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Geniale Worte!

24. Oktober 2011 in Blog - alle Themen

Neues aus dem Schwarm from Retsina Film on Vimeo.

Hier der Text aus dem Film:

Ich bin ein normaler Mensch …

In manchen Fragen bin ich konservativ, in manchen eher fortschrittlich.
Ich folge keiner klaren Ideologie, denn ich habe in meiner tausende Jahre alten Geschichte keine guten Erfahrungen mit jedweden Ismen gemacht.

Ich weiß, dass es so nicht weiter geht, wenn es so weiter geht, um mal mit Erich Kästner zu sprechen.
Ich weiß, dass unser derzeitiges System und die davor und alle unflexiblen System-ismen nur von einer Krise in die nächste taumeln können.

Ich will nicht mehr politisch sein, wenn politisch sein bedeutet, mich auf die Seite eines Lagers, einer Fraktion oder einer Farbe schlagen zu müssen, ich will nicht mehr politisch sein, wenn politisch sein bedeutet gegen etwas zu sein, um mich durchsetzen zu können.

Ich will überhaupt nichts mehr durchsetzen wollen wollen. Ich will frei sein.

Ich glaube, dass ich mich weiter entwickelt habe, ich glaube, dass wir inzwischen tausend Möglichkeiten haben untereinander zu kommunizieren, Erfahrungen, Ideen, Kreativtät auszutauschen, ich glaube an die explosive Kraft dieses gigantischen Pools all dieser Gedankensplitter und Ideen…

Ich bin ein normaler Mensch, der sich seines Verstandes bedienen will. Der intuitiv, überlegt oder spontan Entscheidungen treffen kann, der sich einbringen kann mit seinen Gedanken und seiner Kreativität.

Für manches interessiere ich mich mehr, für anderes weniger.
Ich will, dass meine Stimme gehört wird, wenn ich was zu sagen habe, ich will aber damit nur den Zugang zu dem gerade beschriebenen Pool. Ich will mich dazutun. Ich will kein Bademeister sein, ich brauche keine Position in dem alten Spiel der gesellschaftlichen Kräfte, ich will Teil einer Gesellschaft sein, die diese Kräfte nutzbar macht, ohne sie sich gegenseitig aufheben zu lassen. Das ist nämlich das Ergebnis von Herrschaft des Einen über den Anderen. Ich brauche kein Gleichgewicht, weil ich brauche keine Herrschaft, ich brauche die Verkettung, Vernetzung, Verquickung von Kraft, Kreativität, Schwäche, Trauer, Liebe, Zorn, Impuls und Leidenschaft aller.

Ich brauche aber nicht alle. Ich kann sehr wohl für mich entscheiden, was ich tue, mit wem ich feiere, spreche, schlafe, Geschäfte mache.
Dennoch weiß ich, dass es alle gibt, dass es die Versammlung aller geben könnte, der ich absolut verpflichtet wäre, weil ich weiß, dass wir nur in einem großartigen Miteinander gemeinsam weiter kommen können und eine gerechte Welt für alle hinkriegen.

Ich bin Teil eines Prozesses, den man getrost Revolution nennen darf. Gerade weil mir alle sagen, dass ich doch endlich klipp und klar sagen sollte, was meine Forderungen seien, gerade weil man mir vorwirft, dass ich die Alternative nicht wüßte, veranstalte ich eine Revolution. Weil ich kämpfe nicht für ein bisschen mehr Geld und ein bisschen weniger Arbeit, ich kämpfe dafür, dass ich leben kann wie ich möchte, und dass ich mit diesem meinem guten Leben nicht das Leben anderer schlechter mache. Weil dafür sorgt unser Geldkonkurrenzsystem tagtäglich.

Die Gewinne der einen sind die Verluste der anderen. Das ist unnötig, und es mag naiv sein, das zu sagen, aber naiv heißt letztlich richtig einfach sowie einfach richtig. Das Gegenteil von dieser gedanklichen Einfachheit ist intellektuell verquaste Ignoranz. Und die wiederum ist tödlich, das sehen wir tagtäglich sogar in den Nachrichten. Nur im freien und absichtslosen Austausch von Kreativität und Information werden wir die Antworten finden auf die drängenden Fragen nach Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit, Nachhaltigkeit. Und nur im Rahmen dieses freien Flusses der Ansichten, Bedürfnisse, Ideen werden derlei Forderungen nicht wie Sonntagsreden von Politikern klingen, nur im geballten Begehren der 100% geht der Herrschaftsanspruch, der der Heilsversprechung innewohnt, unter.

Ich bin ein normaler Mensch mit allen normalen Menschen zusammen. Ich brauche nicht die Masse, die mir beipflichtet, ich muss nicht recht haben müssen, ich muss nur sein dürfen und gehört werden. Als der, der ich bin, will ich Teil des Ganzen sein, und dann als ich die Welt ebenso verändern wie all die anderen.

3 Antwort auf Geniale Worte!

  1. die qualität des videos stimmt mich hoffnungsfroh und gibt mir neue energie klasse! :-)

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