Angela war zu Besuch! (Laßt uns über Bündnisse reden!)

26. November 2011 in Blog - alle Themen

aus Krankheitsgründen eine Woche zu spät: mein Text zum Besuch von Angela Davis:

Bericht von einem unverhofften Besuch…und der Versuch einer Antwort auf eine der Fragen, die die Bewegung stellt

Angela ist eine tolle Frau! Sie ist eine Heldin! Und sie hat mich schon als Kind beeinflußt, noch bevor ich überhaupt zur Schule gegangen bin. Durch sie habe ich die erste politische Erfahrung meines Leben gemacht, an die ich mich erinnern kann. Ich ging damals noch in den Kindergarten. Und wir haben ihr selbstgemalte Postkarten gebastelt. Mit bunten Blumen drauf. Diese wurden zu ihr ins Gefängnis geschickt. Und dann ist sie frei gekommen. Und wir haben ihr dabei geholfen! Das kann ein Kind schon ziemlich stolz machen. Kinder sind in diesem Alter ohnehin noch sehr hilfsbereit (sofern sie nicht schon von ihren Eltern verkorkst wurden).

Und außerdem hat mich aus Kindersicht ihre enorme Mähne beeindruckt, die sie auf dem Kopf hatte. Als Kind hatte ich ganz glatte und feine Haare, solch eine Mähne wollte ich auch haben. Das war Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Angela und das Fragen als eine der Triebfedern von Occupy

Spätestens an dieser Stelle dürfte klar geworden sein, daß es sich nicht um Angie, wie sie „liebevoll“ von den Medien genannt wird, also Angela M. handelt, sondern um Angela D. – Angela Davis, oder genauer Frau Prof. Angela Davis, aus Oakland (California), USA.

Diese hat uns Berliner Occupisten am 18. November 2011 im Camp am Bundespressestrand besucht, zweimal sogar, einmal aus heiterem Himmel, ohne jede Vorankündigung, das zweite Mal angekündigt zu unserer täglich abgehaltenen Asamblea um 17 Uhr, wo sie sich den Fragen stellte, die wir an sie hatten.

Und wir hatten viele Fragen an sie – und sie hatte auch viel zu erzählen:

- Wie das Verhältnis der Occupy-Bewegung in den USA zur Finanzfrage ist, ob diese zentral sei dort, oder ob die Bewegung darüberhinaus gehen würde;

- ob man die Bewegung eine Revolution nennen könne;

- und wie die Occupy-Bewegung zum drohenden Krieg gegen den Iran und überhaupt den Kriegen, die die USA anführt, stehen würde…

Und auch dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der sich stellenden Fragen, von denen sich spätestens seit dem 15. Oktober pausenlos immer wieder neue herausbilden. Auch das ist ein Charakteristikum der Bewegung, die gegenwärtig den Namen „Occupy“ trägt. (Ein Name, der sowohl hier bei uns wie auch in den USA nicht unumstritten ist. Wegen seiner militärischen Bedeutung, wie auch Frau Davis erzählte)

Viele Fragen werden seit dem aufgeworfen, die für eine lange Zeit nicht (mehr) gestellt worden sind. Und sie gebären auch tagtäglich immer wieder neue Fragen. Allein DAS macht bereits die Lebendigkeit dieser Bewegung aus, verweist auf das Aufbrechen alter verhärteter Strukturen, eine der Aufgaben, die eine solche Bewegung zu haben scheint.

Auf all diese Fragen, die jetzt aufkommen, ist es nicht leicht, Antworten zu finden. Denn zu komplex sind die Zusammenhänge, um allein auf Einzelfragen (wie bspw. Umweltfragen, Atomkraft oder das Banken- und Finanzsystem) Antworten zu geben, die wiederum mit so manchem der anderen Bereiche in Wechselwirkung steht. Auch darauf wies Angela Davis im übrigen hin.

Die Frage nach der Bündnis- und Mobilisierungsfähigkeit

Unter anderem sprach Angela Davis auch von der enormen Mobilisierungsfähigkeit der fortschrittlichen Gewerkschaften für die Bewegung in den USA. Diese wurde deutlich bei dem Marsch durch New Yorck vom 17.November, einen Tag vor ihrem Besuch. Es ist die Rede von rund 36.000 Protestierenden allein in New Yorck, die auf den Straßen waren und die sich in verschiedenen Zügen schließlich zusammen schlossen und über die Brooklyn-Bridge liefen, von dem ein beeindruckendes Bild überliefert ist.

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