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Die Geldsystem-Debatte: Klare Worte gegen stumpfsinnige Vorwürfe

20. November 2011 in Blog - alle Themen

Auszug:

“Eine gnadenlose Ignoranz in dieser Sache beweist auch immer wieder die so genannte „Linke“. Besonders Vertreter des linksextremen, pseudolinken und antideutschen Milieus werden nicht müde eine Verbindung zwischen Geldsystemkritik und „strukturellem Antisemitismus“ zu konstruieren. Genau das Gegenteil ist allerdings der Fall: Dann wenn die Menschen das fehlerhafte, zum Scheitern verurteilte Geldsystem nicht verstehen, besteht die Gefahr antisemitischer Tendenzen; suchen die „Hintergangenen“ die Schuld bei anderen und glauben, sie bei einer privilegierten Minderheit zu finden.

Ebenfalls immer wieder zu beobachten: Der Vorwurf der so genannten „verkürzten Kapitalismuskritik“. Stimmen die derartige Behauptungen äußern sind allerdings derart ignorant, dass sie sich nicht einmal die Ausgangsargumente der Geldsystemkritik angehört haben: Es geht mitnichten darum, zu sagen: Ändern wir das Geldsystem und alles ist gut, vielmehr gilt es zu erkennen: Das Geldsystem muss ebenfalls und vor allem völlig neu konstruiert werden, was natürlich nicht heißt, dass es nicht auch fundamentale Veränderungen im Wirtschaftssystem, im Mediensystem, im Bildungssystem, im politischen System, in den Besitzverhältnissen usw. bedarf. Keine dieser Änderungen könnte allerdings Bestand haben, wenn an einem fehlerhaften, ausbeuterischem Geldsystem festgehalten wird.

Kurz gesagt: Linke, linksextreme und pseudolinke Denunzianten der Geldsystemkritik sind schlichtweg nicht in der Lage zwischen notwendiger und hinreichender Bedingung zu unterscheiden.”

Den gesamten Text gibt es hier: http://the-babyshambler.com/2011/11/20/der-homo-ignorans-leitbild-einer-manipulierten-gesellschaft/

30 Antwort auf Die Geldsystem-Debatte: Klare Worte gegen stumpfsinnige Vorwürfe

  1. Zunächst gilt es, Geld historisch abzuleiten. Wie und wodurch ist das Geld entstanden? Historische Voraussetzung dafür ist:

    1. Besitz/Eigentum von Produktionsmitteln (wozu auch der Grund und Boden gehört), über die man verfügt
    .
    2. eine über den eigenen Bedarf hinausgehende Produktion von Gütern, die man zum Tausch feilbieten kann

    Eine wissenschaftliche Geldkritik muss diese historische Voraussetzungen ebenfalls theoretisch-praktisch aufheben.

    Der Antisemitismus ist dieser Zivilisation immanent. Da die “Antideutschen” diese bestehende Zivilisation keinesfalls überwinden, sondern “retten” wollen, leisten sie eine verkürzte Antisemitismus-Kritik.

    Aber man sollte sich durchaus mal mit den antideutschen “Klassikern” beschäftigen.

    Um eine Theorie oder Ideologie widerlegen zu können, muss man sich eingehend damit beschäftigen, da die Kritik/Widerlegung bzw. Destruktion oder Begründung der Negation ansonsten falsch ist.

    Meine Idee: Wir bieten ihnen an, gegen sie anzutreten. Dir lasse ich natürlich den Vortritt. Welchen der antideutschen Theoretiker wäre Dir am liebsten? Wie gut sind Deine Marx-, Adorno/Horkheimer- und Postone-Kenntnisse?

  2. Audio:

    Occupy Money – Interview mit Prof. Dr. Margrit Kennedy über das derzeit herrschende Geldsystem

    http://www.freie-radios.net/44342

  3. Elflorian lass dich nicht von diesen “Antideutschen” Spinnern provozieren, “Linke, linksextreme und pseudolinke Denunzianten” trifft es übrigens überhaupt nicht.

    Es handelt sich um einzelne Akteure der extremen Rechten, die eher ein Anhängsel bestimmter neoliberaler Think-Thanks darstellen. Leider können sie sich nach wie vor relativ unbehelligt in linken Zusammenhängen tummeln, da viele den völkisch-rassistischen, bellizistischen und antiemanzipativen Charakter dieser “Antideutschen” Faschos nicht erkennen.
    …obwohl auch in der Linken erkennen immer mehr die Ideologie dieser Idioten, so wurden am Rande einer Antifademo in Dresden dieses Jahr “Antideutsche” angegriffen die die Antifa lautstark als “Scheiß Araber” bezeichneten.

    http://www.marxistische-aktion.de/?page_id=341
    http://www.steinbergrecherche.com/08neokonservativismus.htm#Witt
    http://fahnenstange.blogsport.eu/2011/07/12/the-truth-about-the-anti-german-youth/

    Mein Tipp Ignorieren – mit Nazis(antideutsch) diskutiert man/frau nicht!

  4. Als “Klare Worte gegen stumpfsinnige Vorwürfe” angekündigt, heißt es im Text dann selbst, sich gegen “Linke, linksextreme und pseudolinke Denunzianten” wehren zu müssen, wodurch selbst wiederum Denunziation betrieben wird. Abgesehen davon, dass “Linksextremismus” selbst ein denunzierender Begriff ist, der der Extremismustheorie entstammt; ein Theorie der “bürgerlichen Mitte”, welche sich selbst als angeblich wahre demokratische Position darstellt. Antilinke versuchen diese Theorie sich zu Nutze zu machen und von Gegenüberstellung bishin zur Gleichsetzung der politischen Strömungen “Links” und “Rechts” von ihrer eigenen Herrschaftsideologie abzulenken.

    Folgender Bericht demaskiert obigen Autoren Florian Elel selbst als Denunziatoren.
    http://reflexion.blogsport.de/2011/11/20/bezeichnende-reaktionen/

    “Nach­dem ein Link zu einem kri­ti­schen Be­richt auf einer „Oc­cu­py“-​Sei­te ver­öf­fent­licht wurde, ver­fass­te der „Ba­by­ham­bler“ meh­re­re Bei­trä­ge über den „Hetz­blog“ Re­fle­xi­on. Dort recht­fer­tig­te er den Auf­tritt sei­nes Oc­cu­py-​Ka­me­ra­den: „men­nin­gen war im üb­ri­gen nur bei el­säs­ser um ei­ni­ge dinge mal klar zu stel­len“, be­haup­te­te er. Dies geht al­ler­dings aus den Vi­de­os von der Ver­an­stal­tung, die am 3.​11.​2011 in Ber­lin-​Mit­te statt­fand, über­haupt nicht her­vor. Diese zei­gen Men­nin­gen in trau­ter Ein­tracht mit sei­nem Vor­bild . Auf der Face­book-​Sei­te er­reg­te sich der „Ba­bys­ham­bler“ un­ter­des­sen über die­sen „blö­den hetz­blog“, dem es – „unter dem ban­ner der po­li­ti­cal cor­rect­ness“ – nur darum gehen würde „stän­dig an­de­re leute fer­tig zu ma­chen“. Dies sei „der al­ler­letz­te hirn­schiss“. Eben ein „rei­nes mob­bing und hetze unter dem deck­män­tel­chen der po­lit­cal cor­rect­nes“, ur­teil­te der Ma­cher der Web­site „The Ba­bys­ham­bler“. Dem Men­schen, der auf den Bei­trag hin­ge­wie­sen hatte, riet er: „geh zum arzt, echt ey“. An­sons­ten klag­te über „die alte ma­sche der link­se­tre­men“ und be­trieb eine Gleich­set­zung, die an die Ex­tre­mis­mus­dok­trin der Bun­des­re­gie­rung er­in­nert: „alle die die ei­ge­nen an­sich­ten nicht ver­tre­ten aufs wüs­tes­te be­schimp­fen. das macht die­sen ex­tre­mis­mus kein deut bes­ser als brau­nen“. Seine Ti­ra­de en­de­te mit dem Weh­kla­gen über die „dop­pel­mo­ral des link­se­tre­mis­mus die ich zu­recht ver­ach­te“. “

  5. Die Aussage “das Geldsystem muss ebenfalls und vor allem völlig neu konstruiert werden[...]” ist eine interessante Formulierung.

    Wenn das “ebenfalls” aber der Ursprung der Notwendigkeit des Geldsystems ist, dann wird es absurd. Es handelt sich nicht um eine “verkürzte Kapitalismuskritik”, und jetzt schockier ich dich vielleicht, es handelt sich selbst um eine ideologische Kritik, also die Kritik selbst ist Ideologie.

  6. Ich gebe Dir recht: Es ist keine “verkürzte” Kapitalismuskritik, sondern einfach nur: Es ist keine Kapitalismuskritik. Denn wer den Kapitalismus kritisieren will, muss zumindest wissen wovon er spricht, d.h. ihn in seinem Wesen und der Erscheinungsform gemäß studiert/analysiert haben.

    • Ja, Alinka es ist Geldsystemkritik…und wer sagt denn dass man nicht AUCH den kapitalismus als wirtschaftsforn umfassend kritisieren kann und sollte?

      …trotzdem bleibt das geldsystem so wies nun ist aber einfach mal hochgradig fehlerhaft und asozial

      • Widerspruch so und nun mache ich es ganz einfach ehe das noch komplizierter wird, ich wähle die klassische Interpretation zum einen die Autoritäre Linke und die Anti Autoritäre Linke grob Anarchisten und Marxisten und nun keine Korinthenkackerei mit Neo Marxismus und dergleichen. So diese entwickelten jeweils für sich ein Modell der Kapitalismuskritik diese standen und stehen in Konkurrenz zueinander damals als auch heute. Silvio Gesell bewies eben das es keine verkürzte Kritik ist sondern das genaue Gegenteil und das gilt heute mehr denn je, denn widerlegt werden konnte er nicht damals wie auch heute.

    • das stimmt doch garnich, was ist das für eine komische elitäre einstellung?. jeder darf den kapitalismus kritisieren wie er kann und will verdammt noch mal. auch einfach aus der eigener erfahrungen heraus oder warum glaubst du, dass so viele verschiedene leute überhaupt auf die straße sind? habt ihr euch den flo herausgepiekt als wäre er der kopf des protestes oder was? der protest, die masse der leute auf der straße, die bewegung, der schwarm oder wie man das auch nennen will IST an sich antikapitalistisch und mehr noch kapitalismushinterfragend.

      IMMER DIE GLEICHE VERFAULTE LEIER “aber ihr habt doch keine alternativen”, “aber ihr habt keine konzepte”, “aber ihr könnt doch nicht”; “aber ihr dürft doch nicht”….

      erinnert mich immer wieder an die ritter vom nie: NIE NIE NIE!!!!!!!!

    • So nur mal zur Info Nobelpreisträger bestätigen Gesell einem der bekanntesten Geldsystemkritiker der nie in seiner KAPITALISMUSKRITIK widerlegt werden konnte, warum weil man die Mathematik nicht ausser Acht lassen kann, bei der Dialektik kann man das hingegen schon denn egal wie man sich dreht der Hintern bleibt immer hinten. Diese Nobelpreisträger haben sich bis ins Detail mit dem Kapitalismus dezidiert und wissenschaftlich auseinander gesetzt zudem kommen sie aus verschiedenen Denkschulen der Ökonomie die diametral zueinander stehen. Sei Dir mal gewiss das auch Ökonomie hier kontrovers diskutiert wird. So falls Du jetzt meinst ich wäre nur auf Gesell festgelegt Fehlanzeige auch Ruhland dem Vater der neuen Nationalökonomie hab ich gelesen und auch verstanden und der war ja was nun Geldsysmtemkritiker.

  7. warum sagen wir nicht einfach das wirtschaftssystem muss auf den prüfstand und fordern von der bundesregierung eine analyse von alternativen wirtschaftsformen die an den universitäten diskutiert werden
    wir verpulvern mit dieser klein-klein-diskussion nur energie und verlieren zeit occupy zu einer massenbewegung zu machen

    • im gegenteil…sehr vielen menschen ist das thema geldsystem sehr wichtig, es trauen nur nicht alle sich dazu zu äußern aus angst eine der üblichen keulen übergezogen zu bekommen…

      wir sagen nicht wirtschaftssystem weil das nun mal zwei verscheidene paar schuhe sind – wirtschaftssystem und geldsystem – und die lobbyistenbundesregierung wär ja wohl die letzte instanz die irgendwas fürs gemeinwohl machen würde…

      manfred ich hab das gefühl, dass du immernoch nicht die fehlerhaftigkeit des geldsystems verstanden hast und welche veheerenden sozialen auswirkungen diese fehler haben, nur so erklärt sich dass du das “klein-klein-diskussionen” nennst…als hinweis vielleicht nochmal dieser artikel:

      http://the-babyshambler.com/2011/10/30/geld-und-geldschopfung/

      • florian, ich bin der meinung, wenn wir eine massenbewegung werden wollen, müssen die akzeptanz der leute haben . . . das ändern des geldsystem kann bestimmt von nöten sein. die forderung danach, zum jetzigen zeitpunkt ist jedoch destruktiv . . . abgesehen davon, dass das nicht zu so einfach zu realisieren sein dürfte, gibt es wichtigere teil-ziele und themen. das muss nicht heißen dass man nicht darüber diskutieren sollte, aber bei mir gehen andere themen vor . . .
        den leuten die du mitnehmen willst in der bewegung, machst du angst mit dieser forderung und schadest damit der bewegung. das solltest du verstehen . . . und du vergeudest dein potential ;-) ) . this is not an attack :-)

        • a) wir sind die leute
          b) es geht nicht darum es zu “fordern”…das thema muss erstmal auf die gesamtgesellschaftliche agenda damit überhaupt erst mal gangbare alternativen entwickelt werden!

          deine einschätzung sehe ich deshalb als völlig fehlerhaft an…ebenfalls no attack ;-)

        • . smile .
          damit kann ich leben ;-)

  8. hallo florian, du machst mir angst! du willst vielleicht nicht mehr in herkömmlichen links rechts kategorien denken…..versteh ich dich da richtig? warum arbeitest du dich dann an der linkskategorie ab und bringst mit diesen die sog “antideutschen” ( eine “denke” die wohl nach rechtsaussen abgedrifftet ist?) in einem atemzug? ist für dich faschismus, antisemitismus und rassismus und sexismus no go? hoffe doch? dewnn dann wäre meine angst verflogen! denke übrigens auch nicht mehr unbedingt in parteienkategorien, würde mich dann aber am ganzen spektrum abarbeiten!
    gruss thom

    • ich arbeite mich nicht an der “linkskategorie” ab, ich hab sie eben AUCH MAL erwähnt in einem von vielen artikeln…es gibt nun mal noch ein system mit politischen schubladen..das finde ich auch nicht gut aber dennoch muss man das ja wohl ansprechen dürfen…

      dein beitrag ist undifferenziert und würdest du dir mal die mühe geben 1-2 texte von mir zu lesen würdest du mir auch nicht so blöde fragen stellen…danke

  9. bin heute hier zum ersten mal aktiv schreibend dabei!!!!! der ton missfällt mir sehr!!!! sobald irgendetwas der eigenen meinung/auffassung/ sichtweise missfällt wird geschmäht!!!!!! können wir das alle miteinander nicht sein lassen??? und vorallem die die ihrem/r gegenüber das als totschlagargument -letztargument- ins feld führen!!!!!!
    wäre mir ein herzenswunsch!
    gruss thom

    • überhaupt nicht, ich diskutiere zu 99% sehr sachlich und sag ansonsten eben nur offen wenn was schwachsinn ist..es gibt nun mal auch schwachsinn..so zu tun als gäbe es keinen schwachsinn ist jedenfalls völlig schwachsinnig…

  10. übrigens, um mal zum ausgangsthema zurückzukommen…heute ist ein weiterer artikel dazu im mainstream angekommen :-)

    “Wenn dieser Vorschlag für ein neues Geldsystem zwingend ist, warum wird er dann nicht von der Politik und Finanzwirtschaft diskutiert? Der Finanzsektor ist natürlich dagegen, denn wer gibt gerne seinen Vorteil auf, Geld mit Gewinn produzieren zu dürfen. Und die Politik, die mit diesem Vorschlag ihren Primat über die Finanzmärkte wiederherstellen könnte? Sie hat wohl keine Zeit und vermag im hektischen Euro-Aktionismus nicht innezuhalten, um sich einen Vorschlag für ein Geldsystem anzuhören, das dem Gemeinwohl dient, und um dann mutig zur ordnungspolitischen Tat zu schreiten.”

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1608809/

  11. Vollgeld, rostendes Geld, regionale Währungen, Rückkehr zum Goldstandard, allerlei Alternativen zu unsere ‘fiat’-money-System werden diskutiert.
    Dabei gibt es alleine im fiat-money-System eine vielzahl von Spielarten, so ist der Euro mittlerweille relativ start rostendes Geld und der Dollar auch. Ob sich ein Silvio Gesell das SO vorgestellt hat, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

    Meine Auffassung zum derzeitigen Geldsystem: man kann es nur abschaffen oder sich selbst zerstören lassen. Letzteres ist sehr schwierig, da relativ mächtige (potente) Interessengruppen ein Interesse an dessen Fortbestand haben, ersteres ist aus gleichem Grund ebenso schwierig.

    Wichtig ist doch:

    a) wäre es sehr hilfreich wenn der Bürger das System zunächst verstehen würde. Viele glauben, Geld habe einen realen Wert, oder es würde von der Regierung oder der Zentralbank in Umlauf gebracht, letztere These ist ja noch nicht mal vollkommen daneben, aber sie hinkt

    b) wird der einzelne Bürger oder auch eine noch so revolutionäre kleine Gruppe dieses System nie abschaffen können, sondern dazu benötigt es ‘Monsieur tot le monde’, also Herrn Jedermann

    Wenn, á la b), jedermann sein persönliches Deleveraging betreibt, also weder hohe Guthaben anhäuft noch hohe Schulden macht, er in verantwortlicher Position dies für seine Instituition (Firma, Kommune, Staat usw.) ebenso handhabt und man sukzessive aus dieser Luftnummer aussteigt, also die Menschen in der breiten Masse dieses System nicht mehr akzeptieren und ihm den Rücken kehren, dann sackt es sukzessive von selbst in sich zusammen.
    Die Alternative dazu (also daß ‘die da unten’ nicht mehr das tun, was oben gewollt wird) ist, daß ‘die da oben’ nicht mehr das tun können, was sie wollen, zum Beispiel wenn ihnen das System wegkippt – z.B. unter der aufgetürmten Schuldenlast zusammeklappt oder von dem Blasengeld aus ‘Versehen’ zu viel unten ankommt, und eine Inflationspirale losrennt.
    Leider wird diese Alternative weniger gemütlich als die erstere, denn ‘die da oben’ haben was zu verlieren und die Waffen (also das Gewaltmonopol in Form von Polizei, Militär etc. unter ihrer Regie), außerdem sind außer Kontrolle geratende System immer Käse, denn die Akteure neigen dann zu impulsivem Handeln, z.B. Krieg oder dem Wegsprengen ganzer noch funktionierender Wertschöpfungsketten oder der Zerstörung der Umwelt.
    Wir sollten nicht vergessen, daß auch ‘da oben’ ein Ringen bzw. Kampf läuft zwischen den Millionären und Milliardären, auf der einen Seite die Realindustrie, die ihr Heil zwar in Lohndrückerei etc. pp. suchte, aber langsam merkt daß “Autos keine Autos kaufen” und weiterhin merkt, daß die Finanzindustrie sie schlicht stranguliert bzw. aufkauft, wenn das so weitergeht. Denn für 20 Cent die Stunde hart arbeiten, sorry, dann spätenstens rennen denen ihre Arbeitskräfte auch in China fluchend weg, und eine neue Sklaverei wird man kaum entgegensetzen können im 21. Jh..
    Auf der anderen Seite stehen die Finanzindustriellen, die nicht mitbekommen haben, daß ein einzelnes Individuum auch nicht mehr das Doppelte konsumiert, wenn es statt 10 nun 20 Mio. Dollar Jahresgehalt bekommt, und zudem es sehr dumm ist, die Realwirtschaft in den Ruin zu schicken, weil dann gibt es keinen wertschöpfenden Bereich mehr, den man kreditieren kann, und dann kracht zwangsläufig auch die Finanzindustrie, selbst wenn ihr wirtschaftlich der ‘Laden’ dann gehört.

    Haken wir ‘da unten’ uns also unter mit der Realindsustrie, dort mit den fortschrittlichen Kräften wie einem Götz Werner oder den Brandt-Zwiebackeigentümer, die erkannt haben, worauf wir zulaufen mit dieser durchgeknallten FIRE-Ökonomie. Das Geldsystem ist da nur Hilfsmittel und Treibstofflieferant, nicht alleinige Ursache. Solche komplexen Dinge wie unsere derzeitige weltweite Ökonomie ist nie monokausal, die Gleichung ‘Geldsystem weg=Ausbeutung weg’ geht nicht auf.

    P.S.: und hört mit dieser hirnrissigen Ideologiedebatte auf: einer der schärfsten Ausbeuter in diesem Globalisierungsspiel ist das von einer kommunistischen Einheitspartei diktatorisch regierte Land China. Links=gut und Rechts=schlecht, auch diese Gleichungen sind kaum tauglich um irgendetwas vertieft zu verstehen, geschweige denn weiterzuentwicklen.

  12. hej florian, m.e. bist du gleich wieder in die falle getappt!der ton schreckt ab: fresse halten, lieber einen einlauf machen, du hast nicht richtig verstanden und nun undifferenziert und schwachsinn! niemand, aber wirklich niemand hat in der täglich komplexer werdenden welt, in der vielfach die linke hand nicht mehr weiss was die rechte tut irgendeine deutungshohheit für sich, wie ich denke……….auf einen fall bezogen: sag doch bspw. einfach:”du hast etwas anders verstanden als ich” und unterlass: die maulkorbdoktrin: “fresse halten”
    habe deine texte gelesen, einige!
    und stimme mit dir überein! jedoch reden wir m.e. über: pflanzen wir im paradies brennnesseln oder rote rosen!
    ich denke wir sollten dem kapitalismus seine hässliche maske runterreissen, vorerst, fordern dass pflöcke anders gesetzt werden, damit wir suksessive zu einer neuen art menschlichen zusammenlebens kommen!(dafür sollten wir auch untereinander sorgfältiger, bedachter und empathischer miteinander kommunizieren und uns begegnen oder?????????????; selbstverständlich erkenne auch ich den schwachsinn auf dieser welt, die weit entfernt ist nachhaltig zukunftsperspektiven zu erhalten! diese perspektiven müssen wir in einem menschlichen diskurs erarbeiten!)
    meine kurzfristigen ideen:
    .breit angelegte bildungsoffensive -auf allen ebenen- zur brenzlichen lage der menschheit im 21 jahrhundert
    .bändigung des kapitalismus durch progressive kapitalertrags- und börsenumsatzsteuern, jetzt!
    . ethikkommisionen, auch an den börsen, die interdisziplinär und holistisch arbeiten (bspw. zur frage: was gehört nicht gehandelt am sog. vollkommenen marktplatz)
    .ethikkommisionen, die überall dort interdisziplinär und holistisch alternativen erarbeiten, wo immer wieder nach alten rezepten in die falle getappt wird (bspw. am vortag der demo: banken in die schranken hat der berliner senat beschlossen die s-bahn zu privatisieren, obwohl wir schon hundertmal erlebt haben, dass das nicht funktioniert und nun bei den banken im ganz ganz grossen stil!)
    also: bitte lass uns nicht schmähen, denn es verletzt, schreckt ab, läßt uns nicht wachsen, wie ich denke!(übrigens hast du dich -nach meiner lesart- tatsächlich an der linken abgearbeitet und die sog “antideutschen” rechten hinzugeschlagen! ich verstehe es nicht? und bin beileibe nicht schwachsinnig! also bitte ich dich es mir zu erklären!)
    gruss thom

    • was soll das? ich hab weder “fresse halten” gesagt noch irgendwas von einläufen erzählt?!? kannst du mal bitte aufhören mir irgendwelche ausagen unterzujubeln die ich nicht getätigt habe? …so macht diskutierien kein sinn…konzetrier dich bitte auf das was wirklich gesagt wird, nicht auf das was du glaubst reininterpretieren zu müssen…danke!

      zu deiner frage: ich habe nun wie gesagt EIN EINZIGES MAL in einem absatz linke erwähnt – und viele antideutsche sehen sich nun mal selbst als linke und zeigen eben auch das verhalten was ich da beschreibe…

      das “abzuarbeiten” zu nennen ist eine völlig haltlose übertreibung.

  13. ich denke auch:
    der mensch als individuum macht vieles immer wieder nach gleichem strickmuster, weil es sich für ihn empirisch bewährt hat und es ihm/ihr an praktikablen alternativen mangel. ein vollständiges erkennen, dass die eigenen bisherigen lebensmaximen, vollständig und vollumfänglich falsch sind und eine vollständig andere tagesstruktur von jetzt auf gleich greifen sollte, läßt den menschen vielleicht psychisch krankwerden.
    stellt euch mal vor: frau quant würde gesagt werden, sie solle ihre einnahmen von drei millionen euro täglich ab morgen nicht mehr realisieren und stattdessen ein kant studium betreiben! ob sie dass psychisch überleben würde?
    apropo kant: vor 200 jahren hat kant schon erkannt, dass der menschliche verstand eher geneigt ist zu den folgen hinabzusteigen, als zu den bedingungen hinaufzuklimmen (sinngemäß!)
    laßt uns hart arbeiten!
    gruss thom

  14. Da fällt mir des Nachts eine interessante Idee ein:

    Die CO-2-Debatte wird ja engagiert geführt (die Industrie hat schon das nächste Wachstumsfeld entdeckt, alles abkippen, obwohl doch noch gar nicht ‘kaputt’ (alle älteren Kühlschränke, Fernseher, Waschmaschinen und Autos) und Neues produzieren mit weniger CO-2-Ausstoß – statt einfach mal öfters aufs Rad zu steigen, oder nicht täglich die Waschmaschine anzuschmeissen, was viel CO-2-freundlicher wäre als alle Industrieprodukte zu erneuern.
    Um dem Verbraucher (und seinem Ökogewissen) Beine zu machen, den neuen Kram zu kaufen, werden CO-2-Fußabdrücke überall veröffentlicht. Selbst Tetrapak entblödet sich nicht, ihr Wegwerfprodukt zu bewerben, weil es laut Werbung einen ganz kleinen CO-2-Fußabdruck hat.

    Nun, wie wäre es mit einem finanzindustriellen Fußabdruck auf allen Produkten? Dann würde man sehen wie viel von z.B. einem Euro für beispielsweise ein Brot bei der Finanzindustrie landet und wie viel netto beim Händler, Bauern und Bäcker hängenbleibt.
    Diese Bilanz wäre verheerend, es geht ‘unter dem Strich’ roundabout zwischen 40 und 60% ab in die Finanzindustrie.

    Dabei ist zu berücksichtigen:

    * Alters- und Krankenvorsorge des Händlers, Bäckers und Bauern.
    * kreditfinanzierte bzw. gemietete, geleaste oder gepachtete Räume, Lager, Bäckereien und Agrarland sowie Fahrzeuge und Landwirstchaftsmaschinen
    * der Teil der Steuern, der direkt (1/4, Zins+kalkulatorische Tilgung) oder indirekt (Zahlung von z.B. Beamtenpensionen, für die es keine materielle Rückstellung gibt) für staatsfinanzierende Aufgaben drauf geht
    * Rohstoffkosten, die durch die kreditfinanzierte Spekulationskulisse hochgebläht wurden

    Der Verbraucher würde mit Schrecken udn Erstaunen feststellen, daß all der Kram, den er täglich kauft, zu einem großen (erstaunlich großen) Anteil finanzindustrielle Kosten mit ‘einkalkuliert’ hat, ganz zwangsläufig.
    Sehr schön zeigt sich dieser Effekt, wenn eine Handwerker oder an sich ein Arbeiter (nur ganz modellhaft) seine eigene Leistung von seinem Nettolohn kauft.
    Wenn man vereinfachend die These aufstellt daß nur die Hälfte der Menschen Arbeitet, die andere Hälfte bildet sich, ist als, krank, behindert oder leistet gesellschaftliche Arbeit (Erziehung, Kultur usw.), und alle sind im Mittel ungefähr gleich im Lebensstandard, dann müßte der Handwerker nach allen Abgaben 2 eigene Stunden leisten um sich eine ‘kaufen’ zu können.
    Real sind es hierzulande aber etwa 4 bis 5! Nehmen wir die Meisterstunde bei Daimler, kostet 120 Euro, mal vereinfacht 20 abgerechnet für Gebäude, Werkzeuge, Urlaub und so, wären also 100 EUR/h der Nettopreis dieser Meisterstunde. Der Meister bekommt aber allenfalls 20 EUR je h netto ausgezahlt, selbst als langjähriger Meister bei Daimler. Hier beträgt der Faktor 5. Ungefähr 60% landen auf den diversen oben beschriebenen Kanälen im finanzindustriellen Umverteilungskreislauf und werden nach oben gereicht, 40% bleiben ‘unten’, 20% für den Herrn Meister selber auf seinem Konto und weitere 20% für die ganzen Alten, Kranken, Studenten und die Kinder (sowie die Arbeitslosen – ein besonderes Thema!), über die diversen Umlagesysteme.

    Ist dieses System fair und gerecht? Wohl eher nicht.

    Ein Wort dennoch zu User ‘thom’: es mag alles ziemlich annerven, aber bitte, eine Wortwahl, die zivilisiert ist, tut uns allen und der Geldsystem-Debatte nur gut…

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