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Gemeinsam für gesunde Lebensverhältnisse !

9. November 2011 in Blog - alle Themen

Foto von Texten zur Asamblea am Alex, 6. Juli mit "Natürlich ist das Klassenkampf"

Klasse Poster am Alex, 6. Juli 11

Am 20.8. diesen Jahres besetzten Berliner Em­pörte den Alexanderplatz. Auf der Versammlung abends wurde ein Streikorganisationsaufruf eingebracht, auch um den Arbeitenden zu ermöglichen, daran teilzunehmen. Ferner empörte sich ein junger Mann über die neoliberalen Gesundheitspolitk und plädierte für kostenlose Gesundheitsversorgung. Daran möchte ich wieder anknüpfen und habe deshalb folgenden Aufruf entworfen:

Gemeinsam für gesunde Lebensverhältnisse kämpfen !

Am 12. September sind die Arbeitenden des CFM (Charité-Facility-Managements) in den Streik getreten, weil sie NOCH dazu gezwungen sind, unter entrechteten Bedingungen und für sehr wenig Geld zu arbeiten. Mit ihnen solidarisiere ich mich.

Gesundheit des Menschen ist laut Weltgesund­heitsorganisation „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlerge­hens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“. (siehe „wikipedia“)

Durch Arbeitshetze, Dumpinglöhne, Existenzun­sicherheit, in fast allen Lebensbereichen kann von der menschlichen „Gesundheit“ keine Rede sein. Wir leiden nicht nur unter den schlechten unmittelbaren Lebensbedingungen (wie z.B. auch den steigenden Mieten), sondern auch unter der Zerstörung der Erde (Ökologie) und darunter, dass zwar Rettungsschirme für Banken(manager) geschaffen werden, aber nicht für uns Menschen.

Damit hat die grundgesetzlich garantierte körperliche Unversehrtheit keinen Realitätsgehalt und wir haben meiner Auffassung nach deshalb das Recht, einen Streik für unsere Gesundheitt=Wohlbefinden=Unversehrtheit zu beginnen.

Schließen wir uns dem Streik von CFM an! *
Machen wir Druck auf die Gewerkschaftsfürsten aller Sektoren, damit der Streik ausgeweitet wird! *
Für eine gesunde Gesellschaft, damit unsere Kinder und wir eine Zukunft haben !

 Nehmt Kontakt mit der Solidaritätsgruppe des CFM-Streikes auf !

Beteiligen wir uns an der Demonstration der Streikenden und des Soli-Komitees am 19. November (10.30 Uhr ab U-Bhf Friedrichstraße)!


Ich habe den einen oder die andere “munkeln” hören, dass Streiks “nichts bringen” und es wird auf Griechenland verwiesen, wo häufig gestreikt wurde. Doch sie waren partiell, zeitlich begrenzt angekündigt, weiteten sich nicht aus, waren damit berechenbar und wirkten deshalb nur wie Mückenstiche im “dicken Fell” der Herrschenden. Es liegt mit daran, dass die Gewerkschaften dem Kapital ergeben sind, die Wirtschaft nicht wirklich schädigen wollen und immer die Kontrolle über die Arbeiter*innen ausüben wollen. Wenn es an der Basis brodelt, dann dürfen sie via Warnstreiks und Demonstrationen “Dampf ablassen”. Insbesondere in Deutschland ist dies sehr stark ausgeprägt. Eben deshalb darf ein Streik hier keinesfalls vom Wohlwollen der Gewerkschaften abhängig gemacht werden, sondern er muss mit einer sozialen, außergewerkschaftlichen und -parlamentarischen Bewegung verknüpft werden. Wir dürfen ihnen keine Chance geben, uns zu kontrollieren. In Bezug auf die Gewerkschaften gilt: je höher die Hierarchieebene, um so weniger dürfen wir ihnen vertrauen. Selbst die Basis (also auch die Vertrauensleute und Betriebs- bzw. Personalräte) befinden sich in einem Kerker der Sachzwänge des Arbeitsrechtes (maßgeblich von Hans C. Nipperdey ausgearbeitet, der schon als Jurist im NS  tätig war und 1938 die Abhandlung “Die Pflicht des Gefolgsmannes zur Arbeitsleistung” schrieb) und des Betriebsverfassungsgesetzes,

Wenn wir das analysieren, was in Ägypten passierte (denn die meisten der “Campistas” beziehen sich in poncto Camp und Zelten auch auf das Camp auf dem Tahrir-Platz) in Kairo, so ist der Erfolg (Rücktritt Mubaraks) auch damit zu erklären, dass sich die Streiks der Arbeitenden am 9. und 10. Februar 2011 massiv ausgeweitet haben. Kurzer Blick zurück:

(…) 9. Februar. Neben den Textilfabriken wurden auch die Zeitungen bestreikt. Selbst das wichtigste Blatt der Regierung: al-Ahram. Freie Journalisten forderten mehr Lohn, mehr Unabhängigkeit von der Regierung. So langsam scheint sich der Ton zu ändern.
(…) Angestellte und Gerwerkschaftler stoßen zu den Demonstranten. Zum ersten Mal sprengt die Zahl der Masse am Tahrir Platz das Fassungesvermögen des Platzes und zwingt zur Evakuierung des angrenzenden Parlaments und des Ministeramtes, und dies obwohl an diesem Tag kein Aufruf zu einer Millionen-Demonstration erging. In machen Gewerkschaften kommt es zu Tumulten. Der regierungstreue Vertreter der Presse-Gewerkschaft wird am Betreten der Gewerkschaftsgebäudes gehindert. Bei der staatlichen al-Ahram treten die Journalisten in offenen Widerstand gegen die Redaktionsspitze. Damit haben die Proteste die Phase des zivilen Ungehorsams erreicht, sich von einer sogenannten Jugendrevolte zu einem allgemeinen Aufstand ausgeweitet. Selbst ein Teil der Belegschaft des staatlichen Fernsehens legt am 9. Februar seine Arbeit nieder. (…)
http://www.inamo.de/index.php/ticker-archiv.html?month=201102&page=5

Die Spardiktate – nicht nur in Griechenland, sondern in vielen weiteren EU-Ländern – werden uns Europäer*innen keine andere Wahl lassen, als ebenfalls einen möglichst phantasievollen und mehrdimensionalen zivilen Ungehorsam inklusive  Streiks und Dienstverweigerungen (insbesondere von uns stark belasteten Frauen) anzustreben.

Dieser Text ist außerdem der Enwurf für die AG Streik. Da ich hin und wieder den Begriff

Ein selbstgemaltes Poster/Picket mit "TATEN sind überzeugender als Worte ... ZEIT ZU HANDELN", gefunden auf der Asamblea am Alex am 6. Juli 2011

Wir sind Handelnde ohne Händlermentalität, noch Linkshänder in einer - noch - Recht(s)händ(l)ergesellschaft

“Generalstreik” höre und es auch eine Facebookseite dieses names gibt, so möchte ich anmerken, dass ich noch nie von Generälen hörte, die streikten. Und leider sind sie auch in Ägypten – sehr zum Nachteil der Menschenrechtler*innen – immer noch dienstbeflissen. Also müssen wir dafür streiken, dass sie die Uniformen ausziehen und z.B. zu Waffelbäckern werden. Dies sollte insbesondere auch für deutsche Generäle gelten, wenn wir uns die Propaganda hin zur “äußerersten” Mobilmachung in der November-/Dezemberausgabe der “Zeitschrift für Internationale Politik” vergegenwärtigen. Unterstützt deshalb auch bitte unsere Bemühungen zur Rüstungskonversion, die wir letzten Mittwoch unter “Panzer zu Waffeleisen” propagierten. Und da es in diesem Artikel um “Gesundheit” geht: Waffeln aus/mit Vollkornmehl und Haferflocken, ohne Zucker, aber mit geriebenen Äpfeln, Bananen oder Honig sind nicht nur gesünder, sondern munden uns und den Kinder auch besser als die, die von (Rechts-)Händ(l)ermentalität hergestellten. Und daran sehen wir: In der Produktion liegt die Macht der Occupation! Nur als allen bekannte Fußnote möchte ich hier noch für alle, die sich unter dem Motto/Slogan “ECHTE DEMOKRATIE JETZT” engagieren,hinzufügen, dass in einer Militärdiktatur oder innerhalb eines Krieges bzw. in einer Militarisation Demokratie und der darin enthaltene belebende Widerspruch keine Chance hat.

Hiermit rufe ich Euch dazu auf, dass Ihr Euch an der “AG Streik” – die auch gleichzeitig eine “AG Zivilcourage”, “AG Gesundhei”. “AG Antimilitarismus” bzw. eine AG für eine “menschliches Wohlbefinden” ist und sich in Bewegung (Ubahnaktionen) befindet, beteiligt. Bei Interesse können wir auch gern auf der Ebene des “Unsichtbaren Theaters” nach A. Boal. wirken und dazu einiges einstudieren.

Eine Kurzfassung für die Arbeitsgruppenvorstellung werde ich noch schreiben und mich damit dann am “Arbeitsgru(ppen-Wettbewerb” beteiligen ( –”smile”…).

Wenn Ihr mitmachen und mitgestalten wollt, schreibt bitte an Alinka: alinka(at)gmx(dot)eu

Anmerkung: (*1) Es versteht sich von selbst, dass alle, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind, Kontakte zu Gesundheitsarbeiter*innen (medizinischem Personal, auch Ärzt*innen) aufnehmen bzw. intensivieren sollten, um mit ihnen bezüglich der kranken bzw . krank machenden Lebensbedingungen zu kommunizieren. Dies vor allem auch deshalb, da alle Betroffenen das Recht haben, sich arbeitsunfähig krank schreiben zu lassen.

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