871 ? Warum scheiterte die Spanische Revolution 1936 ? Für die, die sich Kommunisten nennen: Was war die Ursache für das Scheitern der Weltrevolution zwischen 1917 und 1923 ? Und die, die einfach nur Bürger in Deutschland sein wollen: Woran lag es, dass die bürgerliche Revolution in Deutschland misslang ?

    Und für die, die behaupten, dass heute “alles ganz anders” ist: Trotz Internet und sozialer Netze hat sich an den grundlegenden bürgerlichen Machtverhältnissen, der Ware-Geld-Beziehung, der Akkumulation des Kapitals, der Selbstverwertung des Wertes, dem Gewaltmonpol des Staates, dem auch die Paramilitärs und Sicherheitsfirmen zuarbeiten, nichts geändert.
    Diese Machtverhältnisse machen aus uns Lohnarbeitssklaven, Konsumobjekte sowie Stimmvieh und halten uns im Kerker der Fremdbestimmung. Sie basieren auf gesellschaftlichen Eigentumstiteln und der Verfügungunsgewalt über die Produktionsmittel.

    Solange wir diese dulden und wir die (Re-)Produktionsmittel nicht vergesellschaften und zu assoziierten Produzent*innen werden, bleiben wir weiterhin nur ohnmächtige Objekte der Macht der herrschenden Klasse und Spielball des allgemeinen Elends.

    • “Was waren die Fehler der Kommunarden von Paris 1871?”

      Es gab nicht DIE Kommunarden, und das Problem war der sich durchsetzende autoritäre Flügel.

      “Warum scheiterte die Spanische Revolution 1936?”

      Noch ne falsch gestellte Frage, das tut ja gerade so als wäre die Spanische Revolution die Ursache allen Historischen nach 1936. Richtiger wäre zu konstatieren das Faschisten und Sowjets in ihren Vormachtsstellungskämpfen missliebige Dritte Positionen, die Revolutionäre, zermalmt haben (z.B. Trotzkisten und Libertäre).

      “Für die, die sich Kommunisten nennen: Was war die Ursache für das Scheitern der Weltrevolution zwischen 1917 und 1923?”

      Und wieder: Die ideele Koalition aus Faschismus und Stalinismus (Der Irrglaube das Revolution auch National ginge). Nochmal deutlich: Stalinismus ist nicht gleich Kommunismus.

      “Und die, die einfach nur Bürger in Deutschland sein wollen: Woran lag es, dass die bürgerliche Revolution in Deutschland misslang ?”

      Was an der bürgerlichen Revolution das revolutionäre sein soll habe ich noch nie verstanden, im Ergebnis nur die Transformation von einem Unterdrückungsverhältnis in ein anderes mehr nicht. Ist der Begriff “bürgerliche Revolution” nicht so ne olle Kamelle mit der die Bürgerlichen sich Versuchen den Anstrich des Fortschrittlichen zu verpassen, also den Schafspelz über den Wolf zu ziehen?
      Die Auflösung von Unterdrückungsverhältnissen scheint mir nicht wirklich Ziel gewesen zu sein, sondern die einen Unterdrücker werden durch die neuen Unterdrücker unter dem Label Revolution abgelöst um Kapitalismus zu erreichen. Und die “Bürger” sind in diesem Prozess die Moderatoren. Der Hofstaatersatz sozusagen.

  3. ich=verfasser obigen dokuments
    k.dreist, deine kritik verstehe ich nicht. was ist das problem an einer “Anarchisten-Zeitgeistlose-Kommunisten-Parteipartisanen-Echtheitsdemokraten-Avantgarde”? solange alle das selbe wollen, und dafür kämpfen. und nur zur info: EDJ ist keine partei, wie du sie mit einer vergleichst. wenn sich jeder echte einbringen kann und echte mitbestimmen kann, wo ist das problem?

    alinka, von wackelpudding sehe ich nichts. ich meinte im obigen doc genaugenommen “echte” mitbestimmung und nicht einfach “mitbestimmung”. und da sollte man erst klären “was ist das eigentlich?” bevor man es kritisiert. “echte mitbestimmung” auch nachzulesen unter https://www.alex11.org/2011/12/meine-thesen-zu-echte-demokratie/ .

  4. Dein Problem ist imho, dass Du nicht klärst, sondern vernebelst. Auch der Volksbegriff – der etymologisch “Kriegerschar” heisst – ist sehr nebulös. Ich finde, wir sollten mehr Tacheles sprechen und uns als gesellschaftliche Individuen klare Fragen stellen, wie z.B.: “Welche Arbeitsprodukte dienen dem dem menschlichen Wohlbefinden und welche sollten möglichst bald nicht mehr hergestellt werden?” Wie können wir sicher stellen, dass allen Erdbewohner*innen gleichermaßen der Grund und Boden und die Ressourcen dieser Erde gehören und die Bodenschätze für Güter dienen, die dem Menschen nutzen ?
    Z.B. könnten wir in unseren Wohnhäusern mit unseren Nachbar*innen Mieter*innenversammlungen machen und ggf. beschließen, dass wir als Mieter*innen – vielleicht in Form einer Genossenschaft oder eines Hausbewohnerrates bzw. einer Hauscommune – das Haus übernehmen und selbst verwalten…, die Hausverwaltung/Hauseigentümer sogar zur Versammlung einladen und ihnen dabei anbieten, dass wir ihnen im Fall von Obdachlosigkeit und Armut Unterstützung anbieten… etc.
    Ähnliches könnte in Arbeitsstellen gegenüber den Bossen von Unternehmen gemacht werden, d.h. die Arbeitenden gründen eine Arbeiter*innen-Asamblea und organisieren sich in der Arbeit selbst, Restaurants könnten zu Kiezkantinen umgewandelt werden etc. …
    Und wir sollten uns auch auf den Zusammenbruch des Finanzmarktes vorbereiten. Dafür brauchen wir soziale Netze vor allem mit den Arbeiter*innen, damit die Versorgung von Gütern (inkl. Wasser und Elektrizität) sicher gestellt ist.

    • @alinka wenn du meinst ich verneblte, dann werde ich hier vlt konkret genug: https://www.alex11.org/2011/12/meine-thesen-zu-echte-demokratie/

      ZITAT:
      >>Ich finde, wir sollten mehr Tacheles sprechen und uns als gesellschaftliche Individuen klare Fragen stellen, wie z.B.: “Welche Arbeitsprodukte dienen dem dem menschlichen Wohlbefinden und welche sollten möglichst bald nicht mehr hergestellt werden?” Wie können wir sicher stellen, dass allen Erdbewohner*innen gleichermaßen der Grund und Boden und die Ressourcen dieser Erde gehören und die Bodenschätze für Güter dienen, die dem Menschen nutzen ?<< ZITAT ENDE
      mir geht es aber nicht um wirtschaftsreform oder intelligenten konsum, sondern um echte demokratie, wo ich und jeder andere das tun kann, was in auf dem dokument auf dem link ein paar zeilen hier drüber steht.

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