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Lasst uns über Freiheit reden!

28. November 2011 in Blog - alle Themen

Ohne Demokratie keine Freiheit – ohne Freiheit keine Demokratie!

Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden!

Freiheit ist nichts worum man bittet, die nimmt man sich einfach!

Deine Freiheit stirbt mit Sicherheit zuerst…

Anja hatte ihren Text ja vor kurzem hier auch schon mal gepostet, nun gibts ihn als Gastbeitrag in leicht editierter Form nochmal auf meinem Blog. Die Diskussion kommt auch schon etwas in Gang…wichtiges Thema wie ich finde….also wer sich beteiligen will:

http://the-babyshambler.com/2011/11/28/lasst-uns-uber-freiheit-reden/

1 Antwort auf Lasst uns über Freiheit reden!

  1. Zur Freiheitsfrage

    Die Freiheitsfrage liegt wirklich im Zentrum der Sache. Der Hinweis auf strukturelle Gewalt trifft den Punkt und zeigt deutlich, dass die Unfreiheit des Menschen weniger an seiner natürlichen Bedingtheit (Natur), sondern vielmehr von einer einseitigen und damit falschen Selbstbestimmung abhängt. Auch die zweite Natur, die sich die Menschheit durch Aufklärung, Wissenschaft, Technik und kulturelle Prozesse selbständig erarbeitet und an die Stelle der ersten Natur setzt, kann Unfreiheit bedeuten. Durch Freiheit wird Unfreiheit geschaffen, d.h. obwohl wir doch Freiheit suchen, schaffen wir ihr Gegenteil: Wie es an den ganzen gewaltsamen Strukturen (unseren Arbeitsverhältnissen, unseren Umgang mit der Umwelt, mit Lebewesen, mit unseren Ressourcen, an unserem Gesundheitssystem, an unserem Energiebegriff etc.) ja überall abzulesen ist. Wenn das aber so ist, dann muss es zentral um den Freiheitsbegriff gehen, d.h. darum, welche Freiheit meinen wir denn, wenn wir frei werden wollen. Wir können unsere Verantwortung nicht mehr auf die Natur abschieben, sondern müssen erkennen, dass es unsere Unmündigkeit selbst verschuldet ist. Wir haben das Prinzip Freiheit noch nicht richtig verstanden haben – darum ist die Freiheitsfrage wirklich zentral: Wir müssen die Freiheit neu denken!

    Was zumeist jedoch nicht mehr gesehen wird, aber hier in einigen Kommentaren schon mit angeklungen ist: Die Freiheitsfrage kann nicht unabhängig von der Frage des Denkens thematisiert werden. Denn strukturelle Gewalt ist stets gepaart mit Formen struktureller Ignoranz, d.h. einer gewissen autistischen Blindheit für Alternativen. Berücksichtigt man nicht grundsätzlich die Frage des Denkens, besteht die Gefahr, dass man sich in der Suche nach einer Antwort der Freiheitsfrage im Kreis dreht. Das macht ja mitunter die Debatten über die Freiheitsfrage so unfruchtbar, dass jeder nur von seinem Standpunkt zur Freiheitsfrage Stellung nimmt, ohne diesen noch einmal zu hinterfragen: Das Ergebnis ist kein Dialog, sondern ein Monolog. Man kann aber verstehen, dass dies an einem eingeschränkten Begriff des Denkens liegt. Bestimmte Rationalitätssysteme (also bestimmte Auffassungen über das Denken) erzeugen notorisch in sich geschlossene, sich selbst erhaltene und sich selbst legitimierende autistische Strukturen, die zwar in sich schlüssig sind, aber mit der Freiheit, lebendigem Denken und der Wirklichkeit des Menschen nicht mehr viel zu tun haben. Das Problem der strukturellen Ignoranz ist, dass wir unbemerkt und bei besten Absichten doch von self-fullfilling prophecies heimgesucht werden, weil wir unser Denken nicht kennen. Das gegenwärtige Wirtschafts- und Geldsystem ist ein Beispiel, das gegenwärtige Bildungssystem ein anderes, das gegenwärtige Verständnis der Natur noch ein anderes etc. und das bezieht sich auf alle Wirklichkeitsbereiche – stets wird innerhalb bestehender Prämissen vernünftig argumentiert, aber die Prämissen selbst nicht mehr hinterfragt, und folglich denkt man: there is no alternative! Ersetze ich aber ein mein bestimmtes Rationalitätssystem durch ein umfassenderes, verändert sich das komplette Koordinatensystem meiner Wirklichkeitsauffassung, – daher muss die Aufgabe eine doppelte sein, nicht nur die Freiheit neu zu denken: Wir müssen auch das Denken neu Denken, und ein Denken finden, dass keinen self-destroying prophecies mehr unterliegt! Das aber ist möglich!

    Auf diese Weise können wir verhindern, dass wir uns wie Rilkes Panther vor lauter Stäben nur im allerengsten Kreise drehen und uns immer nur wiederholen. Erst dann werden wir uns sowohl von der strukturellen Gewalt als auch der strukturellen Ignoranz befreien können – und ja schon längst bestehende Alternativen zu einem neuen Menschenbild verknüpfen können.

    Wir – von der FIU Berlin – haben die letzten beiden Jahre schon damit begonnen, die Fragen zu erforschen. Wir laden alle Menschen herzlich ein, mit uns Kontakt aufzunehmen, um mit uns über Freiheit und das Denken zu forschen.

    Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten:

    http://www.igtp.eu/node/48

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